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Rezension: A.B.a.W. − Oh my God!

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Rezension: A.B.a.W. − Oh my God!

Der Umschlag zeigt ein Ölgemälde (50x60 cm) des Berner Malers
Werner Schott; Titel: Cheminement – lequel ne relie pas deux points mais en construit la distance de la différence.

Miniaturen über das Unergründliche

Kein dicker Wälzer über den A.B.a.W., den „Baumeister“, nein, nur 40 Seiten! Und dennoch nicht einfach nur ein Büchlein! Das Wort wäre eine Herabsetzung dieses kleinen bibliophilen Kunstwerks. Von Rudi Rabe.

Ja, es ist ein kleines Kunstwerk, diese Gemeinschaftsarbeit der Schweizer ‚Loge zur Hoffnung’ in Bern, wobei auch Brüder anderer Logen mitgearbeitet haben: eine Sammlung ganz persönlicher Vorstellungen über den „A.B.a.W.“, den – wie die Freimaurer sagen – ‚Allmächtigen Baumeister aller Welten’. Dies ist eine Art Stellvertreterwort für das Höchste, zu dem manche Gott sagen, andere ein Prinzip meinen und wieder andere es gar nicht benennen, es nur fühlen.

Dass es ein kleines bibliophiles Kunstwerk ist, wurde mir in der Sekunde klar, als ich es aufschlug. Jede Seite ist anders gestaltet: manche mit Illustrationen, deren Originale mit ganz verschiedenen Techniken angefertigt wurden; andere mit Texten, die genau genommen auch Illustrationen sind, wird doch jede Seite in einer anderen künstlerisch anspruchsvollen Typografie dargestellt; oder etwas zwischen Text und Bild ... ich merke gerade, die üblichen Schubladen zum Einordnen passen nicht, wie das halt so ist bei der Kunst. Ein Bruder hat sogar eine Audioseite eingebracht: ein zum Thema A.B.a.W. passendes rätoromanisches Volkslied, gesungen von einem Männerchor mit Brass Band. Man kann es wirklich hören, es wird über diesen Link angeboten: Allas Steilas. Ein anderer Bruder bietet ein virtuelles Mandala, zusammengebaut aus mehreren seiner realen Malereien, zum Download an: Martin Cleis. Also nicht nur ein bibliophiles sondern auch noch ein multimediales Kunstwerk.

Aber das ist noch nicht alles: Das kleine Werk ist nicht gebunden, wie das sonst bei Büchern üblich ist, also zum Umblättern Seite für Seite. Es wird zwar von zwei Buchdeckeln geschützt, aber dazwischen ist ein beidseitig bedruckter Leporello zum Ausziehen: zwanzig Seiten vorne und zwanzig Seiten hinten. Aber wo ist da schon vorne und hinten.

Vier Seiten aus dem Leporello, der wie ein Fächer auf zwanzig vorne und hinten bedruckte Seiten ausgezogen werden kann.

„Oh my God! Ein Buch zu einem Thema, das alles außer gewöhnlich ist“, heißt es treffend auf dem Umschlag.
Und der Stuhlmeister der ‚Loge zur Hoffnung’ schreibt in seinem Vorwort: „Frühere Freimaurer schufen für das göttliche Prinzip einen eigenen Begriff – sie wollten keinen eigenen Gott. Sie wollten eine Bezeichnung und einen Namen, der in keiner Religion verwendet wurde: der Große Baumeister aller Welten. ... Dahinter steht die Überzeugung, dass die Größe und Macht Gottes nicht in einem Namen ausgedrückt werden kann. Zu umfassend und zu unaussprechbar ist seine Kraft. Ich bin den Erfindern dankbar für diese Bezeichnung. Als Kinder der Aufklärung sind wir Dogmen gegenüber skeptisch. Das Zusammenfinden von Christen, Juden, Moslems, Taoisten, Buddhisten, Freidenkern, Agnostikern, an einem Ort und in Übereinstimmung mit einer Abmachung, welche schlicht ausdrückt, dass wir nicht wissen, wo wir herkommen und wohin wir gehen, dass wir nicht wissen, ob es steuernde Götter gibt oder ob alles freie Energie und Chaos ist, jeder aber genau das glauben soll, was er will und braucht, wird durch den A.B.a.W. ermöglicht. Der A.B.a.W. ist unser Symbol für diese realen Empfindungswelten. Deshalb ist diese Schrift mehr als eine Sammlung von Aufsätzen und Bildern, sondern eine Annäherung an das, was uns Menschen ausmacht.“

Die vierzig Aufsätze und Bilder sind also Äußerungen von vierzig Freimaurern zu ihrem A.B.a.W. Manche sind religionsnahe, andere mystisch und wieder andere eher abstrakt-naturwissenschaftlich. Manche sind eher persönliche Bekenntnisse, andere eher Interpretationen. Manche sind Prosa, einige lyrisch, andere spielerisch, und eines ist ein Gebet. Und wie gesagt: Jede Seite sieht anders aus. Interessant beim Schauen und Lesen: Wo gehöre ich am ehesten hin? Was kommt mir am nächsten?

Das bibliophile Kunstwerk kann hier bezogen werden:
‚Loge zur Hoffnung’
Es kostet 30 Franken oder 24 Euro, Porto inbegriffen.

Siehe auch

Drei weitere künstlerisch anspruchsvolle Freimaurer-Bücher:

Und zum Thema: A. B. a. W.

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