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Adel und Freimaurerei

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An Umfang und Genauigkeit bisher unübertroffen enthält das bis zur Gegenwart aktualisierte große lexikalische Standardwerk über die Freimaurerei neben einem lexikografischen Teil, Grundgesetzen, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei auch Darstellungen der Leistungen ihrer Mitglieder. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Feimaurer. Prof. Dieter A. Binder; geboren 1953, lehrt an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Andrassy-Universität Budapest Geschichte. Autor zahlreicher Publikationen zur Österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Kulturgeschichte. Bestellung: SCHOPF

Adel und Freimaurerei

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

Der große Aufstieg der Freimaurerei begann in dem Augenblick als es den Londoner Logen 1721 gelang, einen Peer von England, den Herzog von Montagu (Anmerk. John Montagu) als Großmeister zu gewinnen. Seither ist die Liste der englischen Großmeister gleichzeitig ein Register der vornehmsten Adelsnamen.

Anderson verlangt für die Stelle des Großmeisters in seinen "Old Charges" einen Mann von hohem Adel, einen ausgezeichneten Gelehrten, einen kunsterfahrenen Baumeister oder sonst einen Künstler. Dem Bildungsgrade des XVIII. Jahrhunderts entsprechend, in dem Bildung ein Vorrecht der bevorzugten Stände war, setzten sich die Freimaurerlogen des Kontinents damals lange Zeit hindurch im wesentlichen aus Adligen zusammen oder wiesen doch sehr starke adlige Kontingente auf.

Bei der sinkenden Bedeutung des Adels im 19. Jahrhundert ist dieser in den Logen spärlicher geworden. In England und Skandinavien ist seine Beteiligung an der Freimaurerei freilich noch immer eine sehr rege, um so mehr, als das Herrscherhaus meist die Großmeister stellt. In Deutschland war ein reges Interesse des Adels insolange zu verzeichnen, als die regierenden Fürsten dem Freimaurerbunde angehörten. Unter Wilhelm II., der selbst nicht Freimaurer war, wurde der adlige Zuwachs immer geringer. In der Zeit nach dem Kriege hat sich die Deutsche Adelsgenossenschaft (s. unten) sehr schroff gegen die Freimaurerei gewendet und Mitglieder vor die Entscheidung des Austrittes aus der Genossenschaft oder den Logen gestellt. Gegen diesen Terror, der rein nationalistische Triebfedern hatte, wurde von aufrechten adligen Freimaurern entschieden und auch mit teilweisem Erfolg protestiert.

Deutsche Adelsgenossenschaft

Die Deutsche Adelsgenossenschaft, hat seit 1925 wiederholt die "Freimaurerfrage" beraten; 1926 wurde beschlossen, daß ein Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft nicht einer humanitären Loge angehören könne, daß es aber der Gewissensentscheidung des einzelnen überlassen bleibe, ob er die Mitgliedschaft bei der Deutsche Adelsgenossenschaft mit der bei einer der drei altpreußischen Großlogen vereinigen könne. Im Herbst 1930 beschloß die Deutsche Adelsgenossenschaft, daß auch Mitglieder der Großen Loge von Preußen, genannt "Zur Freundschaft", und der Großen Nationalloge "Zu den drei Weltkugeln" nicht Mitglieder der Deutschen Adelsgenossenschaft werden können; rückwirkende Kraft wurde diesem Beschluß nicht eingeräumt.

Schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte die Deutsche Adelsgenossenschaft einen Vorstoß gegen die Freimaurerei unternommen, das Deutsche Adelsblatt erging sich in derartigen Verdächtigungen, daß sich Prinz Friedrich Leopold von Preußen als Protektor der altpreußischen Großlogen veranlaßt sah, in einem Schreiben vom 10. Juni 1896 die deutsche Freimaurerei in Schutz zu nehmen.


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