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Blücher von Wahlstadt

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Blücher klein.png


Johannisloge:

"Blücher von Wahlstadt"

Orient: Berlin
Matr.-Nr. VGL/GL: 296/155
Gründungsdatum: 1821
Großloge: 3WK
Berlin - Bl++cher von Wahlstadt 01F.jpg
Quelle: "250 Jahre Große National-Mutterloge "ZU DEN DREI WELTKUGELN" 1749-1990 TT 3 Nr. 23 Beschreibung Seite 248"

Inhaltsverzeichnis

Blücher von Wahlstadt

19.2.1831 Charlottenburg :»Blücher von Wahlstadt « GL 3 W, in Luxemburg als Feldloge 24.9.1867 n. Charlottenburg verlegt" Bröcker S. 0601

"15.10.1821 Luxemburg in Luxemburg:  »Blücher von Wahlstadt «  Vgl. Matr. Nr. 296" 2

Blücher von Wahlstadt
Militär-Feldloge: 3WK nachrichtlich 155,032; VGL - Matrikel 0296 ,003
Orient: Luxemburg in Luxemburg - Ausland
Anschrift neu: 1000 Berlin 19, Heerstraße 28, Logenhaus
Anschrift alt: Berlin-Charlottenburg, Kirchhofstraße 2, Logenhaus
19.02.1821 Gründung, 19.02.1821 Patent,  ; Feldloge
24.09.1867 Gründung, ; Obödienz: Große National-Mutterloge der Preußischen
Staaten, Zu den 3WK ; Stehende Johannisloge begleitende Schottenloge
24.09.1867 - 28.01.1878 Allgemeine Altschottische Loge; Katalognummer: 284
28.01.1878 - 21.07.1935 Vorwärts; Katalognummer: 285
30.01.1946 - ... Allgemeine Altschottische Loge; Katalognummer: 284
00.00.0000 - 24.09.1867 ruhend
21.07.1935 - 30.01.1946 ruhend
Stand 1990: wiedereröffnet nach 1946 3

Quellen:

1Schriften der freimaurerischen Forschungsvereinigung Frederik der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland
Chronologisches Verzeichnis sämtlicher Freimaurer-Logen Deutschlands Von 1737 bis 1893 Carl Bröcker, Hamburg
2Die Freimaurer-Logen Deutschlands und deren Großlogen 1737-1985 von Karl Heinz Franke und Dr. Ernst-Günther Geppert S. 31
3"250 Jahre Große National-Mutterloge "ZU DEN DREI WELTKUGELN" 1749-1990 Seite 290 Nr.27


“Was um alles in der Welt”

Quelle: → Joh.-Loge Blücher von Wahlstadt Berlin (Charlottenburg)

“Was um alles in der Welt”, so wird sich der geneigte Leser fragen, “hat eine Freimaurerloge mit einem veritablen preußischen Feldmarschall zu tun?”


"Nun, zum Einen war Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt ein bekannter Kriegsheld. Sie erinnern sich? – “Ich wünschte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen”, flehte der arg vom großen Korsen bedrängte Wellington 1815 auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Und der alte Marschall Vorwärts kam mit seinen wackeren Preußen, spät – aber gewaltig. Vereint konnten die nun verbündeten Heere einen endgültigen Schlussstrich unter das Kapitel Napoleon ziehen.

Diese und andere Leistungen aus den Befreiungskriegen ließen den gebürtigen Rostocker schnell zu einem beliebten und geehrten Volkshelden avancieren. Auch nach seinem Tode 1819 verblasste sein Ruhm nicht. Ganz im Gegenteil: Seinen Ruf als tapferer Haudegen konnte Blücher bis heute bewahren. So wird er immer noch als Ehrenbürger der Freien Hansestadt Hamburg geführt und war gar einer der Nominierten der ZDF-Reihe “Wer ist der größte Deutsche?”. Doch die Meriten, die er sich als Feldherr erwarb, spiegeln nur eine Seite der Persönlichkeit Blüchers wider.

Als leidenschaftlicher Freimaurer kämpfte er für die Abschaffung der barbarischen Strafen im Heer, für die allgemeine Wehrpflicht sowie für humane Militärreformen. Hier schließt sich auch der Kreis zu unserer eigenen Geschichte. Kurz nach Blüchers Tod im September 1819 waren in Luxemburg stationierte preußische Offiziere auf der Suche nach einem Namensgeber für die im Entstehen befindliche Militärloge. Was lag also näher, als den just verschiedenen Kriegshelden und Freimaurer zum Namenspatron zu küren. Diesem Ansinnen entsprach das “Altschottische Directorium der Großen National-Mutter-Loge Zu den drei Weltkugeln” am 19. Februar 1821. Augenscheinlich hatten die etwas ungeduldigen zukünftigen Blücherbrüder schon eher mit dem positiven Bescheid gerechnet, denn das vorab gefertigte Bijou, “ein über Kriegsarmaturen schwebendes Johanniterkreuz mit dem Brustbilde Blüchers” trägt die Jahreszahl 1820.

Die Tatsache der mit ‘dt’ eigentlich falschen Schreibweise des Namens des ehrwürdigen Kriegshelden focht die Blücherbrüder dann auch nicht mehr an. In preußischer Sparsamkeit ließen sie es eben so, wie es war. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich die Loge noch immer auf dem Territorium Luxemburgs und verlegte erst danach ihren Sitz in den Orient Charlottenburg (damals noch nicht Berlin).

Interessant ist, dass – so belegen es alte Mitgliederverzeichnisse im Logenarchiv – viele Mitglieder Offiziere und darüber hinaus aus verschiedenen europäischen Armeen stammten. In der Gegenwart ist allerdings kein Mitglied der Loge “Blücher von Wahlstadt” mehr aktiver Soldat. Die einzige Reminiszenz an den alten Haudegen und die kriegerische Vergangenheit mag die Tatsache sein, dass Blücherbrüder stets etwas streitlustiger als alle anderen sind …

Quatuor Coronati Jahrbuch 1991 Nr.28

Beitrag: Paul Rousseau - Die Militärlogen im Luxemburger Raum. Seite 062, 063 Verweise Seite 67 auf :

15 Feldmarschall Blücher wurde am 16. Dezember 1742 zu Rostock geboren; er erhielt das freimau­rerische Licht 1782 in der Loge "Augusta zur Goldenen Krone" zu Stargard in Pommern. 1802 Mitstifter und Meister vom Stuhl der Loge "Zu den Drei Balken des neuen Tempels" in Münster. Eintritt in den E.-.O.-, am 12. September 1819 zu Krieblowitz in Schlesien.
16 Geschichte der gerechten und vollkommenen Johannes-Loge Blücher von Wahlstadt in den Orienten Luxemburg und Charlottenburg O. Charlottenburg, 1878, Druck von Br.-. C. Lindow in Berlin; Seite 11-67

Wilhelm I.

Tafel VIII 1867. (Archiv der Großloge von Luxemburg)
Quelle: Quatuor Coronati
Bild: Abschiedsphoto der Loge "Blücher von Wahlstatt", aufgenommen 1867 im Tempel im Orient Luxemburg Seite 63

Quelle: ?

"1815 wird Luxemburg als unabhängiger Staat von allen allierten Großmächten anerkannt. Der König von Holland. Bruder Wilhelm I.. erhält den neuen Staat als Ersatz für die verlorenen Erblande in Deutschland. Artikel 67 des "Wiener Vertrag" besagt: "Die Stadt Luxemburg wird in militärischer Hinsicht als Bundesfestung betrachtet." 1818 überträgt der holländische König die Würde des Großmeisters auf seinen Sohn Prinz Frederic. Nun strebt das hohe Militär­kommando an. daß alle Offiziere der Freimaurerei beitreten sollen. In Luxemburg feiert die Freimaurerei ihre Wiedergeburt mit der Einweihung des neuen Logenhauses in der Krämer­gasse. 17 besuchende Brüder des 36, Infanterieregiments der preußischen Truppen nehmen an den Arbeiten teil.

Am Anfang des Jahres 1820 erfolgt schon die erste Zusammenkunft der deutschen Militär­brüder der Bundesgarnison im Hause des Glasermeisters Medinger in der "Chigrisgaass" (Chicoreegasse, die heutige Rue du Nord), Einstimmig wird beschlossen, "das Altschottische Direktorium der Großen-National-Mutter-Loge im O.'. Berlin um die Stiftung einer Feldloge im O.', der Bundesfestung zu ersuchen."

Bruder Ribbentrop in Berlin, um Repräsentation bei der Mutterloge gebeten, überträgt diese dem Bruder Bochen aus der Loge "Zur Eintracht", Geheimsekretär im Kriegsministerium und bittet die Brüder sich als Militärloge eintragen zu lassen. Auf Vorschlag des Bruders von Salvigny, Hauptmann im Ingenieur-Corps, erhält die neue Loge den Namen "Blücher von Wahlstatt", zur Erinnerung an den großen Feld­marschall.

Das Logenbijou besteht aus einem Johanniterkreuz aus Eisen, in Bronze gefaßt und vergoldet, auf der einen Seite das Brustbild des Fürsten Blücher, auf der anderen das Stiftungsjahr der Loge; am blauen Bande mit golddurchwirkten Streifen, am Halse zu tragen. Die Zahl der Aufgenommenen bleibt gering, "da viele Offiziere abgewiesen werden, denen man Dienstfehler nachweisen konnte. Häufig werden vorbeiziehende Offiziere affiliert."

Die Tempelarbeiten werden durch ein musikalisches Collegium eingerahmt, dem lange Jahre Bruder Beutler, Kapellmeister im 29. Infanterie-Regiment vorstand. Hilfsdürftigen Menschen der Stadt werden werden Arbeitsunterstützungen zuteil. Notdürftige erhalten im Winter Holz.

Ein strenges Hausgesetz regelt die Tafelordnung.

So darf nach § 10 das Sprechen unter Nach­barn erst stattfinden, wenn der Meister vom Stuhl ausdrücklich die Tafelloge suspendiert hat. Am 28. Juli 1825 findet die offizielle Übernahme der Bundesfestung statt. Nun rücken auch das 35. und das 37. Regiment ein, in welchem Brüder dienen. Unter den zahlreichen Eintragungen in der Matrikel finden wir: Bruder Kleinschmitt, Artilleriedirektor und Meister vom Stuhl; Gouverneur von Wedell. Ehrenmitglied und Ehrenmeister der GNML; Baron von Kinsky und Tettau, Festungskommandant; Johann Friedrich Neu, Garnisonslehrer; Pfefferkorn, Feldprediger.

Im Johannisrundschreiben des Jahres 1848 heißt es: "Unsere Bauhütte, welche sich am fernsten Ende Deutschlands ... befindet, ist ... größtenteils nur auf die dem deutschen Staate angehörige Mitgliedschaft beschränkt." Beim Ausmarsch eines brandenburgischen Füsilier-Regiments im Jahre 1864 sinkt die Zahl der Brüder auf 14. Drei Jahre später verläßt die gesamte Bundesgarnison Luxemburg, da die Festung auf Wunsch der Allierten geschleift wird. Die Militärloge "Blücher von Wahlstatt" siedelt nach Berlin über, wo sie sich in eine Zivilloge umwandelt. Die brüderlichen Bande aber zu der luxemburgischen Schwesterloge "Les Enfans de la Concorde fortifiee" werden bis auf den heutigen Tag aufrecht erhalten."

Siehe auch


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