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Sagen über Freimaurerei Teil 1

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Inhaltsverzeichnis

Sagen über Freimaurerei Teil 1

Sagen über Freimaurerei

Es haben sich Sagen erhalten, die aus einer Zeit stammen, in der man glaubte, Freimaurer hätten etwas mit dem Teufel oder mit schwarzer Magie zu tun. Man schrieb ihnen übersinnliche und bösartige Dinge zu, die mit der Realität nicht das Geringste zu tun hatten. Auch für heutige Brüder ist es bestimmt interessant, diese alten Sagen zu lesen. Deshalb möchten wir einige davon, die Bruder Heinrich Pilgrim in der Freimauer-Zeitung vorstellte, übertragen.

Diese Sagensammlung haben wir aus weiteren Quellen ergänzt:



Erste Sage: Vom Ursprunge des Namens der Freimaurer

Quelle: Freimaurer-Zeitung: Manuscript für Brüder 1857 Juni Jg.11 Nr.25, S. 196

Vor vielen Jahrhunderten lebte am Rheine ein geschickter und berühmter Baumeister, der die festesten Burgen und die prächtigsten Kirchen baute. Lange Zeit gelang ihm wohl der Bau einer Ritterburg, doch nie der Bau einer Kirche, bis er den richtigen Schlüssel zum Geheimnisse desselben fand. Nun führte er auch Kirchen auf und prächtiger als irgend einer seiner Kunstgenossen, die scheel dazu sahen und sich sehr darüber wunderten, daß er mit einem Male so gleichsam von selbst Kirchen bauen gelernt hatte, obgleich sie wußten, daß er kurz vorher im Morgenland herumgereist und beim Kalifen in Bagdad gewesen war. Dort mag er in schlimme Geheimnisse eingeweiht worden sein, vielleicht gar den Christenglauben abgeschworen haben. Auf der Rückreise kam er durch Naumburg und machte sich hier anheischig, eine Kirche herzustellen, wie man dergleichen noch nirgends gesehen habe; allein der Bischof, der gern statt des alten kleinen einen neuen großen Dom gehabt hätte, schöpfte Verdacht, oder war zu arm, um soviel Geld aufwenden zu können, wie der Baumeister forderte. Dieser zog daher weiter nach Franken und an den Rhein, wo er zum lauten Aerger anderer Meister in unbegreiflicher Weise prächtige Kirchen baute. Aber bei jedem Baue stürzten drei seiner Arbeiter vom Gerüste, so wie sie anfingen es abzutragen, und starben eines jämmerlichen Todes. Die Leute erblickten darin nicht etwa einen Zufall, sondern munkelten bald dies bald jenes; deshalb war der Baumeister gezwungen, bei jeder Unternehmung höheres Lohn zu zahlen, um Maurer und Zimmerleute zu bekommen. Das focht ihn jedoch nicht an, denn er trug bei sich einen strotzenden Geldbeutel aus Elenshaut (Hirschhaut), der nimmer leer ward, und ließ seine Arbeiter überflüssig essen und trinken, tanzen und Schelmlieder singen, so daß es bei ihm lustigen, wüsten Gesellen ganz wohl behagte, wenn sie auch über die heidnischen Fratzen, welche der Baumeister am Mauerwerk gern anbrachte, und über gewisse seltsame Zeichen, die er in die Steine einmeißeln ließ, bisweilen stutzig wurden.

So hatte er allmählig sechs prächtige Kirchen gebaut, viel Geld dabei verdient und wollte sich nun zur Ruhe setzen. Da ward er gebeten, in einer reichen Stadt eine Kirche aufzuführen, die prächtiger als alle früheren werden sollte; aber er lehnte den Antrag ab, weigerte sich entschieden, widerholten Bitten nachzugeben, und hörte weder auf die verführerischesten Schmeicheleien, noch auf die verlockendsten Zusagen. Doch der kluge Bürgermeister kannte seinen Mann. Er veranstaltete zu Ehren des heiligen Josephs, der ein Zimmermann war, ein glänzendes Fest und lud zur Theilnahme den Baumeister ein. Dieser argwohnte dabei nichts , kam an, verbarg sich aber so lange, bis der von dem Bischofe, zahllosen Pfarrern und Mönchen angeführte Festzug vorüber war. Als er beim Mahle erschien, ward er von den Bürgern mit lautem Zurufe begrüßt und genöthigt, den höchsten Ehrenplatz zwischen dem Bürgermeister und dem Schultheißen einzunehmen. Man aß und trank köstlich; alter Johannisberger floß aus ungeheuren Humpen stromweise in die Kehlen. Der Baumeister ward immer heiterer und allmählich in die rechte Stimmung versetzt. Da zog der Schultheiß ein Pergament aus dem Brustlatze: es war ein Vertrag über den Kirchenbau und nichts weiter fehlte ihm, als die Unterschrift des Baumeisters, der jetzt seiner früheren Weigerung nicht gedachte, sondern rasch schrieb, was eben der Bürgermeister wollte.

Am anderen Tage gereuete es ihn freilich, sein Wort gegeben zu haben; aber er mußte es halten und durfte nicht mehr zurück. Bald begann er den Bau wider Willen. Oft seufzte und klagte er, wenn er sich unbemerkt meinte, weinte und jammerte wie einer, der rettungslos den gewissen Tod vor Augen sieht. Dennoch stieg unbegreiflich rasch das neue Werk empor; jeden Morgen waren die Mauern um einige Fuß gewachsen: es mußte also auch Nachts an ihnen gearbeitet worden sein, obgleich Niemand Arbeiter gesehen und gehört hatte. Den Tag über flogen gleichsam die großen schweren Steine von selbst an ihren Ort und die Mauern konnten kaum so schnell aufrüsten als mauern. Als nun der letzte Schlußstein des Gewölbes über dem Lehrbogen eingefügt worden war, hörten die Bürger der Stadt - es war Abends acht Uhr und der Bürgermeister hatte wieder ein großes Fest veranstaltet - mit Grauen aus der Luft ein entsetzliches Brausen und Schnauben und Gebrülle. Der Himmel verfinsterte sich, Feuerballen und Blitze fuhren aus den Wolken, die wie Berge aufgethürmt waren und wild durch einnander rannten, und der Baumeister im Begriffe, seine Rede zu halten, stürzte vom Gerüste und mit ihm der ganze Bau in einen Schutthaufen zusammen. Die Stadt hatte umsonst ihr Geld aufgewendet, und niemals ist es ihr späterhin gelungen, an dieser Stelle ein Bauwerk zu errichten, das nicht bald wieder eingefallen wäre.

Alle Gesellen, die geholfen hatten, waren gräßlich zerschmettert. Den Baumeister aber war der Hals gebrochen und das Gesicht auf den Rücken umgedreht. Dabei kam denn auch alles heraus: er hatte sich mit Leib und Seele und seinem Herzblute dem Teufel verschrieben. Dieser leistete nämlich seine Dienste vertragsmäßig dem Baumeister bei sieben Bauten; sechs von ihnen sind frei, aus dem siebenten dagegen macht der Teufel, was ihm beliebt. Deshalb sind nachmals von den Leuten solche Maurer, welche mit dem Teufel ein Bündnis eingehen, Freimaurer genannt worden.

Jener Baumeister hatte nach seiner Rückkehr aus dem Morgenlande in Mainz mit Maurern und anderen Freigeistern eine geheime Gesellschaft gestiftet, die den Baphomet anbetete, einen scheußlichen Abgottheit der wilden Völker im Kaukasus. Der Erzbischof, welcher die Schliche derselben entdeckte, mochte die Teufelsbrüder in seiner frommen Stadt nicht dulden. Sie wanderten daher aus, erst nach Straßburg, wo sie den Münster bauten, zerstreueten sich dann durch Frankreich und Spanien, wo ihnen jedoch die Inquisition bald das Handwerk legte; besonders gingen viele nach England, wo sie solches Ansehen erlangten, weil sie Schiffe bauten und Maschinen und das Volk dadurch reich machten. Aber es ist ein Haken dabei, an dem ich mich nicht hängen mag. Noch jetzt verstehen die Freimaurer allein, die wunderlichen Zeichen an den Steinen alter Bauwerke zu lesen; sie verrathen indeß nichts davon.

Ei! das möchte ich auch verstehen! rief ich aus.
Sei nicht vorwitzig, warnte mich mein alter Freund. Alles zu verstehen und zu wissen, frommt nicht.
Warum sind, frug ich, gerade drei Gesellen bei jedem Baue umgekommen, warum gerade sieben Bauten?
Drei und Sieben, entgegnete jener, sind die Teufelszahlen und die Zahlen der Freimaurer.
Aber Gott, warf ich ein, besteht ja aus drei Personen und hat aus sieben Tagen eine Woche gemacht.
Ganz recht belehrte mich mein Freund. Der Teufel ist der Affe des lieben Gottes, weil er gern in den Himmel eingehen will.
Hilft der Teufel deshalb auch Kirchen bauen? frug ich weiter.
Wahrscheinlich; erwiderte mein Freund. Aber die Bemühungen des Teufels sind vergeblich. Das weiß er auch.
Nun dann, sagte ich, ist der Teufel ein sehr närrischer Kauz und recht dumm.
Nicht vorwitzig, Heinrich! warnte jener wiederum. Auch Teufeln muß der Mensch Achtung und Rücksicht erweisen, denn sie sind gefallene Engel.

Zweite Sage: Was treiben die Freimaurer in ihren geheimen Versammlungen.

Quelle: Freimaurer-Zeitung: Manuscript für Brüder 1857 Juni Jg.11 Nr. 26, S. 204-205

Die Beantwortung dieser Frage interessierte natürlich mich neugierigen Knaben vor allen anderen. Mein alter Freund bekannte ehrlich und offen, daß er mir genügend Bescheid nicht wisse zu geben, erzählte mir aber das Folgende.

Während der Michaelismesse, zwei Jahre nach dem ergebnislosen Frieden, den Sachsen übereilt ohne Vorteile zu Hubertusburg mit Preußen abgeschlossen hatten, weshalb sich Preußen in´s Fäustchen lachte, wohnte ich zu Leipzig in einem großen Haus der Haingasse; über mir hatten sich Kaufleute aus Berlin eingemiethet, lauter Freimaurer. In einem geräumigen Zimmer trieben sie allabendlich ihr unheimliches Wesen. Erst pochten sie, dann rückten und schoben sie Stühle hin und her, dann maschirten sie im Tritte, dann schien es als haschten sie einander, zuletzt sangen sie, natürlich wohl nicht gerade Kirchenlieder. Dem Wirth, dem ich meine Noth wegen der Störung der nächtlichen Ruhe klagte, mochte selbst Freimaurer sein, er lächelte geheimnisvoll und versprach sofortige Abhülfe. Seitdem war´s still über mir, weil die Berliner ausgingen, wahrscheinlich in die Bauhütten, die von alten Zeiten her in Leipzig bestehen sollen. Die dresdenische Regirung sieht ihnen durch die Finger, obgleich gegen mich ein grundgelehrter Magister behauptete, Markgraf Dietzmann (Markgraf Dietrich IV.) sei von einem Freimaurer, der sich in eine Mönchskutte vermummt hatte, ermordet worden, weil er eben daran gewesen sei, die Bauhütten in Leipzig zu zerstören. Landgraf Albrecht der Entartete und Kaiser Adolf seien dagegen selber Freimaurer gewesen, wie viele Umstände bezeugen sollen. Ich weiß nicht, was man davon glauben soll, mag auch nichts gesagt haben; aber wunderlich genug sind die alten Geschichten, hinter denen immer mehr steckt als man in Büchern liest. Der Magister hatte ein dickes Buch über diese Dinge geschrieben und zeigte es mir; aber kein Buchhändler wollte es drucken und verkaufen aus Furcht vor der Rache der Freimaurer.

Nachher erfuhr ich von meinem Markthelfer, der ein sehr witzigter Bursche war und hier und da gelauscht hatte, das Pochen rühre daher, daß die Freimauer, wenn sie nach ihrer Redeweise arbeiten, einen Tempel bauen: was bildlich zu verstehen ist, da man von dem vorgeblich gebaueten Tempel nie eine Spur wahrnimmt. Zu diesem Zwecke setzen sie Stühle auf einander und was dergleichen kindischen Spielereien mehr sind. Das Haschen habe aber einen ernsteren Grund. Alljährlich hole nämlich der Teufel dem sie dienen, zu seinem Lohne einen von je vierzig Freimaurern. Er heiße Mefistofeles, sei eigentlich in Berlin einheimisch, besuche indeß die Messen zu Leipzig, Frankfurt, Braunschweig und Naumburg, um Bank zu halten und Faro spielen zu lassen, wobei er vielen Laffen den Kopf verdrehe und einigen sogar die Hälse breche. Wenn er nun leibhaftig in einer Bauhütte am Johannistag erscheine, stelle er seine Brüder alle in einen Kreis um sich herum, klatsche dreimal mit den Händen und lasse jene denn laufen. Der letzte, den er faßt, müsse dran: der sei sein Opfer. Deshalb üben sich die Freimaurer das ganze Jahr hindurch im Kreislaufen. Der Meister vom Stuhle, wie er eben daher heißt, setze sich auf einen hohen Stuhl in die Mitte und stelle den Mefistofeles vor. Mit verbundenen Augen springe er jeweilig hinab und greife blind zu, bis er einen der Laufenden erhasche. Wer sich nun dreimal habe greifen lassen, sei verpflichtet, die anderen an diesem Abende mit Essen und Trinken frei zu halten, wobei es nicht gerade christlich zugehe und gesungen werde, was? - wußte freilich mein Markthelfer nicht zu sagen. Er behauptete steif und fest, in Bauhütten aufgestellte Götzenbilder, den Gog und Magog, den Baal und andere, selbst mehr als einmal gesehen zu haben. In früheren Zeiten seien diesen Götzen wirklich Kinder armer Leute, die sie aus Noth verkauft hätten, geschlachtet worden; jetzt dagegen, seit die Polizei genau weiß, wie viele Kinder in jeder Stadt vorhanden sind, könne keins mehr, ohne daß es sogleich vermißt werde, von grausamen Eltern verhandelt werden. Die Freimaurer begnügen sich also, ihren Götzen Puppen mit blutroten Streifen unter die Nase zu halten.

Glaubst du dies alles? frug mich mein alter Freund lächelnd.
Nein! Gewiß nicht erwiederte ich. Das ist doch gar zu toll!
Ich glaube auch nicht viel davon, fuhr jener fort. Aber du siehtst wenigstens in welchem üblen Geruche die Freimaurer bei den Leuten stehen. Es spricht sich nie etwas ohne alle Ursache.
Aber Blindekuh, sagte ich, ist gewiß ein ganz unschuldiges Spiel, und mir noch nie verboten worden, zu spielen.
Nach Umständen, lieber Heinrich, bemerkte schließlich mein Mentor.

Dritte Sage: Welchen Zweck verfolgt der Orden der Freimaurer

Quelle: Freimaurer-Zeitung: Manuscript für Brüder 1857 Juni Jg.11 Nr27

Als ich einst diese Frage aufwarf, belehrte mich mein alter Freund in der folgenden Weise.

Die Freimaurer bilden eine geheime Gesellschaft und nennen selbst ihren Orden eine solche. Was sie also gegen Leute, die nicht zu ihnen gehören, von sich auszusagen belieben, ist offenbar nicht die Wahrheit, die sie als ein ihnen eigenes Geheimniß verhehlen. Was aber Gegner des Ordens in gedruckten Büchern von ihnen ausprengen, ist noch weniger Wahrheit, weil diese nur aussagen können, was sie vermuthen oder sich haben aufbinden lassen. Also bleibt nichts übrig, als die sattsam bekannten Umstände zu erwägen und aus ihnen eine eigene Meinung sich zu bilden.

So geben die Freimaurer vor, daß jeder Eingeweihte tiefere Erkenntnis von göttlichen und menschlichen Dingen besitze, als ein anderer Mensch durch sich selbst oder aus Büchern zu gewinnen vermögen. Das habe ich zu meiner Zeit (1750-1800) oft genug sagen hören, und daran mag etwas wahres sein. Werke der Wohlthätigkeit zu üben sei der Zweck des Ordens, rühmen sie; dazu aber brauchen sie wahrhaftig nicht in eine geheime Gesellschaft zusammenzutreten. Kurz, aus dem, was sie öfter sagen und sichtbar thun, darf man nicht auf das sicher schließen, was in den Bauhütten wirklich vorgeht und bezweckt wird.

Ich will dir nun sagen, was ich davon denke. Nirgends sonst in Deutschland wird die Freimaurerei so ausnehmend begünstigt als in Preußen; von Berlin aus sucht man sie überallhin zu verbreiten; in Berlin sind die Häupter dieser geheimen Gesellschaft; der König selbst steht immer an der Spitze derselben, hat alle Fäden, so weit sie sich auch verlaufen, in seiner Hand, leitet alle Handlungen deahre(so übernommen; nicht zu entziffern; Anmerkung: Goldapfel) lang und soll mitunter die Zügel sehr straff anziehen. Die Freigeisterei, und zwar die besondere Art derselben, welche auf geheimen Kenntnissen beruht, die Alchemie und die schwarze Kunst waren immer in Berlin zu Hause. Man weiß noch heute nicht, woher der König nach dem siebenjährigen Krieg, das unermeßlich viele Geld hergenommen haben mag, um seine unzähligen Soldaten immer richtig abzulohnen und seinem Lande so rasch aufzuhelfen. England freilich wäre ein noch größeres Räthsel, wenn man nicht wüßte, daß dort die Freimaurer eine große Rolle spielen, wenn der Schatz leer ist, und allen Verlegenheiten sofort abhelfen. Bringt man nun mit diesem allen die drei schlesischen Kriege in die gehörige Verbindung, so leuchtet jedem ein, daß der Orden der Freimaurer den geheimen Zweck hat, den Vortheil Preußens überall zu unterstützen und zu fördern, für Preußen unter der Hand zu wirken, überall eine de preußischen Regirung günstige Stimmung zu erwecken, Anhänger derselben zu werben. Das geht auch seit dem siebenjährigen Kriege aus einer Menge von Schriften hervor, in denen die Weisheit der preußischen Könige und das Glück der Unterthanen derselben über alle Vorstellung gerühmt werden. Da die Verfasser solcher Schriften lange nicht alle Berliner, noch sonst Preußen, sondern sogar Sachsen und andere Deutsche sind; so müssen sie Freimaurer sein: denn wer wohl anders würde zu Gunsten Preußens schreiben und Lügen in die Welt verbreiten? - Du siehst nun wohl ein, daß die Freimaurer seit 1740 schon den Zweck verfolgen, Sachsen, ja ganz Deutschland nach und nach preußisch zu machen.

Was? rief ich entrüstet aus, uns Sachsen preußisch zu machen? - Das ist ja ganz abscheulich, niederträchtig! - Für uns Sachsen gab es nämlich damals (1804) nach vorherrschender politischer Anschauungsweise keinen greuligeren Gedanken, als den, preußisch zu werden. Sprichwörtlich pflegte man von Jemandem, der üble Laune, verstimmt, unwirsch war, zu sagen; eben so schalt man, wenn einen ein Vorfall ärgerte: Das ist gleich, um preußisch zu werden.

Ja, fuhr mein Mentor fort, die Freimaurer wollen uns Sachsen alle preußisch machen. Das ist so unzweifelhaft, wie 2x2 gleich 4. Deshalb dürfen die Freimaurer in Sachsen auch nicht aufducken.

Damit war der Stab über die Freimaurerei gebrochen. Mußte nicht von uns alten treuen Sachsen eine Verbindung aufs tiefste verabscheut werden, die im Geheimen danach strebte, Sachsen, ja ganz Deutschland preußisch zu machen? Ganz anders freilich würde sich bei uns das Urtheil gestaltet haben, wenn wir den Freimaurern das Verdienst, in gleicher Weise für Sachsen zu wirken, hätten zuschreiben dürfen. Die unglücklichen Freimaurer waren uns arg verfehmte Leute, weil wir sie und die Berliner, die bis 1806 ihren Uebermuth an uns Sachsen ausließen und uns durch eitles anmaßendes Benehmen tief verletzten und kränkten, willkührlich in einen Topf zusammenwarfen. Mit den Franzosen, die Sachsen zu einem Königreiche erhoben und die Stimmung der Einwohner durch artiges gefälliges Betragen für sich zu gewinnen suchten, nahmen es selbst die Feinde der Freimaurer viel weniger genau, obgleich sie recht gut wußten, daß fast alle Officiere des französischen Heeres damals dem Orden angehörten.


Vierte Sage: Es ist eine völlig ausgemachte Sache, daß alljährlich am Johannistage aus jeder Bauhütte ein Freimaurer vom Teufel geholt wird.

Quelle: Freimaurer-Zeitung: Manuscript für Brüder 1857 Juli Jg.11 Nr 29 + 30

Als ich 1816 in Halle studirte, machte ich am Nachmittage eines heiteren Sonnabends einen Spazirgang nach Eisleben. Auf der Landstraße unfern der Stadt traf ich einen Wandrer, der desselben Weges zog. Im Vorbeigehen boten wir einander die Tageszeit, und er fügte seinem Gruße die Bemerkung hinzu: so allein zu gehen, sei doch sehr langweilig, der Weg werde durch angenehmes Gespräch verkürzt. Obgleich ich, weil ich einsam nie an den Qualen der langen Weile zu leiden pflegte und lieber meinen eigenen Schritt einhielt, als mich der Langsamkeit eines Nebengängers bequemte, diese Ansicht nur unter eingeschränkten Bedingungen theilte: so blieb ich doch bei dem Manne, da mir dessen Freundlichkeit und äußere Haltung gefielen. So schritten wir, er etwas rascher, ich etwas langsamer als vorher, neben einander hin.

Gesprächig, wie er war, fand er sich sichtbar dadurch befriedigt, daß ich mehr ihm zuhörte, als selbst redete. Er gab sich mir mit Nennung seines Namens als Schlossermeister, ich weiß nicht mehr, aus welchem Städtchen Thüringens, aus dem er auch gebürtig war, zu erkennen; erzählte mir seinen Lebenslauf, unter anderem auch, daß er einst als Geselle bei einem Meister in Halle gearbeitet und wegen schlimmer Händel mit Studenten die Stadt habe verlassen müssen. Von seiner Kunstfertigkeit wußte er viel zu rühmen; ihretwegen sei er oft in die Loge zu den drei Degen gerufen worden, um dies oder jenes zu bessern oder auszuschlagen. Nun, warf ich ein, da haben sie ja vielfach Gelegenheit gefunden, tiefer in die Geheimnisse der Freimaurer einzudringen. -

Ei freilich, erwiderte er rasch; aber man redet nicht gern davon. Sie sind doch nicht etwa selbst Freimaurer? Nein! beruhigte ich ihn. - Lassen sie sich niemals verführen, ein Freimaurer zu werden, warnte er mich väterlich. Ja sehen Sie, hören Sie, fuhr er fort, das ist eine gar wunderliche Gesellschaft. Lassen Sie sich aber beileibe nicht mit ihr ein. Wenn sie so beisammen ist, da wird gehämmert, daß es eine Art hat. Ich habe es oft gehört, aber nie gesehen, was sie gehämmert haben. Man meint, sie machen Gold; denn Gold haben sie immer die Menge. - Ich glaube nicht, das sie Gold machen, bemerkte ich; die Polizei würde das Verbrechen bald entdecken. - Hören Sie! rief er ängstlich aus, ich habe nichts gesagt, gar nichts. Ja, ja die Polizei! die sieht heute und sieht morgen nicht, hat hinten Augen und ist vorn blind. Ich kenne Beispiele an mir selber. Den Freimaurern thut sie nichts Leides; denn sie fürchtet sich vor dem Teufel mehr als unser eins, das nichts auf dem Spiel hat.

Mein Gefährte blieb einen Augenblick stehen, um zu verschnaufen. Nach einem tiefen Athemzuge fuhr er redselig fort: Hören sie nur! da will ich ihnen gleich eine seltsame Geschichte erzählen; freilich ist sie schon sehr lang her, denn mein Urgroßvater lebte damals und mein Großvater war ein junger Bursche von einigen zwanzig. Sind sie schon in Thüringen gewesen? - In Eisenach, antworte ich, auf dem Brocken, in Memleben, auf dem Kiffhäuser. - Das ist gut, fiel er ein. Also hören sie! Aber fragen sie nichts eher, als das ich fertig bin.

Ein Bergknappe aus Mansfeld, ein Bäcker aus Sangerhausen, ein Grobschmied aus Kölleda, das wir gewöhnlich Kuhkölln nennen, ein Zimmermann aus Heldrungen, die beiden hatten unter Prinz Eugenius gegen die Türken gedient und waren weit in der Welt herumgekommen, ein Schneider aus Weimar, der war gar in Paris gewesen, ein Schuster aus Erfurt, und ein Fleischer aus Gotha, die sieben alle treffen mit einander unterm Kiffhäuser, wo´s auch nicht mit rechten Dingen zugeht, als alte Bekannte zusammen, freuen sich des Wiedersehens, trinken ein Willkommen und auf gute Freundschaft, und singen und jubiliren bis in die späte Nacht; denn Gensdarmen gab´s damals noch nicht, welche die armen Leute in ihrem Vergnügen stören. Die sind erst zu meiner Zeit von den Franzosen eingeführt.

Wenn wir doch reich wären, sagte der Schneider; dann könnten wir alle Tage jubiliren. Ich habe das in Paris gesehen - I, so wollen wir uns doch was bei Kaiser Rothbart holen, entgegnete der Bergknappe. Alle stimmen ein. Gesagt, gethan.

Als sie aber an den Berg kommen und der Knappe nach dem Eingange zum unterirdischen Schlosse hin und her sucht, begegnet ihnen ein kleiner feuerrother Knirps. Der frägt sie sogleich: Ihr wollt gewiß zum Kaiser? - Ja! bekennt ohne Umstände der Bergknappe. - Nun, erwidert der Knirps, der Kaiser weiß schon, daß ihr ihm einen Besuch machen und Geld haben wollt. Er giebt euch aber heute nichts, denn es ist nicht sein Tag, und er hat große Gesellschaft bei sich, in der ihn Niemand bei Leibes Leben stören darf. Aber da ihr alle sieben wackre Thüringer seid, so läßt er euch gnädigst seinen kaiserlichen Gruß entbieten und euch sagen: Wenn ihr zu Schiffe geht und nach dem Nordpole fahrt, so sollt ihr unmäßig reich werden. - Mit diesen Worten verschwindet der Knirps vor dem sichtlichen Auge meiner Landsleute, die wie angedonnert stehen.

I, meint der Bergknappe, was gilts! im Lande haben wir alle sieben nichts zu verlieren, nichts mehr zu gewinnen. Hier ist uns alles fehlgeschlagen. Wir wandern mit unserem Paar Dreiern nach Hamburg und verdingen uns zur See nach dem Nordpole.

Die anderen sechs stimmten bei, und so ziehen sie die Nacht gleich weiter nach Nordhausen. Pässe und Wanderbücher brauchen sie damals noch nicht; denn sie sind erst bei der preußischen Polizei erfunden worden, damit dem Könige von Preußen die langen Grenadiere in Potsdam nicht entlaufen sollen. Helfen aber nichts. So wanderten meine guten Landsleute immer weiter. Allein des Weges unkundig gelangen sie statt nach Hamburg auf einem Fußsteige, der ihnen von einem Scheider in Berlin als der nähere Weg ausgeheißen worden war, mit einem Male nach Kopenhagen unter die Dänen. Die sprechen auch deutsch, nur etwas unverständlich, und ein Thüringer hat seine liebe Noth mit ihnen; ich weis das von meinem Vater seligen, der als Schlossergeselle dort gearbeitet hat. Im Hafen nicht weit von Norwegen liegt eben ein Schiff bereit, das um Wallfische zu fangen und Ambra zu holen nach Island und Grönland fahren will und die sieben Wagehälse gern mitnimmt. Aber da gings ihnen sehr schlimm. Sie mußten arbeiten wie Pferde, und der grimmige Kapitän ließ sie täglich durchbläuen mit dem Ankertaue, weil sie das dänische Kommando immer falsch verstanden und rauf und runter mit einander verwechselten. Endlich rennt das Schiff während dunkler Nacht gar an einen Eisberg an und zersplittert. Meine sieben Thüringer sind aber nicht faul; sie nehmen gleich ein Boot, und heidi! rudern sie davon, ohne sich um die Dänen zu bekümmern, die schrien und himmlisch gute Worte gaben.

Der grausige Sturm treibt und peitscht sie fort bis an ein schönes grünes Land. Da steigen sie aus dem Boote; denn sie hungern und dürsten nach der langen Fahrt und der schweren Arbeit ganz barbarisch, weil ein Thüringer von Jugend auf ohnehin nicht an Hunger und Durst gewöhnt ist. Nun wissen meine guten Landsleute nicht, wo sie sich eigentlich befinden, weil damals in den Schulen Erdbeschreibung noch nicht gelehrt ward; das ist erst zu meiner Zeit geschehen, und ich kann mich überall zurecht finden. Der Bäcker rieth also, sie möchten sich hier vorläufig ein Haus und einen Backofen bauen. Alle streichen erst Ziegel aus dem Letten, brennen sie dann an Strohfeuer, und bauen, wie der Zimmermann es ihnen zeigt, ein geräumiges Haus und einen Backofen. Roggen und Weizen wächst überflüssig, Gänse, Enten und andres Wild wird anfangs von ihnen fast mit den Händen gegriffen. Der Grobschmied mahlt das Getreide mit seinen Fäusten zwischen Steinen, der Zimmermann besorg die Jagd, der Bäcker bäckt Brot, der Fleischer kocht gut, macht Wurst und räuchert das Fleisch der wilden Thiere, der Schneider und der Schuster nähen Kleider und Schuhwerk aus den Pelzen und den Häuten der erlegten Eisbäre und Füchse für den Winter, der Bergknappe braut Bier, wie ers in Mansfeld nebenbei gelernt hatte, freilich ohne Hopfen, der dort oben nicht gedeiht.

So geht es ihnen ganz gut; der Winter ist freilich sehr dunkel, aber nicht so hart und kalt, wie die Schulmeister jetzt behaupten, und die Luft immer von hellen Flammen erleuchtet. Nur alle Nächte wird ein wahrer Heidenlärm nahebei gemacht so, daß die armen Burschen trotz ihrer Müdigkeit nicht schlafen können. Da fassen einmal der Grobschmied und der Zimmermann, die ja Soldaten gewesen waren unter dem berühmten Prinzen Eugenius, sich ein rechtes Herz, treten mit gewaltigen Knütteln bewaffnet vors Haus und rufen, als der Lärm wieder anhebt, so recht militärisch: Werda? - Astöl, *) Generalmajor der Teufel, antwortets eben so aus hoher Luft. Wartet nur, ich werde euch Gesellen da unten bald selbst einmal besuchen! - Da rennen der Grobschmied und der Zimmermann ins Haus hinein, verrammeln die Thüre, und erzählen ihren Gefährten, was sie eben gehört haben. Hätte ich doch nur meine alte Bibel und das Mansfelder Gesangbuch! jammert der Bergknappe: die helfen gegen die ganze Hölle. - Alle warfen sich auf die Knie, fangen an zu beten und zu singen, was sie etwa von der Schule her noch wissen, und sind voll schwerer Sorgen.

Eines Tages nun, als der Fleischer eben einen großen Seehund aus dem Bratofen ziehen will und allen von dem köstlichen Geruche schon der Mund wässert, tritt ein ungeschlachter Riese ins Haus und sagt: Ich bin Astöl, Generalmajor der Teufel. Ich will heute mit euch zu Mittage essen. Tischt auf! - Dabei schnüffelt der Kerl überall herum. Meine Landsleute sind nicht dumm. Sie lassen sich von Furcht nichts merken, sondern laden den ungebetenen Gast ein, sich zu setzen, und bedienen ihn, wie sie können. Der aber frißt den gebratenen Seehund ganz allein auf, dazu dreißig geräucherte Aale und zwölf frische Brote, und säuft das ganze Gebräude Bier, das der Bergknappe die Woche vorher gebrauet hatte, rein weg, auf einen Zug immer sechs Dresdnische Kannen. Ihr armen Schlucker! redet er sie dann an, Ihr dauert mich. In der Hölle ißt und trinkt man viel besser als bei euch! denn da sind fast lauter vornehme Leute, Kaiser, Könige, Herzöge, Grafen, Prälaten, und so weiter. Die verstehens. Kommt mit mir! Über diesen Befehl erschraken meine sieben Thüringer so, daß sie am ganzen Leib zitterten. Aber der Grobschmied fasst sich ein Herz und sagt: Nein, Herr Teufelsgeneral! Excellenz! verzeihens, entschuldigens; es ist einmal so unsere Gewohnheit hier. Wir sind alle sieben richtige Thüringer, und von seiner Gewohnheit lässt der Thüringer nicht gern ab. - Nun denn, lacht der Teufel wild auf, wenn ihrs nicht besser haben wollt, so bleibt meinetwegen. Reif seid ihr ohnehin noch nicht, zu vornehmer Gesellschaft paßt ihr auch nicht, nicht einmal als Schuhputzer und Aufwärter. Mit euch lege ich dort keine Ehre ein. Ich werde euch aber wieder besuchen und euch Geschmack am Höllenleben beibringen. Doch halt! ich habe bei euch gegessen und getrunken. Gegen euch, Lumpenpack! mag ich keine Verbindlichkeiten haben. Sagt an! was wünscht sich jeder von euch? - Ihr sollt es haben! Tritt vor, Schneider!
Der Schneider am ganzen Leibe zitternd sagt:
I nun, wenns durchaus sein muß: ein Faß Norhäuser Kümmel wäre hier so übel nicht.
Gut! spricht Astöl. Du, Fleischer?
Einen fetten Ochsen, ein Paar tüchtige Schweine, und gemästete Hammel können wir immer brauchen. So sagt der Fleischer.
Gut! spricht Astöl. Du, Schuster?
Ein Gebräude Merseburger Bier wäre uns ganz angenehm. So sagt der Schuster.
Gut! spricht Astöl. Du, Bäcker?
Ein Faß Rosinen, ein Faß Mandeln, und, wenns sein kann, ein Oxhoft(altes Flüssigkeitsmaß 148 bis zu 288 Liter) Naumburger Wein.
Gut! spricht Astöl. Du, Zimmermann?
Ein Faß Pflaumenmus und ein Faß saure Gurken. So sagt der Zimmermann.
Meinetwegen! spricht Astöl. Nun du da, Grobschmied?
Schmiedewerkzeug und zehn Zentner schwedisches Eisen. So sagt der Grobschmied.
Närrischer Kerl! spricht Astöl. Frißt du etwa Eisen?
Es ist nur des Zeitvertreibs wegen, antwortet der Grobschmied.
Meinetwegen! sollst es haben, spricht Astöl.
Aber was verkriecht sich denn der schwarze Kerl, der Bergknappe? Willst du nichts?

Oh ja! erwidert der schüchtern. Wenns sein kann eine Bibel und ein Mansfeldisches Gesangbuch.
Du Dummkopf! du Hundejunge! schreit Astöl, indem er sich am ganzen Leibe schüttelt, als hätte er das Fieber. Denkst du, das ich nur deinetwegen meine Finger verbrennen werde? Du kriegst gar nichts! Dein schlechtes Bier macht mir ohnehin Leibschneiden. Wart nur! wenn ich dich einmal fasse. - Glühend vor Zorn und Wuth rannte Astöl fort.

Während der Nacht ward der Lärm ärger denn je. Meine Landsleute, an ihn längst gewöhnt, fürchteten sich nicht mehr und guckten aus den Fenstern. Allein bald ward ihnen vor dem, was sie erblickten greulich. Wagen an Wagen rasselte heran; jeder war ohne Deichsel und bewegte sich von selbst, als wäre er lebendig, und hielt dann vor dem Hause still, und lud sich von selbst ab, und fuhr dann weiter so schnell, daß der wildeste Sturm hätte beschämt eingestehen müssen: du bist mein Meister, ich bin langsamer. Als die Sonne aufging, es mochte wohl ende Aprils sein, da sahen meine Thüringer nach, was die Wagen abgeladen hatten, und jeder fand das, was er sich gewünscht hatte. Ueberdies stand weit vom Hause noch ein Fäßchen und auf ihn geschrieben: Für den Bergknappen. Der war aber pfiffiger als der Teufel. Er rührte es nicht an, zu seinem wahren Glücke; denn bald darauf flog es auf mit lautem Krachen. Es mochte wohl mit Schießpulver gefüllt sein, um dem frommen Manne das Lebenslicht auszublasen. Der hatte sich indes Astöls Aerger gemerkt. Da er kein Papier hatte, so beschrieb er Leder mit Bibelsprüchen und Liedern aus dem Gesangbuche, wie er sie eben auswendig wußte, und trug es immer bei sich. So konnte ihm kein Teufel etwas anhaben.

Der Grobschmied richtete sich eine Schmiedestelle ein und schmiedete lustig spitzige Lanzen und lange scharfe Messer und Schwerter, die er alle vom Bergknappen mit frommen Sprüchen segnen ließ. Dem Zimmermann entwischte kein Eisbär mehr, den er mit diesen Lanzen jagte. Auch Grabscheite und Spitzhacken schmiedete der Grobschmied, wie der Bergknappe es wollte. Astöl besuchte meine Thüringer, die er mit Vorrathe an Lebensmitteln reichlichst beschenkt hatte, täglich in den Abendstunden, ehe er mit seiner Teufelsschaar nach Deutschland weiterreiste, und lebte als ein lustiger Kumpan mit dem Schneider, dem Schuster, dem Bäcker und dem Fleischer auf ganz freundschaftlichem Fuße, nicht so mit dem Grobschmiede und dem Zimmermanne, die sich hüteten viel mit ihm zu verkehren, und dem Bergknappen, der Morgens und Abends Betstunde hielt, verspottete und verhöhnte er, wie er nur wußte und konnte. Er schien sonst gar nicht böse, erzählte ihnen allerlei Schnuren aus dem Hofleben der Hölle, das er natürlich genau kannte, da er Oberkammerherr von Beelzebubs und General einer Teufelsschaar war, welche nächtlich aus Deutschland Geholten über Norwegen geleiten mußte. Deshalb sprach er auch, obgleich die Hofsprache der Teufel keine andere als die französische ist, recht gut deutsch, las die deutschen Zeitungen, und brachte meinen Thüringern bisweilen Nachrichten aus dem Vaterlande. Er beschrieb ihnen genau die noch funfzig Meilen entfernte Hölle. Um den Nordpol rings herum liege nämlich zehn Meilen weit schönes gebirgiges Land, auf welchem die Teufel und die hohen Herrschaften Feiertags zur Kurzweil sich erlustigen. In der Mitte desselben gerade am Nordpole, sei eine Oeffnung angebracht, ein großes Thor, eine gute Meile weit, durch das die Geholten einfahren. Aus ihm brechen zeitweilig lichte Flammen hervor, die aber nicht brennen, weit hin gegen Süden in vielen Ländern noch gesehen werden, und hier Nordlichter heißen.


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