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Pythagoras

Aus Freimaurer-Wiki

Pythagoräische Harmonik. Ulmer Münster Chorgestühl. Foto: Tomas Ostermann

Inhaltsverzeichnis

Pythagoras

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

Pythagoras von Samos, Illustration von J. August Knapp (1853-1938) – Pythagoras hält in der rechten Hand ein Tetraeder. Am rechten Bildrand auf dem Tisch liegen Winkelmaß und Zirkel. Offensichtlich wollte Knapp die Verbindung zwischen Pythagoras und der Freimaurerei deutlich machen.

Vectorgrafik: Jens Rusch
Vectorgrafik: Jens Rusch

griechischer Philosoph, Mathematiker, Astronom im 6. Jahrhundert v. Chr. Sein Leben liegt größtenteils im Dunkeln.

Der Begriff der Primzahl, der pythagoreische Lehrsatz, die Aufstellung der akustisch-musikalischen Schwingungsverhältnisses (Harmonik) viele mathematisch-geometrische Grundbegriffe werden ihm zugeschrieben. Er soll 530 v. Chr. in Kroton (Süditalien) den religiös-sittlichen Reformbund der "Pythagoreer" gegründet haben. Wie weit aber die als Pythagoreismus bezeichnete Lehre auf ihn zurück geht, ist nicht feststellbar.

Der Bund hatte einen Ordenscharakter, verlangte unbedingte Unterwerfung unter die Autorität des Meisters (autos epha), Treue, Schweigepflicht, Enthaltsamkeit, geordnetes Leben und besaß auch geheime Erkennungszeichen. Die Grundanschauung der pythagoreischen Lehre ist, daß das Grundprinzip der Welt nicht Stoff und Kraft, sondern die Zahl, d. h. etwas rein Formales sei, wobei Zahl als etwas Objektives, Reales gedacht ist. Zahlen bestimmen auch die Eigenschaften der Dinge; selbst die Tugend wird auf Zahl und Harmonie zurückgeführt Die Zahlensymbolik der Pythagoreer beeinflußte den Neuplatonismus und das Urchristentum, die ihrerseits auf die Mystik, Kabbalah, Alchimie und Humanismus eine tiefgehende Wirkung ausübten. Es ist daher begreiflich, daß Elemente des Pythagoreismus auch in der Freimaurerei feststellbar sind.

Zahlensymbolik

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

Die Zahlensymbolik spielt im Ritual und Gebrauchtum der Freimaurerei eine wichtige Rolle, desgleichen die Geometrie, die die eigentliche Grundlage der pythagoreischen Auffassung war. Die Zahlenmystik des Mittelalters nannte das Pentagramm (flammender Stern ! ) "Salus Pythagoreae". Die Pythagoreer faßten die Seele als Harmonie auf, glaubten an die Seelenwanderung und an dis Wiederkunft des Gleichen. Maß und Harmonie waren in der Auffassung der Pythagoreer die Grundprinzipien des Weltalls und zugleich des sittlichen Handelns. In sittlicher Hinsicht verlangten sie Reinheit von Leib und Seele. Auch die Selbstbeherrschung und das Streben nach Harmonie ist also dem Pythagoreismus und der Freimaurerei gemeinsam. Krause: "Der Große Gedanke der Pythagoreer war die harmonische Ausbildung der ganzen Menschennatur." Angesichts dieser ideellen Zusammenhänge erklärt es sich, daß viele Freimaurerlogen den Namen Pythagoras tragen.

Synergia-Verlag Charles Hummel: Pythagoras und die Meister von Chartres Hummels Schrift zur Harmonik von Chartres ist eine sehr wissenschaftliche Arbeit mit zahlreichen Querverbindungen. Viele Gebäudedetails sind anschaulich erklärt, die Betrachtungen werden sowohl in historischen als auch in harmonikalen Kontext gestellt. Die Poesie der Sprache vermittelt an vielen Stellen, zusätzlich zu den wissenschaftlichen Fakten und Betrachtungen, den Einklang zwischen Dichtung, Musik, Architektur und Weltharmonik. Ein Fundus für alle Chartres-Liebhaber, Harmoniker, Architekten, Mathematiker und alle die weiterforschen möchten. Umfangreiche Literaturhinweise und Amerkungen erleichtern die weitere Auseinandersetzung des Lesers mit Themen rund um die Harmonik, heilige Geometrie und speziell Chartres. Bestellung: SCHOPF

Lehrsatz

Pythagoreischer Lehrsatz, spielt in der angelsächsischen Freimaurerei unter der Bezeichnung "47. Problem (bezw. Lehrsatz) des Euclid" als Symbol des Stuhlmeisters eine Rolle. Die geometrische Figur bildet das Abzeichen des Past Masters (Altmeisters) .

Pythagoras und die Meister von Chartres

Quelle: Synergia-Verlag. Autor: Charles Hummel

Leseprobe: Über dem rechten Eingangstor des dreiteiligen Westportals, das als Königsportal bezeichnet wird und das den Haupteingang der Kathedrale von Chartres bildet, sitzt Pythagoras in unmittelbarer Nähe einer königlich thronenden Maria, die den kleinen Jesus auf dem Schoss hält.

Pythagoras, der für das Abendland die mathematischen Gesetzmässigkeiten konsonanter Klänge entdeckte und damit die Harmonik begründete; Pythagoras, der bekannteste unter den Urvätern der Mathematik, der sich im 5. vorchristlichen Jahrhundert als erster als Philosophen, als einen, der die Wahrheit liebt und die Wahrheit sucht, bezeichnete und das Universum einen Kosmos, ein in Schönheit geordnetes Ganzes nannte; Pythagoras, Haupt eines orphischen Mysterien nahestehenden religiös-philosophischen Bundes; dieser Pythagoras sitzt da an prominenter Stelle über dem Hauptportal des bedeutendsten Marienheiligtums des Mittelalters.

Wie kommt es, dass ein heidnischer Philosoph einen solchen Platz einnimmt an einem der wichtigsten Bauwerke des Christentums? Diese Frage bildet das zentrale Thema der vorliegenden Studie. Dabei wird selbstverständlich vor allem von der „Schule von Chartres“ die Rede sein, dem geistigen Hintergrund der Kathedrale, deren Gedankengut die Gestaltung des Baus nachhaltig beinflusste. (Siehe Buchhinweis rechts )

Radierung auf Kupfer, Prägedruck von Jens Rusch
Vectorgrafik: Jens Rusch

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Veranschaulichung der Harmonik bei einer "Berliner Werkstatt".
An Umfang und Genauigkeit bisher unübertroffen enthält das bis zur Gegenwart aktualisierte große lexikalische Standardwerk über die Freimaurerei neben einem lexikografischen Teil, Grundgesetzen, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei auch Darstellungen der Leistungen ihrer Mitglieder. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Feimaurer. Prof. Dieter A. Binder; geboren 1953, lehrt an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Andrassy-Universität Budapest Geschichte. Autor zahlreicher Publikationen zur Österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Kulturgeschichte. Bestellung: SCHOPF

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