Deputationsloge: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 17. Januar 2026, 15:30 Uhr
Autor: Philipp Gerlach
Deputationslogen sind deputierte Logenn, also für einen konkreten Zweck bestimmte und/oder entsandte freimaurerische Zusammenschlüsse.
Etymologie
Über ein 'Deputat’ zu verfügen, bedeutet mit einem Auftrag versehen zu sein. Das Wort stammt vom Lateinisch 'deputare': Bestimmen, abordnen oder delegieren, oft für eine spezielle Aufgabe, ein Gremium oder eine Vertretung.
Heutiges Verständnis
Als 'Deputationsloge' versteht man heute im einerseits Logen, die für einen bestimmten Zweck gegründet wurden, wie die freimaurerischen Forschungsloge Quatuor Coronati. Deren Brüder gehören ihrer jeweiligen Stammloge und zugleich der Forschungsloge an ('Doppelmitglieder').
Andererseits versteht man unter 'Deputationslogen' die lokalen Vertreter einer ortsfernen bzw. überregionalen Loge. Im Gegensatz zu 'Sprengeln' sind solche Deputationslogen i.d.R. vollkommen und gerecht. In Deutschland beschränkt sich eine die einzige reguläre Konstellation von Deputationslogen auf Jacob de Molay zum flammenden Stern. Diese überregionale Loge tritt wesentlich durch ihre drei regionalen Deputationslogen in Erscheinung:
- Jacob de Molay zum Nordstern im Orient Hamburg
- Jacob de Molay zum Stern im Süden im Orient Erlangen/Nürnberg
- Jacob de Molay zum Stern im Westen als Wanderloge
Historisches Verständnis
Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)
Das rasche Wachstum der Freimaurerei in England bald nach 1717 zwang die Großmeister zu häufigen Reisen, um Logen einzusetzen. Da sie auch andere Abhaltungen hatten, wurde der Ausweg der Deputation gewählt. Großbeamte oder Stuhlmeister wurden mit der Vertretung des Großmeisters betraut. Der Name Deputation ging dann später auch auf die schriftliche Vollmacht des Großmeisters über, so daß eine Zeitlang Deputation gleichbedeutend ist mit Warrant oder Charter d. i. Stiftungsurkunde.
Deputationsloge bedeutet weiters eine Logenabordnung die zu einem bestimmten Zweck, etwa Aufnahme eines Suchenden von Stand, entsendet wird. So nahm eine Deputationsloge der Loge "Mary's Chapel" in Edinburgh im Jahre 1641 den Generalquartiermeister der schottischen Armee Robert Moray, in Newcaslle auf.
Bekannt ist die Deputationsloge, die unter Leitung von Dr. Desaguliers im Haag 1731 den nachmaligen Kaiser Franz von Lothringen aufnahm. Ebenso wurde der erste Prinz aus dem englischen Königshaus, Friedrich Ludwig von Wales, von einer Deputationsloge 1737 im Schlosse von Kew durch Desaguliers aufgenommen. Auch Friedrich der Große wurde 1738 als Kronprinz in Braunschweig durch eine Deputationsloge der Hamburger Loge in den Freimaurerbund eingeführt.
Schließlich heißen Deputationslogen auch noch Zweiglogen, die in Orten mit einer geringeren Zahl von Mitgliedern mit beschränkten Rechten nur zur Erleichterung der Arbeit eingesetzt werden.
