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Royal York zur Freundschaft

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Inhaltsverzeichnis

Royal York zur Freundschaft

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John Lane "Masonic Records 1717-1894" Seite 156

ausführlicher unter: Preußen und Traktat: Die Großloge Royal York zur Freundschaft

Geschichte

Ein Glückwunsch von der GL von Preußen für die GL von Philadelphia anläßlich dere Fertigstellung des neuen Tempels 1873

Quelle: Wikipedia, Artikel dort: „Royal York zur Freundschaft“

Die "Große Loge von Preußen genannt Zur Freundschaft" war eine der acht anerkannten Freimaurer-Großlogen, die bis 1935 im Deutschen Reich existierten.

Sie wurde 1760 in Berlin gegründet und stellte 1935 zwangsweise ihre Arbeit ein. Ihre größte Verbreitung hatte sie 1932 mit 11.500 Mitgliedern in 104 Logen.

Sie ist die jüngste der drei "altpreußischen Großlogen."

Seit 1946 existiert Sie unter dem Namen "Große Loge Royal York zur Freundschaft" mit ihren ursprünglichen vier Tochterlogen ("Urania zur Unsterblichkeit", "Zur siegenden Wahrheit", "Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit", "Pythagoras zum flammenden Stern") weiter.

Berlin

In Berlin gründeten französische Künstler, Gelehrte und Beamte, die für Friedrich II. arbeiteten, die Logen L'Amitié 1752 und La Concorde 1754, die beide Tochterlogen der Großen National-Mutterloge wurden. Urkundlich nachgewiesen sind diese Logen nicht, erst eine am 5. Mai 1760 gegründete französische Loge mit Namen Aux trois Colombes (Zu den drei Tauben), die 1761 in De l´Amitié aux trois Colombes umbenannt wurde lässt sich über das Archiv der „3 Weltkugeln“ nachweisen. Die drei Tauben verschwanden bald aus dem Namen und blieben lediglich durch das Wappen der Großloge in Erinnerung.

Am 27. Juli 1765 wurde der damals 26-jährige Herzog Eduard August von York, Bruder von Georg III., König von England, aufgenommen. Der Herzog befand sich auf der Durchreise in Berlin, übernahm die Rolle des Protektors der Loge, die ihm zu Ehren den Namen „Loge Royale d’York de l’Amitié“ („Loge Royal York zur Freundschaft“) annahm. Diese enge Verbindung nach England führte am 24. Juni 1767 zu einem Anschluss an die Großloge von England. Außer dem Patentbrief erhielten sie aber nichts, so dass die Loge ohne feste Vorschriften nach den verschiedensten Ritualen arbeitete. Die Zustände in der Loge um 1799 galten als desolat, einer ihrer vorsitzenden Meister nannte selbst die bearbeiteten Rituale, die teilweise aus dubiosen Quellen stammten, als absurd und läppisch. Zu dieser Zeit wurde neben den drei üblichen Freimaurergraden noch ein vierter „Elû“-Grad bearbeitet.

Eine Wende trat für die Loge 1773/74 ein. Am 30. November 1773 hatte London die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland anerkannt. Nun untersagte London der Royal York eigene Logen zu gründen und stellte ihnen frei, unter der Großloge von England zu bleiben oder zur Großen Landesloge zu wechseln. Am 19. Mai 1774 schloss sich die Royal York der Großen Landesloge an, aber die großen Unterschiede in den Sichtweisen über Freimaurerei und in den bearbeiteten Ritualen und Graden führten 1778 zum Bruch. Die Royal York arbeitete nach französischem Ritual, teils in französischer, teils in deutscher Sprache. Nach den drei allgemeinen Freimaurergraden erteilte die Loge noch zahlreiche Hochgrade: Elû des Quinze et des Neuf et de Perignan, Ecossois rouge, Ecossois Vert de St. André, Chevalier de l'Aigle et de Pelican ou Prince souverain de Roge Croix und für ein paar Jahre auch den Chevalier de Triple-Croix.

In dieser schwierigen Zeit wurde die Loge durch ihren Meister vom Stuhl Jean Pierre Delagoanère am Leben erhalten. Nach seiner beruflichen Versetzung nach Emmerich 1784 stiftete er im Namen der Royal York zwölf auswärtige Tochterlogen, was die Royal York faktisch zu einer Mutter-Loge machte. Bereits 1773 war Delagoanère zum Großmeister ernannt worden. Der Anschluss an die Große Landesloge ist innerlich wie auch strukturell nie durchgeführt worden. Die Große Landesloge weigerte sich sogar, der Royal York ihre Ritualakten zu übersenden.

Delagoanère hatte 1779 ein Grundstück in der Dorotheenstraße in Berlin gekauft, auf dem die spätere Großloge ihre Heimat fand. Nach Delagoanères Tod wurde der Hofjuwelier Louis Baudesson sein Nachfolger als Meister von Stuhl der Royale York de l'Amitié. Als dieser nach nur kurzer Amtszeit verstarb übernahm der Schauspieler Claude Etienne Le Bauld de Nans die Leitung und trieb die Reformen innerhalb der Loge voran.

Zu dieser Zeit trat Ignaz Aurelius Feßler in die Royal York ein und wurde zur eigenen Überraschung schnell mit der Reform der Rituale betraut. Bis zum 3. August 1797 überarbeitete er sämtliche Grade und erstellte eine neue Fundamental-Konstitution. Am 4. Januar 1798 gelang es Feßler, von König Friedrich Wilhelm von Preußen die Einwilligung zu einem Protektorat zu erhalten.

Am 11. Juni 1798 wurden die Mutter-Loge Royal York in 4 Tochterlogen geteilt, um die Basis für eine Großloge zu schaffen. Diese Logen waren: „Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit“, „Zur siegenden Wahrheit“, „Urania zur Unsterblichkeit“ und „Pythagoras zum flammenden Stern“. Kurz danach erfolgte auch die rechtliche Gründung als Großloge unter dem Namen „Großloge Royal York genannt zur Freundschaft“ und deren Anerkennung durch die beiden anderen altpreußischen Großlogen. Am 20. Oktober 1798 erließ Friedrich Wilhelms III. ein Edikt, das nur den drei Berliner Großlogen die freimaurerische Arbeit in Preußen erlaubte. Vier Monate vorher hatte er das Protektorat über die Großloge übernommen.

An der Umgestaltung zur Großloge war maßgeblich Ignaz Aurelius Feßler beteiligt. Feßler war ehemaliger Kapuzinermönch und Priester, war konvertiert und 1783 Freimaurer geworden. 1792 [besser 1796] war er zur „Royal York“ gewechselt, trat dort aber bereits 1802 nach Streitigkeiten wieder aus. Seine kurze Zeit bei der „Royal York“ war sehr aktiv. Er gilt als Begründer der Großloge, war Zugeordneter (stellvertretender) Großmeister und formte das ganze Ritualsystem neu.

Feßler plante ursprünglich ein an die englische Maurerei angelehntes 3-Grad-System ohne Hochgrade. Da er mit diesem Plan auf Widerstand stieß, reformierte er die bereits bearbeiteten 4 Hochgrade zu Erkenntnisstufen und setzte ihnen noch einen Innersten Orient als höchsten Grad auf.

1889 wurde Hermann Settegast Großmeister der Großloge, der seinerseite eine umfangreiche Reform der Großloge plante. Insbesondere sollten die Hochgrade abgeschafft und die Mitgliedschaft auch jüdischen Männern offen stehen. Nachdem seine Reformpläne erfolglos blieben, trat er 1890 aus und schloss sich der Großloge von Hamburg an.[4]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges strich die Großloge das „Royal York“ aus ihrem Namen aus Protest gegen den Kriegseintritt Englands.

Wie die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“, mit der die Große Loge von Preußen genannt „Zur Freundschaft“ eng verbunden war, wandelte auch sie sich am 11. April 1933 in den „Deutsch-Christlichen Orden Zur Freundschaft“ um. Großmeister Oskar Feistkorn unterrichtete am gleichen Tage das Preußische Staatsministerium des Innern. Die Auflösung der Großloge wurde dennoch angeordnet. Am 16. Juli 1935 fand die Abschlussfeier statt.

Die Logen, die einst den Berliner Kern der Großloge bildeten, gehören heute zur Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Aus Traditionsgründen wird unter ihnen immer noch ein „Großmeister“ gewählt.

Gemeinsames Abzeichen der Stuhlmeister von GNML-3 WK und Royal York zur Freundschaft (1933 - 1935. Siehe auch: Deutsch-Christlicher Orden zur Freundschaft

Namensänderungen

Die Großloge "Große Loge Royal York von Preußen, genannt zur Freundschaft", gegründet 1798, hat in ihrer Geschichte mehrere Namensänderungen durchgeführt. Zu Beginn des 1. Weltkriegs strich sie die Bezeichnung "Royal York" aus ihrem Namen aus Protest gegen den Kriegseintritt Englands. Die Zusatzbezeichnung "Royal York" bezog sich auf den Herzog Eduard August von York, der 1765 einer Vorgängerloge der Großloge ("Loge Royale d`York de l’Amitié") beigetreten war und deren Protektorat übernommen hatte. Nun nannte sie sich "Großloge von Preußen, gen. Zur Freundschaft". Nach dem 2. Weltkrieg verboten die Allierten den Zusatz "von Preußen".

Im Jahre 1945 lagen die meisten Tochterlogen auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone, im neu entstandenen Gebiet Polens und im Ostsektor Berlins. Am 27.03.1946 fand im Ratskeller des Rathauses Schöneberg mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung die erste Nachkriegslogenversammlung von ehemaligen Mitgliedern der Großloge statt, in der die Wiederbelebung der Großloge beschlossen wurde. Sie gab sich den Namen "Große Loge Royal York zur Freundschaft". Erster Großmeister wurde August Horneffer.

Die Tochterlogen in den westlichen Besatzungszonenzonen konnten sich nicht der GL RYzF in Berlin anschließen, da die Verbindung der ehemaligen preußischen Großlogen mit Sitz in Berlin nach Westdeutschland durch den Allierten Kontrollrat verboten worden war. Die GL RYzF gründete in Westberlin 1950 zusammen mit der GL "Zu den Alten Pflichten", in der sich ehemalige Logen der Großloge Hamburg vereinigt hatten, die VGLiB, deren erster Großmeister ebenfalls August Horneffer wurde. (Es schlossen sich also sog. "christliche" und sog. "humanitäre" Logen zusammen.)

Am 19.06.1949 kam es zur Gründung der "Vereinigte Großloge der Freimaurer von Deutschland" (VGL) in der Frankfurter Paulskirche, der heutigen GL AFuAM. August Horneffer riet den Logen der ehemaligen "Großen Loge von Preußen" im Westen, sich der VGL anzuschließen, da es eine Wiederbelebung der früheren Großloge in den Westzonen nicht geben werde. Daraufhin schlossen sich die meisten der 45 ehemaligen Logen dieser Großloge in Westdeutschland der VGL an.

Am 18.09.1954 wurde auf dem Großlogentag in Coburg zwischen der VGLiB und der VGL ein "Brüderliches Übereinkommen" geschlossen, das in den Mitgliederversammlungen beider Organisationen am 02.09.1954 und 18.09.1954 bestätigt wurde. Dieses Abkommen wurde in Zukunft als "Coburger Abkommen" bezeichnet. (Das ist nur eine übliche Bezeichnung für ein Übereinkommen, das diesen Titel nie getragen hat.)

Die Logen der GL RYzF aus Westberlin traten im sog. "Coburger Abkommen" der VGL bei, die sich nun GL AFuAM nannte. Es wurde in diesem Abkommen den verbliebenen Tochterlogen erlaubt, ihre Eigenart und ihr besonderes Ritual beizubehalten. (Das war nichts besonderes, da es auch für alle AFuAM-Logen gilt. Daher die Vielfalt der Rituale.) Sie wählen weiterhin einen "Großmeister", der aber nach den Satzungen der VGLvD nicht den anderen Großmeistern gleichgestellt ist. Die Einrichtung von "innerer Orient" und "Innerster Orient" war beim "Brüderlichen Übereinkommen" kein Thema, wurde aber von der Großen Loge Royal York als folgerichtig gesehen. In der Zeitschrift "Am rauhen Stein" kann man in den letzen Jahren nachlesen, dass die Große Loge Royal York die Anerkenntnis als Großloge anstrebt.

Siehe auch

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