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Festakt 300 Jahrfeier

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Inhaltsverzeichnis

Festakt der 300 Jahr-Feier in Hannover

Die Vereinigten Großlogen von Deutschland als Dachverband der deutschen Freimaurer luden am 1. September zum „Zentralen Festakt aus Anlass der 300-Jahr-Feier“ unter dem Motto „Freimaurer — Menschlichkeit weltweit“ in das Sprengel-Museum nach Hannover ein.

Viele Logen haben den 300. Jahrestag der sogenannten modernen Freimaurerei zum Anlass für eigene Veranstaltungen genommen. So gab und gibt es zahlreiche Informationsveranstaltungen, zum Teil gemeinsam mit Museen organisierte Ausstellungen, Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen, die Verleihung des Kulturpreises an Uwe Tellkamp, Podiumsgespräche, einen Empfang des Hamburger Senats mit der vielbeachteten Rede von Prof. Dr. Norbert Lammert, Radio- und Fernsehberichte und viele offene und gut besuchte Logenhäuser.

Zum 1. September, dem Beginn des neuen Logenjahres, veranstalteten die Vereinigten Großlogen nun einen offiziellen zentralen Festakt, gemeinsam organisiert durch alle hannoverschen Logen verschiedener Lehrarten, die, abgesehen von den Frauenlogen, durch die Vereinigten Großlogen in Deutschland repräsentiert werden. Mehrere hundert Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Stefan Schostok, Oberbürgermeister von Hannover, Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages sowie verschiedene Großmeister aus verschiedenen Ländern.

Durch das umfangreiche Programm führte der bekannte Moderator Max Schautzer. Moderieren allerdings wäre zuwenig gesagt: Kenntnisreich, unterhaltsam und intelligent waren seine Zwischenmoderationen hörenswerte eigene Beiträge, die den eigentlichen Redebeiträgen in nichts nachstanden. Der Großmeister der Vereinigten Großlogen, Christoph Bosbach, begrüßte die Anwesenden gut gelaunt und verlas ein zu Beginn ein Grußwort des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeyer, der den Freimaurern ihre wichtige Rolle in der Entwicklung der Gesellschaften bescheinigte. Eine hochbeachtete Rede hielt der frühere Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages, Rolf Wernstedt.


300 Jahre Freimaurerei – Menschlichkeit weltweit

Ein Bericht zum offiziellen Festakt der Vereinigten Großlogen von Deutschland – Bruderschaft der FreimaurerHannover, 1. September 2017

Ein sonniger Freitagmorgen mitten in Deutschland. Im Sprengel-Museum in Hannover treffen sich über 260 Teilnehmer und Mitwirkende zum offiziellen Festakt der deutschen Freimaurerei anlässlich des 300. Bestehens der sogenannten modernen Freimaurerei. Dass die Wurzeln der Freimaurerei deutlich älter sind und Logen in Europa schon einige hundert Jahre vor dem Gründungsdatum dieser modernen Freimaurerei (24. Juni 1717) existieren, das weiß im Grunde jeder dieser Teilnehmer, aber die Welt-Freimaurerei hat sich darauf verständigt, dieses Gründungsdatum der weltweit ersten Großloge besonders feierlich zu begehen: Zurück zu blicken - eine Bestandsaufnahme zu machen – und nach vorne zu blicken.

Da sind Brüder und Schwestern, Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik, Kultur und Wissenschaft – und was den Tag so besonders macht, ist die Tatsache, dass sich hier alle 5 deutschen Großlogen gemeinsam um diesen Festakt bemühen, ihn gemeinsam begehen und gestalten. Und mehr noch: Dass die Vereinigten Großlogen von Deutschland als Dachorganisation der deutschen Freimaurerei offiziell auch die Frauengroßloge der deutschen Freimaurerinnen eingeladen haben (obgleich diese nicht Mitglied der VGLvD sind). Hier stehen also de facto 6 deutsche Freimaurergroßlogen zusammen.

Hannover bietet der deutschen Freimaurerei einen würdigen Rahmen für diesen einmaligen Festakt: Durften sich die Großmeister und die Großmeisterin der 6 Großlogen sowie der Großmeister der VGLvD abends zuvor gemeinsam mit OB Stefan Schostok ins Goldene Buch der Landeshauptstadt eintragen, so fand Hausherr Schostok sowohl am Vorabend als auch in seinem Grußwort am Freitag freundliche, warme und höchst anerkennende Worte. Hannover sei geprägt von freimaurerischem Wirken. Nahezu 100 Straßen seien nach Freimaurern benannt, noch heute sei das soziale und kulturelle Engagement groß. Die 13 Logen und mehr als 500 Freimaurer Hannovers prägten und prägen die Stadt bis heute.

Bundesweit einmalig ist das sogenannte Zahnmobil, das bedürftigen Menschen eine zahnärztliche Versorgung ermöglicht und das von den Freimaurern Hannovers unterhalten wird. Durch das etwa zweistündige Programm des Vormittags führt Moderator Max Schautzer. Und zwar mit Witz, Charme und einer angenehm-erfrischenden Mischung aus Esprit und Fachwissen. Die Zwischenmoderationen sind dazu angetan, wie eigene kleine Vorträge zu wirken -so reich, interessant und abwechslungsreich gestaltet Schautzer seine Überleitungen.

Zwei vielversprechende Nachwuchs-Pianisten und der Chor der hannoverschen Freimaurer geben immer wieder hochkarätige Stücke zum Besten. Meistens von freimaurerischen Komponisten, darunter Liszt und Mozart. Das gehört sich an so einem Tag. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bescheinigt der Freimaurerei eine bedeutende gesellschaftliche Rolle, spricht aber in seinem sehr persönlich gehaltenen Grußwort auch von einer wichtigen Aufgabe: Nämlich nicht auszuruhen, gesellschaftlichen Wandel zu übersetzen und zu implementieren, umrelevant zu bleiben. Er erinnert an die Wichtigkeit des Wandels – insbesondere für Gesellschaften so hohen Alters, von denen es in unserem Land ausgesprochen wenige gebe.

Gleichzeitig stellt er heraus, wie herausragend die Rolle die Freimaurerei durch ihre Beständigkeit und ihr Wirken auf unsere und die europäische Gesellschaft ist.In seiner viel beachteten Festrede spricht der ehemalige niedersächsische Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages a.D., Prof. Rolf Wernstedt, über Werte, Tugenden und Aufgaben der Zukunft. Für ihn als Nicht-Freimaurer steht fest: Trump hätte wohl nie einer werden können.

Ein Kompliment, wie man es wohl verstehen darf. Christoph Bosbach, Großmeister der VGLvD, weist in seiner Festrede eindringlich auf die zentralen Themen der Freimaurerei hin. Darauf, wie wenig diese Themen und Inhalte einem bestimmten Zeitgeist unterworfen sind und wie sehr diese Werte immer und überall gültig sind oder sein müssten – der Konjunktiv für Länder und politische Systeme angewendet, die den Menschen nicht achten, seine Würde nicht als höchstes Gut ansehen und wo Toleranz und Mitmenschlichkeit keinen Platz haben.

Br. Bosbach stellt selbstbewusst fest, dass die Freimaurerei ein weltumspannender Bund ist, dessen Werte und Ziele heute wichtiger und aktueller denn je sind, er sieht aber auch einen klaren Auftrag für die Zukunft: Sich gemeinsam mit der Gesellschaft verändern, das müsse die Freimaurerei eben auch. Ihren Kern noch treffsicherer auch kommunizieren und es nicht damit bewenden lassen, dass dieser Kern an sich sehr gut sei. Die Kommunikation im öffentlichen Raum und die Art der Ansprache Interessierter seien Zukunftsaufgaben, die nicht nur wichtig, sondern überlebenswichtig seien.

Ein weiterer Höhepunkt des Vormittags sind Anwesenheit und Festrede des englischen Pro-Grandmasters, Br. Peter Lowndes. Eine eigens aus Großbritannien, dem Mutterland der modernen Freimaurerei, angereiste Delegation gibt der deutschen Freimaurerei die Ehre. Englische Freimaurer haben es, was die jüngere Geschichte angeht, besser getroffen als deutsche, denn dort fand nie eine Unterbrechung des gleichmäßig hohen Ansehens der Freimaurerei in der Gesellschaft statt. Dennoch oder gerade deswegen attestiert Br. Lowndes den deutschen eine sehr gute freimaurerische Arbeit – insbesondere in der Außenwirkung in der Welt. Neben Fachwissen zur Gründung der modernen Freimaurerei und der freimaurerischen Situation in England stellen auch für ihn die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zentrale Themen dar.

Was Freimaurerei will, dem einzelnen Freimaurer anbietet und wie sie mittels dieser freimaurerischen Arbeit und Ausbildung des Einzelnen auf die Gesellschaft einwirkt – das sind bedeutende Themen, die auch er künftig in seiner Heimat noch deutlicher und präziser auf den Punkt kommunizieren will. Diesen Rat darf, muss und kann er vermutlich als Gastredner in jedem Land der Welt geben – auch in Hannover ermutigt er deshalb die deutschen Freimaurer zu Selbstbewusstsein, Offenheit und einem Aufbruch in eine neue Zeit.

Mit einem Empfang im Logenhaus von Hannover endet der Festakt gegen Mittag. Die Gäste reisen in alle Teile der Republik und der Welt nach Hause und nehmen viele gute und darunter auch einige nachdenklich machende Eindrücke mit: Freimaurerei ist gewaltig. Sie ist wichtig und immer richtig. Sie muss sich aber auch der sich rasant verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gewahr sein und behutsam darauf reagieren, damit sie auch in den nächsten 300 Jahren ihren unverrückbaren Kern und Wert behält und den Zugang zu interessierten Männern findet. Text: Br. Frank Mielke, VGLvD

Rede Prof. Rolf Wernstedt

Prof. Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages :

Prof. Rolf Wernstedt als Referent beim Festakt der Vereinigten Großlogen in Hannover
„Es ist von nicht zu unterschätzender Symbolik- und von Symbolen verstehen Sie ja eine ganze Menge-, dass Sie Ihre 300. Jahresfeier aus Anlass der Gründung der ersten Loge in Hannover begehen. Hannover ist, wie Sie wissen, die Stadt, in der Gottfried Wilhelm Leibniz 40 Jahre gelebt hat und im Jahre 1716 gestorben ist. Er liegt keine 2 km Luftlinie von uns entfernt in der Neustädter Hof- und Stadtkirche begraben. Ich wage die Behauptung, dass Leibniz Mitglied einer Loge geworden wäre. Er konnte es aus verständlichen chronologischen Gründen nicht.

Aber sein Wirken fällt in eine Zeit, in der ganz Europa an den Folgen des 30-jährigen Krieges litt und nach den selbstzerstörerischen Verwüstungen, vorgeblich im Namen der richtigen und wahren Religion, nach einem neuen Aufbruch suchte. Unter den Intellektuellen Europas war der Geist der Wahrheitssuche, der naturwissenschaftlichen Experimente, des nicht konfessionell gebundenen philosophischen Denkens überall spürbar. Und Leibniz war, wie wir heute wissen, der Klügste von allen, sein Werk wird erst in einigen Jahrzehnten vollständig ediert sein. Leibniz war der Repräsentant der Vernunft, an deren Wert und Wirken er glaubte. In allen möglichen Bereichen, nämlich der Mathematik, Politik, der Religion, der Geschichte, des Rechts, der Technik, der Ökonomie, der Medizin und sogar der Dichtung hat er sich produktiv eingebracht. Er war, im Gegensatz zu Kant, davon überzeugt, dass es den allumfassenden Gott gebe, hielt aber nichts von dem Gott, der ihm in den kleinkarierten Predigten mancher Pastoren entgegenklang. Deswegen glaube ich, dass er in einer Freimaurerloge gut aufgehoben wäre. Denn, wenn es stimmt, dass der innere Beweggrund freimaurerischen Denkens und Verhaltens ist, den selbständigen und freien Geist zu befördern und damit bei sich selbst anzufangen, dann wäre Leibniz dort gut aufgehoben. Die einzige Frage wäre nur, ob er, der so vom Verstand gesegnet war, des rituellen Prozedere bedurft hätte. Geschadet hätte es ihm sicher nicht, zumal seine mündliche und tägliche Kommunikation durchaus ausbaufähig gewesen wäre.

Da mag es sehr hilfreich sein, in einem vertrauten Raum sich seiner selbst zu vergewissern und damit „an sich selbst zu arbeiten.

Auf unsere heutige Situation übertragen zeigt sich der freimaurerische Ansatz, soweit ich das von außen verstehe, dem Einzelgängertum überlegen, man mag noch so klug sein und bewundernswertes Ansehen genießen. Das bedeutet nicht automatisch, die inneren Beweggründe für berufliches, geselliges, politisches, karitatives oder anderes Verhalten durchschaut zu haben. Berufliches Streben kann von Ehrgeiz und Wettbewerb zerfressen werden, geselliges Haschen nach Aufmerksamkeit mag in falscher Anerkennungssucht gründen, politisches Engagement gründet häufig in unausgewiesenem Herrschaftswillen, und selbst karitatives Tun ist nicht frei von eigensüchtigem „Bessersein- Wollen“. Da mag es sehr hilfreich sein, in einem vertrauten Raum – gleich ob geheim oder transparent – sich seiner selbst zu vergewissern und damit „an sich selbst zu arbeiten“, „DEN RAUHEN STEIN ZU BEHAUEN“; wie Sie zu sagen pflegen.

Die ständige Arbeit an sich selbst, um ehrenwerte und ethisch wertvolle Eigenschaften zu entwickeln und ihnen näher zu kommen, kann man gar nicht positiv genug würdigen. Denn nur eine Person, die sich ihrer selbst sicher und suchend zugleich ist, kann frei sein. Und die Freiheit der Person ist eine der Grundforderungen der Aufklärung, die schließlich zu den politischen Hoffnungen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und der Französischen Revolution führten.

Die individuelle Freiheit bedarf aber der Kompensation durch die soziale oder kollektive Eingebundenheit. Das wussten offenbar schon die Gründer der Ersten GROSS- Loge. Die Überlieferung der Bauhüttenregeln erleichterten die Praxis, die individuelle Arbeit an sich im Zusammenhang präziser ausgestatteter Symbole und Rituale zu vollziehen. Man muss sie in ihrer Unterschiedlichkeit gar nicht bemühen, um die Richtigkeit des gemeinsamen Wirkens, das im Erleben und dem gegenseitigen Respekt besteht, nachvollziehen zu können.

Die geübte und immer wieder eingeübte Brüderlichkeit entspringt wahrscheinlich einer jahrhundertelangen Erfahrung. Diese bestand und besteht in der Beobachtung, dass die scharfe und immer wieder bestärkte Trennung einer Gesellschaft in soziale, bildungsmäßige, politische und rechtliche oder religiöse Unterscheidung im Extremfall zum Auseinanderfallen einer Gesellschaft führen kann. Der 30jährige und der englische Bürger- Krieg waren auch ein solcher Fall. Und religiöse Begründungen für abscheulichste Verbrechen können wir jeden Tag aus den Medien erfahren. Deswegen ist neben der Freiheit auch der Gedanke der Gleichwertigkeit aller Menschen, nicht nur des eigenen Volkes, der eigenen Religion, der eigenen sozialen Schicht oder der eigenen Überzeugung so wichtig.


Eine Verfassung schützt sich nicht von allein, sondern nur, wenn es genügend Menschen gibt, die sich zu ihr bekennen und sie verteidigen.


Es war ein Freimaurer, der in den Grundsätzen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erstmals politisch die Gleichheit der Würde aller Menschen verankert hat. Derselbe Gedanke erscheint uns heute als Artikel 1 des Grundgesetzes. Bei uns stehen dahinter die Erfahrungen eines nicht nur religiösen Fanatismus, sondern auch des rassischen, nationalistischen oder ideologischen Jahrhunderts, das hinter uns liegt. Auch Freimaurer waren nicht alle gefeit vor diesen Verführungen, wie Sie wissen. Gleichwohl darf man sich nicht blenden lassen. Eine Verfassung schützt sich nicht von allein, sondern nur, wenn es genügend Menschen gibt, die sich zu ihr bekennen und sie verteidigen.

Vielleicht liegen in der Freimaurerei noch nicht ans Tageslicht gekommene Erfahrungen mit dem Postulat der Gleichheit. Denn der unbedingte Wille, sich dem freimaurerischen Bruder ( jetzt auch Schwester) gleichwertig zu fühlen und sich danach zu verhalten, verlangt natürlich das Überschreiten der im realen Leben wirksamen Regeln. Worin besteht die Gleichheit eines Königs (Friedrich II. oder Georg V.) mit einem Handwerksmeister oder einem Arzt? Oder welche Folgerungen zieht ein freimaurerischer Banker in seinem alltäglichenVerhalten zu einem Professor oder Journalisten?

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es nicht Ziel der Freimaurer, die grundsätzlichen politischen und sozialen Zustände zu ändern, sondern die ethischen, auf das geistige und sittliche Leben bezogenen Regeln zur Geltung zu bringen und sie zu mehren. Das ist viel mehr als idealistisches Geschwätz, es ist eine Art Selbstverpflichtung ( obwohl ich diesen Begriff als in der DDR Aufgewachsener sonst nicht sehr schätze), die Würde im Andern in jeder Situation zu verteidigen. Vielleicht ist das lobenswerte soziale Engagement, in Hannover das Zahnmobil für diejenigen, die sich keine Zahnbehandlung leisten können, ein Ausweis dieser Grundhaltung.


Chauvinismus und Nationalsozialismus, Kommunismus wirkten zu ihrer Zeit, aber Dummheit wirkt noch immer.


Die böswilligen Unterstellungen und Verschwörungstheorien gegenüber der Freimaurerei haben in der deutschen Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen. Chauvinismus und Nationalsozialismus, Kommunismus wirkten zu ihrer Zeit, aber Dummheit wirkt noch immer. Die aus den Religionskriegen hervorgegangenen Toleranzvorstellungen sind bis heute nicht eingelöst. Offensichtlich ist es schwer zu ertragen, neben den eigenen Überzeugungen andere gelten zu lassen. Jeder, der Kinder hat, weiß das. Wenn sie erstmals eine eigene Überzeugung haben, gelten sie absolut. Aber wer nicht lernt, Unterschiede ertragen zu können, kann nicht tolerant sein. Bei den religiösen Fanatikern (der christlichen im Mittelalter oder bei bestimmten Sekten, der islamistischen in ihren Allmachtsphantasien, den hinduistischen in ihren Nachtodesphantasien u. ä.) kann man sehen, dass der innere Widerspruch des Toleranzdenkens nicht aufgelöst ist und vielleicht auch nicht aufgelöst werden kann. Dieser lautet: Kann das Toleranzgebot gegenüber Intoleranz behauptet werden und wie weit gilt es dann?


Kann das Toleranzgebot gegenüber Intoleranz behauptet werden und wie weit gilt es dann?


Philosophisches und freimaurerisches Denken reagiert darauf pragmatisch: Je intensiver sich Menschen mit der eigenen Entwicklung beschäftigen, also an sich arbeiten, desto unwahrscheinlicher wird eine „Radikalisierung“, weil es nicht um die Behauptung eines je erreichten Zustandes geht, sondern um die Erfahrung, dass man in Würde und Anstand leben kann, wenn man etwas dazu lernt, und d.h. auch sich manchmal korrigieren kann und muss, ohne seine Identität aufzugeben. Toleranz ist also mehr als nur Geltenlassen des Anderen. Für den Anderen bin ich selbst der Andere. Und wovor soll er Respekt haben und sich tolerant zeigen, wenn er nicht weiß, wer der Andere ist. Für die gegenwärtige Debatte um Multikulturalität ist dies bedeutsam: Toleranz ohne eigenen Standpunkt ist Gleichgültigkeit und nicht Respekt. Unter diesem Gesichtspunkt scheint mir die berühmte Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ aus echtem freimaurerischen Geist. Es bleibt natürlich richtig, dass sie die vielleicht berühmteste und durchdachteste Formulierung der Toleranz aus dem Geiste der Aufklärung ist.

Sie nennen das aufklärerische Engagement „Bau am Tempel der Humanität“. Das ist der erklärte Wille, die am eigenen Selbst vollzogene Arbeit (als Lehrling, Geselle oder Meister) auch außerhalb der freimaurerischen Gemeinschaft wirken zu lassen. Ein solcher Schritt verlangt natürlich nach einer gewissen Öffnung aus dem eigenen Zirkel hinaus. Es stellt sich für die Freimaurer und für die, die ihr Tun und Selbstbild mit Sympathie verfolgen, die Frage: welche Form des in die Öffentlichkeit -Tretens ist angemessen und notwendig?

Wenn die Freimaurerei frei von allen religiösen, ideologischen oder parteilichen Vereinnahmungen sein will, muss sie strittige Themen der Gesellschaft (wozu auch die Politik gehört), aufgreifen und im Geiste der Aufklärung und Toleranz bearbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass es Fragen gibt, zu denen es hilfreiche freimaurerische Zugänge gibt. Es bedarf dazu keiner förmlichen Abstimmung in Gremien, aber wichtige Fragen zu thematisieren und zu bearbeiten wäre wünschenswert.

Ein paar Beispiele: Könnte man nicht die unselig oberflächliche politische Diskussion um Gleichheit und Gerechtigkeit in der heutigen Zeit neu akzentuieren? Gibt es eine freimaurerische Haltung zu den Entwicklungen der Flüchtlings- und Migrationsthematik? Was sagen die Freimaurer zur Würde der Millionen von Flüchtlingen und den Tausenden Ertrunkenen? Von welchem Grad von Untätigkeit an wird ein Bekenntnis zur Humanität zur Phrase? Wo bleibt der Aufschrei der aufgeklärten Freimaurer angesichts des dreisten „Sich-Breit-Machens“ von sog. alternativen Fakten?

War nicht der innerste Kern der Freimaurerei berührt, wenn in den sozialen Medien die schrankenlose Beschimpfung millionenfache Zustimmung erfährt? Muss es Freimaurer beunruhigen, wenn „Fake- News“ höhere Aufmerksamkeit und Akzeptanz erfahren als gut recherchierte und um Wahrheit bemühte Berichterstattung? Kann die „Arbeit an sich selbst“ dazu helfen, die Kommunikation in Kurzkommentaren bei Twitter, Facebook und SMS-Texten als „Entfernung von sich selbst“ zu entlarven? Es gibt noch eine Reihe anderer Fragen, die die Aktualität und Herausforderung freimaurerischen Denkens kennzeichnen könnten.

Die letzte Frage und Antwort: Könnte Donald Trump Freimaurer sein? Ich glaube nicht.

Dann nehmen Sie lieber posthum Leibniz auf!“

Ansprache von Peter Lowndes

Bei der zentralen Feier der Vereinigten Großlogen von Deutschland in Hannover anlässlich 300 Jahre moderne Freimaurerei sprach der Pro Grandmaster der United Grandlodge of England, Peter Lowndes. Er hielt seine Rede auf Englisch, wir veröffentlichen eine Übersetzung der Vereinigten Großlogen.

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Großmeister, meine Damen und Herren, liebe Brüder,

ich freue mich sehr, an dieser besonderen Feier teilnehmen zu dürfen und übermittle die herzlichsten brüderlichen Grüße meines Großmeisters, seiner königlichen Hoheit des Duke of Kent.

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Neben der Tatsache, dass wir in diesem Jahr den 300-sten Geburtstag der Gründung unserer Großloge begehen, ist es auch der 50-ste Jahrestag für seine königliche Hoheit im Amt des Großmeisters. Seine Installation war der Mittelpunkt der Feierlichkeiten rund um das 250-ste Gründungsjubiläum im Jahr 1967. In herausfordernden Zeiten für die Vereinigte Großloge von England waren sein weiser Rat und seine Führung ungemein wertvoll, und wir freuen uns auf die Zukunft unter seiner Anleitung.

Wir waren positiv überrascht und zutiefst erfreut über das große Interesse, das unsere 300-Jahr-Feier bei den 198 regulären Großlogen geweckt hat, die wir weltweit anerkennen. Uns hat die Tatsache gerührt, dass einige unserer Schwester-Großlogen, darunter auch Ihre, ehrwürdigster Großmeister, dieses Jubiläum als einen Meilenstein ansehen, und es durch entsprechende Feierlichkeiten in ihren jeweiligen Jurisdiktionen begehen. Wir freuen uns daher, viele Vertreter unserer Schwester-Großlogen am 31. Oktober begrüßen zu dürfen, wenn wir unser Großlogen-Jubiläum mit einer besonderen Zusammenkunft begehen.


Diese Zusammenkunft wird demonstrieren, wie universal die Freimaurerei ist und wie sie in Harmonie Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringt, ungeachtet ihrer Rasse, ihrer Religion oder ihrer Politischen Überzeugung.


Was aber feiern wir? Heute ist weder der Anlass, noch haben wir ausreichend Zeit, die noch immer unbeantworteten Fragen zu erörtern, wann, wie, warum und wo die Freimaurerei ihren Ursprung nahm. Allgemein akzeptiert ist hingegen, dass Geburtsstunde und -ort der organisierten Freimaurerei auf den 24. Juni 1717 in London datiert werden, wo sich die Mitglieder von vier unabhängigen Logen in der „Goose and Gridiron Tavern“ in der Nähe von St. Pauls zu einer Großloge zusammenschlossen. Aus den anwesenden Stuhlmeistern wählten sie Anthony Sayer, als ihren Großmeister und ernannten zwei Aufseher.

Unglücklicherweise gibt es zunächst wenige Zeugnisse aus dieser ersten Großloge. Dies änderte sich erst mit der Ernennung eines Großsekretärs im Jahre 1723. Ab diesem Zeitpunkt wurden Protokolle der vierteljährlich stattfindenden Treffen der Großloge geführt. Ab 1720 haben wir Belege, dass diese Großloge als regulatorische Körperschaft tätig war. Die Ernennung des ersten ‚adligen‘ Großmeisters in 1721, des Herzogs John II. von Montagu, schuf eine gewisse öffentliche Wahrnehmung für die Freimaurerei, was eine steigende Anzahl an Logen zur Folge hatte. Um 1730 verzeichnete die Großloge rund 100 Logen in ihren Büchern. Sie hatte ihre Zuständigkeit auf die Provinz ausgedehnt und die Freimaurerei in Übersee etabliert, wie Logengründungen in Spanien und Kalkutta in 1729 belegen.

1725 folgte eine irische Großloge der englischen und 1736 wurden sie um die schottische Großloge ergänzt. Gemeinsam trugen, was wir heute „Home Grand Lodges“ nennen, die Freimaurerei in die Welt.

Tatsächlich spiegelt die Verbreitung der Freimaurerei im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert die Expansion des britischen Empire wieder. Ab 1730 entwickelte sich die britische Freimaurerei auf dem europäischen Festland durch die Bemühungen der Großmeister, welche zur Anregung dieses Prozesses „Provincial Grandmasters“ in verschiedenen Teilen Europas ernannten. Betrachtet man den Ort unseres Treffens kann man wohl von einem glücklichen Zufall sprechen, dass der erste Provincial Grandmaster, der 1730 für das europäische Festland berufen wurde, der Bruder Du Thom in Hannover war!

In England erschien 1751 eine Rivalin der 1717 gegründeten Großloge in London. Diese wurde betrieben von einigen irischen Freimaurern, denen der Eintritt in Logen, die unter der ersten Großloge organisiert waren, verwehrt worden war. Sie verstanden sich selbst als Bewahrer der alten Institutionen und beschuldigten die früheren Logen, von den originalen Prinzipien abgekommen zu sein.

Aus diesem Grund nennen wir sie heute die antike Großloge. Die beiden rivalisierenden Großlogen existierten 60 Jahre lang Seite an Seite in Großbritannien und Übersee, ohne sich und ihre Mitglieder gegenseitig anzuerkennen. Am 27. Dezember 1813 besiegelten sie nach vier Jahren der Verhandlung ihre Zusammenkunft als „United Grandlodge of England“.

Diese Einigung war ein Wendepunkt in der englischen Freimaurerei. Man nutzte die Gunst der Stunde um eine Reihe von Standardisierungen einzuführen, die bis heute die Basis der Administration „of the craft“ und der Organisation der unterschiedlichen Ebenen bestimmen. Von 1813 bis 1950 wuchs die englische Freimaurerei daheim und im Ausland und wurde zu einem wichtigen Teil der englischen Gesellschaft.

Über Treffen wurde regelmäßig in lokalen und nationalen Zeitungen berichtet, außerdem erschienen ab 1870 wöchentlich zwei maurerische Zeitungen.

Mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel, der durch die industrielle Revolution eingesetzt hatte und dem Wachstum der berufstätigen Mittelschicht, war die Mitgliedschaft in den Freimaurerlogen ein Symbol für den eigenen gesellschaftlichen Status. Deshalb war die englische Freimaurerei zu dieser Zeit eine sehr offene Einrichtung in England. Über Treffen auf unterschiedlichster Ebene wurde regelmäßig in lokalen und nationalen Zeitungen berichtet, außerdem erschienen ab 1870 wöchentlich zwei maurerische Zeitungen. Die Brüder erschienen damals in ihrer Regalia zu öffentlichen Prozessionen und Festem und oft wurden örtliche Bruder gebeten die Grundsteine für Gemeindehäuser, Kirchen und Monumente in einer freimaurerischen Zeremonie zu legen. Freimaurer waren damals also nicht nur in ihren Logen bekannt, sondern oft auch sichtbarer Teil des öffentlichen Lebens.

Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen Europas hat die englische (und schottische wie irische) Freimaurerei keine Formen der Einmischung durch staatliche Wege gesehen, und war nie starken Gegenbewegungen ausgesetzt. Sie wurde als respektabler Teil der öffentlichen Lebens wahrgenommen, deren Mitglieder durch ihr soziales Engagement einen wichtigen Beitrag zur Wohlfahrt benachteiligter Mitglieder ihrer Gemeinden erbrachten.

Doch diese Wahrnehmung änderte sich in den 1930-ern als die faschistischen Regierungen Italiens, Spaniens und Deutschlands verstärkt anti-freimaurerische Propaganda verbreiteten. Die englische Freimaurerei kehrte sich weiter nach Innen während des Krieges und die mediale Aufmerksamkeit schwand. Nach dem Ende des Krieges, als die Zivilgesellschaft versuchte zurück zur Normalität zu finden, verblieb die englische Freimaurerei weiterhin in sich gekehrt und entzog sich der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Die Strategie, keine mediale Aufmerksamkeit zu suchen war zunächst die bevorzugte Politik. Doch in den 1960-ern und 70-ern wandelte sich die englische Medienlandschaft und nahm eine weniger respektvolle Meinungen gegenüber etablierten Organisationen ein. Aufgrund der zurückhaltenden Strategie der Großlogen trug die englische Regenbogenpresse über die Jahre dazu bei, dass Freimaurerei als ein weites undurchsichtiges Netz mafiöser Ausmaße wahrgenommen wurde, welches auf alle Aspekte des Lebens Einfluss nimmt.

Diese Entwicklung fand ihren Höhepunkt 1984, als einer dieser Journalisten ein Buch veröffentlichte, in dem erstmals alle Formen der Antifreimaurerei Einzug fanden. Während der darauf folgenden 18 Monate verging kaum ein Tag ohne Bericht über die Freimaurerei.


Mit großartiger Unterstützung des Großmeisters und des Board of General Purposes wurde das alte Programm revidiert und durch eine Informationskampagne ersetzt, die die Öffentlichkeit mit Fakten über die Freimaurerei ausstattete um den Gerüchten und Lästereien ein Ende zu setzen.


Dieser langwierige und schwere Prozess fängt nun an sich auszuzahlen. Die lokalen Medien berichten nun wieder über maurerische Veranstaltungen als interessante regionale Neuigkeiten. Die nationalen Medien ignorieren uns größtenteils, wobei wir dieses Jahr einige positive Berichterstattung in Print und Radio über unsere zentralen Jubiläumsfeiern verzeichnen durften. Zum Beispiel sendetet Sky Television im Frühjahr fünf observierende Dokumentarfilme über die Freimaurerei. Wir haben hierfür mit den Filmemachern zusammengearbeitet, wobei wir keine redaktionelle Kontrolle ausgeübt haben. Wir sind aber doch sehr zufrieden mit den Ergebnissen und den Filmen, die Sky einige hohe Einschaltquoten im Dokumentarbereich bescherten. Falls Sie noch keine Möglichkeit hatten diese Filme zu sehen, können Sie diese als DVDs mit Bonusmaterial jetzt auch käuflich erwerben.

Als älteste Großloge hat England die Aufgabe der Aufsicht über die maurerische Regularität übertragen bekommen. Wie die versammelten Brüder wissen, gibt es neben den durch uns anerkannten noch viele weitere Gruppierungen, die sich Großlogen oder Großoriente nennen, welche wir nicht anerkennen, weil sie sich nicht den grundlegenden Prinzipien und Grundsätzen der Freimaurerei verpflichtet haben. Sie sind in der Politik oder im Antiklerikalismus aktiv oder bestehen in einigen Fällen bloß aus Internetseiten, die nichtsahnenden Besuchern Geld abknöpfen.

Freimaurerische Internationale Beziehungen sind ein komplexes Thema, doch wo rechtmäßige Freimaurerei existiert glauben wir daran, dass sie unterstützt und angeleitet werden muss. Von Zeit zu Zeit wird uns vorgeworfen zu langsam an der Anerkennung neuer Großlogen zu arbeiten, doch wir glauben fest daran dass wir aufgrund unserer traditionellen Aufgabe verpflichtet sind Achtsamkeit walten zulassen.

Das Wiederaufblühen der Freimaurerei in den baltischen Nationen haben wir seit dem Fall des eisernen Vorhangs begrüßt. Des Weiteren schätzen wir die Freimaurerei im restlichen Europa als stark ein, allerdings stagniert ihr Wachstum. Traurigerweise verzeichnete die Freimaurerei in der englischsprachigen Welt (GB, Nordamerika, Australasien und Südafrika) in den vergangenen 30 Jahren eine Abnahme in den Mitgliederzahlen. Hierfür gibt es mehrere Gründe, manche sind freimaurerei-intern und andere begründen sich im gesellschaftlichen Wandel an sich. In England haben wir einiges daran gesetzt, dem Problem der abnehmenden Zahl an Neumitgliedschaften entgegenzuwirken. Wir glauben einige Erfolge darin verzeichnen zu können.

Es existiert wohl ein breites Interesse unter jungen Männern an mehr moralischem Beistand und einer ruhigen Mitte in der schnelllebigen sich wandelnden Welt. Neuerdings nutzen wir also mit einigem Erfolg unsere Internetseiten und elektronische Medien als Instrumente, um junge Männer zwischen 20 und 30 zu rekrutieren. Außerdem haben wir Universitätslogen eröffnet, durch welche nunmehr 63 Logen Neumitglieder durch die lokalen Universitäten akquirieren konnten.

Es wurde schon vielfach vorgeschlagen, dass wir uns radikal ändern müssten, um die Freimaurerei zu modernisieren. Einer unserer herausragenden maurerischen Geschichtswissenschaftler hat bei seinen Recherchen herausgefunden, dass die englische Freimaurerei sich seit jeher an die gesellschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Zeiten angepasst hat. Dieser Wandel vollzog sich manchmal kaum wahrnehmbar und manchmal durch exakte Planung. Er vollzog sich jedoch zu jeder Zeit nur in der äußeren Form der Freimaurerei und niemals in ihren grundlegenden Prinzipien.

Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass die Fähigkeit zum Wandel ohne die wahre Natur der Freimaurerei zu verändern eine unserer größten Stärken darstellt und dass, wenn wir diesen schwierigen Balanceakt weiterhin meistern, die Freimaurerei überleben wird. Dann werden künftige Generationen an Freimaurern ihre Freimaurerei ebenso leben, wie wir es tun und wie unsere Vorgänger es die letzten 300 Jahre getan haben.

Im Rahmen unserer Pressearbeit sind wir in den vergangenen dreißig und mehr Jahren häufig gefragt worden, ob denn die Freimaurerei in der modernen Gesellschaft noch von Bedeutung ist. Unsere Antwort war stets ein entschiedenes ‚Ja‘. In einer dem konstanten Wandel unterworfenen und von Eigennutz geprägten Welt, in der alte Gewissheiten zu verschwinden scheinen, in der das Individuum den Vorzug vor der Gemeinschaft hat und öffentliche und private Moralvorstellungen einen Niedergang erfahren, hat die Freimaurerei mit ihren hohen ethischen Standards, ihrem Wertefundament und ihrem Einsatz für diejenigen, die Beistand bedürfen, eine gesellschaftliche Relevanz.

Wir glauben fest daran, dass es nicht die Freimaurerei selbst ist, die einen Einfluss auf die Gesellschaft hat, sondern das freimaurerische Individuum, das in seinen privaten und öffentlichen Kreisen den Prinzipien und Grundwerten der Freimaurerei Leben einhaucht. Unsere Großloge erlebt zurzeit ein großartiges Jubiläumsjahr. Wäre es nicht eine spannende Vorstellung, bei unserem Festakt in der Royal Albert Hall einige der Brüder begrüßen zu dürfen, die seinerzeit am 24. Juni 1717 zusammenkamen, um diese Großloge zu gründen! In ihren kühnsten Träumen hätten sie sich nicht vorstellen können, was aus dieser Gründung einmal erwachsen würde. Die damals rund einhundert Brüder der vier Gründungslogen sind auf mittlerweile mehr als 200.000 Mitglieder in der United Grandlodge of England in ungefähr 8000 Logen angewachsen.

Seit diesem kleinen Anfang in London 1717 hat sich die Freimaurerei zu einer weltumspannenden Kraft entwickelt mit insgesamt nahezu fünf Millionen Brüdern. Dies ist wahrlich ein Anlass zum Feiern! Wir danken Ihnen, ehrwürdigster Großmeister und den Vereinigten Großlogen von Deutschland dafür, dass Sie diese Ansicht teilen und uns die Teilnahme an dem heutigen Festakt ermöglicht haben.“


Übergabe des Prachtbandes von Juliane Herrmann durch den Großmeister der VGLvD Christoph Bosbach


Text folgt

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