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Zum blauen Stein

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Künstlervereinigung "Zum blauen Stein"

Bearbeitet von Henning Thorandt unter Zurhilfenahme der "Freimaurerzeitung, Nr.2 und Nr.3 vom 10. und 17. Juli 1858 S. 14 und S. 19-21"


"Zum blauen Stein" hatte sich eine Gruppe von freimaurerischen Künstlern genannt, die sich nach Blumauer in der gesamten Theaterwelt Deutschlands ausgebreitet hatte. Der Hauptkonvent leitete alle Geschäfte dieses Bundes aus Stuttgart, die hochrangisten Künstler des dortigen Hof-Theaters hatten ihn gebildet und auch Aloys Blumauer war Mitglied dieses Haupt-Konvents. Weitere Konvente waren in Breslau, Frankfurt und in sämtlichen Theatern am Rhein.

Vorteile und unangenehme Nebenerscheinungen

Der Grundgedanke war nicht schlecht, eine einheitliche Theater-Innung zu bilden, aber leider wurde es für Vetternwirtschaft und Bevorzugung genutzt, da ja nicht alle Künstler dazu eingeladen wurden. Aber nur so hätte sich eine Gesamtinnung zu einer Korporation bilden können, die der der französischen théatre francais gleichgekommen wäre.

Der Vorteil für die Künstler in diesen Konventen waren: sie bekamen leicht Gastrollen, Engagements und Gehaltzulagen, und andere Dinge mehr.

Hatte ein Nichtmitglied eine Rolle, die auch ein Konvent-Mitglied spielen konnte, hatte er gleich den ganzen Konvent gegen sich.

Die Nichtmitglieder hatten Probleme an Gastrollen, Engagements usw. zu gelangen, da sich die Konventmitglieder logischerweise untereinander unterstützten, da dies auch in den aufgestellten Gesetzen der Vereinigung ausdrücklich gewünscht wurde. Sie fühlten sich ausgegrenzt, oftmals wussten die Nichtmitglieder aber auch nicht, warum es für sie so schwer war.

Ihre Bestrebungen gingen soweit, die adligen Vorstände der Bühnen sollten gestürzt und neue Intendanten des Bundes eingesetzt werden.

Friedrich Wilhelm Hunnius

Der Hofschauspieler und Sänger Friedrich Wilhelm Hunnius soll der Erste in der Napolionischen Zeit gewesen sein, der den Vorschlag zur Bildung einer künstlerisch-freimaurerischen Geheimgesellschaft machte, um gegen die Fremdherrschaft aufzubegehren und Hilfe für notleidende Künstler durch eine Pensionskasse zu schaffen. Diese Idee setzte er in Weimar in die Tat um.

Die Mitglieder der Künstlervereinigung mussten einmal im Monat einen Bericht über die Vorgänge in ihren Theatern, in denen sie angestellt waren, an den Haupt-Konvent übermitteln. Die von Hunnius geschaffene Pensionskasse soll im Jahr 1820 30.000 Gulden betragen haben. Hunnius soll sowohl Mitglied des Tugendbundes und gleichzeitig Freimaurer gewesen sein.


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