Deputationsloge: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Autor: [[Philipp Gerlach]]'''


Das rasche Wachstum der [[Freimaurerei]] in England bald nach 1717 zwang die Großmeister zu häufigen Reisen, um [[Loge]]n einzusetzen. Da sie auch andere Abhaltungen hatten, wurde der Ausweg der Deputation gewählt. Großbeamte oder Stuhlmeister wurden mit der Vertretung des Großmeisters betraut. Der Name Deputation ging dann später auch auf die schriftliche Vollmacht des Großmeisters über, so daß eine Zeitlang Deputation gleichbedeutend ist mit [[Warrant]] oder Charter d. i. Stiftungsurkunde.
[[Deputationsloge]]n sind für einen konkreten Zweck bestimmte und/oder entsandte [[freimaurer]]ische Zusammenschlüsse ([[Loge]]n).  


Deputationsloge bedeutet weiters eine Logenabordnung die zu einem bestimmten Zweck, etwa [[Aufnahme]] eines [[Suchender|Suchenden]] von Stand, entsendet wird. So nahm eine Deputationsloge der Loge "[[St. Mary's Chapel|Mary's Chapel]]" in Edinburgh im Jahre 1641 den Generalquartiermeister der schottischen Armee Robert Moray, in Newcaslle auf.  
=Etymologie=
Deputationslogen sind [[Logen]] mit einem 'Deputat’. Sprich: Sie sind mit einem spezifischen Auftrag versehen. Das Wort ‚Deputation’ stammt vom Lateinisch 'deputare': Bestimmen, abordnen oder delegieren, oft für eine spezielle Aufgabe, ein Gremium oder eine Vertretung.


Bekannt ist die Deputationsloge, die unter Leitung von Dr. [[John Theophilus Desaguliers|Desaguliers]] im Haag 1731 den nachmaligen Kaiser Franz von Lothringen aufnahm. Ebenso wurde der erste Prinz aus dem englischen Königshaus, Friedrich Ludwig von Wales, von einer Deputationsloge 1737 im Schlosse von Kew durch Desaguliers aufgenommen. Auch [[Friedrich der Große]] wurde 1738 als Kronprinz in Braunschweig durch eine Deputationsloge der Hamburger Loge in den Freimaurerbund eingeführt.  
In dem Sinne sind ‚Deputationslogen‘ schlicht [[deputiert]]e [[Loge]]n.  


Schließlich heißen Deputationslogen auch noch Zweiglogen, die in Orten mit einer geringeren Zahl von Mitgliedern mit beschränkten Rechten nur zur Erleichterung der Arbeit eingesetzt werden. (Heute wohl nirgends mehr üblich.)
=Heutiges Verständnis=
Als 'Deputationsloge' versteht man heute im einerseits [[Loge]]n, die für einen bestimmten Zweck gegründet wurden, wie die [[freimaurer]]ischen [[Forschungsloge]] [[Quatuor Coronati]]. Deren [[Brüder]] gehören ihrer jeweiligen Stamm[[loge]] und zugleich der [[Forschungsloge]] an ('Doppelmitglieder').  


==Ergänzung==
Andererseits versteht man unter 'Deputationslogen' die lokalen Vertreter einer ortsfernen bzw. überregionalen [[Loge]]. In Deutschland kommt die einzige [[regulär]]e Aufteilung einer [[Loge]] in Haupt- und Deputationslogen bei [[Jacob de Molay zum flammenden Stern]] vor. Es handelt sich bei dieser [[Loge]] um eine einzige, überregionale [[Loge]], die jeodoch wesentlich durch ihre [[drei]] regionalen Deputationslogen in Erscheinung tritt. Namentlich sind dies:
Als 'Deputationsloge' versteht man heute Logen, die für einen bestimmten Zweck gegründet wurden. Typisches Beispiel: Die freimaurerischen Forschungslogen [[Quatuor Coronati]]. Deren Mitglieder gehören zu ihrer jeweiligen Stammloge und zugleich zur QuC, wie sie im Freimaurerjargon gerne genannt wird; sie sind also Doppelmitglieder.
*[[Jacob de Molay zum Nordstern]] im [[Orient]] [[Hamburg]]
*[[Jacob de Molay zum Stern im Süden]] im [[Orient]] Erlangen/Nürnberg
*[[Jacob de Molay zum Stern im Westen]] als [[Wanderloge]]


Auch die [[Loge]] [[Jacob de Molay zum flammenden Stern]] ist in 3 regionale 'Deputationslogen' aufgeteilt:
=Historisches Verständnis=
*[[Jacob de Molay zum Nordstern]]
'''{{LPB}}'''
*[[Jacob de Molay zum Stern im Süden]]
*[[Jacob de Molay zum Stern im Westen]]


==Siehe auch==
Das rasche Wachstum der [[Freimaurerei]] in [[England]] bald nach 1717 zwang die [[Großmeister]] zu häufigen [[Reise]]n, um [[Loge]]n einzusetzen. Da sie auch andere Abhaltungen hatten, wurde der Ausweg der Deputation gewählt. [[Großbeamte]] oder [[Stuhlmeister]] wurden mit der Vertretung des [[Großmeister]]s betraut. Der Name Deputation ging dann später auch auf die schriftliche Vollmacht des [[Großmeister]]s über, so daß eine Zeitlang Deputation gleichbedeutend ist mit [[Warrant]] oder Charter d. i. [[Stiftungsurkunde]].
 
Deputationsloge bedeutet weiters eine [[Logen]]abordnung die zu einem bestimmten Zweck, etwa [[Aufnahme]] eines [[Suchender|Suchenden]] von Stand, entsendet wird. So nahm eine Deputationsloge der Loge "[[St. Mary's Chapel|Mary's Chapel]]" in [[Edinburgh]] im Jahre 1641 den Generalquartiermeister der [[Schottland|schottischen]] Armee Robert Moray, in Newcaslle auf.
 
Bekannt ist die Deputationsloge, die unter Leitung von Dr. [[Desaguliers]] im Haag 1731 den nachmaligen Kaiser Franz von Lothringen aufnahm. Ebenso wurde der erste Prinz aus dem [[England|englischen]] Königshaus, Friedrich Ludwig von Wales, von einer Deputationsloge 1737 im Schlosse von Kew durch [[Desaguliers]] aufgenommen. Auch [[Friedrich der Große]] wurde 1738 als Kronprinz in Braunschweig durch eine Deputationsloge der [[Hamburg]]er [[Loge]] in den [[Freimaurerbund]] eingeführt.
 
Schließlich heißen Deputationslogen auch noch Zweiglogen, die in Orten mit einer geringeren Zahl von Mitgliedern mit beschränkten Rechten nur zur Erleichterung der Arbeit eingesetzt werden.
 
=Siehe auch=
*[[Deputiert]]
*[[Deputiert]]
*[[Sprengelrecht]]
*[[Deputation der Freimaurer in Chursachsen für die Armut]]
*[[Quatuor Coronati]]
*[[Jacob de Molay zum flammenden Stern]]
*[[Jacob de Molay zum flammenden Stern]]


[[Kategorie:Lexikon]]
[[Kategorie:Lexikon]]

Aktuelle Version vom 17. Januar 2026, 21:00 Uhr

Autor: Philipp Gerlach

Deputationslogen sind für einen konkreten Zweck bestimmte und/oder entsandte freimaurerische Zusammenschlüsse (Logen).

Etymologie

Deputationslogen sind Logen mit einem 'Deputat’. Sprich: Sie sind mit einem spezifischen Auftrag versehen. Das Wort ‚Deputation’ stammt vom Lateinisch 'deputare': Bestimmen, abordnen oder delegieren, oft für eine spezielle Aufgabe, ein Gremium oder eine Vertretung.

In dem Sinne sind ‚Deputationslogen‘ schlicht deputierte Logen.

Heutiges Verständnis

Als 'Deputationsloge' versteht man heute im einerseits Logen, die für einen bestimmten Zweck gegründet wurden, wie die freimaurerischen Forschungsloge Quatuor Coronati. Deren Brüder gehören ihrer jeweiligen Stammloge und zugleich der Forschungsloge an ('Doppelmitglieder').

Andererseits versteht man unter 'Deputationslogen' die lokalen Vertreter einer ortsfernen bzw. überregionalen Loge. In Deutschland kommt die einzige reguläre Aufteilung einer Loge in Haupt- und Deputationslogen bei Jacob de Molay zum flammenden Stern vor. Es handelt sich bei dieser Loge um eine einzige, überregionale Loge, die jeodoch wesentlich durch ihre drei regionalen Deputationslogen in Erscheinung tritt. Namentlich sind dies:

Historisches Verständnis

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Das rasche Wachstum der Freimaurerei in England bald nach 1717 zwang die Großmeister zu häufigen Reisen, um Logen einzusetzen. Da sie auch andere Abhaltungen hatten, wurde der Ausweg der Deputation gewählt. Großbeamte oder Stuhlmeister wurden mit der Vertretung des Großmeisters betraut. Der Name Deputation ging dann später auch auf die schriftliche Vollmacht des Großmeisters über, so daß eine Zeitlang Deputation gleichbedeutend ist mit Warrant oder Charter d. i. Stiftungsurkunde.

Deputationsloge bedeutet weiters eine Logenabordnung die zu einem bestimmten Zweck, etwa Aufnahme eines Suchenden von Stand, entsendet wird. So nahm eine Deputationsloge der Loge "Mary's Chapel" in Edinburgh im Jahre 1641 den Generalquartiermeister der schottischen Armee Robert Moray, in Newcaslle auf.

Bekannt ist die Deputationsloge, die unter Leitung von Dr. Desaguliers im Haag 1731 den nachmaligen Kaiser Franz von Lothringen aufnahm. Ebenso wurde der erste Prinz aus dem englischen Königshaus, Friedrich Ludwig von Wales, von einer Deputationsloge 1737 im Schlosse von Kew durch Desaguliers aufgenommen. Auch Friedrich der Große wurde 1738 als Kronprinz in Braunschweig durch eine Deputationsloge der Hamburger Loge in den Freimaurerbund eingeführt.

Schließlich heißen Deputationslogen auch noch Zweiglogen, die in Orten mit einer geringeren Zahl von Mitgliedern mit beschränkten Rechten nur zur Erleichterung der Arbeit eingesetzt werden.

Siehe auch