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Trauerloge

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Inhaltsverzeichnis

Trauerloge

Rituelle Arbeit, die dem Gedenken an die verstorbenen Brüder gilt.

Trauerloge, Trauerarbeit

gilt dem Andenken an die verstorbenen ("in den ewigen Osten eingegangenen", "zur höheren Arbeit abberufenen") Brüder. Es bestehen dafür eigene Rituale. Die Lichter werden dabei im schwarzverkleideten Tempel vor dem symbolischen Sarkophag des Dahingeschiedenen entzündet. In manchen Großlogen wird der Tote nochmals sinnbildlich in die Kette aufgenommen. Die erste rituelle Trauerloge wurde 1757 in Hamburg abgehalten. Berühmt die Trauerlogenrede Goethe's auf Wieland in der Weimarer Loge "Amalia" sowie die am 8. November 1832 vom Kanzler Friedr. v. Müller gehaltene freimaurerische Gedenkrede auf Goethe.

Gedicht: Trauerloge

von Johann Wolfgang von Goethe

Trauerloge
An dem öden Strand des Lebens
Wo sich Dün auf Düne häuft,
Wo der Sturm im Finstern träuft,
Setze dir ein Ziel des Strebens.
Unter schon verloschnen Siegeln
Tausend Väter hingestreckt,
Ach! von neuen frischen Hügeln
Freund an Freunden überdeckt.
Hast du so dich abgefunden,
Werde Nacht und Äther klar,
Und der ewgen Sterne Schar
Deute dir belebte Stunden,
Wo du hier mit Ungetrübten,
Treulich wirkend, gern verweilst
Und auch treulich den geliebten
Ewigen entgegeneilst.

Blogartikel: Symbolik des Todes

(Veröffentlicht am 18. November 2015 von Hagen Unterwegs auf "Hagen Unterwegs" (Blog) - siehe Links.

„Stellen Sie Ihre profanen Gespräche ein … Kleiden Sie sich maurerisch.“ Diese Aufforderung ergeht feierlich und bestimmt zugleich. Und sogleich legt sich ein Schweigen auf uns. Zylinder werden aufgesetzt, weiße Handschuhe übergestreift.

Hiernach ziehen wir in den Tempel ein. In Zweierreihen. Still. In uns gekehrt. Achtsamen Schrittes.

Der Tempel ist in die Farben der Trauer und in die Symbolik des Todes gehüllt. Trauerloge. Heute gilt es all jenen zu gedenken, die im letzten Jahr von uns gegangen sind. Noch einmal die Erinnerung zulassen. Und den Schmerz, der so untrennbar in sie eingewebt ist.

Das Ritual der Trauerloge findet jedes Jahr um Totensonntag und Volkstrauertag statt. Und jedes Jahr erinnert sie mich auf’s Neue daran, dass wir nun endgültig in der dunklen Jahreszeit angekommen sind.

Die Tag-Nacht-Gleiche des September liegt lange hinter uns. Die bunten Blätter des Oktober rotten auf dem Boden vor sich hin. Und auch die einst so prachtvoll goldene Sonne fristet ein seltsam kraftloses und fahles Dasein am Firmament. Die Nächte dafür sind tiefschwarz und ihre kalten Schatten reichen bis weit in den Tag hinein.

Dunkelheit. Das freimaurerische Ritual bewahrt mich nicht vor dieser Finsternis. Es begleitet mich hinein. In das Herz dieser Finsternis. Und damit hilft es mir, mich der Realität dieser Finsternis zu stellen. Sie nicht zu verdrängen, sondern bewusst hindurch zu gehen.

Wenn die Brüder den Tempel nach dem Ritual der Trauerloge wieder verlassen, wird noch immer ein Schweigen auf ihnen ruhen. Doch dieses Schweigen wird anders sein. Nachdenklicher. Kontemplativer.

Trauerlogen-Zeremonial der Loge "Euromason" Altea / Spanien

TRAUER-RITUAL ZUM GEDENKEN AN DIE VERSTORBENEN BRUEDER DER LOGE EUROMASON Nr. 55 i.O. JAVEA, SPANIEN (Altea-La-Vella, Br.: Serge Leuzinger, a.M.v.ST, Nov 2004)

(Der Tempel ist normal als Tempel eingerichtet. Dazu kommt im Westen ein Sarg, auf dem ein Meister-Schurz und das Bijoux der Euromason-Loge sowie ein Totenschädel, und am westlichen Ende eine abgelaufene Sanduhr liegt. Am östlichen Ende ist eine Liste mit den Namen der Verstorbenen aufgelegt. Auf dem Altar brennen drei weisse Kerzen.)

MM (löscht langsam alle Lichter bis auf die brennenden Kerzen)

MM (Trauermusik)

ZM * * *

Bereit ist die Feier, der Tempel in Dunkelheit gehüllt, als Symbol der grossen und ewigen Nacht, die auf den Gräbern ruht.

Ehrwürdiger Meister! – sei unser Führer in diesem Dunkel zu den Monumenten, die wir den Dahingegangenen errichteten.

MvST Es gehört von jeher zu den schönsten Gepflogenheiten der Freimaurerei, die uns in den ewigen Osten Vorangegangenen zu ehren und ihr Andenken in feierlicher Weise zu begehen. Wer einst als ehrlich strebender Bruder in unserer Kette gestanden hat, ist ein Teil unserer Selbst und wir alle empfinden die durch seine Weiterwanderung schmerzliche Wunde. Wir wollen deshalb in tiefer Trauer uns des lieben Bruders erinnern, der unserer Loge in Treue und Ergebenheit gedient hat, bis der Allmächtige Baumeister aller Welten ihm die Werkzeuge aus der Hand genommen hat. Wir schulden ihm herzlichen Dank für Alles, was er in treuer Pflichterfüllung der maurerischen Pflichten und in Hochachtung unserer maurerischen Grundsätze im werktätigen Leben geleistet hat.

Erhebt Euch zum Gebet im Ordnungszeichen, meine Brüder!

MvST Uns umweh'n des Grabes Schauer, Unser Herz umhüllet Trauer, Tiefe Wehmut trübt den Blick. Gefährten sind zur Ruh‘ gegangen Und kein Sehnen, kein Verlangen Bringt die Lieben uns zurück. Doch der Geist, der uns verbunden, Wird vom Grab nicht überwunden, Uns’re Liebe trennt sich nicht. Ihr lebt fort, verklärte Brüder, Euer Geist senkt sich hernieder Segnend aus dem hohen Licht, Weckt in uns‘ren bangen Herzen, Die erfüllt von Trennungs-Schmerzen, Hoffnung auf ein Wiederseh’n, Stärkt in uns des Guten Triebe, Dass uns Segen folg‘ und Liebe, Wenn auch wir zur Ruhe geh‘n!

Memento Mori! Gedenken wir unserer eigenen Vergänglichkeit!

MM (Fortsetzung der Trauermusik, gleichzeitig gibt der MvST das Zeichen, sich zu setzen)

MM (Nach Beendigung der Musik vier langsame Gongschläge)

MM + + + +

MvST Br. 1. Aufseher – welche Stunde bezeichnet der Glockenschlag?

1.A. Die vorübergegangene Stunde des endenden Tages, die Scheidestunde zwischen Gegenwart und Zukunft

MvST Br. 2. Aufseher – woran denkt der Bruder Frei- Maurer in dieser stillen, zu einem neuen Tag schreitenden Stunde?

2.A. An seine Fortschritte und an seine heimgegangenen Brüder

MvST So mögen alle Brüder bereit sein, das Gedächtnis unserer heimgegangenen Brüder zu ehren, unseres eigenen Todes zu gedenken und die Zuversicht auf die Unsterblichkeit freudig zu beleben. Im Gefühl der Wehmut über das Scheiden unserer abgerufenen Brüder, im Gefühl des Dankes an ihre treue Arbeit und im Gefühl des Vertrauens auf ewige Weisheit und Güte eröffne ich diese Stunde des Gedenkens in Ehrfurcht vor dem Allmächtigen Baumeister aller Welten

MvST * 1.A. * 2.A. * MvST *

MvST Gerecht ist diese Zeit, die erste Stunde der Totenfeier hat geschlagen

MvST, 1.A. 2.A. (stehen auf und begeben sich in der Reihenfolge 2.A.,MvST,1.A. in den Westen und stellen sich vor dem Sarg auf. Der 2.A. und der 1.A. nehmen je eine brennende Kerze vom Altar mit um dem MvST beim Ablesen des Textes Licht zu geben. Diejenige des MvST bleibt brennend auf dem Altar stehen.)

MvST Geliebte Brüder! – Nähert Euch im Treuezeichen dem Sarge um die Vorangegangenen zu ehren

MM (leise Trauermusik, während der alle Brüder sich langsam und leise (dem Tapis mit) dem Sarge nähern und sich im Kreise aufstellen, die drei Hammer-führenden befinden sich innerhalb des Kreises)

MvST

ZM (Nach Beendigung der Musik) Br. Zeremonienmeister – Die Unterwelt fordert ihre Opfer. Bringen Sie nach alter, ehrwürdiger Sitte die Libation

(nimmt eine Schale mit Olivenoel und giesst einige Tropfen auf die Verstorbenenliste, die auf dem Sarge liegt) Das Opfer ist vollbracht nach der alten Sitte unserer Väter

(kurze Pause)

MvST Br. Zeremonienmeister – Ehret die in den ewigen Osten vorangegangenen Brüder mit dem Duft des Weihrauches

ZM (ZM geht nur entlang des Nordens – weihrauchschwenkend – und bleibt stehen) Sanfte Ruhe im mitternächtlichen Schosse der Erde!

ZM (ZM geht weiter entlang des Ostens und bleibt wiederum stehen) Mildes Urteil aus dem Munde des Todesrichters!

ZM (ZM geht nun weiter im Süden und bleibt im Westen auf der Höhe der drei Hammerführenden stehen) Freudiges Wiedersehen da, wo ein ewiger Morgen glänzt!

ZM (ZM bringt dem MvST eine Schale mit Reiskörnern und gibt sie ihm, dann reiht er sich im Kreise ein).

MvST (Der MvST streut Reiskörner über den Sarg) Möge aus Eurem Licht neues Leben wachsen!

MM (Eine etwas weniger traurige Musik)

MvST (nach Beendigung der Musik) Vollendet sind die Opfer. – Gedenken wir nun aller uns vorangegangenen Brüder. Bruder Sekretär! – Verlese alle Namen der Dahingegangenen!

Sekr (Verliest die Namen, wobei nach der Nennung dreier Namen durch den MM jeweils ein Gongschlag erfolgt)

MvST Meine Brüder – Lasst uns die Toten noch einmal in unsere Kette einschliessen als dass wir uns von den vor uns ins Licht Getretenen verabschieden können.

MvST Zur Kette, meine Brüder (Alle bilden die Kette, wobei vorerst der MvST, 1.A., 2.A. am Sarge innerhalb der Kette stehen bleiben um die drei Rosen niederzulegen)

2.A. (legt die rosarote Rose am Kopfende nieder) Zu Haupt die sanft Erglühende!

1.A. (legt die rote Rose am Fussende nieder) Die Dunkle niederwärts!

MvST (legt die weisse Rose aufs Herz) Die Weisse, rein Erglühende Die leg‘ ich Euch auf’s Herz!

MvST 1.A. 2.A. (Gehen zurück in die Kette, wobei der Br. (MM) links vom 2.A. und der Br. (ZM) rechts vom 1.A. ihre Hand auf den Sarg legen. Ebenfalls bilden die drei Hammerführenden eine Kette, wobei wiederum der 2.A. und 1.A. ihre Hand auf den Sarg legen. Die Kette bildet nun eine 8)

(Schweigeminute ohne Musik)

AMvST Es wankt der Mensch am Pilgerstab Und von der Wiege bis zum Grab Sucht er umsonst den Frieden. Erst wo das Kreuz am Hügel steht, Und Geisterathen leise weht, Ist Ruhe ihm beschieden. Oh! Wohl ihm, der nach edler Tat Den süssen Schlaf gefunden hat Im stillen Tal der Grüfte. Es schwebt zum hohen Sternenchor Entfesselt dann sein Geist empor, Empor durch Himmelslüfte!

(Joh. Jak. Hottinger, 1. GM der GL ALPINA) (kurze Pause)

MvST Das Vergängliche, das Euch die Erde gegeben, ist zur Erde zurückgekehrt – aber Euer Unvergängliches wird im grösseren Lichte weiterleben!

MvST 1.A. 2.A. (reihen sich in die Kette zwischen MM und ZM, sodass nun der Sarg alleine steht)

MvST * (klopft auf den Sarg) 1.A. * (klopft auf den Sarg) 2.A. * (klopft auf den Sarg) MvST * (klopft auf den Sarg)

MvST Mit diesen vier, uns allen bekannten Schlägen, entlassen wir Euch, Ihr, uns ins helle Licht des ewigen Ostens vorangegangenen Brüder, aus unserer vollkommenen und gerechten Johannisloge "EUROMASON" Nr. 55 im Orient von Javea

Brüder im ewigen Osten! Die Uhr Eures Lebens auf dieser Erde ist zeronnen, das Pendel steht nun still. Ihr habt das sterbliche Gewand abgestreift, die maurerischen Werkzeuge niedergelegt. Euer Atem steht still, das Licht Eurer Augen ist erloschen. Ihr seid in ein höheres Leben eingetreten und nichts hält Euch mehr an die Stätte der Vergänglichkeit. Gehet den Euch bestimmten Weg, wie auch wir den unseren weitergehen müssen!

Meine Brüder Löset die Kette mit dreimalig-kräftigem Händedruck und begebt Euch zu Euren Sitzen und bleibt im Treuezeichen stehen. (Zuerst begeben sich die Brüder an ihre Plätze und anschliessend die drei Hammerführenden in der Reihenfolge 2.A., 1.A., MvST, die ebenfalls vor ihren Stühlen stehenbleiben)

MvST * 1.A. * 2.A. * MvST *

2.A. Meine Brüder! – Denkt an den Tod. Der Tod ist die dunkle Brücke zur schöneren Welt des ewigen Lichtes

1.A. Meine Brüder! – Denkt an den Tod. Der Tod ist der Feind des Lebens und der Freude. So schaut ihm fest ins Auge als ein starker Streiter

MvST Meine Brüder! Denkt an den Tod. Seid weise und vergesset am hellen Tage des Lebens nicht der dunklen Nacht des Todes. Diese bricht oft plötzlich und unerwartet herein.

MM (Aufmunternde und aufbauende Musik von ca. 5 Minuten, wobei der MvST das Zeichen gibt, dass die Brüder sich dazu setzen mögen.)

MvST Erhebt Euch zum Gebet, meine Brüder, im Zeichen der Treue.

AMvST (aus Friedrich Ludwig Schröders Ritual von 1801 der Loge „ABSALON ZU DEN DREI NESSELN“ (Nr.1) im Orient Hamburg) Es stehen Wieg‘ und Grab in engem Bunde, Der Sand verrinnt, das Laub des Baumes fällt. Auch uns schlägt einst die ernste Todesstunde, Die uns dem Staube wieder zugesellt.

Sie schreckt uns nicht! Wir legen an dem Rande Der Gruft nur unsern Pilgermantel ab, Um einzugehn zum schöner‘n Heimatlande, Zu dem hinüberführt das dunkle Grab.

Blickt um euch her, den Keim seht ihr versinken, Doch, ob er gleich sich in die Nacht verlor, Es kommt der Lenz mit Auferstehungswinken, Und herrlich spriesst die junge Saat hervor.

Und diese Glut, die uns im Herzen lodert, Und dieser Geist, der schafft, könnt nichtig sein? Nein, Brüder, nein! Wenn auch der Leib vermodert, Was in uns wirkt, bleibt und wird ewig sein.

Memento vivere! Uns ruft das Leben und die Pflicht !

Siehe auch

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