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Friedrich Spaur: 1783 Gründer der ersten Salzburger Loge

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Friedrich Spaur: 1783 Gründer der ersten Salzburger Loge

Ein knappes halbes Jahrhundert nach der Bannbulle gegen die Freimaurer durch Papst Clemens XII. („In eminenti apostolatus specula“) wurde im Fürsterzbistum Salzburg im Jahr 1783 zum ersten Mal eine Loge eingesetzt, und das ausgerechnet von einem geistlichen Domherren. Sein Name: Friedrich Franz Josef Graf von Spaur (1756 - 1821). Von Rudi Rabe.

Salzburg war bis 1800 ein reichsunmittelbares Fürsterzbistum, also ein selbstständiger Staat im Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, regiert von einem Fürsten, der zugleich der Erzbischof war: ein Fürsterzbischof. Und ein Domherr war so etwas wie ein hoher bischöflicher Beamter.

Auch wenn dazwischen fast zwei Jahrhunderte Pause war: Die Loge ’Tamino’, die 1967 gegründete und damit älteste der zeitgenössischen Salzburger Logen, knüpft in ihrem Tradionsverständnis an die von Spaur ins Leben gerufene Loge ’Zur Fürsicht’ an.

Wir schreiben die letzten Jahrzehnte des selbstständigen Fürsterzbistums: die 1780er und 1790er Jahre. Der Fürsterzbischof hieß Hieronymus Graf Colloredo, und einer seiner Domherren war Graf Spaur. Dieser spielte im Salzburger Kultur- und Geistesleben eine wichtige Rolle. Wie auch sein Chef war er ein ausgesprochen reformfreudiger geistlicher Herr. Die päpstlichen Antifreimaurerbullen - es waren inzwischen schon zwei - beeindruckten die beiden offenbar nicht. Und so gründete Spaur 1783 die erste Salzburger Loge: die ’Zur Fürsicht’, deren erster Stuhlmeister er wurde.

Vor dieser Gründung mussten Salzburger, die Freimaurer werden wollten, nach München reisen. Auch Spaur war seit 1777 Mitglied der Münchner Logen ’Zur Behutsamkeit’ und ’Theodor zum guten Rat’, letztere eine Illuminatenloge - Ordensname Spaurs: Antonius Pius.

Katholische Aufklärung

Friedrich Spaur war ein überzeugter Vertreter der katholischen Aufklärung. Als politischer Schriftsteller setzte er sich etwa für Reformen in der Sozialpolitik und im Schulwesen ein, für den Ausbau von Leihbibliotheken oder für die Melioration von Grund und Boden. Für seine programmatische Schrift „Ueber die Pflicht des Staates, die Arbeitsamkeit zu befördern, die Betteley abzustellen und die Armen zu versorgen“ wurde er von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitglied ernannt. Er starb 1821 in Wien, als das Salzburger Fürsterzbistum als selbständiger Staat schon zwei Jahrzehnte nicht mehr existierte: Nach der Umgestaltung des römisch-deutschen Reiches durch Napoleon war es zu Habsburg gekommen.

Im Salzburger Stadtteil Parsch erinnert seit 1951 der Friedrich-Spaur-Weg an ihn.

Friedrich Franz Josef Graf von Spaur entstammte einem Adelsgeschlecht, das dem Salzburger Fürsterzbistum mehrere Domherren geliefert hatte; und der Kirche ganz allgemein Geistliche bis in die Bischofsränge: etwa Leopold Maria Josef Graf von Spaur, der in jenen Jahren Bischof von Brixen (Südtirol) war und gegen Ende seines Lebens auch noch Mitglied der Innsbrucker Loge ’Zu den drei Bergen’ wurde.


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