Traktat: Der Weg zur gleichberechtigt gemischten Freimaurerei

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Der Weg zur gleichberechtigt gemischten Freimaurerei —
von der schottischen Spätrenaissance bis ins moderne Frankreich

Erstmals in Kurzform als Vortrag gehalten von Robert Matthees am 1. April 2023 in der Loge "Albert Schweitzer" Nr. 1812 im Orient Berlin, anlässlich des 130-jährigen Jubiläums des Droit Humain. (In Englisch: En: The journey to equal Co-Freemasonry)

Liebe Geschwister, anlässlich des 130-jährigen Jubiläums der gemischten Freimaurerei habe ich mich gefragt, wie es zum Phänomen des Droit Humain (DH)[1] überhaupt gekommen ist. Im Folgenden werde ich also nicht auf die 130 Jahre des Bestehens schauen, sondern mich mit der Vorgeschichte befassen und damit, wie und wo der DH sich ins Gesamtbild der Freimaurerei einfügt und einzufügen begann. Dies ist wichtig für unser Selbstverständnis und wird Hand in Hand mit einer Erkundung des Symbols der “Loge” erfolgen, eine Einsicht, die auch unser Herz berühren möge. Denn vor allem soll uns der universale Anspruch beschäftigen, der sich mit dem Symbol “Loge” entfaltet hat. — Woher kommen wir? Um das zu erfahren, werden wir uns jetzt in die Katakomben unseres Bundes begeben, hinein in die Primärquellen aus den Geburtsstunden der Freimaurerei. Bestenfalls kommen wir uns schon bald ein wenig wie Indiana Jones vor.

Freimaurerei in Schottland

Die Loge, wie sie uns in den frühen Katechismen der Freimaurerei begegnet, ist keineswegs nur als physischer Raum zu verstehen. Vielmehr erscheint sie uns als ein Gedächtnistempel voller Symbole, durch den wir uns in unserem Inneren bewegen können. Je nachdem, wohin wir dabei unseren Blick richten, werden uns andere Gedanken und Lehren symbolisch zuteil.[2] Schon Redner wie Cicero bedienten sich dieser Gedächtniskunst, der Art of Memory, indem sie sich im Geist durch ein Bauwerk bewegten und verschiedene Elemente darin, Räume, Figuren usw., mit bestimmten Inhalten ihrer Reden verknüpften. Wenn sie sich nun im Geist durch dieses Bauwerk bewegten, erinnerten sie sich an entsprechende Passagen.[3] Die Geschichten, die uns die Figuren, Türme, Bögen und Mauern der alten Kathedralen noch heute offenbaren, sind eindrucksvolle Zeugnisse der Gedächtniskunst ihrer Baumeister. Und auch William Schaw, ein Mann der Spätrenaissance und Master of Works der Bauhütten in Schottland, schreibt 1599 in seinen zweiten Statuten, dass die Apprentices (Lehrlinge) und Fellow Crafts (Gesellen) einer Bauhütte “tak tryall of ye airt of memorie”, also Prüfungen in der Gedächtniskunst bestehen müssen.[4]

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Ein Blick in die Katechismen mit ihren Wechselgesprächen aus Fragen und Antworten gibt uns eine Idee von dem Inhalt und den symbolischen Erklärungen, die sie enthalten:
“Q[uestion]: Where wes [was] you entered? A[nswer]: At the honourable lodge.
[Frage: Wo wurdest du eingeführt? Antwort: In der ehrbaren Loge.]”[5]
So heißt es zum Beispiel im Edinburgh Register House Manuscript aus dem Jahr 1696. Hier werden direkt Erinnerungen wach an die Katechismen, die wir noch heute beim Öffnen und Schließen unserer Logen verwenden. Weiter geht es damals mit:
“Q: What is the name of your lodge | A: Kilwinning.
Q: How stands your lodge | A: east and west as the temple of jerusalem.
Q: Where wes [was] the first lodge. | A: in the porch of Solomons Temple”[6]
Wir befinden uns hier noch einige Jahre vor der Gründung der Londoner Premier Grand Lodge, meine lieben Geschwister, noch tief in der religiösen Tradition der Bauhüttenphilosophie. Was erfahren wir? Der Tempel von Jerusalem erstrecke sich von Ost bis West. Hierin erkennen wir bereits einen universalen Anspruch. Und genau dort, an ebendiesem imaginären, d.h. symbolisch vorgestellten Platz, befinde sich die Loge des oder der Befragten. Die erste Bauhütte habe sich im Vorhof des Salomonischen Tempels befunden, heißt es im Katechismus. Dass uns hier kein wirklich physischer Ort beschrieben wird, dürfte klar erscheinen.

Freimaurerei in England

Es ist diese Tradition der Rede und Philosophie, diese Bauhüttenkultur und ihre Zeremonien, derer sich die gentlemen in ihren Pubs in London um 1700 bedienen. In London kommt es seit dem großen Brand, der die Stadt im Jahr 1666 vier Tage lang heimsuchte, zu einer unglaublichen Konzentration der Bauhüttenkultur, denn große Teile der Stadt müssen wieder aufgebaut werden. Nicht nur aus England kommen hierfür die Meister. Die St. Paul’s Cathedral wird 1710 eröffnet. Auch der Salomonische Tempelbau mit seinen Proportionen und seiner Mythologie ist ein unglaublich populäres Thema zu dieser Zeit, hierfür müssen wir einfach mal in das Werk von Newton schauen.[7]
Das Gleiche gilt für die Veredelung der Welt und des Menschen: sie ist nicht nur in der Alchemie der Spätrenaissance das zentrale Thema[8], sondern bleibt es auch hier in der Naturphilosophie, in der neuen Form der Wissenschaft, in der englischen Frühaufklärung.[9] Genau genommen ist sie es noch heute, damals jedoch ganz im Rahmen der christlichen Heilsgeschichte erlebt und verstanden. Zur Naturgeschichte und Kulturgeschichte und einem offenen Horizont beim Blick in die Zukunft kommt es erst deutlich später, unter anderem durch die Erfahrung von Beschleunigung und technologischem Fortschritt, aber auch durch die Geschichtsphilosophie von Kant und Herder.[10]
In der Bausymbolik findet die Idee der Veredelung einen wunderbaren Ausdruck: raue Steine werden bearbeitet, Gebäude und Tempel entstehen. Und jede und jeder kann problemlos zu ihr einen Bezug finden. Schließlich leben wir alle in irgendwelchen Behausungen und seit alters her wird die Symbolik verwendet. Denken wir nur einmal an das Bibelwort, nachdem Jesus der von den Bauleuten verworfene Stein ist, der zum Eckstein geworden sei.[11]
Bewegen wir uns jetzt also hinein in die symbolische Tradition dieser frühen gentlemen masons in London, hinein in die Pubs, in denen sie ihre Zusammenkünfte zelebrieren. Schauen wir nach, wie uns das Symbol "Loge" hier innerhalb der frühen Premier Grand Lodge in London begegnet.
Im Wilkinson Manuscript, etwa aus dem Jahr 1727, heißt es dazu auszugsweise:
“Q: How is your Lodge Situated | A: Due East & West as all holy Places are or Ought to be”[12]
Die Loge erstrecke sich also wieder von Ost bis West, hier mit dem Zusatz: wie es alle heiligen Orte tun oder tun sollten, so das Manuskript.
“Q: Where does it Stand”, geht es weiter. “A: Upon holy Ground in the Vale of Iehosophat or Elsewhere.”[13]
Die Loge stehe im Tal von Jehoshaphat oder anderswo. Jehoshaphat bedeutet im Hebräischen “Gott hat gerichtet” und bezeichnet in der Mythologie die schmale Landfurche zwischen dem Tempelberg und dem Olivenhain, wo sich die Ereignisse des jüngsten Gerichts abspielen sollen.[14] Ok, jetzt wird es spannend:
“Q: How high is your Lodge | A: Feet & Inches Innumerable
[ich übersetze das gleich etwas im Anschluss]
Q: What is the form of your Lodge | A: An Oblong Square
Q: Why so | A: [...] [Diese Antwort lasse ich aus, denn die rechteckige Form wird mit einem Grab beschrieben, das im Detail heute eher den Inhalten aus dem dritten Grad entspricht]
Q: What is the Center of y[ou]r Lodge | A: the Letter G [...]
Q: How is y[ou]r Lodge Supported? A: By three great Pillars”[15]
So die wunderschöne Beschreibung des Symbols “Loge” im frühen Wilkinson Manuscript, circa 1727, meine lieben Geschwister. Die Loge wird also auch innerhalb der Premier Grand Lodge als tendenziell universal beschrieben: Sie erstrecke sich von Ost nach West wie alle heiligen Orte, sie stehe in “Iehosophat or Elsewhere”. Ihre Höhe sei nicht messbar (“innumerable”), vermutlich ist damit gemeint: bis hinein ins Göttliche. Die weitere Ausschmückung des Symbolraums zeigt uns nochmal deutlich, dass hier kein physischer Raum beschrieben wird: So sei das Zentrum der Loge der Buchstabe G, sie werde getragen von drei großen Säulen. Es finden sich Formulierungen darin zur Geometrie, die mich an die frühen Handwerksordnungen aus dem 15. Jahrhundert erinnern.[16]
Das soeben zitierte Wilkinson Manuscript stammt aus einer Zeit, in der es innerhalb der Premier Grand Lodge noch keine gefestigte Ritualtradition gibt. Es wird viel ausprobiert und es gibt viel Bewegung. Die Institutionalisierung der englischen Freimaurerei steckt noch in den Kinderschuhen. In Pubs und den Hallen großer Tavernen zelebrieren gentlemen masons Rituale, die sie aus der Bauhüttentradition entlehnt haben und in deren Nachfolge sie sich empfinden.[17] Das besagte Manuskript stammt — wie gesagt — wahrscheinlich aus dem Jahr 1727. Etwa zu dieser Zeit bildet sich auch der Meistergrad heraus.[18] Die alten Bauhütten kannten nur Apprentices und Fellow Crafts.[19]
Die erste gedruckte Version der Rituale der frühen Premier Grand Lodge folgt drei Jahre später. Es handelt sich um die Verräterschrift Masonry Dissected von Samuel Pritchard. Sehr wahrscheinlich ist es eine Pseudo-Verräterschrift, d.h. eigentlich nur eine gedruckte Version der Rituale.[20] Denn Drucke und Niederschriften derselben waren aufgrund des Eids streng verboten. Dies wiederum machte jedoch das Etablieren neuer Logen und vor allem neuer Rituale sehr schwierig. Wir alle kennen das Spiel Stille Post?
Bei Pritchard heißt es jedenfalls 1730:
“Q: What is the form of your Lodge | A: A long Square.
[wieder ein Rechteck, wie übrigens auch der Grundriss des Salomonischen Tempels beschrieben wird]
Q: How long? | A: From East to West.
Q: How broad? | A: From North to South.
Q: How high? | A: Inches, Feet and Yards innumberable, as high as the Heavens.
[wunderschön: so hoch wie die Himmel! sogar im Plural: schwingt hier etwa noch ein Bild des Himmelreichs mit mehreren Sphären aus der Spätrenaissance mit? Ganz bestimmt.]
Q: How deep? | A: To the Centre of the Earth.”[21]
Wir sehen, hier wird ganz deutlich ein universaler, symbolischer Raum entworfen. Und es geht noch weiter:
“Q: Where does the Lodge stand? | A: Upon Holy Ground, or the highest Hill or lowest Vale, or in the Vale of Jehosaphat, or any other secret Place.
Q: How is it situated? | A: Due East and West.
Q: Why so? | A: Because all Churches and Chappels are or ought to be so.”[22]
Nicht mehr nur in der Höhe erstrecke sich die Loge hier universal, sondern auch in der Breite und Tiefe. Die heiligen Orte, die wir aus dem Wilkinson Manuscript kennen, werden als Kirchen und Kapellen benannt (“Churches and Chappels”), die sich von Ost nach West erstrecken. Ihr Standort sei ein “secret place”, ein geheimer Ort. Wir können also festhalten: Die Loge finden wir bereits in den frühesten Zeugnissen der Freimaurerei als Symbol mit universalem Anspruch. Gehen wir den Weg ein wenig weiter.

Kontinentale Freimaurerei und Moderns vs. Anctients

Diese frühen Rituale gelangen auch nach Frankreich und auf den Kontinent, wo sie schnell angereichert werden und weitere Akzentuierungen erhalten. Ab und an entstehen diese auch einfach durch Übersetzungsfehler: Bspw. wurde der “blazing star”, der flammende Stern, in Frankreich wohl zum Sternenhimmel. Dieser wiederum war so schön, dass er seinen Weg schließlich sogar zurück nach England fand. Und siehe da: Schauen wir heute nach oben, so werden auch unsere Tempel jetzt oftmals von schönen Sternenhimmeln geziert. — Wie wunderbar und bereichernd die menschliche Unschärfe doch manchmal sein kann!
Die Selbstfindungsphase der Freimaurerei intensiviert sich in den folgenden Jahren. Es entwickeln sich unterschiedliche Ritualtraditionen, auch Hochgrade bzw. weiterführende Grade neben dem Meistergrad, in denen andere Legenden und Ideen Darstellung finden bzw. bestimmte Inhalte intensiviert betrachtet werden. Es entstehen auch recht schnell rivalisierende Großlogen. Zur Premier Grand Lodge aus den 1720ern in London gesellt sich bspw. 1751 The Grand Lodge of the Most Ancient and Honourable Fraternity of Free and Accepted Masons, die sogenannte Ancient Grand Lodge.[23] Diese kritisiert die Rituale der Premier Grand Lodge als (vermeintlich) zu modern und bezeichnet diese fortan als Moderns. Ein riesen Eklat, vor allem in einer Zeit, in der alles auf eine vermeintlich lange Herkunft und Kontinuität ankommt: Anderson zeichnet in seinen 1723er Constitutions die Geschichte der Freimaurerei schließlich bis zu Adam zurück.[24] Viel weiter als bis zum ersten Menschen geht’s ja auch schlecht.

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Es entbrennt ein großer Streit zwischen Ancients und Moderns, vermutlich die ersten großen Kampfbegriffe innerhalb der Freimaurerei. Dieser Streit wird 1813 durch die Zusammenführung beider Großlogen beigelegt. Es entsteht dabei die Vereinigte Großloge von England, die United Grand Lodge of England.
Zu dieser Zeit gehen wir auf dem Kontinent jedoch schon längst ganz eigene Wege in der freimaurerischen Tradition. Doch all unsere Wege beruhen noch heute irgendwie auf Variationen der Ritualtraditionen der alten Moderns oder der Ancients. In welchem dieser frühen Zweige wir uns gerade eher bewegen, lässt sich am besten an der Position der Aufseher erkennen: Bei den Moderns sitzen beide im Westen — wir denken zum Beispiel an das AFAM-Ritual —, bei den Ancients befindet sich der 1. Aufseher im Westen, die Position des 2. Aufsehers befindet sich in der Südkolonne — wie in den ersten schottischen Ritualen des DH.[25]

Three Distinct Knocks

Für uns hier ist also besonders das Ritual der Ancient Grand Lodge von Bedeutung. Sehen wir kurz nach, wie in diesem unser Symbol “Loge” erscheint. Blättern wir dazu in der Schrift Three Distinct Knocks aus dem Jahr 1760.

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Die Beschreibung beginnt mit den gewohnten Angaben:
“Master. What form is your Lodge?
Answer. An Oblong Square.
Master. How long, Brother?
Answer. From East to West.
Master. How wide, Brother?
Answer. Between North and South.
Master. How high, Brother?
Answer. From Earth to the Heavens.
Master. How deep, Brother?
Answer. From the surface of the Earth to the Center.”[26]
Und in der Erklärung dieser Tiefe, meine lieben Geschwister, verbirgt sich uns hier eine wunderbare Neuerung. Denn weiter geht’s mit:
“Master. Why is your lodge said to be from the Surface to the Center of the Earth?
[und jetzt kommt’s — Achtung:]
Answer. Because that Masonry is Universal.”[27]
Die Maurerei ist universal, meine lieben Geschwister! Was für ein Symbol, und was für ein neues Selbstbewusstsein unseres symbolischen Bundes ist hier entstanden! Eine deutliche Abhebung von der initial eher rein religiösen Konnotation, hin zu einer besonderen Form der Selbstbeschreibung, übertrieben gesagt: Selbstermächtigung, wie ich finde. Das gewohnte Religiöse folgt hier natürlich auch noch:
“Master. Why is your Lodge situated East and West?
Answer. Because all Churches or Chapels are or ought to be so.
Master. Why so, Brother?
Answer. Because the Gospel was first preached in the East, and extended itself to the West.”[28]
Weil das Evangelium zuerst im Osten gepredigt worden sei, und sich von dort bis in den Westen verbreitet habe, so die Antwort. Der Symbolraum wird — wie auch schon bei Pritchard — noch weiter ausgeschmückt, getragen werde die Loge von drei Säulen, “Wisdom, Strength and Beauty”. Die Säule der Weisheit repräsentiere den Meister im Osten, die der Stärke den “Senior Warden” im Westen, die der Schönheit den “Junior Warden” im Süden usw. usf.[29]
Die symbolische Tradition der Freimaurerei hat bereits deutliche Ausprägungen angenommen, auch kontinentale Einflüsse sind spürbar. Freimaurerei ist also schon immer ein internationales Projekt, ein wunderschöner Patchwork-Teppich aus westlicher Kultur und Esoterik.
Die Gebräuche der durch William Schaw im Schottland der Spätrenaissance institutionalisierten Bauhütten treffen in England auf eigene Institutionen und vor allem in London auf gentlemen und ein etabliertes Clubwesen, auf Naturphilosophie und Frühaufklärung.[30]
Auf dem Kontinent werden die frühen Spielarten der Freimaurerei um weitere Facetten bereichert. Besonders in Frankreich und Deutschland wird man hier sehr kreativ, was das Ausgestalten von Hochgraden betrifft. Vielleicht liegt das an der größeren, auch räumlichen Distanz zur ursprünglichen Bauhüttenkultur, derer sich die gentlemen masons in London noch bedienten.[31] Schon früh mischen sich Gedanken der Ritterlichkeit ein, wie uns bspw. der ursprüngliche Grad des Schottischen Meisters oder Chevalier de St. André zeigt. In Berlin wird er ab 1742 bearbeitet.[32] In Frankreich wird ab den 1760ern der Ritter Rosenkreuz mit Lehren aus einer Form des ursprünglichen Christentums à la Voltaire zum beliebtesten Grad in der Freimaurerei[33], in Deutschland träumen sich die Brüder innerhalb der Strikten Observanz hinein ins Templertum[34], um hier nur wenige Ideen dieser riesigen Vielfalt zu skizzieren.[35]
Die neue Form der Freimaruerrituale, besonders die des neuen Meistergrades, in welcher der Kandidat bzw. die Kandidatin eine Legende am eigenen Leib erfährt — wie sie in London in den 1720ern entstanden ist —, eröffnet einen unglaublichen Spielraum zur weiteren Ausgestaltung. Und die menschliche Kreativität hat diesen Raum farbenfroh zu füllen gewusst[36]: So entstehen viele weitere Grade, diese formieren sich im Laufe der Zeit zu Lehrarten und Systemen.[37]
Schon schnell entsteht so auch ein ganz neues Selbstbewusstsein, wie wir in Three Distinct Knocks der Ancient Grand Lodge sehen können: Nicht mehr nur das Religiöse wird jetzt als universal gekennzeichnet — wie im Edinburgh Register House Manuscript aus dem Jahr 1696, in dem sich der Tempel von Jerusalem von Ost bis West erstrecke — oder die Loge, die bspw. bei Pritchard 1730 als universal und sich in alle Richtungen erstreckend skizziert wird, nein, die Maurerei selbst tritt hier 1760 in Three Distinct Knocks mit universalem Anspruch auf. Und: Wenn so etwas erst einmal im Ritual steht, entfaltet sich der Gedanke schnell. Denn unsere symbolische Lehrmethode ermöglicht nicht nur viel Interpretationsspielraum, sondern erfordert sogar Kreativität und eigene Auseinandersetzung beim Durchdringen der Grade.
Die Freimaurerei steht damit in ihren Grundzügen vor uns: Wir haben die Moderns, wir haben die Ancients, wir haben Traditionen auf dem Kontinent und wir haben die Maurerei, die als universal verstanden wird. Welchen weiteren Weg sie von hier aus nehmen wird, bis hin zum Droit Humain, dem werden wir uns jetzt widmen.

Freimaurerei in den Kolonien & Scottish Rite

Das Ritual der Ancients, das wir in Three Distinct Knocks vor uns haben, wird auch in den Kolonien zelebriert. Daneben gibt es — wie auch in Frankreich und Deutschland — viele miteinander in Konkurrenz und Verwirrung stehende Systeme aus unterschiedlichen Graden. Eines dieser Systeme ist der Order of the Royal Secret. Dieser besteht aus 25 Graden (genau genommen 4.-25. Grad), die Etienne Stephen Morin in den 1760ern auf seinem Weg durch die Kolonien buchstäblich im Gepäck hat. Der Ursprung dieses Systems liegt wahrscheinlich im Baylot Manuscript, ebenfalls eine Sammlung populärer Grade.[38]
Morin überreicht seine Rituale mit Vollmacht schließlich an Henry Andrew Francken. Francken, wahrscheinlich in den Niederlanden geboren, ist seit 1758 britischer Staatsbürger und lebt auf Jamaika. Er übersetzt die Grade, die er von Morin erhalten hat, vom Französischen ins Englische und bringt diese 1767 in die britischen Kolonien nach Nordamerika. Heute sind uns diese 25 Grade in englischer Sprache als Francken Manuscript oder Jamaica Manuscript geläufig.[39] In den Kolonien kommt es nun zu weiterer Bewegung, auch in freimaurerischer Hinsicht.[40] Und so werden die ursprünglichen 25 Grade angereichert, unter anderem um eine Geschichte um Friedrich den Großen, der von seinem Glück als vermeintlicher Stifter dieses neuen Freimaurersystems am anderen Ende der Welt nicht einmal etwas weiß.[41]
Um es kurz zu machen: Die 25 Grade des Orders of the Royal Secret werden bis 1800 neu geordnet und erweitert, bis schließlich 1801 in Charleston das erste Surpreme Council entsteht, also der erste Oberste Rat des neu geschaffenen Scottish Rite mit seinen jetzt 33 Graden. Viele der Grade des neuen Scottish Rite sind noch enorm rudimentär, einige bestehen lediglich aus ihrem Namen.[42] Das “Scottish” im Namen des Ritus bezieht sich dabei auf das mythologisch begriffene Ursprungsland der Freimaurerei, nicht auf den Geburtsort des neuen Systems, der ja genau genommen in Charleston, South Carolina, liegt. Auch in Europa verwenden weiterführende Grade oft die Bezeichnung “Schottisch”.
Und wie immer in der Geschichte der Menschheit gibt es erneut weitere Bewegung. Wir erinnern uns: Die Freimaurerei findet ihren Weg von den britischen Inseln auf den Kontinent, von dort, angereichert, teils wieder zurück nach England und durch Imperialismus und Kolonialismus schließlich bis in die entferntesten Regionen der Welt. — Und genau dort kommt es irgendwann zu Aufständen. Viele der einstigen Herren verlieren dadurch ihre vermeintlichen Besitztümer: Zum Glück, denn die menschliche Freiheit lässt sich nicht ewig in Ketten legen!

Zurück nach Frankreich

Durch Remigranten wie de Grasse-Tilly gelangt so der neue Scottish Rite bzw. die angereicherten und neu strukturierten Grade des Order of the Royal Secret zurück nach Frankreich, jetzt mit mittlerweile 33 Graden, von denen die meisten ohnehin in Frankreich ihren Ursprung haben.[43]
Es entstehen dabei auch neue Versionen der Grade 1°-3° auf Basis der Ancients-Rituale, die wir bereits aus Three Distinct Knocks kennen. Diese neuen Versionen werden etwa ab 1802 in Paris erarbeitet und entfalten sich schnell. Wie gewohnt finden einige neue Themen Einzug, Akzente werden verschoben und gesetzt. Die erste Druckversion dieser “Schottischen Symbolischen Grade”, also der Grade 1-3 im Schottischen Ritus, folgt 1820. Ihr merkt: Wir nähern uns der Tradition des DH.
An dieser Stelle sei mir jedoch eine Randbemerkung gestattet: Diese frühe Historie des Scottish Rite, besonders in den USA, bedarf meines Erachtens einer historisch kritischen Aufarbeitung. Apologeten in den USA entschuldigen und relativieren[44], doch das Menschenbild von Personen wie de Grasse-Tilly und auch das von dem oft gefeierten Albert Pike entspricht keineswegs einem Menschenbild, wie wir es heute vertreten — und das muss benannt werden. Kurz: Es mangelt ihm an einer ausreichenden Universalität, was die Hautfarbe betrifft. Alexandre Françcois Auguste de Grasse-Tilly besaß eine Plantage mit 200 Sklaven.[45] Albert Pike, der spätere Reformator diverser Scottish Rite-Rituale und Autor von Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite, war Südstaatengeneral und fanatischer Rassist.[46] Seine Statue wurde im Juni 2020 bei den Black Lives Matter-Protesten in Washington vom Sockel gerissen und angezündet.[47] Diese Randbemerkung sei mir gestattet. Denn jede Geschichte verdient es, auch in ihren unschönen Bereichen betrachtet zu werden.
Doch zurück zum Schönen, zur wachsenden Universalität unseres Symbols der “Loge”: Die Beschreibung derselben entspricht in den französischen 1820er AASR-Ritualen im Wesentlichen der Beschreibung aus Three Distinct Knocks wie wir sie bereits von den Ancients kennen, in der uns die Maurerei selbst als universal begegnet. Ohnehin orientieren sich die Rituale sehr daran. Es kommt allerdings zu einer klitzekleinen weiteren Universalisierung. So heißt es in Three Distinct Knocks 1760 — wir erinnern uns:
“Q: Why is your Lodge situated East and West?
A: Because all Churches and Chapels are or ought to be so.”[48]
Im Guide des maçons Ecossais, also in der ersten Druckversion der schottischen Rituale 1-3, lesen wir 1820:
“D: Pourquoi votre loge est-elle située est et ouest?
R. Parce que tous le temples le sont ainsi.
[F: Warum befindet sich Ihre Loge im Osten und Westen?
A: Weil alle Tempel so sind.]”[49]
Nicht mehr nur Kirchen und Kapellen, sondern alle Tempel erscheinen uns jetzt in der Antwort als universal, meine lieben Geschwister. So ändert sich der Geist der Menschen im Laufe der Zeit und mit ihm entstehen neue und erweitern sich freimaurerische Systeme. Von den britischen Inseln aufs kontinentale Festland, von dort mit neuen Ideen zurück nach England, bis hinein in die Kolonien und erneut angereichert wieder zurück in die einst sogenannte Alte Welt. Und immer schreitet die Universalisierung der Ideen und des Menschenbildes voran.

Grande Loge Symbolique Écossaise (GLSE)

Besonders ab den 1848er Revolutionen ist in Europa eine Veränderung der Freimaurerei zu erkennen. Größere Menschengruppen suchen und finden Einzug in den Bund. Schon bald ist es auf dem Kontinent nicht mehr nur ein Projekt des Adels oder des sehr gehobenen Bürgertums. Bezeichnend für diese Entwicklung ist, dass erst ab 1848 die Ideale der französischen Revolution, “Liberté, Égalité, Fraternité”, tatsächlich Einzug in die französische Freimaurerei finden, der Laizismus folgt bald darauf.[50]
Die Gedanken brodeln. Und so kommt es, dass sich 1880 in Frankreich 14 Logen vom Obersten Rat lossagen und sich von diesem als unabhängig erklären. Die pyramidenförmige Hierarchie des Scottish Rite wird von ihnen als Überbleibsel des Adels betrachtet. Sie wollen sich fortan auf die Bearbeitung der ersten drei symbolischen Grade beschränken. Ideen der sozialen Gerechtigkeit finden kämpferisch Einzug in die Rituale. Es entsteht die Grande Loge Symbolique Écossaise de France (GLSE).[51] Georges Martin, auf den ich gleich nochmal zu sprechen komme, ist eines der Gründungsmitglieder. Er selbst ist erst im Jahr zuvor zum Freimaurer auf- und angenommen worden.

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Mich erinnert die Geschichte und die Motivation zur Gründung der Grande Loge Symbolique Écossaise sehr an den Hamburger Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder. Dieser verfasst 1801-1816 unter anderem im Austausch mit Philosophen wie Johann Gottfried Herder ebenfalls ein neues Freimaurersystem, das sich auf die ersten drei symbolischen Grade beschränkt.[52] Auch Schröder orientiert sich am Ritual der Ancients.[53] Er fasst alle Angaben zum Symbol der Loge wunderschön zusammen. Bei ihm heißt es 1801 (Rechtschreibung aus dem Originaltext):
“F: Welche Gestalt hat die Loge? | A: Eines rechtwinklichten länglichten Vierecks,
von Osten bis Westen, von Süden bis Norden, von der Erde bis zum Himmel,
und von der Oberfläche des Erdbodens bis zum Mittelpunkt.
F: Wie erklären Sie das? | A: Die Maurerey erstreckt sich über den ganzen Erdboden,
und alle Brüder auf demselben machen nur eine Loge aus.”[54]
Damit ist der universale Gedanke der Freimaurerei wunderbar auf den Punkt gebracht, finde ich. Doch wenn wir das heute lesen, merken wir: Halt, in diesem Ideal fehlt doch was! Oder?
Wenn wir das heute lesen, merken wir: Die Schwestern fehlen darin.

Die Geburt des Droit Humain

Dies fühlten auch die Frauenrechtlerin Maria Deraismes und der Arzt und Senator Georges Martin Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Denn erst die Idee einer gleichberechtigt gemischten Freimaurerei erfüllt den eigentlich universalen Anspruch des Symbols “Loge”, indem nicht mehr nur die eine Hälfte der Menschheit in ihr zu arbeiten vermag. Bis hierhin war es ein weiter Weg.

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Die Aufnahme von Maria Deraismes erfolgt schließlich am 14. Januar 1882 in der Loge Les Libres-Penseurs (zu deutsch “Die Freidenker”) im Orient von Le Pecq. Damit die Aufnahme stattfinden kann, erklärt sich die Loge fünf Tage zuvor von der GLSE als unabhängig, am 9. Januar 1882. Maria hält eine wunderbare Rede zu ihrer Aufnahme.[55] Danach passiert jedoch erstmal lange nichts, außer Streitigkeiten über Regularität und Rechtmäßigkeit des Geschehenen. Schließlich stellen sogar 15 Brüder einen Antrag auf Wiedereingliederung der Loge in die Grande Loge Symbolique Écossaise. Die Wiederaufnahme derselben wird 1884 beschlossen. Fortan ist Maria Deraismes Freimaurerin ohne Loge. Sie und Georges Martin arbeiten an einer Lösung. Doch diese zieht sich hin.[56]
Im Januar 1890 legt Georges Martin unter dem Titel “Recht der Frauen” ein Projekt zur Gründung einer gemischten Loge vor, das als Experiment beschrieben wird, und bittet die GLSE um Stellungnahme. Einige Logen befürworten die Idee, der Vorstand jedoch lehnt ab. Maria Deraismes und Georges Martin beginnen darauf, an den Plänen für eine unabhängige Struktur zur Aufnahme von Frauen zu arbeiten.[57]
Nach mehreren Vorbereitungstreffen ist es schließlich soweit. Am 14. März 1893, gut elf Jahre nach Marias Aufnahme in Le Pec, werden jetzt in Paris weitere Schwestern eingeweiht, unter Federführung von Maria Deraismes und Georges Martin. Drei Wochen später, am 4. April 1893, gründet sich darauf die erste gleichberechtigt gemischtgeschlechtlich arbeitende Obödienz, die Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”. Es ist schön, dass Maria dies noch erlebt. Sie stirbt im Jahr darauf im Alter von 65 Jahren am 6. Februar 1894 in Paris.
Im Vorwort der ersten Rituale dieser gemischten Obödienz schreibt Georges Martin am 23. Dezember 1895: “Bei der Abfassung dieses Rituals der ersten drei Grade für unsere gemischte Obedienz habe ich mich bemüht, alles zu bewahren, was den Alten Angenommenen Schottischen Ritus kennzeichnet, in den Maria Deraismes von der Loge ‘Les Libres-Penseurs’ in Le Pecq eingeweiht worden war und den sie den 17 Schwestern lehrte, mit denen wir dann am 4. April 1893 im Orient von Paris die gemischte Freimaurerei gründeten.”[58]
Aus dieser Obödienz geht schließlich der Ordre Maçonique Mixte International “Le Droit Humain” hervor. Die erste Konstitution desselben wird am 11. Mai 1901 bei der offiziellen Gründung verabschiedet.[59] Der Orden übernimmt zu den drei symbolischen Graden wieder alle 33 Grade des Scottish Rite, wahrscheinlich auch, um attraktiv für andere Freimaurer zu sein. Denn die Liebe zu weiterführenden Graden war seit Anbeginn der Freimaurerei, wie wir gesehen haben, bei vielen Menschen schon immer vorhanden. Außerdem ermöglicht das System eine schnelle und stabile internationale Verbreitung, die schon bald besonders durch die britische Frauenrechtlerin Annie Besant und ihren theosophischen Zweig der Freimaurerei erfolgen wird.[60] Eine neue Selbstfindungsphase beginnt, doch diese würde den Rahmen meines kleinen Exkurses komplett sprengen. – Der Droit Humain ist da, mit ihm betritt die Gleichberechtigung von Frau und Mann die internationale Bühne der Freimaurerei, und wir sind Teil dieser Geschichte. Im Folgenden entstanden darauf viele weitere lokale Abspaltungen, wie bspw. die Humanitas - Freimaurergroßloge für Frauen und Männer in Deutschland.

Frauen in der Freimaurerei

Doch eine Frage bleibt – für unser Selbstverständnis: War das alles tatsächlich so neu? Also Frauen in der Freimaurerei? Sagen wir es so: Für die Spielarten der Freimaurerei, wie sie in England im frühen 18. Jahrhundert entstanden sind, also für die Moderns und Ancients, war es neu. Denn in ihrer Gesellschaft waren Frauen nicht frei und hatten keinen Platz. Auch waren die Pubs, in denen sie ihre Versammlungen abhalten, besonders der Bereich um Covent Garden in London, vermutlich kein Ort, an denen Frauen gerne mehr Zeit als nötig verbrachten.[61] In Frankreich mit seinem Salonwesen sah dies dagegen anders aus.[62] Hier entwickeln sich schon bald sogenannte Adoptionslogen. Bei mir in Hamburg entstand die erste 1759.[63] In diesen werden speziell für Frauen verfasste Rituale zelebriert, die sich deutlich von den Freimaurergraden der britischen Craft Degrees unterscheiden. Auch sind die Logen den männlichen Freimaurerlogen und den männlichen Brüdern beigestellt, daher auch der Name Adoptionsloge. Die Idee der Gleichberechtigung gibt es in ihnen nicht. Sie sind ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft.
Diese Tatsachen verleiten einige Forschende, zu sagen, dass es sich bei den Adoptionslogen genau genommen gar nicht um Freimaurerei handele, denn die Rituale seien verschieden und es fehle an Freiheit. Doch das ist zu kurz gedacht. Sie waren durchaus eine Form der Freimaurerei, ganz klar auch von ihrem Selbstverständnis her. Dies verdeutlicht uns bspw. der Eid. Das früheste Ritual einer Adoptionsloge ist mir aus dem Jahr 1744 bekannt. Darin erklärt die Kandidatin, sie werde “Les secrets de La maçonnerie” (“die Geheimnisse der Freimaurerei”) an niemanden verraten, außer an einen Bruder oder eine Schwester, den oder die sie als Maurer erkannt habe.[64]
Es kann auch keineswegs von einer bloßen Abhängigkeit gesprochen werden. Die Bedeutung der Adoptionslogen für die Emanzipation der Frau ist nicht zu unterschätzen. In ihnen wirken nicht nur in völliger Abhängigkeit stehende Gespielinnen der Ehemänner, wie es manchmal dargestellt wird, sondern vielmehr aktive, selbstbewusste und gebildete Frauen, die ihre Logen zu leiten und die Arbeiten anzuordnen wissen. Davon zeugen uns Briefe und Tagebücher.[65] Auf gleicher Ebene indes, auf der Winkelwaage, erfolgt die Arbeit in den Adoptionslogen dagegen natürlich nicht.
Doch wie sieht das Ganze eigentlich ganz früher aus, also vor Gründung der Premier Grand Lodge und den britischen gentlemen masons, die mit ihrem Denken in London die Bauhüttenkultur für sich umgestaltet haben? Richtig spannend wird es im York No. 4 Manuscript. Es stammt aus dem Jahr 1693. Darin wird eine Aufnahme mit Vereidigung beschrieben.
Wir lesen: “The one of the elders takeing the Booke and that hee or shee that is to bee made mason shall lay their hands theron and the charge shall be given.”[66]
Er oder sie lege bei der Aufnahme seine oder ihre Hand aufs Buch? War es zuvor also möglich, dass Frauen den Weg in eine Bauhütte finden? Undenkbar, oder? Einige freimaurerische Forscher scheinen an dieser Stelle auch direkt vom Stuhl gefallen zu sein. Sie halten das “shee” für einen Schreibfehler und sagen, dort müsse eigentlich ein “they” stehen. Dies habe ich in meiner Londoner Zeit tatsächlich einige Male gehört.
Warum ich denke, dass sie direkt vom Stuhl gefallen seien, ist ganz einfach. Denn ein paar Seiten weiter wird im York No. 4 beschrieben, wie sich die Lehrlinge in besonderer Weise rechtmäßig zu verhalten haben und an wen sie andersartige Vorfälle gegebenenfalls zu berichten haben. Und zwar wendet sich der Lehrling "during the said apprentisshipp either to his M[aste]r or dame or any other fre[e]mason".[67] Wahrscheinlich haben einige Forschende also gar nicht mehr so weit gelesen, sonst hätten sie die “dame” an dieser Stelle entdeckt. Das kann natürlich passieren, wenn Mann (großgeschrieben) vom Stuhl kippt.
Gibt es noch andere Zeugnisse?

Peter-Drach-der-Aeltere-ca-1480.jpg

Dieser Holzschnitt stammt aus einem Buch von Peter Drach dem Älteren, ca. 1480, den ich hier vergrößert habe.[68] Doch was ist denn das: Da ist ja eine Frau beim Kirchbau zu sehen! Bestimmt auch ein Druckfehler, oder?
Und wie sieht es hiermit aus:

Roman-de-Girart-de-Roussillon-1448.jpg

Die zwei Typen sehen schon richtig aus, wie man sich echte Steinmetze vorstellt, oder? Mit ihren weißen Hauben und den schönen Kleidern. — Oder sind das etwa auch Frauen, die hier im Roman de Girart de Roussillon 1448 dargestellt werden?[69]
Halt mal: Ist das alles vielleicht gar nicht so unvorstellbar: Frauen, die gemeinsam mit Männern beim Kathedralenbau arbeiten? War so eine strikte Trennung zwischen Mann und Frau beim Bau im Mittelalter vielleicht nicht sinnvoll oder nicht einmal denkbar, wie mir einige Historiker erklärt haben? Ist die gängige Vorstellung heute vielleicht nur durch einen patriarchal dezent verzerrten Blick gestört? Vielleicht sollte man das Wort Steinmetz doch ab und an gendern und es auch in der weiblichen Form verwenden?[70] Hmm, wer weiß.

Moritz-von-Schwind-1844.jpg

Dieses Gemälde hängt heute in Berlin: Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, aktuell im Raum 3.13. Es zeigt Sabina von Steinbach bei der Arbeit an einer Figur für die Straßburger Synagoge. Rechts steht ihr Vater Erwin, Meister der Straßburger Bauhütte, der zusammen mit seinem Auftraggeber, Erzbischof Konrad, offenbar gerade den Bauplan des Straßburger Münsters bespricht. Der Nordturm ist eingerüstet. Der arbeitende Steinmetz könnte ihr Bruder Johannes sein. Auf dem Regal steht eine Büste, die Sabinas Vater zeigt. Vermutlich, um darzustellen, dass sie in seinem Geiste arbeitet.
Das Gemälde stammt jedoch nicht wie die anderen beiden Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert, sondern aus der Spätromantik. Moritz von Schwind hat es 1844 gemalt.[71] Sabina wurde zu dieser Zeit enorm hochstilisiert. Sie habe die Figuren vor der Straßburger Synagoge gefertigt, die bei der französischen Revolution zerstört worden sind. Einige gehen so weit und sagen, sie hätte sogar die Bauhütte ihres Vaters geleitet, daran ist wohl nichts dran. Sabina ist eher eine Legende und das Gemälde stammt aus einer anderen Zeit als die beiden Darstellungen, die wir soeben gesehen haben. Es ist jedoch wunderschön. Ihr solltet das Gemälde dringend einmal auf der Museumsinsel besuchen gehen! Denn als Legende ist Sabina von Steinbach definitiv eine große Frau in der Vorgeschichte der Freimaurerei, einige Logen tragen sogar ihren Namen.[72]
Auch im Regius Poem, dem Halliwell Manuscript, einer ganz alten Handwerksordnung, wird übrigens ganz selbstverständlich von Brother und Sister gesprochen. Es wurde einst auf das Jahr 1390 datiert. Wahrscheinlicher erscheint eine Entstehung um 1425.[73] Es stammt also aus dem selben Jahrhundert wie die ersten beiden Darstellungen: “He [Euclid] should have more worship than the less, [...]
[Euclid sollte mehr Verehrung zuteilwerden, steht hier. Diese ganzen alten Manuskripte sind so wunderbar gefüllt mit ganz herrlicher Mythologie, mit Pythagoras, mit Noah, mit Hermes Trismegistos, mit König David, mit Tubalkain usw., immer betrachtet auf ihre Bedeutung für Geometrie und Handwerkskunst, besonders das Cooke Manuscript, da ahnt man direkt, wo die Inspiration für so manche Themen der weiterführenden Grade herkommt. —
Sorry, ich fange nochmal an:]
He [Euclid] should have more worship than the less, [...]
His name it spread full wonder wide. [...]
And so each one shall teach the other,
And love together as sister and brother.”[74]
Circa 1425 — was für ein schönes Schlusswort!

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich also sagen:

  • Der Weg der Entwicklung der Freimaurerei verläuft nicht geradlinig. Es gibt Abzweigungen, Kreuzungen, Einbahnstraßen und – für einige – vielleicht auch Umwege.
  • Vielmehr gleicht die Freimaurerei eher einem bunten Fächer, dessen Vielfalt sich im frühen 18. Jahrhundert gewaltig zu öffnen beginnt.
  • Bereits von Anbeginn schimmern aus ihr verschiedene Traditionen der westlichen Esoterik[75] und menschlichen Kultur hervor: sei es der Neoplatonismus, die Hermetik, natürlich das Christentum, aber auch die Astrologie, die Alchemie, die Aufklärung, später die Wissenschaftlichkeit, der Laizismus, die Internationalität.
  • All diese Zutaten sind in den verschiedenen Systemen unterschiedlich stark ausgeprägt.
  • Wo ein System aufhört und das nächste beginnt, lässt sich historisch oft nur schwer entwirren.
  • Die eigene Historie gilt es aufrecht und ehrlich in Hinblick auf dunkle Epochen aufzuarbeiten. Die Forschungsloge Quatuor Coronati hat dies 2022 für Deutschland vor und zur Nazizeit beachtlich geschafft, unter anderem durch die Verteilung der Dissertation von Manuel Pauli als Jahresgabe.[76] Für die Forschung des Scottish Rite, besonders in den USA, glaube ich indes noch einige Aufgaben zu erkennen.
  • Frauen in Bauhütten und beim Kathedralbau scheint es schon immer gegeben zu haben. Ob sie die Regel waren, wage ich zu bezweifeln, doch ihre Beispiele sind deutlich belegt.
  • Frauen in symbolischen Freimaurerlogen gab es dagegen bei den gentlemen masons in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts nicht mehr. Noch heute wird an diesem Dogma von dem Großteil der Logen festgehalten.
  • Sogenannte Adoptionslogen für Frauen entwickelten sich schon bald in Frankreich. In ihnen wurden für Frauen angepasste Rituale zelebriert, die sich von den britischen Craft Degrees, von den symbolischen Graden, deutlich unterscheiden. Die Idee der Gleichberechtigung gab es in ihnen nicht. Allerdings kann auch keineswegs von einer bloßen Abhängigkeit gesprochen werden. Ihre Bedeutung für die Emanzipation der Frau ist nicht zu unterschätzen. Der Eid der Adoptionslogen zeugt von dem freimaurerischen Selbstverständnis der Mitgliederinnen.
  • Erst gemischte Logen, in denen Frauen und Männer gemeinsam arbeiten, erfüllen indes den eigentlich universalen Anspruch, den die Freimaurerei in Form ihres Symbols der “Loge” schon immer im Herzen trägt. — So ist zumindest meine Meinung.
  • Der Droit Humain, oder eher Maria Deraismes und Georges Martin noch im Umfeld der Grande Loge Symbolique Écossaise, lieferten hierfür den Startschuss bzw. die Wiederanknüpfung an die eigentlich alte Tradition von Frauen, die in Bauhütten gemeinsam mit Männern am großen Bau arbeiten.
  • Es gibt eine Vielzahl freimaurerischer Systeme und Grade. Was für den einen oder die eine einen Umweg darstellen mag, empfindet die oder der andere als eine Notwendigkeit auf dem Weg zur Ziel.
  • Das Ziel der Freimaurerei ist und bleibt die Entwicklung des Menschen und der Menschheit.
  • Wie wir gesehen haben, keimt und wächst schon seit Anbeginn in ihr die Idee der Universalität.
  • Und je mehr ungerechte Mauern wir einreißen, die im Menschenbild bestehen und die versuchen, anderen Menschen ihr ganzes und vollwertiges Menschsein abzusprechen, je mehr dieser ungerechten Mauern und Schranken wir zertrümmern, desto universaler können wir am Tempelbau arbeiten. Denn nicht nur zum Bearbeiten des eigenen Steines, sondern auch zum Zertrümmern von Mauern dient unser freimaurerischer Spitzhammer.
  • Es liegt heute an uns, diesen Anspruch der Universalität in unserer Zeit und Lebenssituation zu definieren und aufs Neue zu verwirklichen.

Dies ist der Gedanke, den ich Ihnen an dieser Stelle mitgeben möchte.
Vielen Dank für das Interesse und Engagement!

Robert Matthees
Hamburg, 23. März 2023

Fußnoten & Quellen

  1. Kurzform für die erste gleichberechtigt gemischte Großloge der Welt: Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”, später Ordre Maçonique Mixte International “Le Droit Humain”.
  2. Vgl. Stevenson, D.: The Origins of Freemasonry — Scotland's Century, 1590 to 1710. Revised Edition. Cambridge: Cambridge University Press, 1990, S. 49, S. 87-96.
  3. Vgl. Yates, F. A.: The Art of Memory. London: Bodley Head, 2014, S. 17-41.
  4. Schaw, W.: Second Schaw Statute, 1599. URL: http://www.themasonictrowel.com/Articles/Manuscripts/manuscripts/shaw_statutes/shaw_statutes.htm (aufgerufen am 22.03.2023).
  5. Edinburgh Register House Manuscript, 1696. In: Knoop, D., Carr, H., Jones, G. P., Hamer, D.: The Early Masonic Catechisms. London: Quatuor Coronati Lodge no. 2076, 1975, S. 31-34, hier S. 33. Auch URL: http://theoldcharges.com/chapter-21.html (abgerufen am 29. März 2023).
  6. Ebd., S. 33.
  7. Vgl. Iliffe, R.: Newton — A Very Short Introduction, Oxford: Oxford Academic, 2007.
  8. Vgl. Janacek, B.: Alchemical Belief — Occultism in the Religious Culture of Early Modern England. Pennsylvania: Pennsylvania State University Press, 2015, S. 1-15; vgl. Hanegraaff, W. J., Faivre, A., van den Broek, R., Brach, J.-P.: Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Leiden: Brill, 2006, S. 12-23, S. 34-50.
  9. Vgl. Carpenter, A. T.: John Theophilus Desaguliers — A Natural Philosopher, Engineer and Freemason in Newtonian England. London: Continuum, 2011.
  10. Vgl. Koselleck, R.: Zeitschichten — Studien zur Historik. Berlin: Suhrkamp, 2003, S. 20.
  11. Vgl. Epheser 2:20.
  12. Wilkinson Manuskript, ca. 1727. In: Knoop, D., Carr, H., Jones, G. P., Hamer, D.: The Early Masonic Catechisms. London: Quatuor Coronati Lodge no. 2076, 1975, S. 121-151, hier S. 129. Auch URL: http://theoldcharges.com/chapter-32.html (abgerufen am 29. März 2023).
  13. Ebd., S. 130.
  14. Vgl. Joel 3:12.
  15. Wilkinson Manuskript, ca. 1727. In: Knoop, D., Carr, H., Jones, G. P., Hamer, D.: The Early Masonic Catechisms. London: Quatuor Coronati Lodge no. 2076, 1975, S. 121-151, hier S. 130, S. 133. Auch URL: http://theoldcharges.com/chapter-32.html (abgerufen am 29. März 2023).
  16. Vgl. bspw. Cooke Manuskript, ca. 1450. URL: http://www.durandlodge.com/books/cooke.pdf (abgerufen am 22. August 2022).
  17. Vgl. Dachez, R., Bauer, A.: Freemasonry — A French View. Washington, D.C.: Westphalia Press, 2015, S. 11-12.
  18. Vgl. Powell, C.: The Hiramic Legend and the Creation of the Third Degree. In: Ars Quatuor Coronatorum, vol. 133, 2020. URL: https://www.quatuorcoronati.com/wp-content/uploads/2021/01/AQC-134.02-Powell-1.pdf (abgerufen am 22. August 2022).
  19. Vgl. Snoek, J. A. M.: The earliest development of masonic degrees and rituals — Hamill versus Stevenson. In: Formen und Inhalte freimaurerischer Rituale, 2017, S. 17-38.
  20. Vgl. Snoek, J. A. M.: Die Harodim — Vortrag auf der auf der Jahrestagung der Forschungsvereinigung Frederik zu Lübeck am 25. Oktober 2013. URL: https://www.freimaurer-wiki.de/index.php/Frederik:_Die_Harodim (abgerufen am 22. August 2022); vgl. Snoek, J. A. M.: Introduction & Bibliography. In: British Freemasonry 1717-1813, Rituals I — English, Irish and Scottish Craft degrees, Vol. 2 (2016), S. ix-xviii.
  21. Pritchard, S.: Masonry Dissected. London: 1730, S. 8/9. URL: https://archive.org/details/MasonryDissected (abgerufen am 22. August 2022).
  22. Ebd., S. 9.
  23. Vgl. Prescott, A., Sommers, S. M.: Searching for the Apple Tree — Revisiting the Earliest Years of English Organized Freemasonry, in: Reflections on Three Hundred Years of Freemasonry. Saint Neots: Lewis Masonic, 2017, S. 681-704; vgl. Clark, P.: British Clubs and Societies 1580-1800 — The Origins of an Associational World. Oxford: Oxford University Press, 2000, S. 309-349.
  24. “Adam, our first Parent, created after the Image of God, the great Architect of the Universe, must have had the Liberal Sciences, particularly Geometry, written on his Heart.” — Anderson, J.: The Constitutions of the Free-Masons. London: 1723, S. 1-2. URL: https://archive.org/details/the-constitutions-of-the-free-masons-1723 (abgerufen am 22. August 2022).
  25. Vgl. Martin, G.: Rituels I-III. Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”, 1895.
  26. Three Distinct Knocks, ca. 1760, S. 27. URL: https://linfordresearch.info/fordownload/Other%20Books/TDK%20exposure%20Dublin%20edn.pdf (abgerufen am 22. August 2022).
  27. Ebd., S. 27.
  28. Ebd., S. 27.
  29. Ebd., S. 28.
  30. Vgl. Clark, P.: British Clubs and Societies 1580-1800 — The Origins of an Associational World. Oxford: Oxford University Press, 2000, S. vii-x, S. 8, S. 26-44.
  31. Vgl. Lorente-Bull, D.: The Other Brotherhood — When Freemasonry Crossed the English Channel. Autores Contemporáneos. Band 2. Asturias: Entreacacias, 2019, S. 53.
  32. Vgl. Mollier, P.: Some news from the “Russian Archives” about the early history of the high degrees — the Scottish Order in Berlin from 1742 to 1752. In: Ritual, Secrecy and Civil Society, Volume 1, Number 1, Spring 2013, S. 22-26; vgl. Ritual-Transkript & Übersetzung Écossais de Prusse, ou Le Chevalier de St André, ca. 1750 (GON 192.A.62: Sammlung Georg Kloss, XXV-26). In: Bettag, K., Snoek, J. A. M.: Quellen der Eckleff`schen Andreas-Akten. Flensburg: Forschungsvereinigung Frederik, 2012, S. 401-408.
  33. Vgl. Mollier, P.: The Masonic Degree of Rose-Croix and Christianity — The Complex Links between Religion and Freemasonry during the Enlightenment. In: Ritual, Secrecy and Civil Society, Volume 1, Number 2, Winter 2013/2014, S. 15-24, hier S. 15. URL: https://pierremollier.files.wordpress.com/2013/04/pm-127-rose-croix-and-christianity.pdf (abgerufen am 22. August 2022).
  34. Vgl. LeForestier, R.: Die templerische und okkultistische Freimaurerei im 18. und 19. Jahrhundert. Band 1. Heidelberg: Werner Kristkeitz Verlag, 1988, S. 189-221.
  35. Allein Ray Denslow listet ca. 2000 verschiedene Freimaurergrade und -riten. — Vgl. Denslow, R. V.: Masonic Rites and Degrees. Trenton, Missouri: Published by the Author, 1955.
  36. Vgl. bspw. die 97 Grade des ursprünglichen Memphis-Ritus. In: The Rite of Memphis, Collectana, vol. 3, pt. 1 & 2. Washington, D.C.: The Grand College or Rites of the United States of America, 1992.
  37. Vgl. de Hoyos, A.: Scottish Rite Ritual Monitor & Guide. Washington, DC: The Supreme Council 33°, 2016, S. IX-XVII.
  38. Vgl. The Baylot Manuscript in Translation. Massachusetts: Triad Press, 2020.
  39. Vgl. Francken, H. A., de Hoyos, A.: Freemasonry`s Royal Secret — The Francken Manuscript. Washington, DC: The Scottish Rite Research Society, 2014.
  40. Vgl. Morris, B.: Henry Andrew Francken & His Masonic Manuscripts. In: Heredom — The Transactions of the Scottish Rite Research Society, vol. 23 (2015), S. 107-114. URL: http://scottishriteresearch.com/wp-content/uploads/2017/06/Francken-MSS.pdf (abgerufen am 22.03.2023).
  41. Vgl. Jackson, A. F. C.: Rose Croix — The History of the Ancient and Accepted Rite for England and Wales. St Neots: Lewis Masonic, 1980, S. 31-74.
  42. Vgl. Ordo ab Chao — The Original and Complete Rituals of the First Supreme Council, 33°, Volume 1 & 2. Boston & New York: Poemandres Press, 1995.
  43. Vgl. Francken, H. A., de Hoyos, A.: Freemasonry`s Royal Secret — The Francken Manuscript. Washington, DC: The Scottish Rite Research Society, 2014, S. vii-xx.
  44. Vgl. bspw. de Hoyos, A.: Tyler's Place Podcast “Defending Albert Pike” (June 2017). URL: https://www.spreaker.com/user/tylersplace/ttp-june-2017-mixdown-1 (abgerufen am 21.03.2023).
  45. “As to myself, after having lost a commodious dwelling & 200 Negroes [...]” — Brief von de Grasse-Tilly an G. Washington vom 25. August 1793. URL: https://founders.archives.gov/documents/Washington/05-13-02-0356 (abgerufen am 21.03.2023)
  46. “I took my obligations to white men, not to Negroes. When I have to accept Negroes as brothers or leave Masonry, I shall leave it. [...] I am interested to keep the Ancient and Accepted Rite uncontaminated.” — Brief von Albert Pike an John D. Caldwell vom 13. September 1875. URL: https://www.readex.com/blog/albert-pike-confederate-commissioner-masonic-demiurge-apologist-slavery-apostate-union (abgerufen am 22.03.2023); vgl. Portnoy, J.: A homeless Confederate? Albert Pike’s complicated legacy leaves statue in limbo. In: Washington Post (30. Oktober 2017). URL: https://www.washingtonpost.com/local/dc-politics/a-homeless-confederate-albert-pikes-complicated-legacy-leaves-statue-in-limbo/2017/10/16/40fe05d6-aa10-11e7-92d1-58c702d2d975_story.html (abgerufen am 22.03.2023).
  47. Vgl. Demonstranten stürzen Statue von Südstaaten-General in Washington. In: FAZ (20.06.2020). URL:‌‌ https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/washington-demonstranten-stuerzen-suedstaatengeneral-denkmal-16824289.html (abgerufen am 22.03.2023); “The D.C. Police are not doing their job as they watch a statue be ripped down & burn. These people should be immediately arrested. A disgrace to our Country!” — Tweet von Donald Trump am 20. Juni 2020. URL: https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1274182502421315584 (abgerufen am 22.03.2023).
  48. Three Distinct Knocks, ca. 1760, S. 27. URL: https://linfordresearch.info/fordownload/Other%20Books/TDK%20exposure%20Dublin%20edn.pdf (abgerufen am 22. August 2022).
  49. Guide des maçons Ecossais ou cahiers des trois grades symboliques du Rit Ancien et Accepté, 1820, S. 33 (übersetzt von Robert Matthees).
  50. Vgl. Dachez, R., Bauer, A.: Freemasonry — A French View. Washington, D.C.: Westphalia Press, 2015, S. 28/29, S. 33-35, S. 41-42.
  51. Vgl. Snoek, J. a. M.: Initiating Women in Freemasonry. Leiden: Brill, 2011, S. 176, S. 196–198; vgl. Jupeau-Réquillard, F.: La Grande Loge symbolique écossaise, 1880-1911 ou Les Avant-gardes maçonniques. Paris: Du Rocher éditions, 1998.
  52. Vgl. Hintze, W.: Friedrich Ludwig Schröder — Der Schauspieler — Der Freimaurer. Die “Blaue Reihe”, Heft Nr. 22. Hamburg: Bauhütten Verlag, 1974.
  53. Vgl. Schröder, F. L.: Aeltestes Ritual. In: Schröder’sche Ritualsammlung. Rudolstadt: ca. 1805/1806.
  54. Schröder, F. L.: Ritual des Lehrlingsgrades, 1801. In: Quatuor Coronati — Quellenkundliche Arbeit Nr. 33, 1994.
  55. Vgl. Deraismes, M. (14. Januar 1882). In: Bulletin Trimestriel, Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”, Jg. 1, Nr. 2, April 1895, S. 39-45 (bei Interesse: eine Übersetzung ins Englische liegt mir vor, eine ins Deutsche habe ich angefertigt).
  56. Vgl. Bulletin Trimestriel, Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”, Jg. 1, Nr. 1, Januar 1895, S. 12.
  57. Vgl. Hivert-Messeca, G., Hivert-Messeca, Y.: Femmes et franc-maçonnerie: Trois siècles de franc-maçonnerie féminine et mixte en France (de 1740 à nos jours). Paris: Dervy, 2015, S. 312-373.
  58. Martin, G.: Rituels I-III. Grande Loge Symbolique Ecossaise de France “Le Droit Humain”, 1895, S. 2. Übersetzt aus dem Französischen von Robert Matthees.
  59. Vgl. Festschrift “100 Jahre LE DROIT HUMAIN Österreich”. Wien: Verlag Erhard Löcker, 2022, S. 38/39.
  60. Vgl. Snoek, J. A. M.: Researching Freemasonry — Where are we?. In: Formen und Inhalte freimaurerischer Rituale, 2017, S. 153-175, hier S. 173; vgl. Leadbeater, C. W.: The Hidden Life in Freemasonry. Adyar, Madras: The Theosophical Publishing House, 1926; vgl. Steiner, R.: Die Tempellegende und die Goldene Legende (GA093). Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1991, S. 21.
  61. Vgl. Prescott, A.: Youtube-Video “Searching for the Apple Tree: What Happened in 1716? — Sankey Lecture Series in Masonic Studies”. URL: https://www.youtube.com/watch?v=I1cumvKlLcM (abgerufen am 22. August 2022).
  62. Vgl. Lilti, A.: The World of the Salons: Sociability and Worldliness in Eighteenth-Century Paris. Oxford: Oxford University Press, 2000.
  63. Adoptionsloge “Concordia”, gestiftet am 3. Juli 1759 von Johann Gottfried Exter (1734-1799), M.v.St. der Loge "Absalom", Provinzialgroßmeister von Hamburg und Niedersachsen. (Vgl. Lenning, C.: Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Erster Band. Leipzig: Max Hesse's Verlag, 1900, S. 271/272.)
  64. Catechisme De L'adoption Pour Les franches Maconnes, 1744 (BN FM 151, ADO1744). In: Snoek, J. a. M.: Initiating Women in Freemasonry. Leiden: Brill, 2011, S. 418-424, hier S. 419.
  65. Vgl. Moreillon, F.: Women and Freemasonry in the Eighteenth Century: Some New Documents — The Giroust Manuscripts. In: Ritual, Secrecy and Civil Society, Volume 1, Number 1, Spring 2013, S. 12-21.
  66. York Roll No. 4, 1693. In: Bardwell, J. B.: Ancient York Masonic Rolls — Reprint of Ancient Masonic Rolls of Constitutions, 1895, S. 57-66, hier S. 63.
  67. Ebd., S. 66.
  68. Peter Drach der Ältere: Das ist der spiegel der menschen behaltnis mit den ewangelien vnd mit epistelen nach der zyt des iars, mit dt. Perikopen und Auszügen aus Der Heiligen Leben. Speyer, ca. 1480, Bildnummer 242 (hier in größerer Darstellung optimiert mit Remini AI). URL: https://daten.digitale-sammlungen.de/0003/bsb00031715/images/index.html?fip=193.174.98.30&id=00031715&seite=242 (abgerufen am 1. Februar 2021).
  69. Roman de Girart de Roussillon, 1448, Cod. 2549, fol. 167v (hier in größerer Darstellung optimiert mit Remini AI). URL: https://digital.onb.ac.at/rep/osd/?10FFC0F6 (abgerufen am 27. März 2023).
  70. Vgl. Criado Perez, C.: Invisible Women — Exposing Data Bias in a World Designed for Men. London: Chatto & Windus, 2019.
  71. Moritz von Schwind: Sabina von Steinbach, 1844 (hier in größerer Darstellung optimiert mit Remini AI). URL: https://smb.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=143881 (abgerufen am 1. Februar 2021).
  72. Bspw. die AASR-Perfektionsloge Sabina von Steinbach in Frankfurt am Main.
  73. Vgl. Prescott, A.: Einige literaturwissenschaftliche Kontexte der Regius- und Cooke-Manuskripte. In: Wurzeln der Freimaurerei — Aktuelle Forschungsergebnisse über ihre Vor- und Frühgeschichte, Band 1, 2016, S. 87-131.
  74. Regius Poem / Halliwell Manuscript, ca. 1425. URL: https://freemasonry.bcy.ca/texts/regius.html (abgerufen am 22. August 2022).
  75. Vgl. Snoek, J. A. M.: Einführung in die westliche Esoterik, für Freimaurer. Zürich: Modestia cum Libertate, 2011.
  76. Vgl. Pauli, M.: Die deutsche Freimaurerei in der langen Jahrhundertwende (1860 – 1935). Berlin: Peter Lang, 2022.