Feldloge Nr 2

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Johannisloge:

"Feldloge Nr. 2"

Orient: Gnadenfrei (Oberpeilau)
Matr.-Nr.:
Gründungsdatum: 1813/1819
Großloge: GLLdFvD

Feldloge Nr 2

Gnadenfrei - Schlesien

1813. Gnadenfrei -Schl. »Feldloge Nr. 2 (Suum cuique)«  Feldloge Geppert S.30

Quelle: Die Freimaurer-Logen Deutschlands und deren Großlogen 1737-1985 von Karl Heinz Franke und Dr. Ernst-Günther Geppert


Geschichte

Quelle: Geschichte der Freimaurerei von Ferdinand Runkel Band 3 - 2. Buch Teil III Feldlogen im 19. Jhd Seite 131, 132

Am 4. März teilten Graf Henckel von Donnersmarck und General-Chirurgus Wiebel der Großen Landesloge mit, daß sie willens seien, „bei dem zu eröffnenden Feldzuge eine Feldloge zu errichten und bitten um eine Konstitution. Die Loge soll den Namen Suum cuique führen.

Der Name gefällt nicht

Der Landes-Großmeister verfügte am 12. März 1813:

„Bei der Stiftung einer Feldloge unter der Führung solcher guten Brüder hat es kein Bedenken; da wir nicht wissen, wo der Bruder Graf Lottum sich befindet und ob er auch nicht vielleicht seine Feldloge in Arbeit setzen wird, so werden wir wohl diese neue Feldloge No. zwei nennen... Der Name Suum cuique will mir nicht gefallen.
Er drückt einen allgemeinen Rechtssatz aus, der sich in der Freimaurerei von selbsten versteht, auch würde es nicht wohl möglich sein, ein passendes Logensiegel dazu zu verfertigen. Um indessen unsern guten Brüdern soweit als möglich zu willfahren, so schlage ich vor, dieser neuen Feldloge den Namen Feldloge No. zwei mit dem Motto: Suum cuique beizulegen."

Feldloge N° 2

Der Landes-Großmeister schickte diese Verfügung an die Groß-Beamten, die alle schriftlich zustimmten. Darauf wurde eine Vollmacht ausgefertigt, die das Datum des 12. Mai 1813 trug: „Demnach die Hochwürdigen Brüder Graf Henckel von Donnersmarck Meister der Ehrwürdigen St. Johannis-Loge Zur Beständigkeit in Berlin und General-Chirurgus Wiebel, Meister der Ehrwürdigen St. Johannis-Loge Minerva zu Potsdam aus rühmlichen Eifer für das Beste des Freimaurer-Ordens den gemeinschaftlichen Entschluß genommen, mit Hilfe mehrerer ins Feld ziehenden guten und echten Freimaurer eine Feldloge Nummer zwei, unter dem Motto suum cuique: zu erbauen, und dabei beide Hochwürdige Brüder um die dazu nötige Vollmacht bei der Hochwürdigen Großen Landesloge zu Berlin gebührend angesucht haben, die Hochwürdige Große Landesloge aber diesem edlen Vorhaben ihren Beifall nicht hat versagen können: so erteilt die Hochwürdige Große Landesloge zu Berlin gedachten Hochwürdigen Brüdern, Graf Henckel von Donnersmarck und Wiebel, die zur Erbauung der Feld-Loge Nummer zwei nötige Vollmacht kraft dieses, dergestalt und also, daß der Hoch­würdige Bruder Graf Henckel von Donnersmarck als Logenmeister, und der Hochwürdige Bruder Wiebel als deputierter Logenmeister berechtiget sein sollen, während des bevorstehenden Feldzuges, da, wo sie sich befinden werden, Freimaurer Lehrlinge, Gesellen und Meister... auf- und anzunehmen..."

Arbeit in Feindesland

Die Loge hat sehr eifrig gearbeitet und ist bis zum Jahre 1818 in Feindes­land geblieben. Am 15. November 1818 siedelte sie nach Erfurt über, um dort ihre Umwandlung in eine stehende Loge zu vollziehen.

Die Auflösung der Feldloge zeigte Graf Henckel aus Charlottenburg am 9. Januar 1819 an:

„Mit dem Ende unseres Aufenthaltes in Frankreich habe ich meiner Pflicht gemäß auch die Arbeiten der mir anvertrauten Feldloge Nummer zwei mit dem Motto Suum cuique geschlossen. Mit treuem Eifer ist das Werk von uns allen betrieben worden, und ich bin es meinen gewesenen Beamten besonders schuldig, hier öffentlich dankbar ihrer zu erwähnen, denn sie sind nie müde geworden, mich treulich zu unterstützen..."

Aus dieser Feldloge ging dann die St. Johannis-Loge „Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz" in Erfurt hervor. Graf Henckel, der später als Ordens­meister der Großen Landesloge treue Dienste geleistet hat, hatte dieser Feldloge nicht nur Opfer an Zeit, Mühe und Gedankenarbeit gebracht, sondern ihr auch eine namhafte Summe baren Geldes vorgeschossen. Bei der Überführung in eine stehende Loge verfügte dann die Große Landesloge, daß Graf Henckel sich aus der Logenkasse der Feldloge bezahlt machen möge. In einem herzlichen Schreiben dankt er ihr dafür.

Darauf antwortete die Große Landesloge am 12. Februar 1819:

„... Wenn Sie Ihrerseits dem treuen Eifer Ihrer Brüder Beamten das wohl­verdiente Lob beilegen, so dürfen wir mit desto mehrerem Rechte Ihrer ausgezeichneren Liebe für den Orden, Ihrer treuen Fürsorge für das Wohl Ihrer Loge, die keine Mühe und Arbeit, selbst wenn sie mit Aufopferung verbunden war, gescheut hat, und Ihrer Weisheit und Umsicht, mit der Sie die Arbeiten geleitet, Gerechtigkeit widerfahren lassen. Es ist uns hin­länglich bekannt geworden, in welchem besonderen Flor Ihre gute Loge sich befand, und welcher vortreffliche Geist alle Ihre Brüder Mitglieder beseelt hat, und wir haben mit der Freude einer liebenden Mutter daran teilgenommen. Gebe der große Baumeister, daß der gute Same, den Sie so reichlich ausgestreut haben, Frucht tragen möge!..."

Siehe auch

Links