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Ferdinand Runkel

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Den Beitrag von Claus Oberhäuser übernahmen wir mit freundlicher Genehmigung diesem empfehlenswerten Buch.

Inhaltsverzeichnis

Ferdinand Runkel

Claus Oberhäuser

Ferdinand Runkel (1856-1946?)

„Wer die Geschichte seiner Zeit schreibt, kann nicht objektiv sein, wenn er nicht zum ganz unpersönlichen Annalisten herabsinken will. Und zumal in einer Zeit so gewaltiger Umwälzungen wird er, ob er will oder nicht, Partei ergreifen“ (Runkel 1919: s. Vorw.).

Mit diesen Worten begann Ferdinand Runkel eine historische Abhandlung über die Deutsche Revolution von 1919 und machte dabei auch deutlich, dass er sich vielmehr eine Reformation und keine Revolution gewünscht hätte. Runkel gehört aufgrund seines dreibändigen Werks „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“ (1931/32) sicherlich zu den bekanntesten Freimaurerforschern, ist aber als Kind seiner Zeit hinsichtlich vieler zeitgenössisch politischer Äußerungen in diesen Bänden bis heute nicht unumstritten. Das Zitat soll ihn nicht entschuldigen oder vor Kritik schützen, steht aber sinnbildlich für einen Zugang zur Historie, den Runkel in seinen Schriften immer wieder betonte.

Er war zwar immer noch dem Historismus als methodisch-epistemologischem Rahmen verhaftet, indem er Epochen als abgeschlossene Einheiten darstellen wollte, fühlte sich aber durchaus dazu in der Lage, seine aufgrund von historischen Tatsachen und von persönlichen Präferenzen geleitete Meinung öffentlich zu artikulieren. Zu verweisen ist hier bereits auf den dritten Band seiner „Geschichte der Freimaurerei“. Runkel gibt an, dass eine „kritische Synthese“ der Schlusspunkt einer jeden gelungenen historischen Abhandlung sei. „Und so wollen wir es auch halten, und wir wollen die allgemeine Form des unpersönlichen Wir verlassen und zur allerpersönlichsten Form der Darstellung übergehen, zur Ich-Form, denn es ist verständlich, daß die Leser, die dem Geschichtsschreiber bis hierher gefolgt sind, nun seine ureigenste Meinung hören und wissen wollen [...]“ (Runkel 1932/3, S. 440).

Es wäre hier völlig fehl am Platz, Runkel nur als freimaurerische Persönlichkeit und als Autoren eines wichtigen freimaurerischen Werks darzustellen, dazu war sein Schaffen viel zu mannigfaltig; vielmehr muss man Runkel als Persönlichkeit historisieren, um ihn in seinen Zeitumständen deuten zu können. Sehr wohl war Runkel ein überzeugter Freimaurer und Vertreter seines für ihn richtigen Systems. Er selbst stellte in seiner „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“ deshalb auch infrage, ob eine wissenschaftliche Erforschung der Freimaurerei durch Außenstehende überhaupt möglich sei, da der Profane das Wesen derselben gar nicht verstehen könne (vgl. Runkel 1931/1, S. 2). Gerade durch den Ansatz, Runkel in seiner biografischen Vielschichtigkeit zu zeigen, muss eben dieses Wesen gar nicht berührt werden, sondern die Geschichte eines Historikers, Schriftstellers, Journalisten und eben auch eines Freimaurers wird als Beispiel eines Menschen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts fassbar.


Leben

In Hinsicht auf Runkels Lebensdaten herrscht einige Verwirrung: Während Runkel selbst in einem seiner historischen Dissertation angehängten Lebenslauf angibt, dass er am 23. Dezember 1864 geboren wurde (Runkel 1903, S. 48), war seine Geburt Angaben des Stadtarchivs Hanau folgend einen Tag früher, also am 22. Dezember. Eduard August Ferdinand Runkel wurde am 2. April 1865 in der reformierten Marienkirche in Hanau getauft.

Ein interessantes Detail seines Lebenslaufes in Hinsicht auf spätere Veröffentlichungen ist, dass seine Großeltern Juden gewesen sind und sein Vater, Karl Runkel, der ursprünglich Abraham hieß, 1844 konvertierte. Besonders stolz war Runkel darüber, dass seine Mutter Emilie die Schwester des weltbekannten Physiologen Eduard Pflügers (1829-1910) war. Dies wird besonders in einer Festrede deutlich, die Runkel zu Ehren seines Onkels zu dessen 100. Geburtstag am 7. Juni 1929 im Auditorium maximum der Universität Bonn hielt. Beachtenswert in einem negativen Sinn sind hinsichtlich dieser Rede Runkels Anspielungen auf die bereits herrschenden Abstammungslehren. Runkel betonte in seiner Rede die spezielle „Blutmischung“ von Pflügers „Ahnenreihe“ (Runkel 1929, S. 572). Dass Runkel den Ideen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts nicht abgeneigt war, wird noch zu zeigen sein.

Sein Vater, der Goldschmied war, wollte, dass Runkel einen praktischen Beruf erlernen sollte, Pflüger hatte jedoch für seinen Neffen eine wissenschaftliche Laufbahn im Sinne. Aufgrund eines Augenleidens war es Runkel jedoch nicht vergönnt, in der Emailemalerei tätig zu sein, obwohl er die Zeichenakademie in Hanau neben seiner schulischen Ausbildung besuchte.

Runkel ging in Hanau und Laubach auf das Gymnasium und studierte später mit Unterbrechungen in Heidelberg und Berlin von 1889 bis 1893 und von 1901 bis 1903. Während seiner Zeit in Berlin bestand er zunächst das Abiturentenexamen in Potsdam als Externer. Er beschäftigte sich im Studium mit Germanistik, indogermanischer Sprachwissenschaft (insbesondere mit Sanskrit), Philosophie und vor allem Geschichte. Sein Studium schloss er, wie bereits erwähnt, mit einer Dissertation über „Die Schlacht bei Adrianopel“ 1903 ab. Unter seinen Lehrern befanden sich Größen wie Kuno Fischer in Heidelberg oder in Berlin Wilhelm Dilthey, Otto Hintze und Hans Delbrück, den Runkel sehr schätzte. Delbrück erwähnte sogar Runkels Dissertation bzw. sein Manuskript in seinem Werk „Geschichte der Kriegskunst“ an einer Stelle, welche die Schlacht bei Adrianopel behandelte (Delbrück 1901, S. 293).

Neben seinem Studium war Runkel in jüngeren Jahren vor allem als Journalist tätig. Hervorzuheben sind dabei Tätigkeiten in Frankfurt am Main und während seiner Studienzeit in Heidelberg als Mitarbeiter der „Neuen Badischen Landeszeitung“ in Mannheim. In Berlin konnte er als Redakteur des Feuilletons des „Berliner Tagblattes“ von 1890 an tätig sein und seine Studien weiterführen. Von 1901 bis 1906 war er der Chefredakteur der „Rostocker Zeitung“ und lebte nach diesem Engagement wieder in Berlin.

Seine große Leidenschaft war jedoch das Schreiben: Zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller, zu erwähnen sind erste Veröffentlichungen bereits vor 1900, schrieb er vor allem Theaterstücke, die sehr oft historische Stoffe verarbeiteten. Es folgte eine Reihe von ebenfalls historischen Romanen und Novellen. Später war er ein recht erfolgreicher Autor von Detektivgeschichten, die den jugendlichen Leser durchaus ansprachen und teilweise sogar ins Schwedische übersetzt wurden. Sein literarisches Werk ist jedoch heutzutage in Vergessenheit geraten.

Freimaurerei

Eng verzahnt mit Runkels Schaffen ist sein Engagement in der Freimaurerei, wo bei er der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, also einer christlichen Lehrart, angehörte: Runkel wurde 21.9.1897 in die Loge „Zum Goldenen Pflug“ aufgenommen, bereits im Februar 1898 wurde er in den zweiten Grad befördert, 1901 in den fünften. Des Weiteren war er Mitglied der Johannisloge „Zur Beständigkeit“ und wurde 1925 Vorsitzender Meister.

Wortführender Meister der AndreaslogeAlta Clara“ war er bis 1929. In diesem Jahr legte er beide Tätigkeiten zurück, da es hinsichtlich einer Wahl zum Meister der Loge „Zur Beständigkeit“ zu mehreren Problemen gekommen war. Runkel hatte sich aufgrund seines Verhaltens, er galt vielen als herrschsüchtig und egozentrisch (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.1591. 25.3.1929 Vorbesprechung zur Meisterwahl der Loge „Zur Beständigkeit“), durchaus Feinde gemacht, die ihn als Meister nicht akzeptieren wollten.

Auch die jüdische Herkunft seiner Großeltern und seines Vaters wurde in den Auseinandersetzungen besprochen, wobei Runkel dabei betonte, dass er sich dessen nicht bewusst sei und seine Eltern auf einem christlichen Friedhof beerdigt seien. (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.1591. 5.6.1929 Runkel an Großbeamtenrat) Trotz der Amtsniederlegungen blieb Runkel der Freimaurerei erhalten und erreichte auch den elften Grad, war also ein Bruder, der das Rote Kreuz führen durfte (Lennhoff / Posner / Binder 2006, S. 728).

Er schrieb nach den Spannungen 1929, wie bereits erwähnt, seine „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“, die aufgrund dieser Probleme und insbesondere wegen der politischen Lage durchaus parteiisch ausfiel. Im Vorhinein ist zu erwähnen, dass Runkels Werk durchaus Gegner hatte und ihm die Publikation eines vierten und womöglich fünften Bandes verwehrt blieb (GStA PK, Freimaurer, mehrere Bestände).

Runkel soll mit einer Frau namens Helene Obrunsky verheiratet gewesen sein und hatte sehr spät noch zwei in den 1930er-Jahren geborene Kinder. Runkel überlebte höchstwahrscheinlich den Zweiten Weltkrieg, da von Familienangehörigen sein Sterbejahr mit 1946 angegeben wurde.

Werk

Runkels Werk in einem Aufsatz einzuschätzen, ist nicht möglich, da er zu viele unterschiedliche Publikationen vorzuweisen hat. Im Folgenden wird es darum gehen, Runkels publizistisches Schaffen kurz zu charakterisieren, um später genauer auf die „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“ einzugehen.

Als Erstes sind seine historischen Schriften hervorzuheben. Auf der einen Seite war Runkel promovierter Historiker, der sich insbesondere mit der mittelalterlichen Geschichte auseinandersetzte und sich ausführlich mit der Schlacht bei Adrianopel beschäftigte. Auf der anderen Seite war er als Historiker auch an der Zeitgeschichte interessiert, da ihn die politischen Entwicklungen seiner Zeit stark tangierten, wie die Studie zur deutschen Revolution beweist. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass Runkel in Berlin für Einwohnerwehren eintrat und selbst den Dienstgrad Leutnant der Landwehr bezüglich einer militärischen Laufbahn erreichte. Runkel beschäftigte sich jedoch auch mit Kunstgeschichte und war der Herausgeber von Briefen, Flugstudien und den Memoiren des bedeutenden Symbolisten Arnold Böcklin (Runkel 1909 und 1910).

Die Begeisterung für das Historische spiegelt sich auch in seinen Bühnenstücken wider, welche Runkel teilweise zusammen mit dem heute unbekannten Schriftsteller Hans von Wentzel (1855-1929) verfasste. Zum Beispiel im Stück „Fröschweiler“ (Runkel 1914) wird die deutsche Geschichte insofern dargestellt, als das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen rund um 1870 thematisiert wird. Seine Theaterstücke sind von der Kritik nicht gut aufgenommen worden. In diesem Zusammenhang sind auch historische Romane, Erzählungen und Novellen zu erwähnen. Relativ großen Erfolg hatte Runkel mit dem Erzählband „Der Held von Omaruru“ (Runkel 1907), welcher die Vorgänge der deutschen Kolonialgeschichte verherrlichte. Dieses Buch war der Aufhänger für die neu begründete Reihe „1001 Erzählungen für Jung und Alt“ und festigte Runkels Ruf als Erzähler. Runkel entwickelte sich immer mehr zum Jugendbuchautor und schrieb von der zeitgenössischen Presse gelobte Detektivgeschichten und Kriminalromane. Hervorzuheben ist das Spätwerk „Skytale“ (Runkel 1940), das sich mit Verschlüsslungsmethoden beschäftigt und sogar von neueren Forschungen zu Verschlüsslungstechniken hervorgehoben wird.

Runkel bereitete sich auf seine „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“ akribisch vor und arbeitete jahrelang an diesem Werk. Als Vorstudie erschien 1925 eine Geschichte der Johannisloge „Zur Beständigkeit“ zum 150. Stiftungsfest (Runkel 1925). Klar und deutlich muss in Hinsicht auf Runkels großes dreibändiges Werk festgehalten werden, dass er sich bereits im ersten Band als Mitglied der Großen Landesloge deklariert, und damit offenlegt, welcher Lehrart er angehört. Obwohl Runkel immer wieder im Werk behauptet unparteiisch zu sein, ist davon in Exkursen eigentlich keine Rede.

Zuerst zum Aufbau des Werkes:

Im ersten Band beschäftigt sich Runkel mit der Freimaurerei an sich, mit den Zielen, der Lehre, den Einflüssen und der Überlieferungslage. Danach geht er auf Vorstufen der historischen Freimaurerei ein, hervorzuheben sind hierbei die Rosenkreuzer und Sprachgesellschaften. Ferner geht Runkel auf die frühesten Logengründungen in Deutschland ein und bespricht zum Abschluss die Geschichte der Strikten Observanz. Der zweite Band widmet sich zuerst geheimen Orden und Geheimbünden, wobei Runkel auf die Gold- und Rosenkreuzer, die Illuminaten, die Afrikanischen Bauherren und die Asiatischen Brüder eingeht. Es folgt die Darstellung der Geschichte der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland und der Großen Loge von Preußen („Royal York zur Freundschaft“).

Zum Abschluss des zweiten Bandes stehen neue Großlogengründungen und die Abkehr von der englischen Oberhoheit im Mittelpunkt der Darstellung. Der dritte Band beschäftigt sich zunächst mit der Freimaurerei im 19. Jahrhundert. Runkel analysiert auch in diesem Band paramasonische Vereinigungen. Danach fokussiert Runkel Feldlogen im 18. und 19. Jahrhundert sowie im Ersten Weltkrieg. Darauf folgt eine Schilderung der Geschichte der Großlogen, die insbesondere auf die Trennung in eine humanitäre und christliche Freimaurerei Bezug nimmt.

Am Ende seines Werkes fasst Runkel die für ihn „wahre“ Lehre zusammen und liefert einen bedenklichen Ausblick auf die zukünftige Geschichte der Freimaurerei.

Im Besonderen steht nun eine Beschäftigung mit Runkels Bestimmung von Freimaurerei und seiner eigenen Zielsetzung hinsichtlich seines Werks im Vordergrund: Runkel kritisiert die deutsche freimaurerische Historiografie insofern, als nach Nettelbladt für ihn nicht mehr ausreichend geforscht wurde, obwohl er Wilhelm Begemann und August Wolfstieg lobend hervorhebt. Runkel selbst glaubt ein „objektives“ Werk geschrieben zu haben, gibt aber leider bewusst wenig Fundorte seiner Quellen an.

Er versteht freimaurerische Historiografie nicht nur als Beschreibung einer „äußeren“ Geschichte, sondern als „Phänomenologie“ (Runkel 1931/1, S. 2) des Geistes. Runkel verortet das Wesen der Freimaurerei in der Metaphysik, und damit als Praxis, welche sich mit den Gründen des Seins auseinandersetzt. Dies macht für ihn den Kern des freimaurerischen „Geheimnisses“ aus. In Hinsicht auf die Bestimmung, was „wahre Freimaurerei“ (Runkel 1931/1, S. 5) sei, geht Runkel auf die Lichtsymbolik des Evangeliums nach Johannes ein. Er betrachtet deshalb auch die Freimaurerei als „christliche Institution“ (Runkel 1931/1, S. 6), welche aus dem Christentum hervorgegangen sei.

Dies bedeutet, dass sich Aussagen Andersons in den „Alten Pflichten“ nicht auf alle Buchreligionen beziehen, sondern lediglich auf die christlichen Konfessionen. Dass die Freimaurerei damit im Kern christlich sei, war für viele Zeitgenossen Runkels aber alles andere als selbstverständlich und ist bis heute ein Zankapfel bezüglich der Rezeption von Runkels Ideen. Es stellt sich dementsprechend die Frage, ob Runkel, und dies betont er mehrmals in seinem Werk, dies aus freien Stücken gemacht hat, oder ob doch seine Lehrart der Freimaurerei durchscheint.

Bevor dies anhand von neuem Quellenmaterial beantwortet werden kann, muss auf ein Problem in Hinsicht auf Runkels Werk eingegangen werden.

Runkels „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“ ist vor allem in Hinsicht auf die Zeitgeschehnisse, die er darin verarbeitet, klar und deutlich gebunden:

Es lässt sich eine nationalistisch-vaterländische Argumentation erkennen. Bereits im Vorwort sieht er die deutsche Freimaurerei als keine internationale Angelegenheit, sondern als Ländersache. Runkel meint, dass die deutsche Freimaurerei „der deutschen Menschheit“ zu dienen habe, „denn wir sind deutsch, wir sprechen deutsch, wir fühlen deutsch und wir beten deutsch. Deutsch sein heißt volkstümlich sein, darum muß auch dies Werk ein volkstümliches Werk sein“ (Runkel 1931/1, S. VII).

Der dritte Band beginnt mit folgendem Zitat, das bereits die Stoßrichtung für Runkels Überlegungen vorgibt: „Die Freimaurerei wird ein Kind ihrer Zeit sein, oder sie wird nicht sein, denn wenn sie nicht die Ideen ihrer Zeit zu ihren eigenen machen kann, dann gerät sie in den Zustand der Überalterung, überlebt sich und geht unter“ (Runkel 1932/3, S. 1). Runkel macht einen folgenschweren Vorschlag, wie sich die Freimaurerei an die neue Zeit anpassen könnte.

Er geht zum Abschluss seines Werks darauf ein, dass die englische Form der Freimaurerei überlebt sei und es nun der deutschen obliegt, auf die Feinde des Bundes zu reagieren. Runkel meint hierbei nicht mehr den Antimasonismus als Verfolgung, sondern die Geringschätzung durch die Gegner. Danach philosophiert er über einen neuen deutschen Idealismus nach dem Ersten Weltkrieg, der nun wesentlich stärker als zuvor an die Bodenständigkeit, die Leidenschaft und den Patriotismus gebunden sei.

Befremdlich klingt folgende Aussage Runkels zum neuen Idealismus: „Alle fremden Impulse müssen aus dem Volksganzen ausgebrannt und ausgeschnitten werden. Die neue Jugend braucht keinen Völkerbund und keine Konferenzen mit andern, letzten Endes uns doch feindlichen Nationen“ (Runkel 1932/3, S. 443).

Runkel gibt an, dass die Deutschen auf der Suche nach einem neuen Verbindenden seien und er meint, dass die Freimaurerei dies durchaus leisten könne, indem sie als Bruderkette der Werte Deutschland Zusammenhalten solle. Runkel verdeutlicht die Mission der neuen deutschen Freimaurerei anhand der für ihn in der Freimaurerei nicht vorhandenen Judenfrage, da diese immer politisch oder religiös gesehen werde. In Hinsicht auf die Freimaurerei handelt es sich nur um eine „Nichtchristenfrage“ (Runkel 1932/3, S. 452), die jedoch eindeutig beantwortet wird, da die Freimaurerei für Runkel christlich war, ist und bleiben wird. Wenn ein Jude Bruder werden würde, müsste dieser mit seinem Bekenntnis brechen.

Runkel geht es darum, dass die Freimaurerei nicht international zu deuten ist, dementsprechend fordert er alle Freimaurer dazu auf, wieder „zum Ordensgedanken“ zurückzukehren. In seinen Worten heißt dies: „Zurück zur Volksgemeinschaft, Aufrichtung einer deutschen Freimaurerei in Form und Wesen“ (Runkel 1932/2, S. 454). Dies bedeutet für Runkel auch ein „Nein“ zur Weimarer Republik und ein Hinwenden zu einer neuen Form des Absolutismus, denn die Republik sei für Runkel insbesondere von Proletariern durchzogen, die „einseitig und subjektiv“ handelten.

Besonderes Augenmerk legt Runkel schlussendlich auf die Nationalsozialisten, wobei er feststellt, dass das Hakenkreuz als Symbol ewig kreisend sei, und damit eher nutzlos im Sinne einer neuen toleranten und humanitären Bruderkette. Was Runkel beachtenswert in Hinsicht auf diese neue Bewegung findet, ist die „Kraft und Schichtentiefe“, wie es sie laut ihm das letzte Mal 1813 in Deutschland gegeben habe.

Über die Vorreiterrolle der Freimaurerei in Hinsicht auf die Nationalsozialisten meint Runkel Folgendes:

„Es sind wertvolle Kräfte in ihr [die Bewegung der Nationalsozialisten, C.O.] gesammelt, die ins Leere schießen, aber sie sind getragen von einer herrlichen vaterländischen Begeisterung und einem christlichen Opferwillen, die, in die richtige Kampfstellung gebracht, Großes für die Befreiung unseres Vaterlandes leisten können. Diese Kräfte mit den anderen nationalen Kräften zu einer geschlossenen vaterländischen Front zusammenzuschließen, wäre eine erhabene Aufgabe der Freimaurerei Deutschlands“ (Runkel 1932/3, S. 456).

Runkel glaubt des Weiteren, dass diese Bewegung durch die Anerkennung des „Kreuz Christi“ überwunden werden wird. Ferner schwebt ihm vor, die Form der Freimaurerei insofern zu verändern, als die tolerante und humanitäre Botschaft nicht mehr hinter verschlossenen Türen verkündet werden solle, sondern im öffentlichen Raum. Dies könne laut Runkel erst dann durchgeführt werden, wenn Deutschland zu neuer Stärke gekommen sei.


Wirkung

In Bezug auf die erwähnten nationalistischen Motive, die Runkels Werk durchziehen, ist es schwierig, den historischen Wert der dreibändigen Geschichte zu bestimmen. Denn wenn man dies bewusst ignoriert, hat man es mit einer Fülle an historischen Details zu tun, die teilweise aufgrund der heutigen archivalischen Überlieferung kaum noch zu rekonstruieren sind. Des Weiteren handelt es sich um ein historisches Werk, das bis heute als „Standardwerk“ der deutschen masonischen Forschung gilt.

So wird es von mehreren wichtigen Wissenschaftlern, die sich mit der Freimaurerei beschäftigten, zitiert und durchaus als wichtige Literatur angesehen (u. a. Geffarth 2007, S. 51; Dülmen 1993, S. 339). Bis dato wird Runkels Werk, wie Klaus-Jürgen Grün ausführt, von Freimaurerlogen zur Erstinformation empfohlen, obwohl er dabei feststellt, dass dies aufgrund der problematischen Ausrichtung vor allem von humanitären Logen absolut abzulehnen ist (Grün 2013, S. 119).

Auch bereits zeitgenössisch wurde Runkels Werk aus unterschiedlichen Perspektiven gedeutet: Bereits im November 1931 wurde dieses freimaurerintern im Bundesblatt als „Quellenwerk von großer Wichtigkeit“ (Bundesblatt 11/1931) bezeichnet. Ebenfalls positiv urteilte ein Rezensent der „Magdeburger Zeitung“ (12/1931), während die „Kölnische Zeitung“ (12/1931) dem Werk kritisch gegenüberstand. Der Rezensent Ernst Klein stellte in der „Vössischen Zeitung“ (2/1932) fest, dass Runkels Deutung des Ursprungs der Freimaurerei als Konstruktion anzusehen sei und vor allem die Betonung des Christentums als wenig sinnvoll erscheine, die Freimaurerei zu retten.

Klein bemängelte insbesondere die historische Objektivität, die Runkel im Werk immer wieder betonte. In der „Frankfurter Zeitung“ (5/1932) wurde die einseitige Ausrichtung auf Preußen und das Christentum beanstandet. Obwohl das Werk im November 1931 noch positiv besprochen wurde, regte sich innerhalb der Freimaurerei Widerstand. Vor allem wurde die Herleitung der Freimaurerei und die Titelgebung bemängelt, da insbesondere die humanitären Logen sich nicht genügend berücksichtigt wähnten. Die Rezensionen werden hier nur exemplarisch ausgewertet, festzuhalten ist, dass Runkels Werk, vor allem der erste Band, recht oft besprochen wurde und dass auch der Verlag Zuschriften positiver sowie negativer Natur erhielt.

Hervorzuheben ist zu diesem Sachverhalt Folgendes: Runkel hatte viele Probleme innerhalb seines eigenen Systems und musste mehrere Überarbeitungen vornehmen bzw. sich bewusst von seiner Lehrart distanzieren, damit klar war, dass es sich nicht um die Meinung einer bestimmten Großloge handeln würde. Am 1.5.1930 hatte Runkel bereits ein 66-seitiges Manuskript an die Logenleitung mit der Bitte um Freigabe gesandt. Der Zuständige, Müllendorff, antwortete Runkel folgendermaßen: „Grundsätzlich ist aber schon jetzt aus den mir eingereichten 66 Seiten des I. Bandes zu ersehen, daß Sie nur dann die Druckgenehmigung für Ihr Werk erhalten können, wenn Sie an allen den von mir beanstandeten und sonst vermerkten Stellen (siehe Anlage) die ausdrücklichen Bemerkungen über die abweichende Anschauung unseres christlichen Ordens als Kommentar hinzufügen.

Ohne diese Einschränkungen können Sie als Mitglied unserer Grossloge unmöglich ein so allgemeines und an so vielen Stellen unserer Auffassung widersprechendes Urteil an die Öffentlichkeit bringen.“

Erstaunlicherweise wird Runkel in einem anonymen Gutachten auch noch vorgeworfen, der humanitären Lehrart nahezustehen. Weiters sei das Werk dem Orden nicht dienlich und dieser müsse sich daher davon distanzieren. „Man könnte auch dem Obr. Runkel nahelegen, vor der Herausgabe seines Werkes aus dem Orden auszutreten.“ (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.4305)

Dies waren ziemlich drastische Worte, in der gedruckten Version kann keine Rede davon sein, dass Runkel den humanitären Logen zugeneigt war. Runkel willigte ein, dass er Änderungen nach Rücksprache mit seinen Zensoren/Lektoren durchfuhren würde. Ferner beklagt er sich über die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Lehrmeinung am 1.6.1930 folgendermaßen „Endlich habe ich das Kapitel »Christentum u. Freimaurerei aufgegeben, da eine Einigung zwischen meinem wissenschaftlichen Standpunkt und dem der Ordensleitung unmöglich ist“ (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.4305).

Schlussendlich ist man auf einen grünen Zweig gekommen, auch wenn sich Runkel nicht alles verbieten hat lassen. Er kennzeichnete jedoch in seinem Werk die Stellen, die für seine eigene Meinung stehen und nicht für eine freimaurerische Lehrart. In Bezug auf die nationalistischen Auslegungen einer neuen Freimaurerei ist folgende Passage aus dem Briefwechsel mit dem Hauptzensor Witt-Hoe hervorzuheben: Am 6. 9.1930 übersendete dieser an Runkel einige Änderungsvorschläge und machte den Vorschlag einige Passagen „so stark zu kürzen und alles das zu streichen, was irgendwie von den inneren und äusseren Gegnern unseres Ordens zum Anlass einer böswilligen Verdrehung oder Kritik benutzt werden könnte“ (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.4305). Vor diesem Hintergrund ist die Anbahnung einer Beziehung zwischen den Nationalsozialisten und der Freimaurerei runkelscher Prägung bedenklich.

Runkels erster Band war durchaus ein Publikumserfolg, da die ersten 4.000 Stück recht bald verkauft wurden. Der Autor war bereits in seinem Werk darauf eingegangen, dass er noch weitere Bände plane. Der vierte Band, der augenscheinlich von Runkel nicht nur konzipiert, sondern auch in Angriff genommen worden war, wäre eine Abhandlung über die Symbolik der Freimaurerei gewesen. In einem Brief an seinen Bruder Witt-Hoe erklärte Runkel den Aufbau:

Er hätte sich mit dem Wesen des Symbols an sich, mit der Verwendung von Symbolen in der Freimaurerei, der spezifischen Bedeutung des salomonischen Tempels für die Freimaurerei, mit „inneren“ und metaphysischen Symbolen sowie mit „äußeren“ gesellschaftlichen Symbolen beschäftigt. Gedruckt wurde er jedoch nicht mehr. Ferner ist zu erwähnen, dass Runkel auch noch einen fünften Band geplant hätte, der freimaurerische Literatur und die Beziehungen der deutschen Freimaurerei mit ausländischen Logen dargestellt hätte, wobei Runkel selbst nicht der Meinung war, dass er dies noch leisten könne (GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.4305, Runkel an Witt-Hoe, 8.3.1933).

Von besonderem Interesse ist folgende Passage aus dem Brief an Witt-Hoe, die Runkels Äußerungen in einem ambivalenten Licht zeigen:

„[Die Jesuiten] vermuten in den Freimaurern Hilfstruppen des Zentrums und hoffen uns für [i]hre Zwecke auszunützen, wie sie die Sozialdemokraten ausgenützt haben [...]. Sie werden sich darin täuschen, denn ich weiß aus sehr guter Quelle, daß Hitler den Wert, wenigstens der altpreußischen Großlogen für die vaterländische Bewegung erkannt hat. Ist es Dir nicht aufgefallen, daß er in seinen Reden beinahe wörtlich die Schlußgedanken meines dritten Bandes ausspricht“ (Runkel an Witt- Hoe, 1933).

Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob Runkels Bestimmung der „neuen“ Freimaurerei als „vaterländische Bewegung“ und somit als politisches Programm zu deuten ist oder als Strategie, um die Freimaurerei zu retten, um sie an die neue Zeit anzupassen. Beide Varianten sind jedoch aus heutiger Sicht abzulehnen, um ein Werturteil auszusprechen. Die historische Entwicklung zeigt, dass Runkels vaterländische Freimaurerei dem Nationalsozialismus trotz allem ein Dorn im Auge war. Sie nur an Runkel aufzuhängen, widerspricht noch dazu den Tatsachen, jedoch ging es in diesem Beitrag darum, Runkel paradigmatisch zu behandeln.


Wie zuletzt Hans-Hermann Höhmann gezeigt hat (Höhmann 2014), kam es bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland zu einer völkisch-nationalen Abdrift innerhalb der Freimaurerei. Höhmann betont dabei insbesondere die Rolle der Großen Landesloge von Deutschland, die sich laut Meinung des Autors noch viel gezielter mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen müsste.


Trotz der Versuche von vielen Freimaurern in dieser Zeit, sich von dem Vorwurf der Verschwörung und der jüdischen Präsenz loszusagen und sich somit mit den Nationalsozialisten zu arrangieren, löste Göring die „Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Deutsch-Christlicher Orden“ sowie die zwei anderen Großen Landeslogen von Preußen 1934 de facto auf. 1935 folgte das endgültige Verbot der Freimaurerei in Deutschland und die Konfiskation des Eigentums aller Art.


Literatur

1. Quellen, Primärliteratur, Herausgeberschaften und Übersetzungen (Auswahl) GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.1537, 5.1.3.1591, 5.1.3.1609, 5.1.3.4305, 5.1.3.4473, 5.2.B24.291, 5.2.B24.24, 5.2.B46.140, 5.2.B20.3, 5.1.3.4194. GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.1591.

25.3.1929 Vorbesprechung zur Meisterwahl der Loge „Zur Beständigkeit“, 5.6.1929 Runkel an Großbeamtenrat.
GStA PK, Freimaurer, 5.1.3.4305. I. 5.1930 Runkel an Müllendorff, 9.5.1930 Müllendorff an Runkel (Entwurf), 1.6.1930 Runkel an Müllendorff, 6.9.1930 Witt-Hoe an Runkel, 8. 3. 1933 Runkel an Witt-Hoe. Rezensionen (5.1.3.4305)
I I . 1931 Bundesblatt Kurzbesprechung, Kekule v. Stradonitz S. 319 f. 1.12.1931 Magdeburgische Zeitung, Alwin Schmidt. 29.12.1931 Kölnische Volkszeitung, Kl. Löffler.
14.2.1932 Vössische Zeitung, Emst Klein: „Eine Geschichte der Freimaurerei“. 22.5.1932 Frankfurter Zeitung, Erich Sieburg: „Ein neues Freimaurerbuch“.
Raphael Goldschmidt und Anderes [...] Geschichten aus dem jüdischen Leben. Berlin: 1895. Zum 2. November. Hausfreund 45 (1896), 177ff.
Die Schlacht bei Adrianopel. Rostock: C. Boldt’sche Buchdruckerei, 1903.
Cüstrin. Berlin: Schall, 1904.
Forsthaus Wolfgang. Stuttgart [u.a.]: Dt. Verl.-Anst., 1904.
Charlotte von Boyen. Berlin: Vita, 1906. (zusammen mit Hans v. Wentzel)
Der Held von Omaruru: Erzählung a. d. südwestafrikanischen Kriege. Berlin-Leipzig: Hillger, 1907.
Gesetz und Dämon. Berlin: Vita, 1908.
Pierre Loti, Namenloses Land und anderes. Berlin-Leipzig: Hillger, 1909. (Übersetzung von Runkel)
Neben meiner Kunst. Flugstudien, Briefe und Persönliches von und über Arnold Böcklin. Mit 125 Illustrationen. Herausgegeben von Ferdinand Runkel und Carlo Böcklin. Berlin: Vita, 1909.
Böcklin Memoiren. Tagebuchblätter von Böcklins Gattin Angela. Mit dem gesamten brieflichen Nachlass. Herausgegeben von Ferdinand Runkel. Berlin: Internationale Verlagsanstalt für Kunst und Literatur, 1910.
Fröschweiler. Leipzig: Reclam, 1914. (zusammen mit Hans v. Wentzel) Rindenkopf. Darmstadt: Falken-Verl., 1916. Kampf im Hinterhalt. Straßburg [u.a.]: Singer, 1917.
Die verschwundene Ragazza. Straßburg [u.a.]: Singer, 1917.
Liebeshörig. Straßburg [u.a.]: Singer, 1917.
Br. Felix Possart. Eine Festgabe zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum am 27. Februar 1918. Berlin: Mittler & Sohn, 1918.
Prinz Johann. Straßburg [u.a.]: Singer, 1918.
Der Schild des Rekkared. Berlin: Eysler, 1918.
Die sozialen Aufgaben der Einwohnerwehr. Berlin: Zentralstell f. Einwohnerwehren, 1919. Liebeslüge. Berlin: Eysler, 1919.
Das rote Brevier. Leipzig: Grunow, 1919.
Werberede gehalten auf der ersten Vollversammlung der Groß-Berliner Einwohnerwehren im Zirkus Busch am 15. Juni 1919. Berlin: 1919.
Die Höllenhütte. Siegmar-Chemnitz: Uhlmann, 1919.
Die deutsche Revolution. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte. Leipzig: Grunow, 1919.
Das Forsthaus im Teufelsgrund. Leipzig: Singer, 1920.
Er und die Drei. Leipzig: Singer, 1921.
Rote Kerzen. Leipzig: Singer, 1921.
Der Schatten des Sarges. Leipzig: Singer, 1921.
Friedrich Schiller, Der Geisterseher. Herausgegeben von Emanuel Friedrich Wilhelm Ernst Follenius und Ferdinand Runkel. Berlin: Deutsche Bibliothek, 1921. Janina Faralewska. Leipzig: Singer, 1921.
Das Geheimnis des Tunnels. Leipzig: Singer, 1921.
Das salomonische Symbol. Berlin: 1921. Aus den Papieren des Detektivus Martin Gisander. Leipzig: Singer, 1922. Der graue Hund. Leipzig: Singer, 1922.
Der Fall Ramsau. Leipzig: Singer, 1922.
Entgleiste Liebe. Leipzig: Singer, 1922. Schwefeldämpfe. Leipzig: Singer, 1922.
Der Kopf des Prinzen. Leipzig: Singer, 1922.
Der freundliche Abt. Leipzig: Singer, 1922.
Silber. Leipzig: Singer, 1922.
Unter der Strohmatte. Leipzig: Singer, 1922.
Mord unterm Christbaum. Leipzig: Singer, 1922.
Derblaue Schatten. Leipzig: Singer, 1923.
Stickstoff. Berlin: Langenscheidt, 1924.
Die Johannis-Loge zur Beständigkeit von 1775 bis 1925. Berlin: 1925.
Der goldene Abgrund. Leipzig: Singer, 1925.
„Der Orden der Aechten“. Mecklenburgisches Logenblatt 57 (1928/29): 71-78, 107-10, 125-31, 146-51, 187-90.
„Eduard Pflügers Vorfahren und Jugendzeit .“ Zu Eduard Pflügers 100. Geburtstag am 7. Juni 1929. Festreden gehalten im Auditorium maximum der Universität Bonn. Bonn: 1929, S. 572ff. Die Heilstätten und das neue Tuberkulose-Krankenhaus in Beelitz. Fritz Schulz Ferdinand Runkel und Curt Heinemann-Grüder. Köln: Bachem, 1931. Geschichte der Freimaurerei in Deutschland in 3 Bde. Berlin: Hobbing, 1932. (reprint: Königswitter: edition Lempertz, 2006) Mückenhäuser und seine Schmetterlingssammlung. Leipzig: Payne, 1937. Skytale. Hamburg: Mardicke, 1940. 2. Ausgewählte weiterführende Sekundärliteratur und Hilfsmittel Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Ber lin: Stilke, 1901. „Runkel, Ferdinand. Internationales Freimaurer Lexikon. Herausgegeben Eugen Lennhoff, Oskar Posner und Dieter A. Binder. München: F.A. Herbig, 20065, S. 728, Sp. 1. Klaus-Jürgen Grün: „Menschenrechte in der Freimaurerei.“ Menschrechte im Weltkontext. Geschichten, Erscheinungsformen, Neure Entwicklungen. Herausgegeben von Hamid Reza Yousefi. Wiesebade: Springe, 2013, S. 117-128. Hans-Hermann Höhmann: Identität und Gedächtnis. Die völkische Freimaurerei in Deutschland und wie man sich nach 1945 an sie erinnerte. Leipzig: Salier, 2014. Richard van Dülmen: Gesellschaft der Frühen Neuzeit: Kulturelles Handeln und sozialer Prozeß. Beiträge zur historischen Kulturforschung. Wien-Köln-Weimar: Böhlau, 1993. Renko D. Geffarth: Religion und arkane Hierarchie. Der Orden der Gold- und Rosenkreuzer als Geheime Kirche im 18. Jahrhundert. Leiden: Brill, 2007.
Das geistige Berlin. Eine Enzyklopädie des geistigen Lebens Berlins. Herausgegeben von Richard Wrede, Bd.l. Berlin 1897. Salomon Wieninger: Große jüdische National-Biographie, Bd. 5. Czemowitz 1931. Heinrich Hassenkamp: Lebensbild des Verfassers. Runkel 1907.
Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahr hunderts bis zur Gegenwart, Bd. 6. Leipzig, 19136, S. 85 f. Anmerkungen 1 Großer Dank gebührt Reinhard Markner, der die ungedruckten Quellen recherchierte und auswertete.

Geschichte der Freimaurerei in Deutschland

Erstausgabe und Reprint

Erstausgabe: Hobbing Verlag, Berlin im Jahre 1932.

  • 200 Jahre Freimaurerei in Deutschland
  • Über 1300 Seiten Geschichte mit Schwerpunkt Preussen

Ferdinand Runkel: Geschichte der Freimaurerei in Deutschland. 3. Bände, Berlin: Hobbing 1931-32; Nachdruck in 1 Bd. u. d. T.: Geschichte der Freimaurerei. Königswinter: Edition Lempertz 2006; Lizenzausgabe Rheda-Wiedenbrück; Gütersloh: RM-Buch-und-Medien-Vertrieb 2007.


In den Jahren 1931 und 1932 erschienen aus der Feder von Ferdinand Runkel drei gewichtige Bände über die „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland“, und zwar in Fraktur. Verdankenswerterweise hat 2006 die Edition Lempertz einen Nachdruck in leicht lesbarer lateinischer Schrift und in einem Band herausgegeben – 7 cm dick und genau 2 kg schwer. Leider heisst der Titel nun irreführend: „Geschichte der Freimaurerei“. Der Umfang ist leicht gestiegen: Bd. 1: von 415 auf 434 Seiten; Bd. 2: von 360 auf 390 Seiten; Bd. 3: von 464 auf 484 Seiten. Peter Broers steuerte ein 10seitiges aktuelles Nachwort bei. Das ergibt über 1300 Seiten.


Der Freimaurer Dr. Ferdinand Runkel

geb. 1864 in Hanau
Doktor der Philosophie und Magister der freien Künste in Berlin.
1897 Freimaurer in der Loge Zum goldenen Pflug
Mitglied der Johannisloge "Zur Beständigkeit" in Berlin. GLLFO
1923 wortführender Meister der Andreasloge "Alta-Clara".

Zitat:

"Die Loge "Zur Beständigkeit" ist auch eine der ältesten noch bestehenden Logen in Deutschland: seit über 225 Jahre standen und stehen Brüder in der Kette unserer Johannisloge.
In der folgenden Aufstellung finden Sie einige Namen von Brüdern unserer Loge, die sich entweder innerhalb der Freimaurerei besondere Verdienste erworben haben oder die als Person öffentlich bekannt geworden sind: .....
Runkel, Ferdinand, Dr. phil., 1864 - ?, Chefredakteur, Schriftsteller, Verfasser der "Geschichte der Freimaurerei in Deutschland" (3 Bände, 1931/33) "

Quelle:
http://www.freimaurerorden.org/3x3_berlin-bestaendigkeit/

"Die Johannis-Loge Zur Beständigkeit von 1775 bis 1925. Zum 150jährigen Stiftungsfest. von Ferdinand Runkel"


Geschichte der Freimaurerei in Deutschland

Aus Antiquariatsbuchbeschreibungen:

  • Ferdinand Runkel (1864-?), Dr. phil., Schriftsteller, Major der Reserve, seit 1897 Mitglied der Johannesloge "Zum goldenen Pflug" in Berlin, seit 1923 wortführender Meister der Andreasloge "Alta-Clara".
  • Roland Müller
    "Ferdinand Runkel ist je nach Nachschlagewerk 1864 oder 1867 in Hanau geboren, war Journalist und Chefredaktor, Schriftsteller und Theaterautor und lebte seit 1890 resp. 1906 in Berlin; sein Todesdatum ist unbekannt. 1937 und 1940 erschienen noch zwei Kriminalromane aus seiner Feder. "
  • Bruno Peters in Berliner Freimaurer Seite 53:
    Runkel, Dr. phil. Ferdinand 1864- ?
    Chefredakteur, Schriftsteller, Verfasser der "Geschichte der Freimaurerei in Deutschland" (3 Bände 1931-1933)
    Er wurde 1897 Freimaurer in der Loge zum goldenen Pflug und gehörte später zur Loge "zur Beständigkeit"

Andere Werke von Herrn Dr. Runkel:

Cüstrin. Roman.
Fröschweiler. Volksschauspiel aus dem Kriege 1870 in vier Aufzügen. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 5712 von Hans von Wentzel und Ferdinand Runkel
1892 - Runkel, Ferdinand: Goethes Jugendfreund. Zum 100jährigen Todestage des Dichters Jacob Michael Reinhold Lenz am 23. Mai 1892. In: Der Zeitgeist. Beiblatt zum Berliner Tageblatt (Berlin), Nr. 21, 23. Mai 1892, S. [1f.].
1909 - Neben meiner Kunst. -Flugstudien,Briefe und Persönliches von und über Arnold Böcklin von Ferdinand Runkel, Carlo Böcklin(Herausg.)
1910 - Böcklin Memoiren. - Tagebuchblätter von Böcklins Gattin Angela. Mit dem gesamten brieflichen Nachlaß herausgegeben.von Ferdinand Runkel -Hrsg.
1917 - Die Deutsche Revolution bis zum Zusammentreten der Nationalversammlung . Ein Beitrag zur Zeitgeschichte.
1918 - Der Schild des Rekkared. Detektiv-Roman.
1919 - Die Deutsche Revolution, Ein Beitrag Zur Zeitgeschichte
1919 - Liebeslüge : Detektiv-Roman
1919 - Das rote Brevier. Ein mystischer Roman. 1.-6. Tsd.
1921 - Der goldene Abgrund.
1922 - Aus den Papieren des Detektivs Martin Gisander, Band 2
1924 - Stickstoff. Roman
1932 - Geschichte der Freimaurerei in Deutschland - dritter Band - gebundene-Ausgabe

  • Im Jahrgang 1950 der Zirkelkorrespondenz der GLLFO sollte sich ein Beitrag von Ferdinand Runkel "Das Ringen um die Idee" finden.
  • Desgleichen im Jahrgang 49 des Mecklenburgisches Logenblattes 1920/21, Nr. 1/2 - 9/10 und Nr. 23/24 ein Beitrag von Ferdinand Runkel "Arbeiten, Gehorchen, Schweigen".
  • „Berliner Tageblatt” vom 9. März 1896:
"Neue Bücher.
Von Ferdinand Runkel.
  • Freiherr von Schlicht plaudert uns die Geheimnisse seines Regiments aus – Militaria, heitere Soldatengeschichten, Leipzig, bei Ph. Reclam – Manöverleid und Burschenelend, das sind die beiden Hauptelemente dieser Offiziersgeschichten, die durchweg einen frischen individuellen Hauch haben. Mit leichtlebigem Humor und bescheidener Selbstgenügsamkeit, mit Liebe zu dem Beruf, über den der Offizier nicht hinausstrebt, hat sich Schlicht eine kleine Welt geschaffen, in der er jeden Fußbreit Landes kennt." http://www.karlheinz-everts.de/Texte/besprechung.htm

Helmut Neuberger

Zitat aus Helmut Neuberger "Winkelmaß und Hakenkreuz"
I.Teil
Die deutsche Freimaurerei bis 1933
3. Freimaurerei als politische Kraft S. 104

"Die Bemühungen der deutschen Freimaurerei um Anpassung an die na­tionale Rechte fand selbst in der freimaurerischen Geschichtsschreibung ihren Niederschlag. In seinem dreibändigen, unerhört informativen und auf Grund seines Reichtums an während des Zweiten Weltkriegs verloren­gegangenen Quellen auch heute noch unentbehrlichen Werk »Geschichte der Freimaurerei in Deutschland«, erschienen zwischen 1930 und 1932, forderte Ferdinand Runkel, Mitglied der Großen Landesloge, eine »Rück­kehr der Freimaurerei zum Ordensgedanken«103 nach dem Vorbild der Großen Landesloge. Im »Zurück zur Volksgemeinschaft« und der «Auf­richtung einer deutschen Freimaurerei in Form und Wesen« sah er die ein­zige Möglichkeit, den völkischen Angriffen wirksam zu begegnen. Mehr noch erkannte er in dem Versuch, »die Bewegung, die unter dem Zeichen des Hakenkreuzes steht, ... mit den anderen nationalen Kräften zu einer geschlossenen vaterländischen Front zusammenzuschließen, ... eine er­habene Aufgabe der Freimaurerei Deutschland«104. In diesen Zeilen Ferdi­nand Runkels spiegeln sich die Erwartungen der Großen Landesloge wi­der, durch Ausprägung einer spezifisch deutschen Erscheinungsform der Freimaurerei nicht nur zu einem Ausgleich mit der extremen Rechten, sondern zugleich zu einer geistigen Führungsposition im Kampf um die nationale Erneuerung gelangen zu können."

Links


Siehe auch

Rezension

Weitere inhaltliche Bezüge

  • Strikte Observanz …lich trotz dem äußeren Ritterprunk an seiner Inhaltslosigkeit zugrunde. Runkel (, Geschichte der Freimaurerei in Deutschland" I., 228) meint: "Jedenfalls war die Strikte Observanz in dem Lustrum von 1763—1768 die erfolgreichste Organisation, die geeignet schien, die freimaurerische Sehnsucht der damaligen Zeit zu erfüllen, bis etwas Besseres kam."
  • Kölner Urkunde 1535 Eine Abbildung der Urkunde findet sich bei Ferdinand Runkel, "Geschichte der Freimaurerei in Deutschland", Bd. I, 48.
  • Gormogonen…os auftretenden Namer Gormogonen = "Deutschbürtige" stimmt auch Ferdinand Runkel (Geschichte der deutsehen Freimaurer I, 359) zu. Man vergleiche den Text d…
  • Traktate 24: Die Großloge Royal York zur Freundschaft Freimaurische Historiker, u.a. auch der bekannte Ferdinand Runkel, vermuten die Gründung einer Loge mit dem Namen „de l´amitie“ im …
  • Friedrich Hasselbacher: Feldlogen im ersten Weltkrieg - Teil 3…ßen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln]]" bestehende Loge „Ferdinand zur Glückseligkeit" hervorgegangen. Br. Ferdinand Runkel, dessen „Geschichte der Freimaurerei in Deutschland" (1932 Verlag …
  • Friedrich Hasselbacher: Feldlogen im ersten Weltkrieg - Teil 9 …r Hobbing, Berlin 1932, 3. Bd., Seite 125/144) behandelt Br. Dr. Ferdinand Runkel die Feldlogen im Weltkriege. …sen, haben, wird dort verheimlicht! Mit nicht einem einzigen Wort erwähnt Runkel die hier aktenmäßig belegten Anklagen, mit nicht einem Wort zeigt er, da…
  • Friedrich Hasselbacher: Feldlogen im ersten Weltkrieg - Teil 11 Br. Runkel nennt in Band III seiner oben bereits genannten „Geschichte der Freimaur… … „Carmen Sylva" sehr tapfer? Die Front war doch weit weg! Leider ist Br. Runkel so bescheiden, uns nichts Näheres über die Heldentaten dieser „Tapfere…

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