C. P. E. Bach: Lieder

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Carl Philipp Emanuel Bach: Die Originaltexte für seine 12 freimaurerischen Kompositionen, 1788

mit Noten

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Ausgearbeitet von Dr. phil. Roland Müller, Switzerland / Copyright © by Mueller Science 2001-2015 / All rights reserved - ESOTERIK von Dr. phil. Roland Müller



 
Früher wurden diese Kompositionen Wilhelm Friedrich Ernst Bach zugeschrieben
nun aber Carl Philipp Emanuel Bach
Im Werkverzeichnis: Wq 202n/01-12
 
Carl Philipp Emanuel Bach war kein Freimaurer,
aber sein Halbbruder Johann Christian Bach (1735-1782; 1778 in die Loge „Nine Muses“ No. 235 in London aufgenommen)
 
 
In:
Vollständiges Liederbuch der Freymäurer
Dritter Theil,
mit ganz neuen Melodien
von den Herren Capellmeistern
Bach, Naumann und Schulz.
Kopenhagen und Leipzig,
verlegts Christian Gottlob Probst, Kön. Priv. Universitäts-Buchhändler.
1788
 
Acht der 12 Liedtexte kommen bereits in früheren freimaurerischen Liedersammlungen vor.
Vier (VIII, XXII, XXX, XXXII) sind neu. Davon wurde XXX in spätere Sammlungen aufgenommen.


III. Bey Eröffnung der Loge

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Walle sanft, durch Wolken, die dich decken,

siehe: 10 neue Lieder aus Königsberg, 1787
136. An die Wahrheit
 

IV. Gruß der Versammlungszeit

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Die Sonne mag immer entfliehen
 
siehe: Heinrich August Ottokar Reichard: Fünf neue Lieder, 1780

VI. Auf das Fest des heiligen Johannis

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Bruder, seyd heute recht vergnügt
 
siehe: 13 neue Lieder aus Frankfurt, 1782

VII. Auf das Fest des heiligen Johannis

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Ich komme vom Johannis her. Er war ein lieber Mann

siehe: 13 neue Lieder aus Frankfurt, 1782
(ohne die 5., 6. und 11. Strophe).

VIII. Wechselgesang

Wqn202/04
Der Meister vom Stuhl.
 
Hier zur Arbeit angestellt,
Widmet, würdge Brüder,
Dem, der unsern Bau erhält,
Ehrfurchtsvolle Lieder.
 
Chor der Brüder.
 
Ja! im jubelnden Gesang
Und in frohen Chören,
Lasse sich der wärmste Dank
Aller Brüder hören.
 
Erster Oberaufseher.
 
Schaut des Tempels Säulen an
Und fühlet eure Pflichten.
Folgt der Weisheit! -- Nur sie kann
Maurer unterrichten.
 
Chor der Brüder:,
 
Ja, wir folgen ihrer Spur,
Spähn nach ihren Lehren.
Das Gesetz der Weisheit nur.
Soll der Maurer hören.
 
Zweyter Oberaufseher.
 
Schönheit soll den Bau erhöh‘n,
Einfalt gab ihm Würde,
Durch Natur nur sey er schön,
Ohne falsche Zierde.
 
Chor der Brüder.
 
Ja! -- nach Regeln der Natur
Und nach ihren Rissen
Ist ein freyer Maurer nur
Schön zu baun, beflissen.
 
Der Meister vom Stuhl.
 
Nun, Allmächtger Architekt!
Segne unsre Werke,
Du hast uns zum Licht erweckt,
Gib dem Baue Stärke.
 
Chor der Brüder.
 
Ja! der Allmacht Stärke hält
Unsern Bau. -- Er stehet.
Selbst dann steht er, wenn die Welt
Irrdisch untergehet.
 
Allgemeines Chor.
 
Dank dem seligen Geschick,
Da im Maurerorden
Wahrer Menschheit ächtes Glück,
Unser Los geworden!


IX. Auf das Vermählungsfest unsers Meisters vom Stuhle

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Singt begeistert heute, Brüder
 
siehe:
"... sie auch willig anzuhören,
dies ist eines Maurers Pflicht.“
Aus:
Lieder zum Gebrauch der Freymäurer-Loge zur Einigkeit in Frankfurt am Mayn. 1782, 39-42; erneut 1784, 39-42

X. ohne Titel

Wqn202/08
Die ihr im sichern Heiligthum
 
siehe: Weitere Hamburger Logenlieder, 1774

XII. Das stille Glück der Maurerey

Wqn202/12
 
Laßt andre stolz nach Ehre dürsten,
Der größte Rang ist Sklaverey.
Der nächste Liebling großer Fürsten
Ist nur ihr Sklave -- niemals frey.
 
Laßt andere Krösus Schätze häufen,
Genießen sie dann wohl ihr Geld?
Wenn sie in Goldgeiz sich ersäufen,
Was nutzen sie sich und der Welt?
 
Laßt andre sich in Wollust wiegen,
Ganz ihrer Lüste Sklaven seyn.
Nie fühlen sie ein rein Vergnügen
Und ihrer Wollust folgt nur Pein.
 
Der Maurer, stets mit sich zufrieden,
Baut sein und andrer Menschen Glück,
Fühlt seinen Himmel schon hienieden,
Und segnet dankbar sein Geschick.
 
Der Himmel trübt sich; -- doch die Dicke
Des Pfades schreckt den Maurer nie.
Er duldet; -- und giebt Sonnenblicke,
So sammlet und genießt er sie.
 
Theilt mit den Brüdern seine Leiden,
Die er getheilt nur halb noch fühlt,
Und schmecket doppelt jede Freuden,
Weil sie der Bruder mit ihm fühlt.
 
O Brüder! was sind Thron und Reiche,
Was Moguls Schätze, Pomp und Pracht,
Wenn ich sie mit dem Bund‘ vergleiche
Der uns im Schurzfell glücklich macht?
 
Laßt Thoren sich bey Erdenschätzen
Im Ungenuß, bloß scheinbar freun,
Und sey der Orden nur Ergötzen;
Uns soll er Dreymal heilig seyn.


XXX. ohne Titel

Wqn202/06
 
Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801. 40
Maurerische und gesellschaftliche Lieder. 1817, 47-48
 
 
Brüder, unsre Säulen stehen
Fest, im hellen Sonnenlicht:
Erd und Himmel kann vergehen,
Aber unsre Säulen nicht.
 
Heiter sah schon mancher Jahre
Schnellem Flug die Loge zu,
O sie stehe, und befahre
Nie das Ende ihrer Ruh.
 
Bey der alten Lampe wachend,
Finde stets sie jeden Sohn;
Tugend in dem Auge lachend
Finde sie ihn heut am Thron.
 
So wird unser Licht erneuet,
Und wir sehn mit Seherblick;
Mauert, Brüder, und erfreuet
Euch bey eurer Mutter Glück.
 
Im [1801 und 1817: Am] Triumphe steht die stille
Schöne da, und unbekannt:
Freuet euch aus Herzensfülle
Sie erkennt, und ist erkannt!


XXXI. ohne Titel

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Hoch wie des Adlers kühnster Flug
 
siehe: Sechs neue Freimaurerlieder aus Regensburg, 1772
Auf die Johanisloge
stark gekürzte und veränderte Version

XXXII. Trinklied bey der Tafel

Nach dem Französischen
Wqn202/09
 
[Das französische Lied erschien zuerst im Chansonnier de Naudot, 1744
unter dem Titel Buvons, buvons de ce vin frais.
Ins Deutsche übersetzt wurden nur die ersten vier Strophen, von insgesamt sechs.]
http://www.mvmm.org/c/docs/div18/vl3_32.html

 
Trinkt, trinkt von diesen frischen Wein!
Wir wollen alle Gläser füllen.
Der ird’schen Hoheit eitler Schein
Ist nichts für uns als Tand und Grillen.
Trinkt alle, trinkt mit langen Zügen,
Und laßt, als Brüder [bei den Noten: als Götter], uns vergnügen.
 
Laßt alle Welt durch Raserey
Des blut’gen Krieges sich bethören,
Wir sind von Zank und Zwietracht frey
In allen beyden Hemisfehren.
Trinkt alle, trinkt mit langen Zügen,
Und laßt, als Brüder, uns vergnügen.
 
Entfernt von Sorgen und Verdruß,
Bey unsern strengsten Ordenspflichten
Sieht alle Welt bey Wein und Kuß
Der Tugend Opfer uns entrichten.
Trinkt alle, trinkt mit langen Zügen,
Und laßt, als Götter, uns vergnügen.
 
Mag mit Erdichtung mancher Schuld
Die Welt dann übel von uns sprechen,
Indeß mit Wohlthat, Güt‘ und Huld
Wir an des Volkes Wahn uns rächen!
Trinkt alle, trinkt mit langen Zügen,
Und laßt, als Brüder, uns vergnügen.


XXXIV. ohne Titel

Wqn202/11
Für euch, ihr Schönen, Soll er ertönen
 
siehe: 13 frühe Schwesternlieder
ohne Titel, Hamburg, 1774