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Demiurg

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Demiurg

Das Wort Demiurg auf griechisch δημιουργός (dēmiourgós) bedeutet Handwerker und beschreibt bei den Gnostikern den Schöpfergott, den Schöpfer der Seelen und des Menschen.

"Er ist der Bildner und Beherrscher der geschaffenen, endlichen Welt." (Quelle: Die christliche Lehre von der Dreieinigkeit und Menschwerdung von Ferdinand Christian Baur - 1841 S. 142)

Der berühmte Arzt Galen hielt den Demiurgen für den Urheber der Körper, deren Beschaffenheit er in allen Einzelheiten optimal festgelegt habe. Der Demiurg sei aber nicht wie der Gott der jüdischen Religion allmächtig, sondern er habe nur das unter den gegebenen Verhältnissen Bestmögliche erschaffen können; über Naturnotwendigkeiten könne er sich nicht hinwegsetzen.

bei Lennhoff und Posner

Demiurg, Werkmeister, Weltbaumeister, Bildner des Weltalls, so bezeichnet Platon Gott. Ebenso nennt die Freimaurerei, getreu ihren werkmaurerischen Traditionen, Gott den "Allmächtigen Baumeister aller Welten" (A. B. & W.).

in der Zirkelcorrespondenz von 1877

Quelle: „Zirkelcorrespondenz unter den Johannis-Logenmeistern der Grossen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Band 6“, 1877 https://books.google.de/books?id=OT7cZTSJ268C&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

(Alte Rechtschreibung bitte nicht korrigieren)

Licht und Finsterniss sind demnach zu einem Theile schon vermischt. Die physischen und moralischen Wirkungen dieser Vermischung der genannten Elemente auf die, kurz nach Vollendung des Kampfes geschaffene Welt deutet Mani an, wenn er sagt: dass alles, was sich im Menschenleben und in der Gegenwart an Erquickung des animalischen Lebens und der Seele, an Erwärmenden und Erleuchtendem, an Klarheit, Schönheit, Reinheit, kurzum an Angenehmem und Gutem findet, als vom Licht herrührend zu betrachten sei; alles Verderbliche und Schädliche dagegen, alles Beängstigende, Verletzende und Unreine, alles Versengende, Erstickende und Verderbende, mit einem Worte, alles Böse komme unter dem Bilde der Finsterniss zur Erscheinung. Aus dieser Mischung nun lässt Gott ... den "Baumeister der Welt", als vollkommenes Kunstwerk die sichtbare gegenwärtige Welt bilden, damit die gefangenen Lichttheile erst nach und nach erstarken und sich von der Materie losreissen könnten. Zur weiteren Förderung des Läuterungsprozesses schuf der Demiurg Sonne und Mond, um, was auf der Welt von Licht wäre, an der Säule des Lobpreises auszuscheiden, und "es steigt das so ausgeschiedene Licht zugleich mit den sich emporschwingenden Lobpreisungen, Hymnen, dem reinen Wort und den frommen Werken in die Höhe." Sonne und Mond sind die "Lichtschiffe" welche die gereinigten Seelen ins himmlische Vaterland, zum obersten reinsten Licht zurückführen.

Dem entgegen schafft der Fürst der Finsterniss zur Sicherung seines Besitzes aus dem ihm noch verbliebenen Reste jener Mischung das erste Menchenpaar, Adam und Eva, nach seinem eigenen und dem Bilde des Urmenschen. Nur so glaubt er die von der Materie sich losringenden Lichtkräfte, welche Sonne und Mond mächtig an sich ziehen, festhalten zu können. Wohnen daher in der Brust des Menschen, bei dessen Bildung sich die Dämonen der Gewaltthätigkeit, Habgier, der Sinnenlust und Sünde wirksam zeigen, zwei Seelen, eine gute und eine böse, so muss sich in ihm, dem Mikrokosmos, der Welt im Kleinen, jener Kampf der beiden Grundwesen im Makrokosmos reflectieren.

Als die höchsten Lichtwesen das Licht Gottes in den Geschöpfen der Finsterniss gefangen ... sahen, sandten Sie Isa, "Jesus", der zu unterscheiden ist von dem "Jesus patibilis", mit dem Auftrag zu Adam, "ihm die Erkenntnis und die Gerechtigkeit zu offenbaren." Er lehrte Adam die Gnosis, d. h. die Unterscheidung des Guten und des Bösen, das Paradieses und der Hölle, der ewigen Seeligkeit und der ewigen Verdammnis, und rettete ihn so vor den bösen Dämonen, während Eva dem Einfluss des Bösen, dem Reiche der Finsterniss verfiel.

bei Gädicke

Quelle: Freimaurer-Lexicon, nach vieljährigen Erfahrungen und den besten Hülfsmitteln ausgearbeitet, Johann Christian Gädicke, 1818 https://books.google.de/books?id=q8Y3AAAAYAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

Sie (Anmerkung: die Gnostiker) nahmen einen Gott, ein ewiges, höchst vollkommenes Wesen, als erste Ursache aller Dinge an, setzten demselben aber, nach einem durch den ganzen Orient herrschenden dualistischen Princip, eine gleich ewige, aber unvollkommene Materie entgegen. Gott hat, so behaupteten sie ferner, andere mehr oder weniger vollkommene Wesen (Aeonen) hervorgebracht, die jedoch in der Zeit von ihm abgefallen sind, und von denen einer der Demiurg (Weltschöpfer) Welt und Menschen erschaffen hat. Alles Uebel in der Welt hat von diesem Demiurgen seinen Ursprung, so auch die sinnliche Seele in uns, durch welche wir empfinden und leben, neben welcher aber eine vernünftige, aus dem göttlichen Lichte entsprungene Seele uns beiwohnt. So lange der Mensch den sinnlichen Antrieben folgt, steht er unter der Gewalt des Demiurgen.

bei Schauberg

Quelle: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Josef Schauberg, 1861 https://books.google.de/books?id=gpo4AAAAMAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

Auch in dem uralten Orakel und Tempel des Zeus zu Dodona in Epirus war der pelasgische, d. h. phönicisch-ägyptische Zeus dargestellt und verehrt als allmächtiger Baumeister der Welt, als der Demiurg oder Schöpfer der Welt.

bei Wikipedia

Demiurg (griechisch δημιουργός dēmiourgós „Handwerker“) ist in philosophischen und theologischen Lehren der Antike, insbesondere im Platonismus, die Bezeichnung für den Schöpfer­gott. Der Schöpfergott als Baumeister des sinnlich wahrnehmbaren Kosmos wird als „Handwerker“ bezeichnet, weil er wie ein solcher nach einem festen Plan aus vorhandenem Material etwas Geformtes erzeugt. Vertreter der Gnosis, einer religiösen Strömung der römischen Kaiserzeit, und häretische Christen griffen diese Vorstellung auf und deuteten sie um. Während bei Platon und im Platonismus der Demiurg ein erhabenes Wesen ist, das nur das Bestmögliche will und hervorbringt, erscheint er in der gnostischen Tradition als fragwürdige Gestalt, die eine mangelhafte, von vielfältigen Übeln geprägte Welt erschaffen hat.

In modernen religionswissenschaftlichen und philosophiegeschichtlichen Texten wird als Demiurg ein Schöpfergott bezeichnet, der nicht mit dem obersten Prinzip identisch, sondern niedrigeren Ranges ist. In religiösen oder philosophischen Systemen, in denen ein Demiurg als Weltschöpfer vorkommt, gibt es eine höchste Gottheit, die nicht unmittelbar an der Erschaffung der Welt beteiligt ist.

Siehe auch

Bei Plato heißt Gott Demiurg, Weltbildner. Die Gnostiker nannten Demiurg den vom höchsten Gott unterschiedenen Schöpfer der materiellen Welt und identifizierten ihn mit dem Gotte der Juden.
Im zweiten und dritten Jahrhundert gab es sogar einen geheimen gnostischen Hermeskult mit eigenen Einweihungszeremonien. Hermes wurde als Allgeist verehrt, als derjenige Demiurg, der die Welt geschaffen hat und sie als Logos durchdringt; er wurde mit dem Erlöser identifiziert, dem Mittler zwischen Gott und der Welt, die er vom verderblichen Einfluss der Planeten befreite. Aus der Hermetik und der Gnostik entstand die griechisch-orientalisch-esoterische Lehre vom Christentum.
Daher lehrten auch die Pythagareer, die vorzüglichsten Zahlensymboliker des Alterthums, dass Alles durch Nothwendigkeit und Harmonie werde, indem der Demiurg Alles harmonisch geordnet habe
Die Dreieinigkeit der Gnostiker besteht aus der Materie dem Demiurg und dem Erlöser.
Der Demiurg, ein Untergott, erscheint in dieser Lehre als der Schöpfer der Welt, die er ohne Mitwirkung des unsichtbaren Gottes erschaffen hat.
Ganz absonderlich muten jene gnostischen Glaubensätze an, die im Demiurg ein der Urgottheit feindliches Wesen erblicken, oder daß beispielsweise Kain im Gegensatze zum blindgläubigen Abel ein Gnostiker gewesen sei, den Jehova, der Demiurg, verfolgte, oder daß der Demiurg mit seinen Dämonen dummschlau den Tod Christi verursacht und dadurch die wahren Absichten des unbekannten Gottes gefördert habe.
Ebenfalls erschafft der Demiurg den Menschen und verbringt diesen in immer dichtere Materie.
Lucifer, der „Lichtträger“ opder "lichtbringer" auch Demiurg oder "Herr der Welt" ist in der römischen Mythologie die Personifikation des Morgensterns.
In einigen Hochgradsystemen wird das Prinzip des Demiurgen und des Herren der Welt in den höheren Graden bearbeitet.
Hier an der Stelle sei der Neuplatonismus erwähnt. Platon spielt in der Freimaurerei insofern eine Rolle, da er den Großen Baumeister der Welt in seinen Schriften erwähnt . Er legt mit seinen Ausführungen in Timaios eine grundlegende Idee vor, dass es einen Demiurg gibt und dieser die Welt baute.

Links

Bei Google Books

Zur weiteren Förderung des Läuterungsprozesses schuf der Demiurg Sonne und Mond, …
Sie regt den Herrscher des Chaos, den Demiurgen, an, Menschen zu erschaffen, die mit niederer Weisheit ausgestattet sind.
… der die Attribute des Demiurgen vorstellte, der sich durch ihn dem Einzuweihenden offenbarte.
… und also Demiurg Johannes selbst ist, wie ihn die Freimaurer nehmen, …

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