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Regius-Poem (1390) Teil 1

Aus Freimaurer-Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Regius-Manuskript

Übersetzer: Hermann Marggraff

Das Regius-Manuskript ist die wahrscheinlich älteste und aus dem Jahr 1390 stammende Niederschrift von Regeln der Steinmetzbruderschaften. Man nennt es auch „Maurerisches Gedicht“ oder „Halliwell-Manuskript“, weil es 1840 vom Literaturhistoriker James Orchard Halliwell-Phillipps herausgegeben worden ist.

Das Manuskript ist ein Gedicht, das aus 794 paarweise gereimten in mittelenglischer Sprache verfassten Versen besteht. Sein Zweck war, den jungen Handwerkern die Regeln und Pflichten der Bruderschaft näherzubringen und das Auswendiglernen dieser zu erleichtern.

Interessant ist dieses Manuskript für die Freimaurerei, welche sich in ihrer Herkunft auf die Steinmetzbruderschaften beruft. Quelle: Wikipedia

Das Regius-Poem (1390)

BuchRegius.jpg


Vollständige Übersetzung von Hermann Marggraff, 1842
Bearbeitung für das Freimaurer-Wiki von Br Roland Müller

Aus: Urgeschichte der Freimaurerei in England. Von James Orchard Halliwell. Deutsch von Hermann Marggraff; mit einem Nachwort von C. C. Gretschel. Leipzig: Franz Peter 1842, 7-34.

Wie bei der anonymen Übersetzung derselben Schrift von James Orchard Halliwell in der Freimaurerischen Vierteljahrs-Schrift Latomia im selben Jahr beginnt der Text nach einem längeren Vorwort des Übersetzers Hermann Marggraff (III-XII), worin er einige Problem der Übersetzung anspricht und eine Nacherzählung des gesamten Gedichts gibt, mit der Nacherzählung der „alten Legende“; nachher folgen die vollständige Übersetzung des Regius-Poems in dem „alten ehrlichen Knüttelvers“ sowie das Nachwort Halliwells über die York-Urkunde. Im Nachwort (41-47) weist C. C. Gretschel darauf hin: Die von Halliwell herausgegebenen Reime „zeigen zugleich auf’s Neue den Zusammenhang unserer ältern deutschen Baugenossenschaften mit den britischen, unter dem Einflusse der päpstlich gesinnten Mönche gebildeten und durch diese mit den noch ältern kuldeischen Vereinen, von denen die Yorker Constitution ausging“ (45).

Ein Gedicht über die Grundgesetze der Maurerei.

Hic incipiunt constituciones artis Geometrie(ae) secundum Euclydem,

Wer Einsicht hat und lesen kann,
trifft in alten Büchern die Kunde an
Von manchen Frauen und grossen Herrn,
Die Kinder hatten von gutem Kern,
Doch, sie zu erhalten, nicht Gut und Geld,
Weder in der Stadt, noch auf See, noch im Feld.
Darauf man denn zu einem Rath
In dieser Absicht zusammentrat,
Wie am besten ihr Leben sei zu leiten,
Ohne Gram, ohne Kummer, ohn' Kämpfen und Streiten,
Zumeist für die spätere Nachkommenschaft,
Wenn der Tod sie selbst hinweggerafft.
Zu grossen Gelehrten schickten sie nun,
An ihren Kindern Gutes zu thun.
„Wir bieten sie um Gotteswillen,
Unsre Kinder Die gutem Geist zu erfüllen,
Damit sie ihre Lebenszeit
Zu bringen in Ehren und Sicherheit."
Damals, durch die gute Geometrei,
Diese edle Kunst der Maurerei
Ward angeordnet und nachgemacht
und von jenen Gelehrten ins Leben gebracht;
und der angewandten Geometrie
Den Namen Maurerei gaben sie -
Denn sie ist von allen die beste Kunst.
Den Kindern nun geschah die Gunst,
Vom Gelehrten zu lernen die Geometrie;
Die grosser Sorgfalt belehrte er sie;
Auf die Bitten von Mutter und Vater,
War er in der Kunst ihr edler Rather.
Und wer am eifrigsten huldigte ihr
Und seine Brüder übertraf an Wissbegier
In dieser Kunst, der sollte mehr
Als die übrigen haben an Ruhm und Ehr.
Euclid war dieser Gelehrte genannt,
Und wunderbar weit sein Name genannt.
Dieser grosse Gelehrte befahl noch dies,
Dass, wer sich am tüchtigsten erwies,
Lehren sollte den Einfältigen,
Diese Kunst vollkommen zu überwältigen;
Und so solle Jeder den Andern lehren
Und wie Bruder und Schwester lieben und ehren;
Fernerhin verordnete er,
Meister genannt sein solle der,
Dem vor Allen der höchste Preis sei zu gönnen,
Dann dürfte man ihn auch Meister nennen.
Doch nenne der Maurer den Genossen,
Der aus derselben Kunst entsprossen,
Nur lieber Bruder, nicht Knecht, nicht Sklav.
Obschon ein Andrer ihn übertraf.
Kameraden heissen sie alle zusammen,
Weil sie von guter Geburt entstammen.
So durch den Witz der Geometrei
Begann die Kunst der Maurerei;
So der gelehrte Euclid erfand
Die Geometrie im Aegypterland;
In Aegypten lehrt er sie weit und breit,
In vielen Ländern nach jeglicher Seit'.
Viele Jahre nachher, wie ich vernahm.
Die Kunst auch nach unserm Lande kam -
Diese Kunst kam nach England - ich führ' es jetzt an -
Zur Zeit des Königes Adelstan -
Er errichtete Hallen und hohe Tempel
Und Pfeilergewölbe zu gutem Exempel,
Darin sich zu freuen so Tag als Nacht
Und Gott zu ehren aus aller Macht.
Dieser gute Herr liebte sehr die Kunst
Und kräftigte sie durch seine Gunst;
Denn da er Mängel in ihr erfand,
Hat er verordnet durch all sein Land,
Dass Alle, die Theil an dem Handwerk nähmen,
Zu ihm in rüstigen Schaaren kämen,
Und durch ihren Rath die Fehler all
Verbessern möchten für jeglichen Fall.
Er versammelte dann durch seine Gnade
Verschiedene Lords, nach ihrem Grade,
Herzöge, Grafen, Barone sodann.
Ritter, Esquires und manchen anderen Mann,
Und die, grossen Bürger dieser Stadt,
Nach: Rang und Ordnung, wie Jeder hat.
Beisammen drauf, beriethen sie frei
Ein Grundgesetz für die Maurerei.
Sie suchten dann, durch kluges Dichten,
Wie am besten das Ganze sei einzurichten;
Sie haben funfzehn Artikel erdacht
Und funfzehn Punkte hervorgebracht.


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