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Karl Oppel

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Oppel, Carl

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Schriftsteller *1816, † 1905, Lehrer am Realgymnasium in Frankfurt a. M., pädagogischer und Jugendschriftsteller, 1846 der Loge "Socrates" beigetreten, von 1874-1880 Großmeister des Eklektischen Freimaurerbundes. Er legte besonderen Wert auf die Verschwisterung aller aus früheren Jahren noch bestehenden Gegensätze und betätigte sich daher eifrigst auch als freiwilliger Wanderredner. Eine große Anzahl von freimaurerischen Arbeiten ist im Druck erhalten. 1883 zog er sich vom aktiven Logenleben mit einem Rückblick (abgedruckt in "Bauhütte") zurück.

Eine Rückschau

Quelle: Die Bauhuette. Organ für die Gesammt-Interessen der Freimaurerei 12.2.1881 Jg. 24 Nr. 7 S. 51ff


Festloge
am Tage der Einweihung des neuen Tempels der
ger. und vollk. St. Johannisloge
Friedrich Wilhelm zur Eintracht
im Or. Bremen.

Als der verehrte Br Dr. C . Oppel in Frankfurt a. M. sein Amt als Grossmeister des eklekt. Bundes jüngst niederlegte, hielt er folgende Ansprache:

„Ehrwürdige Brüder! Nach Vorschrift unserer Verfassung endet mit dem heutigen Tage' meine Wirksamkeit als Grossmeister des Eklektischen Bundes; die Niederlegung dieses Hammers bildet nicht nur in meinem mrischen Leben einen wichtigen Abschnitt, sie bezeichnet auch fur die Grossloge das Ende einer Periode, die ihre bestimmte Färbung trägt. Denn wenn auch unsere Prinzipien hoch erhaben sind über jede Beeinflussung durch einen Einzelnen, wenn auch unsere Verfassung die Stellung des Grossmstrs. genau präzisirt, so können doch immer jene Piinzipien verschieden aufgefasst, kann der Platz des Grossmstrs. in verschiedener Weise ausgefüllt werden. Indem ich einen Rückblick werfe auf meine sechsjährige Amtsführung, lege ich Rechenschaft ab über mein Thun vor Ihnen, der Ehrwürdigen Grossloge, vor unseren Bundeslogen und vor der deutschen Maurerwelt, vertreten in ihren Grossmeistern.

Ich blicke zuerst auf unsere Grossloge.

Während meiner Hammerführung durften wir uns der hohen Ehre erfreuen, unsern Allerdurchlauchtigsten Protektor, Seine Majestät, den deutschen Kaiser, zu begrüssen und von demselben (am 19. Oktober 1877) in huldvoller Audienz empfangen zu werden, wie es uns zu dreien verschiedenen Malen vergönnt war, den Durchlauchtigsten stellvertretenden Protektor, den Kronprinzen des deutschen Reiches, bei dessen Erscheinen in Eklektischen Bundeslogen zu begrüssen; desgleichen brachten wir auch Höchstdemselben am Tage seiner 25jährigen mrischen Wirksamkeit (5. November 1878) den Zoll der Liebe und Verehrung in unserem eigenen Namen und im Auftrage sämmtlicher Bundeslogen dar.

— Manch schönes und erhebendes Fest haben wir gefeiert; die 25jährigen Jubelfeste verschiedener Meister vom Stuhl, ja, sogar von zwei Hanmierführenden das 50jährige Fest masonischer Thätigkeit begangen. Regelmässige Festarbeiten hielten wir alljährlich am Tage Johannis, im Frühling und zum Wiederbeginn der Winterarbeiten im Herbste. Zu fünfundfünfzig Arbeiten (Fest- und Berathungslogen) waren wir in den letzten sechs Jahren veisammelt, ungerechnet die Sitzungen des Grossbeamtenrathes und der Kommissionen; und hier fühle ich mich gedrungen, den Brüdern den wärmsten Dank auszusprechen für ihre treue Hingebung, ihre stete Bereitwilligkeit, mich nach besten Kräften zu unterstützen. Ich will mir es nicht versagen, hier namentlich zu erwähnen den Ehrw. dep. Grossmeister, der mir mit Rath und That stets zur Seite stand; der Grosssekretäre, welche mit Aufopferung von Kraft und Zeit ihre nie endenden Arbeiten ausführten; die beiden Grossarchivare, die unermüdlich waren, unsere arehivalischen Schätze übersichtlich zu ordnen: den Grossschatzmeister, der so unverdrossen seines Amtes waltete; die Redner, welche uns bei jeder Festarbeit erleuchteten und erbauten; den Verfasser unserer beiden vielgenannten "Gutachtlichen Berichte", -- Jeder hat das Seine gethan und hat es gern und freudig gethan.

—Auch über den Geist, welcher imseie Verhandlungen durchwehte, muss ich noch ein Wort beifügen. Gerne und beieitwillig habe ich mich durch die bessere Einsicht der Brüder belehren lassen, ohne Widerstreben ihren Beschlüssen gefügt, und es ist das auch ohne Leid geschehen, denn die meisten Beschlüsse wurden nahezu mit Einstimmigkeit gefasst; Keiner von uns wollte sei­nen Willen zur Geltung bringen, Jeder war bemüht, mitzuhelfen bei Aufsuchung des Besseren, und so blieb auch bei Verschiedenheit der Meinung nie eine Ver­stimmung im Herzen zurück; als freie, unabhängige Männer haben die Mitglieder der Grossloge ein jeder seine Ansicht verfochten, als Brüder blieben sie einander stets vertraut.

Wende ich nun den Blick von der Grossloge auf den Eklektischen Bund, so muss zuerst freudig er­ wähnt werden, dass er durch Entstehung neuer Kränz­chen (in Ansbach, Limburg-Dietz, Passau und Sulzbach) und durch Affiliation der gerechten und vollkommenen Loge „Karl zum Lindenberg" (am 26. Mai 1878) an Ausdehnung gewonnen hat. Weit wichtiger als dies ist die innere Vervollkommnung. Wir haben unsere Verfassung revidirt, neu bearbeitet, und zum ersten Male haben wir es erlebt, dass sie von allen Bundes­logen in dieser neuen Gestalt freudig begrüsst und angenommen worden ist. Wir haben bereits die Re­vision des Gesetzbuches begonnen und hoffen, auch hier ein gleiches Resultat zu erzielen. Zu den "Jahres­versammlungen" kommen die Meister vom Stuhl sämmtlicher Bundeslogen persönlich, und durch diesen persönlichen Verkehr untereinander hat sich der rechte Geist über den ganzen Bund verbreitet, — jede Loge ist frei und unabhängig in ihren rein lokalen Einrich­tungen, insoferne sie weder allgemein mrische Grundsätze noch die Prinzipien des Eklektischen Bundes berühren; jede vertritt ihre Ansicht und Meinung, aber jede fügt sich bereitwillig dem Gesetze, und die Liebe lässt kei­nen Zwiespalt aufkommen. In allen Logen wird mit Eifer und Hingebung gearbeitet, und — wenn mich meine Beobachtungen nicht täuschen, ich habe ja alle Bundeslogen besucht — in allen weht der Hauch edler Begeisterung.

Sehen wir zuletzt noch auf unsere Stellung in der grossen Maurerwelt, wie sie den Erdball umspannt. Innigere, direkte Verbindung haben wir angeknüpft mit den Grosslogen von Belgien, von England, von Däne­mark, von Schweden, von Mexiko, von Brasilien und mit dem Suprême Conseil in Brüssel; mit den andern deutschen Grosslogen aber stehen wir in brüderlichster und innigster Verbindung. Der "deutsche Grosslogen­bund" hat in den letzten sechs Jahren recht erhebliche Beschlüsse gefasst, die allseitig angenommen wurden und uns der geistigen Einheit immer näher bringen. Dieser "deutsche Grosslogenbund" ist ein köstlicher Schatz; denn er bringt uns langsam, auf dem Wege organischer Enteickelung immer einander näher und immer zusammen näher dem Ziele. Darum haben wir festgehalten an dem Errungenen und wollten es uns nicht antasten lassen. „Majoritätsbeschlüsse sind nicht geeignet, den Bewegungen des Geistes Maass und Ziel vorzuschreiben. Wie in der Wissenschaft müssen auch in der Maurerei die Gegensätze sich durch freie Entwickelung ausgleichen." Diese Worte unseres trefflichen Brs Auerbach kennzeichnen den Geist des Grosslogen­bundes, und gern und freudig füge ich hinzu: Alle die Männer, welche heute an der Spitze der deutschen Grosslogen stehen, sind durchdrungen von dem leb­haftesten Streben vorwärts nach dem Besseren, aber stets auf dem Wege der Ueberzeugung, der freien Ver­einigung und bei Meinungsverschiedenheit ohne Schä­digung der Bruderliebe, die heilig sein und ungefährdet bleiben muss. Wir haben vor Jahr und Tag einen ernsten Kampf gekämpft in Sachen der "National- Grossloge"; wir haben mit Manchem in Opposition ge­standen. — die Bruderliebe hat nirgends Noth gelitten.

Darum ist es das Gefühlbeseligender Freude, welches mich heute durchdringt, denn es ist nicht schlecht bestellt um die k. K . Derselbe Geist, der unsere Grossloge leitet und durchlebt, ist es, der den ganzen Eklektischen Bund belebt, und derselbe Geist ist es, der den "deutschen Grosslogenbund" geschaffen hat und erhält, und der verkörpert ist in den Gross­meistern."

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