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Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt

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Graf Carl Paul Ernst

Quelle: Auszug aus Traktate 26: Steinfurter Bagno von Rainer Wiese

Der Graf Carl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt war, wie Dr. A. Benkert in seiner Schrift v. 1913 erwähnt "...ein in Sprachen, Literatur, Naturwissenschaften und Musik vielseitig gebildeter Herr, der an dem Umgang mit geistreichen Männern stets besonderes Wohlgefallen fand..."

Der Graf stand mit einem Bein noch in der Vergangenheit, begeisterte sich jedoch auch für die neuen Ideale und Wissenschaften, was sich in günstiger Weise mit seiner Vorliebe für die Gartenkunst- und Gestaltung verband. Zugleich lag ihm besonders das „Wohlergehen seiner Untertanen am Herzen“ und wurde daher entsprechend von der Bevölkerung geachtet.

Der Graf wurde am 30. August 1729 in Burgsteinfurt geboren, als Sohn des regierenden Grafen Friedrich und seiner Gemahlin Franziska Charlotte, einer Gräfin zur Lippe. Er genoß unter der vormundschaftlichen Regierung seines Oheims eine ausgezeichnete Erziehung. In Begleitung seines Hofmeisters Johann Christoph Buch unternahm er längere Reisen zur Vervollkomnung seiner französischen Sprachkenntnisse und trat 1750 die Regierungsgeschäfte mit kaiserlicher Genehmigung an. Während des 7-jährigen Krieges lebte Graf Karl in Paris wo er mit der Freimaurerei Bekanntschaft machte.

Er traf Voltaire und war sein eifrigster Verehrer. Während dieser Zeit hielt sich auch Benjamin Franklin in Paris auf, der von 1779-1782 Stuhlmeister der Freimaurerloge Neuf Soeurs war. Ausserdem machte unser Graf in dieser Zeit Bekanntschaft mit vielen anderen geistreichen Männern z. B. Diderot und d'Alembert und bildete sich in Musik, Sprachen, Lieratur und Naturwissenschaften.

„Auf seinen Reisen sammelte der Graf unermüdlich wertvolle Bücher, Inkunabeln*, Handschriften, Musikalien, Bilder, Münzen, Mineralien und allerlei Raritäten aus dem Tier- und Pflanzenreiche für sein geliebtes Kunsthaus oder Museum“ wie Döhman in seinen Schriften 1907 beschrieb. Auf diesem Wege gelangte auch der Stoßzahn eines Narwales in seinen Besitz, wie er heute noch im Heimatmuseum zu besichtigen ist. Die gräfliche Raritätensammlung darf man aber durchaus schon als eine frühe wissenschaftlich Sammlung bezeichnen. Neben astronomischen Instrumenten und allerlei Reiseandenken des Grafen soll sich dort auch eine ägyptische Mumie befunden haben. Man sieht, mit dieser Sammlung und den Attraktionen im Bagno sollte der Bevölkerung nahe gebracht werden, daß es noch mehr auf der Welt gab als Küche, Kirche und Kühe.

Anfang des 17. Jahrhunderts existierte nur ein relativ kleiner sog. "gräflicher Lustgarten" (Barockgarten) in der Nähe des Schlosses. Das ca. 600 ha große Waldgebiet Sundern (mit "Buchen und Eichen"), das spätere "Bagno" war noch fast unberührt und wies nur wenige Wege auf. In einer Verfügung vom 19.09.1765 ernannte der Graf den Kanzleirat Funck und den Kammerrat Schulz zu seinen Kommissaren die er zusammen mit dem von ihm ernannten Baudirektor Jost van Loen mit der Erstellung eines Sommersitzes im Sundern beauftragte.

Nach drei Jahren gründlicher Planung wurde als erstes das Corps de Logis errichtet welches nach dem Vorbild von Schloss Clemenswerth entstehen sollte. Die dortige Anlage war 8-strahlig mit entsprechenden Pavillons die die Machtbereiche des Kurfürsten Clemens August von Köln repräsentieren sollten.

Die Aussenbesitzungen des Grafen Carls waren 4 - Batenburg, Ravenshorst, Alpen und Hawickerwert, entsprechend den vier Pavillons, die Jost van Loen bauen sollte. Das Jahr 1765 muss als das Jahr des planerischen Baubeginns im Bagno angesehen werden. Ab 1770 bemerkt man eine rege Bautätigkeit. Nach 2 Jahren Bauzeit übergibt der Graf die Geschäfte an seinen Sohn Ludwig und starb am 30. Juni 1780.

Ihm folgte sein geistvoller Sohn Gelderikus Wilhelmus Ludowikus Ernestus. Er war hochgebildet, ...beseelt von den vielseitigsten geistigen Interessen. ..und zugleich...ein peinlich genauer, ordnungsliebender Haushalter.


* Inkunabeln oder Wiegendrucke sind Drucke, die in der Zeit zwischen der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450 und dem 31.12.1500 fertiggestellt worden sind, also Drucke aus der "Wiegenzeit" des Buchdrucks. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie noch sehr stark am graphischen Vorbild der Handschrift orientiert sind.

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