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Sagen über Freimaurerei Teil 4

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Inhaltsverzeichnis

Sagen über Freimaurerei Teil 4

Sagen über Freimaurerei

Es haben sich Sagen erhalten, die aus einer Zeit stammen, in der man glaubte, Freimaurer hätten etwas mit dem Teufel oder mit schwarzer Magie zu tun. Man schrieb ihnen übersinnliche und bösartige Dinge zu, die mit der Realität nicht das Geringste zu tun hatten. Auch für heutige Brüder ist es bestimmt interessant, diese alten Sagen zu lesen. Deshalb möchten wir einige davon, die Bruder Heinrich Pilgrim in der Freimauer-Zeitung vorstellte, übertragen.

Diese Sagensammlung haben wir aus weiteren Quellen ergänzt:


11. Sage: Die Freimaurer

Quelle: Ina Friedrich: Götter und Heldensagen Edition Lambertz 2003

Die Freimaurer haben mit dem Teufel einen Vertrag abgeschlossen, nachwelchem dieser ihnen Geld verschafft, damit sie vergnügt leben können.

In dem Hause, wo sich die Freimaurer versammeln, befindet sich ein Sarg und in demselben liegt eine Katze; das ist der Teufel.

Wer in den Bund der Freimaurer aufgenommen werden will, muß sich in den schwarz ausgeschlagenen Sarg legen, welcher als dann in eine tiefe Gruft hinabgesenkt wird. Hier muß der Aufzunehmende schwören, daß er die Satzungen der Gesellschaft gewissenhaft beobachten und vor jedermann geheimhalten will.

Ein verheirateter Mann kann nur dann Mitglied der Genossenschaft werden, wenn seine Frau ihre Einwilligung dazu gibt. Einstmals wollte eine Frau nicht dareinwilligen, daß ihr Mann Freimaurer würde.

Da befahlen ihr die Freimaurer, sie solle sich die Bilder in dem roten Saale ansehen. Sie tat es und fand auch das Bild ihres Mannes. Darauf sagte man ihr, sie solle ihren Mann mit einer Stecknadel durchstechen. Sie tat es; als sie aber nach Hause kam, fand sie ihren Mann tot im Lehnstuhl sitzend, seine Schläfe mit einem Nagel durchbohrt.

Mit dem Sterben der Freimaurer hat es auch sonst seine besondere Bewandtnis. Sie können nämlich nicht im Bette sterben, sondern nur sitzend oder stehend. Jeder Freimaurer kann es dem Genossen von der Stirn ablesen, wann er sterben muß; ihr Tod aber tritt in der Regel schnell und plötzlich ein.


12. Sage: Die Löwenbraut

Quelle: Sagen und Geschichten aus deutschen Gauen - Kapitel 68, Loewes Verlag Ferdinand Carl Moritz Bermann

Außerhalb Simmerings, gegenüber dem großen Leichenfelde Wiens, liegt das sogenannte Neugebäude, ein umfangreicher Bau, welcher jetzt als Pulvermagazin und Niederlage für Kriegsbedarf benutzt wird. An dieser Stelle soll während der ersten Türkenbelagerung der Stadt (1529) das kostbare Zelt des Sultans Soliman gestanden haben. Als steinerne Nachbildung desselben ließ Kaiser Rudolf II. im Jahre 1587 mit vielem Aufwand ein Lustschloß bauen, welches samt dem umgebenden Garten von einer hohen Mauer eingeschlossen war, die zehn in weiten Abständen stehende niedere Türme unterbrachen. Im Mittelteil der rückwärts liegenden Hauptseite befand sich ein dreitürmiges Gebäude, umgeben von einer gewölbten Galerie, an deren Enden abermals turmähnliche Anbauten angebracht waren, welche durch einen bedeckten Gang auf der Oberseite miteinander in Verbindung standen. Außer dem zierlichen Lustgarten gab es hier auch einen Tiergarten mit den seltensten und reißendsten Tieren, welche in stark vergitterten Zwingern gehalten wurden. Im Nebengebäude fanden manche glänzende Festlichkeiten und Lustbarkeiten statt. An einem schönen Maientag versammelten sich in den ebenerdigen Hallen die Mitglieder der kaiserlichen Familie, umgeben von ihren Edelleuten, um das Geburtsfest eines holden Prinzeßleins zu feiern. Nach mancherlei prächtigen Aufzügen und Maskeraden erschien ein Gesangschor, welcher ein Lied vortrug. Hierauf trat aus einer Rosenlaube ein vierjähriges Mädchen, Berta, die Tochter des Schloßverwalters Georg Glüheisen, hervor; sie war gekleidet als Schutzgeist von Österreich; in den Armen ein Füllhorn tragend, nahte sie dem Thronhimmel und sprach einen Glückwunsch. Dann jubelten Trompeten und donnerten Kanonen, als plötzlich all das Getöse durch herzzerreißende Schreckensrufe übertäubt wurde.

Es war nämlich ein gelbweißer Berberlöwe, das wunderbarste Exemplar des ganzen Tiergartens, durch den Lärm zur Wut gebracht, aus seinem Käfig gebrochen, stürzte sich windesschnell in die Laubgänge des Gartens, kam zum Lustschloß und in den Tempelsaal, wo er verdutzt die Versammlung anstarrte. Die Wachen eilten mit den Feuerrohren herbei, die Edelleute zogen ihre Degen und drangen auf den König der Tiere ein. Da warf sich der kleine Schutzgeist, Berta, an den Hals des Tieres, umschlang es mit seinen Ärmchen und rief flehend: »Nichts tun, meinem guten Hans, nichts tun, geht schon wieder nach Haus mit mir!« Der Löwe ließ ein sanftes Grollen hören, schmiegte sich demütig zu den Füßen des Kindes und ließ sich dann ruhig in denselben Käfig zurückführen, dessen starken Bau er wutentbrannt zertrümmert hatte.

»Ein merkwürdiges Beispiel, wie Milde die Kraft zu bezähmen vermag!« rief der Kaiser aus. »Wir sehen darin eine glückliche Vorbedeutung für unser schönes Land, das Wohl vom stürmischen Wogendrange bedroht werden kann, doch der Schutzgeist des Landes wird alle Stürme beschwichtigen. Dem holden Mägdlein sei der Löwe geschenkt und sie führe – bis in späteren Jahren ein wackerer Jüngling sie nach Hause nimmt – von nun an den Beinamen: »die Löwenbraut«. – Jahre vergingen, Berta war inzwischen eine reizend erblühte Jungfrau geworden, ohne daß das zärtliche Freundschaftsbündnis mit dem Löwen aufgehört hätte; ja es war, wenn möglich, noch inniger geworden; denn das Tier duldete nicht, daß ein männlicher Begleiter mit Berta seinem Käfig nahte, ohne durch dumpfes Brüllen seine Eifersucht zu erkennen zu geben. Da wurden aber auf einmal die Besuche des Mädchens am Käfige seltener.

Ein wackerer Jüngling, ihr Jugendgespiele Hans Rechberger, der Sohn des vermöglichen Gastwirtes auf dem Salzgries – die Väter waren alte Freunde – hatte um ihre Hand geworben und sowohl bei den Eltern als bei dem Mädchen gute Aufnahme gefunden. Die Hochzeit wurde bestimmt; da gab es viel zu schaffen, so daß die Braut ihren Löwen immer seltener zu besuchen kam. Das Tier merkte dies genau, denn es zeigte bei jedesmaligem Erscheinen ungewöhnliche Traurigkeit in seinen Gebärden und Liebkosungen, welche Berta oft bis zu Tränen bewegten. Es kam die Stunde der Vermählung. Im weißen Brautkleide, das Haupt mit Myrten bekränzt, erschien sie noch zuvor beim Käfig, um Abschied von dem treuen Tiere zu nehmen. Der Wärter schloß die Türe auf, Berta trat ein, und der Löwe schmiegte sich sogleich huldigend zu den Füßen derjenigen, die bisher sein alles gewesen und die er so lange schmerzlich vermißt hatte. Die »Löwenbraut« beugte sich über das treue Tier, schloß die Arme um das Mähnenhaupt und sprach bewegt einige Worte des Abschiedes zu ihrem Liebling, den sie nie wiedersehen sollte. Der Löwe mußte sie verstanden haben. Seine Augen erglühten in unheimlichem Feuer, die Rute machte einen Halbbogen und ein drohendes Gebrüll verkündete nahe Zornesausbrüche.

Der Tierwärter sah die Abschiedsszene, ihm bangte für das Mädchen, und er ermahnte dasselbe, sich zu entfernen. Berta drückte den letzten Kuß auf die majestätische Stirne und wollte gehend da erhob sich der zürnende Löwe in aller Majestät und trat vor den Ausgang, ihr den Weg verbietend. Nicht Schmeichelkünste, nicht Drohungen bewogen den Löwen, sich zu entfernen, er wollte seine untreue Braut nicht ziehen lassen zum Ehebund mit einem anderen. Der Wächter rief Hilfe herbei. Mit Blitzesschnelle kam der junge Rechberger, sein Bräutchen mit bewaffneter Faust zu holen; einen Dolch, den er in der Eile aufgerafft, in der Hand, so stürzte er zu dem Käfig. Der Löwe erblickte ihn, mochte sein Vorhaben instinktmäßig ahnen, sprang mit einem Satze auf die Jungfrau los, schlug sie mit der Tatze machtvoll zu Boden und riß ihr eine tiefe Wunde am Herzen, so daß ihr Lebensstrom mit einem letzten Seufzer entfloh und das weiße Brautkleid sich zum dunkelroten Totengewand färbte. Widerstandslos ließ er sich dann von des Jünglings Dolch durchbohren und sank blutend auf den Körper seiner Braut hin.

Hans Rechberger küßte den letzten Atemzug von den Lippen der teuren Braut und leistete den Schwur ewigen treuen Angedenkens. Sein Haus, worin sie als glückliche Frau hätte einziehen sollen, nannte er »zur Löwenbraut«, welche Bezeichnung erst im siebzehnten Jahrhundert in die »zum Weißen Löwen« umgewandelt wurde. Dieses Gasthaus ist eines der ältesten der Stadt Wien. Dem Dichter Chamisso hat aber die hier erzählte Geschichte den Stoff zu seiner schönen Ballade »Die Löwenbraut« geliefert.


13. Sage: Die Sage vom Rauen Stein

Mitten im Wald zwischen Oberwambach, Almersbach und Amteroth liegt der sagenumwitterte "Raue Stein".

Wir entnehmen der Sage, dass am "Rauen Stein" ein vorgeschichtlicher Opferplatz gewesen sein soll. Als aber zum ersten Mal die Kirchenglocken von Oberwambach durch den Wald schallten, soll der große Stein mit Donnergetöse zu Tal gestürzt sein.

Ist der "Raue Stein" die ganze Felswand oder nur der große Stein, der unten neben dem Weg liegt und wie ein moosbegrünter Altar aussieht? Wenige Meter vom unteren Stein entfernt, mitten im Bach, ist die Grenze von Amteroth zu den Gemarkungen von Oberwambach und Fluterschen. Dieser Grenzbach heißt "Roschbach". Klettert man die Felswand am "Rauen Stein" hinauf, dann erreicht man oben einen Bergvorsprung. Der Berg wird in den neuen und alten Flurkarten "Johannesberg" genannt.

Der Festtag für den Evangelisten Johannes wird am 27. Dezember gefeiert. Dieser Tag liegt in der Zeit der "Rau-Nächte", damit ist die Zeit um "Weihnachten" gemeint. Vielleicht kommt der Name "Rauer Stein" daher, weil man sich hier besonders in den "Rau-Nächten" versammelte?

Möglicherweise wurde hier Gericht gehalten, denn der Name "Rau" hat auch etwas mit "Rechtsprechung" zu tun, wie das noch im Wort "Raugrafen" überliefert ist.


14. Edwinsage

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

In den Zunftlegenden mancher "Old Charges" wird "der jüngste Sohn des Königs Athelstan" (Cooke MS), auch der "jüngste Sohn E." (ebenso wie in anderen Athelstan selbst), als der erste Beschützer der Steinmetzbruderschaften auf englischem Boden, als der Begründer der Steinmetzbruderschaften genannt. Unter seiner Patronanz habe 926 in York eine Versammlung der Bauleute stattgefunden, um auf Grund eines vom König erteilten Freibriefes die Gildenangelegenheiten selbständig zu regeln. ("Er war in der Geometrie so bewandert, daß es ihm große Freude machte, mit den Maurern zu sprechen und von ihnen die Kunst [the Craft] zu lernen. Wegen seiner Liebe--- wurde er in Windsor zum Maurer gemacht und erhielt von seinem Vater Charter und Auftrag, einmal jährlich Versammlung abzuhalten.--, und er hielt eine solche in York ab und machte hier Maurer und gab ihnen Charges...", sagt das Landsdowne MS.) Anderson und der Verfasser von "Multa Paucis" (s. d-) machten aus E. den Bruder des Königs. Nun hatte aber Athelstan gar keinen Sohn dieses Namens, und sein Halbbruder ertrank in früher Jugend. Man hat daher in dem E. der Zunftlegenden auch E., König von Northumberland (in Bedas "Historia Ecclesiastica": E. of Northumbria) erblicken wollen, der 627 eine Holzkirche baute und dann ein steinernes Gotteshaus zu errichten begann. Jedenfalls hat die Sage von dem "ersten Spekulativen" kritiklose Buchstabengläubige veranlaßt, die ganz falsche Theorie aufzustellen: "Demgemäß trat die erste Großloge von England im Jahre 926 in York zusammen." Die "Yorksage" spielte infolgedessen in der freimaurerischen Geschichtsforschung eine Zeitlang eine große Rolle; es wurden sogar Dokumente produziert, die sich nachher als geschickte Fälschungen erwiesen (s. York und Yorker Urkunde).


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