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Ritual

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Inhaltsverzeichnis

Ritual

Mannigfache und ganz verschiedene Rituale dominieren das menschliche Leben tagein und tagaus. Manche sind nur alltägliche Gewohnheiten, andere folgen bewusst aufgebauten Regelwerken. Zu letzteren gehören die Freimaurerrituale. Das sind vorgegebene Verhaltensformen, die das Treffen der Freimaurer bei ihren sogenannten 'Tempelarbeiten' lenken und ordnen.

Masonische Rituale ähneln sich überall auf der Welt. Daher kann ihnen ein Freimaurer auch folgen, wenn er die Sprache nicht versteht. Kleine Unterschiede gibt es aber schon. Beispiel Rumänien: Das Ritual ist pompöser als bei uns und folgt der französischen Tradition. Foto: Entzünden der 'Kleinen Lichter'.

Unser tägliches Ritual

Was sind Rituale? Der Begriff ist schwammig und die Wissenschaft uneins. Von Rudi Rabe für ZEIT&MASS, ein Mitgliedermagazin der Großloge von Österreich.

Zähne putzen, Zeit-im-Bild (= die österreichische 'Tagesschau') sehen, unser Verhalten im Straßenverkehr: Manche Forscher nennen auch das Rituale. Andere sprechen lieber von individuellen und kollektiven Regeln und Gewohnheiten. Diese haben den Sinn, wiederkehrende Handlungen zur Routine werden zu lassen. Das entlastet uns im Alltag: Wir müssen nicht jedes Mal neu entscheiden.

Geburtstagspartys, Hochzeitsfeiern, Sonntagsmessen: Dies sind echte Rituale; zyklisch wiederkehrende (Geburtstag), Lebensübergänge markierende (Hochzeit) oder transzendental orientierte Liturgien (Sonntagsmesse). Fünf Merkmale zeichnen diese Rituale aus: Ein mehr oder weniger festes Muster, Inklusion der Teilnehmer und Exklusion der Außenwelt; sie sind Sinn stiftend, gemeinschaftsbildend und von Symbolen durchsetzt.

Muß man die Symbole verstehen?

Es ist nützlich aber nicht zwingend. Im Vordergrund steht nämlich nicht die kognitive Entschlüsselung der Symbole, wichtiger ist die Inszenierung und deren Wirkung auf unsere Gefühle. Wir brauchen das: Rituale sind lebenswichtig. Es gibt keine Gesellschaft, die ohne sie auskommt.

Die vielzitierte 68iger-Generation revoltierte gegen gesellschaftliche Rituale: Einerseits weil viele erstarrt und nicht mehr zeitgemäß waren („Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren“), und andererseits weil die Nazis die Menschen mit großen Ritualen betrogen und öffentliche Rituale dadurch diskreditiert hatten. Kein Wunder, dass sich Österreich und Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern mit Staatsritualen bis heute schwer tun. Eine Paradoxie am Rande: Die Ritualkritik der 68iger äußerte sich selbst in neuen rituellen Formen wie zum Beispiel inszenierten Demos.

Renaissance der Rituale

1968 ist lange vorbei. Ritualforscher registrieren: Rituale werden wieder mehr geschätzt. In den als unsicherer empfundenen Zeiten ist der Bedarf an rituellen Gemeinschaftserlebnissen, die emotionale Sicherheit vermitteln, gestiegen. Man heiratet wieder groß und feiert Geburtstage mit vielen Freunden.

Es gibt sogar schon Ritualberater: Ritualprofis, die den Menschen helfen, für ihre Lebensübergänge eigene Rituale zu entwickeln. Entsprechend unserer individualisierten Gesellschaft sind die neuen Rituale weicher und vielfältiger als in den früheren Einheitsgesellschaften. Es gibt weniger Druck zum Mitmachen, mehr Auswahl und durch das Internet völlig neue Formen (Beispiel: Facebook).

Freimaurerische Rituale

Das sind hochentwickelte Formen, in denen viel altes Symbolwissen aufbewahrt ist. Sie stiften Gemeinschaftsgefühle, die weit intensiver empfunden werden als bei anderen Vereinigungen: Dies ist durchaus logisch, weil die meisten Gruppenrituale wesentlich genügsamer sind.

Meine persönliche Erfahrung bekomme ich von Brüdern immer wieder bestätigt: Nach der Rezeption war ich ein paar Monate unsicher, wie ich mit dem Ritual umgehen soll, und so habe ich vor allem beobachtet. Doch bald habe ich es liebgewonnen, und schon lange will ich es nicht mehr missen. Ich lass‘ es einfach auf mich wirken.

Freimaurerrituale: Ihr verschlungener Weg durch die Geschichte

Der österreichische Freimaurer und Ritualhistoriker Franz Ernst untersuchte 2014/15, wie sich die Rituale der Freimaurer von alters her entwickelten: von den ersten uns bekannten Ursprüngen im England des 17. Jahrhunderts und dann ab dem 18. Jahrhundert auch in Frankreich und schließlich in Deutschland.

England

Leider wissen wir trotz aller Bemühungen zahlloser Forscher weder über die Entstehung der „Society“ oder „Fraternity of Free-Masons“ noch über die Entstehung und Entwicklung ihrer Rituale irgendetwas Zuverlässiges, auch wenn immer wieder etwas Anderes behauptet wird. Die frühesten Erwähnungen von „Free-Masons“ in England stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, und wir wissen nicht viel mehr, als dass sich diese Free-Masons auf Einladung zur Aufnahme neuer Mitglieder versammelt haben, und dass dieses „making of masons“ nach einem festgelegten, nur mündlich weitergegebenen Prozedere erfolgte, das „hauptsächlich aus der Mitteilung gewisser geheimer Zeichen besteht woran sie einander überall im ganzen Lande erkennen, ein Mittel, durch das sie Unterstützung genießen, wohin sie auch reisen.“ Aus diesem Prozedere für das „making of masons“ entstand das Ritual für die Aufnahme von Suchenden, wie wir es heute kennen.

Aufgrund von ein paar erhaltenen Manuskripten, deren Einordnung manchmal sehr schwierig ist, können wir mit einiger Sicherheit annehmen, dass die Aufnahmezeremonie ursprünglich aus einem einleitenden Gebet, der Verlesung der legendenhaften Geschichte der Gesellschaft, der Verlesung der Ordnungen und Pflichten, der Erteilung des Maurerwortes und der Prüfungsfragen und -antworten, die mit dem Maurerwort verknüpft waren, bestanden hat.

Es war sehr lange streng verboten, Ritualtexte oder Lehrinhalte schriftlich aufzuzeichnen, und es haben sich die meisten Mitglieder der Societies of Free-Masons daran gehalten. Alles was wir haben, sind einige Manuskripte, Zeitungsartikel, Flugschriften und Pamphlete. Einige davon werden als „Verräterschriften“ bezeichnet. Die frühen Verräterschriften aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts enthalten aber leider keine vollständigen Rituale, wie immer wieder geschrieben wird, sondern nur mehr oder weniger ausführliche Katechismen, also Prüfungsfragen und Antworten zu den Lehrinhalten der verschiedenen Grade, die vor allem als Erkennungszeichen für Brüder dienten.

Über die vier Londoner Logen, die 1717 die erste „Großloge“, nämlich die „Großloge von London und Westminster“, gebildet haben, um einmal im Jahr ein gemeinsames Gelage zu veranstalten, wissen wir kaum mehr als die Namen der Gasthäuser, in denen sie sich getroffen haben, und die Namen von einigen Brüdern. Es gibt auch keine schriftlichen Aufzeichnungen oder Protokolle vor 1723.

Aus Irland nach England eingewanderte Brüder wurden von den meisten englischen Logen nicht aufgenommen. Sie gründeten eigene Logen und schließlich 1751 die „Grand Lodge of England According to the Old Institutions“, umgangssprachlich als „Antients“ bezeichnet, im Gegensatz zu den englischen „Moderns“. Beide Großlogen gründeten Logen im Vereinigten Königreich, Militär- und Feldlogen sowie Logen auf dem europäischen Kontinent und in Amerika.

Bereits ab den 1720er Jahren wurden von der Grand Lodge of London and Westminster, der späteren Grand Lodge of England, auch wegen der Verräterschriften, Änderungen und Neuerungen eingeführt, so wurden z.B. aus Sicherheitsgründen verschieden Worte und Namen vertauscht. Die Antients übernahmen viele dieser Änderungen nicht. Daher gibt es heute einige Großlogen, deren Rituale den Gebräuchen der Antients folgen, während die meisten englischsprachigen Großlogen den Regeln der Modern folgen.

Nach der Aufnahme von Adeligen und Mitgliedern des Königshauses kam es rasch zu einer deutlichen Erweiterung des Ritualtextes, um das Ritual festlicher und ehrwürdiger erscheinen zu lassen, und zu einer Vermehrung der Logenämter. Zu Beginn gab es ja nur den Meister vom Stuhl und einen Warden, also einen Aufseher.

Die erste gedruckte Beschreibung eines englischen Rituals stammt erst aus dem im Jahr 1760 erschienenen Buch „Three Distinct Knocks“, und es ist ein Ritual der Antients, die, wie gesagt, einige der von der Premier Grand Lodge nach 1720 eingeführten Änderungen am Ritual nicht übernommen hatten.

Im Jahre 1799 sollten alle Vereinigungen, die von ihren Mitgliedern einen staatlich nicht genehmigten Eid einforderten, für ungesetzlich erklärt werden. Die beiden Großmeister erreichten eine Ausnahmeverfügung für die Freimaurer, vorausgesetzt, sie bildeten eine einzige Großloge. Dafür wurde 1809 eine „Lodge of Promulgation“ eingesetzt, „um die Alten Landmarken gründlichst zu untersuchen und um eine gesicherte Basis der wahren Grundlagen der Freimaurerei zu gewinnen“. Hierbei wurden einige Neuerungen der Moderns rückgängig gemacht. 1813 wurden die „Articles of Union Between the two Grand Lodges of Freemasons in England“ unterzeichnet, und so entstand die United Grand Lodge of England (UGLE).

Unmittelbar danach wurde die „Lodge of Reconciliation“ ins Leben gerufen, um ein neues einheitliches Ritual festzulegen. 1816 war es so weit. Das Ritual der „Lodge of Reconciliation“ wurde dann im Wege von Instruktionslogen verbreitet, wobei es im Lauf der Zeit zu zahlreichen Änderungen kam, was Einzelheiten von Sätzen und Worten betrifft. So entstanden neben dem von der „Lodge of Reconciliation“ ausgearbeiteten „pure and unsullied system“ eine Reihe von Spielarten (Workings), deren Unterscheidungsmerkmale freilich nur für die Spezialisten auf diesem Gebiet wesentlich sind, so u. a. die Rituale „Stability“, „Emulation“, „Westend“, „Oxford“, „Logic“, „North London“, „Metropolitan“ usw.

Frankreich

Über die ersten Logengründungen in Frankreich gehen die Angaben der freimaurerischen Historiker auseinander. 1732 erscheint auf jeden Fall die „Loge de Bussy“ als erste unter englischer Konstitution in der Londoner Matrikel, und zwar als „Nr. 90 King’s Head at Paris“ verzeichnet.

Zunächst waren es vor allem Adelige, die sich in den französischen Logen zusammenfanden. Ein königlicher Erlass Ludwigs XV. verbot den Adeligen, die Freimaurer wurden, den Hof. 1737 erließ der Generalleutnant der Polizei ein „Verbot an alle“, Vereinigungen von „Frey-Maçons“ zu bilden. Trotzdem übernahm der Herzog von Antin die Leitung der Großloge, und als er 1743 starb, gab es in Frankreich bereits mehr als 200 Logen.

Die Maurerei wurde eine Modeerscheinung, und die Logen nahmen immer mehr bürgerliche Brüder auf. Die Einführung von Degen in das Ritual sollte die Gleichheit aller Brüder symbolisieren, ebenso die Sitte, die Aufzunehmenden in Anlehnung an das englische „Gentleman“ als „Gentilhommes“ zu bezeichnen.

Aus den „Gentilhommes“ wurden in vielen Logen alle möglichen „Chevaliers“, also Ritter, indem man zu den bereits üblichen drei Graden höhere Grade hinzufügte und eine bunte Fülle neuer freimaurerischer Systeme schuf, wobei man die Ritterorden des Mittelalters, zuerst die Johanniter und dann die Tempelritter, zu Vorfahren der Freimaurer erklärten.

Schon bald nach dem schrecklichen Ende der Templer in Frankreich vier Jahrhunderte vorher waren Legenden über ein Weiterbestehen des Ordens im Verborgenen und über die Überlieferung geheimen Wissens entstanden, das die Tempelritter im Orient erhalten hätten. In Frankreich wurde erzählt, dass der schottische König zahlreiche Templer aus Frankreich aufgenommen habe und diese bei dort bestehenden Freimaurerbruderschaften unterkommen ließ. Für die weitere Entwicklung in Frankreich spielten auch die schottischen Emigranten um den vertriebenen König Jakob III. zumindest indirekt eine Rolle.

Als erster höherer Grad entstand der „Schottische Meister“, der „Maître Ecossais“, der schon 1742 erwähnt wird. Zahlreiche andere Grade folgten, die alle unter dem Sammelbegriff „Schottische Maurerei“ segelten, ohne ursächlich mit Schottland irgendetwas zu tun zu haben.

Da ja nur Katechismen und keine „authentischen“ englischen Rituale vorlagen, entwickelten sich die französischen Rituale sehr rasch zu einer ganz eigenständigen Form, die im Großen und Ganzen bis heute weitgehend gleich geblieben ist.

Bereits 1745 erschien das Buch „L’ Ordre de Francs-Maçons trahi“, eine ausführliche Einführung in die Freimaurerei mit recht genauen Beschreibungen der französischen Rituale für die Aufnahme, die Beförderung und die Erhebung, sowie für den Schottischen Meister. Aus diesem Buch, das noch im gleichen Jahr ausführlich kommentiert auf Deutsch unter dem Titel „Die offenbarte Freymaurerei“ herausgebracht wurde, stammen die immer wieder zu sehenden Kupferstiche mit den Herren mit Dreispitz und Degen, die es in englischen Ritualen nie gab.

1773 kam es nach gravierenden Problemen und persönlichen Auseinandersetzungen zur Errichtung der „Grande Loge Nationale“ (mit dem Beinamen „Grand Orient“), wobei einige Logen die regulär arbeitende, aber nicht von der UGLE anerkannte „Grande Loge“ aufrechterhielten. Der Grand Orient de France, dem sich in den Folgejahren eine Reihe der Schottischen Systeme anschlossen, war und blieb aber immer die sehr viel größere und bedeutendere Großloge. 1913 gründeten einige Brüder, die am „Grand Architecte de l’ Univers“ festhielten, die Grande Loge Nationale Française. Sie wurde schließlich von der englischen UGLE anerkannt.

Die Rituale der ersten drei Grade der französischen Großlogen unterscheiden sich nur wenig, und sie wurden, wie gesagt, über diese ganze Zeit auch kaum verändert.

Deutschland

Ursprünglich arbeiteten die ersten Logen auf deutschem Boden ab 1737 nach mündlich überlieferten und mehr oder weniger genau übersetzten englischen Ritualen, allerdings zuerst auf Französisch, später auch auf Deutsch.

Nach dem Erscheinen des Buches „L’ Ordre de Francs-Maçons trahi“ und der im gleichen Jahr 1745 erfolgten deutschen Übersetzung beziehungsweise nach der Gründung des „Hohen Ordens vom heiligen Tempel zu Jerusalem“, auch „Strikte Observanz“ genannt, durch Karl Gotthelf, Reichsfreiherr von Hund und Altengrotkau, Erbherr von Lipse u.s.w., der behauptet hat, von den französischen geheimen Oberen dieses Ordens zum Heermeister der VII. Provinz (Deutschland an der Elbe und an der Oder) ernannt worden zu sein, hat sich die französische Form des Rituals sehr schnell in weiten Teilen Deutschlands durchgesetzt. Aus dem Jahre 1760 gibt es gedruckte Rituale der „Strikten Observanz“, die recht kurz aber unseren heutigen Ritualen der ‚Großloge von Österreich’ durchaus ähnlich sind.

Bedingt durch die politische und religiöse Zersplitterung Deutschlands entwickelte sich die Maurerei in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich, und es entstanden im Laufe der Zeit acht verschieden ausgerichtete Großlogen, zum Teil humanitär, zum Teil mehr oder weniger stark christlich geprägt, die alle fleißig eigene Rituale entwickelt haben und zum Teil den einzelnen Logen erlaubten, darüber hinaus spezielle Rituale zu verwenden.

Derzeit sind in Deutschland hauptsächlich vier Rituale in Gebrauch: das der humanistischen A.F.u.A.M. sowie die christlichen Rituale des Freimaurerordens, der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ und der Großen Loge von Preußen, genannt Royal York zur Freundschaft. Darüber hinaus dürfen zahlreiche Logen auch nach eigenen alten Ritualen arbeiten. In Frankfurt am Main wird z.B. neben dem Ritual der A.F.u.A.M. in sieben weiteren Ritualen gearbeitet.

Nach dem Ende der Strikten Observanz im Jahre 1782, der eine Zeit lang die Mehrheit der deutschen Logen angehört hatten, gab es immer wieder Versuche, die Rituale von unnötigem Ballast zu befreien und sie auf die reine, englische Urform zurückzuführen, zumindest haben das die meisten Ritualreformatoren behauptet. Der bekannteste dieser Reformatoren ist wohl der Hamburger Schauspieler und Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder, schließlich Großmeister der Großen Loge von Hamburg.

Besonders Herder, ein Freund Schröders, beteiligte sich in den Jahren 1800 bis 1803 rege durch viele Einwürfe, Skizzen und Gedanken an der Arbeit für die neuen Rituale, er verlangte dabei jedoch volle Anonymität. Er forderte eine einfache, klare und leicht verständliche Sprache: „Zu Vorlesereien ist die Freimaurerei nicht bestimmt, sondern zur tätigen Übung des Verstandes und des Herzens, tätiger Beihilfe und Veredlung, ja Erweckung und Rettung des Menschengeschlechts.“

So entstanden bis zur endgültigen posthumen Veröffentlichung im Jahr 1816 Rituale für die drei Grade, die noch heute als Schrödersche Lehrart bei einigen Logen in Gebrauch sind und die sich nach Meinung der danach arbeitenden Brüder durch ihre schlichte Klarheit und rituelle Dynamik auszeichnen. Weder mit den Ritualen der Antients von 1760 noch mit den 1816 von der „Lodge of Reconciliation“ erstellten neuen englischen Ritualen, die nach wie vor die Grundlage der meisten Rituale in der englischsprachigen Welt darstellen, haben diese Schröderschen Rituale große Ähnlichkeit.

Auch die im Laufe des 19. Jahrhunderts immer wieder reformierten Rituale der verschiedenen deutschen Großlogen und Logen wurden eher länger als kürzer, sie sind äußerst wortreich und können im Falle einer Aufnahme mehrere Stunden dauern.

Nach der Aufhebung aller Logen ab dem Jahre 1933 durch die Nationalsozialisten und der Beschlagnahme aller Einrichtungen, Geräte und Bücher war der Neuanfang im Jahre 1945 sehr schwierig, da keine Rituale zur Verfügung standen und diese langwierig rekonstruiert bzw. neu geschrieben werden mussten. Ähnlich war es auch in Österreich, aber das ist eine eigene Geschichte.

Zusammenfassung

Es gibt zwei große Familien von Ritualen der Johannismaurerei:

  • Zum ersten die englischen Rituale, also alle Workings auf Grundlage der Empfehlungen der „Lodge of Reconciliation“ aus dem Jahre 1816, die sich in der Regel nur in Details unterscheiden; die Rituale, die von den Antients abstammen; und die deutschen Rituale der humanitären Großlogen, die sich auf eine englische Tradition berufen.
  • Zum zweiten die Rituale, die auf französischen Texten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts beruhen, wobei die französischen Rituale sich sehr wenig verändert haben, während sich aus den französischen Vorbildern im deutschsprachigen Raum eine fast unüberschaubare Vielfalt von Ritualen entwickelt hat.

Auch wenn die vielen Rituale für die Aufnahme eines Suchenden auf den ersten Blick sehr verschieden aussehen, so sind sie doch alle aus einem in England entstandenen, spätestens in der Mitte des 17. Jahrhunderts festgelegten, lange Zeit nur mündlich weitergegebenen Prozedere für das „making of masons“ der „Society“ oder „Fraternity of Free-Masons“ hervorgegangen, wobei die eigentliche Aufnahme des Suchenden in den Bund in allen Ritualen sehr ähnlich erfolgt. Auch wenn unterschiedliche äußere Formen dafür geschaffen wurden, die inneren wesentlichen Grundsätze sind immer und überall dieselben geblieben.

Alle Brüder verbindet das einmalige Erlebnis der Aufnahme, die Einfügung in die Kette der Brüder in ihrer jeweilige Loge und damit die Aufnahme in die Weltenkette, um gemeinsam an sich selbst zu arbeiten und am Tempel der Humanität zu bauen.

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