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Friedrich Ludwig Schröder

(Weitergeleitet von Schröder)

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Die Centenar-Medaille zeigt noch das alte, von den Nazis abgetragene Logenhaus und die Statue aus dem großen Tempel.
Die Novemberausgabe 2016 des Magazin "Humanität" ist dem 200ten Todestag Friedrich Ludwig Schröders gewidmet.
Schröder-Statue im von den Nazis zerstörten Logenhaus.
Siehe auch: Rekonstruktion: Friedrich Ludwig Schröder
Das gezeigte Bild ist Bestandteil des Archivs der Loge Selene zu den drey Thürmen in Lüneburg. Beim Preußischen Staatsarchiv in Dahlem wird es unter folgender Signatur geführt: "Zentrales Staatsarchiv Merseburg, 5.2 L62, Nr. 23". Es findet sich als Seite 4 einer Ritualabschrift durch August Friedrich Dempwolff, dem ersten Lüneburger Logenchronisten, die in deutscher Schrift geschrieben ist und folgendermaßen betitelt ist: "Auszug aus dem Ritualbuch des Lehrlings-Grades für den Ehrw. Br. Zweiten Aufseher". Es zeigt die erste Seite dieser Schrift, die oben mit dem Siegelstempel der Loge Selene versehen ist. (Diese Quelle ist ein Unikat und niemals veröffentlicht worden.)
Grabplatte auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Quelle: Hanseatisches Logenblatt
Sitzordnung im Tempel ("Logenzimmer") nach Schröder-Ritual aus dem Jahre 1810. (Aus dem Bestand des Geh. St. Archivs Preußischer Kulturbesitz.)

Inhaltsverzeichnis

Friedrich Ludwig Schröder

Die Gesellschaft Harmonie und die Stiftung Historische Museen Hamburg haben in ihrer Eigenschaft als Schirmherren des Projektes „Hamburger Persönlichkeiten“ Friedrich Ludwig Schröder zur Person des Monats September 2016 ernannt.

Hamburger Persönlichkeiten

Spuren in Hamburg

  • in Hohenfelde ist die nach ihm benannte Schröderstraße
  • in der Rathausdiele befindet sich an einer Säule sein Portrait-Relief
  • in der Carl-Toepfer-Stiftung ist ihm das Haus Neanderstraße 26 gewidmet
  • auf dem Althamburgischen Gedächtnisfriedhof in Ohlsdorf liegt auf Grab 14 seine Grabplatte

Friedrich Ludwig Schröder

Friedrich Ludwig Schröder (1744 - 1816) schrieb: "Die Freimaurerei soll etwas in Ihren Mitgliedern bewirken, was weder der Staat noch die Kirche bewirken kann, und was doch unerlässlich notwendig ist, um den Menschen in der Gesellschaft und im Staat moralisch zu vollenden."

Biographie

Friedrich Ludwig Schröder (* 3. November 1744 in Schwerin; † 3. September 1816 in Rellingen) war ein deutscher Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker. Als Reformer der Freimaurerei begründete er ein eigenenes Ritualwerk, die sogenannte „Schrödersche Lehrart“, die noch heute von vielen Logen – auch außerhalb Deutschlands – gepflegt wird.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Seine Mutter Sophie Charlotte Schröder (geborene Biereichel und Witwe des Organisten Schröder zu Berlin) hatte sich in zweiter Ehe 1749 in Moskau mit dem Schauspieler Konrad Ernst Ackermann verheiratet. Mit ihr durchzog Schröder Kurland, Preußen und Polen und trat mehrfach in Kinderrollen auf, kam dann auf das Friedrichskollegium zu Königsberg, wurde aber dort von seinen Eltern 1756 verlassen und fand bei einem Schuhflicker, dann bei einem Seiltänzer ein Unterkommen.

1759 ging er zurück zu seinen Eltern in die Schweiz, wo er sich zum Schauspieler und Tänzer ausbildete. Nachdem er die Schweiz und die Rheingegenden durchzogen hatte, trat er mit der Ackermannschen Gesellschaft 1764 in Hamburg auf und glänzte anfangs besonders als Ballettmeister und im Lustspiel, ging aber dann zum tragischen Fach über und gelangte darin zu hoher Meisterschaft.

Zeittafel

1744: Am 2. oder 3. November In Schwerin geboren, Mutter Schauspielerin, Vater "liederlicher Organist" aus Berlin.

1749: Mutter heiratet den Schauspieler und späteren Prinzipal Ackermann, Schröder steht bereits mit drei Jahren auf der Bühne und spielt kleine Rollen. Reisen der Truppe nach Petersburg, Moskau, Warschau.

1756: Bei Ausbruch des 7-jährigen Krieges bleibt Schröder in Königsberg zurück. Er lebt bei einem Schuster in einer alten Schule, hat bei einem Engländer Schauspiel- und Tanzunterricht, liest Shakespeare in Englisch.

1759: Der 15-Jährige schlägt sich alleine nach Solothurn durch, Aufnahme in die Schauspieltruppe.bis 1764 Wanderjahre durch Deutschland, in Hannover wird Konrad Ekhof als sehr angesehener Deklamateur in die Truppe aufgenommen. Späteres Vorbild Schröders

1764: Ackermann gründet in Hamburg das Theater am Gänsemarkt, später mit Lessing und Ekhof das Deutsche Nationaltheater.

1768: Finanzielle Schwierigkeiten, Schließung des Nationaltheaters, Schröder geht nach Süddeutschland.

1771: Tod Ackermanns, Schröder wird Prinzipal und hat Erfolge mit Goethes "Clavigo", "Götz" und Lessings "Emilia Galotti".

1773: Heirat der Schauspielerin und Partnerin Anna Christina Hart, sehr glückliche aber kinderlose Ehe. In den folgenden Jahren großes Repertoire. Spielt in einem Jahr 26 Hauptrollen. Sichert Urheberrechte und zahlt Autoren Honorare.

1774: Am 8.9. auf Vorschlag Bodes (Absalom) Aufnahme bei „Emanuel zur Maienblume“ i.Or. Hamburg.

1776: Am 20.9. Erstaufführung von "Hamlet" in der Bearbeitung Schröders in Hamburg. Bis 1779 große Erfolge mit den 18 Hauptwerken Shakespeares, den er dadurch in Deutschland bekannt macht.

Ab 1780 Reisen durch Deutschland, große Erfolge mit Shakespeare, als Hamlet, Lear und Falstaff.

Ab 1784 Mitglied des Kaiserl. Nationaltheaters in Wien.

Von 1785 und bis 1798 Prinzipal in Hamburg, führt Werke Schillers auf und bietet diesem Mitarbeit an. ("Sind Sie frei? Können Sie Dresden gegen Hamburg vertauschen" Ein dramatischer Schriftsteller muss durchaus an dem Orte sein, wo sich die Bühne aufhält für die er schreibt!")

1787: am 28.6. zum M.v.St. von „Emanuel“ gewählt. Intensive Beschäftigung mit der FM.

1789: Schröder legt die neuen Reform- und Logengesetze vor. Rückkehr zum 3-Grad-System.

1792: Annahme der Gesetze in den Hamburger Logen, Gründung eines Konsortiums für Gemeinwohl, mrr. Forschung und Logenverwaltung. Hieraus entstehen die bis heute noch existierende Kinderstiftung, das FM. Krankenhaus (später Elisabeth-Krankenhaus 1795), eine Pensionskasse für Schauspieler und der spätere Engbund (1802-68).

1796: Rückzug aus dem Theater auf sein Landgut in Rellingen, Arbeit am Ritual mit umfangreichem Quellenstudium, intensive Kontakte zu Meyer in Göttingen und zu Goethe, Herder, Wieland und Schiller in Weimar.

1799: Zug. Großmeister der Provinzialloge zu Hamburg.

1801: Einsetzung des neuen Rituals in Hamburg und beim weißen Pferd in Hannover sowie zahlreichen anderen Logen landesweit.

Bis 1803 enge Korrespondenz mit Herder zum gegenseitigen Textabgleich zur gemeinsamen Herausgabe des Rituals. Herder lehnt diesen Vorschlag Schröders ab, er betätigt sich auch in Weimar nicht mehr aktiv als FM.

1801: Bis 1808 legt Schröder eine umfassende Sammlung von Ritualen aller Lehrarten und Grade an, arbeitet diese durch und veröffentlicht sie mit seinen Kommentaren.

1806: Annahme Meyers in die Loge „Emanuel“, der Gutsbesitzer in Bramstedt wird. Enge Korrespondenz mit ihm bis 1816

1807: Das "Schröderritual" wird weit verbreitet angenommen, auch in Weimar (die "Anna Amalia" wird nach 25 dunklen Jahren neu geöffnet)

1809: Rückkehr zum Theater wegen der Besetzung Hamburgs durch die Franzosen seit 1806

1811: Wegen großer Schwierigkeiten (Aufführungsverbot der Werke von Schiller und Shakespeare) erneut Prinzipal, wird antifranzösischer Haltung verdächtigt, wohl auch wegen der engen FM-Beziehungen der Hamburger Logen zu London.

1811: Auf Initiative Schröders Konstitution der Großen Loge zu Hamburg als selbstständige Großloge. Trennung als Provinzialloge von der großen Loge von England verhindert den Anschluss an den Grand Orient.

1814: Großmeister der Großen Loge zu Hamburg.

1815: Herausgabe der Unterrichte 1° und 2° von Meyer, 3° unverändert von Schröder

1816: Am 3. September: Nach schweren Jahren durch Krieg und Besatzung Tod durch psychische und physische Erschöpfung: Grabinschrift: "Dem Freunde der Wahrheit und des Rechts, dem Förderer menschlichen Glücks, dem unerreichten Künstler". In diesem Jahr entstand auch seine letzte Ritualfassung. Diese wurde erst 2005 in Kopenhagen wiederentdeckt.

1816: Seine Witwe gibt die Rituale in der Fassung von 1815 erstmals in gedruckter Form heraus.

Friedrich Ludwig Schröders Reform der Freimaurerei

Friedrich Ludwig Schröder (1744-1816), Theaterdirektor, Publizist und Dramaturg sowie einer der bedeutensten Shakespeare-Darsteller seiner Zeit, war zugleich einer der wichtigsten Reformatoren der deutschen Freimaurerei.

Um zu verstehen, welche Leistung Schröders die Königliche Kunst bis heute prägt, muss man sich ihre Situation in den 70er und 80er Jahren des 18. Jhr. vergegenwärtigen. Nachdem die spekulative Maurerei in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts der Aufklärung einen Boom in den verschiedenen deutschen Staaten erlebt hatte und die Logen wie Pilze aus dem Boden schossen, schlug nun die Stunde der Scharlatane.

Die Freimaurerei war in bestimmten, vermögenden Gesellschaftskreisen „in“ und Blender und Beutelschneider witterten ihre Chance auf das schnelle Geld. Da die einfache, blaue Johannismaurerei mit den drei Graden Lehrling, Geselle, Meister recht unspektakulär ist, mithin Phantastereien und Schwärmereien wenig Raum bot, tobten sich besagte Personen – darunter so illustre Abenteurer und schillernde Gestalten wie Giuseppe Balsamo, besser bekannt als Graf Cagliostro – in immer komplexeren Hochgradritualen aus.

Hier wurden ritterliche Zeremonien mit Phantasiekostümierungen und klingenden Titeln zu einer bizarren Mischung verrührt. Viele dieser Titel konnten, ebenso wie Patente zur Gründung von Logen, käuflich erworben werden. Die junge Freimaurerei befand sich in einer ernsten Krise. Jedoch bildete sich in den 80er Jahren eine Gegenbewegung, der unter anderen die Freimaurer Herder, Goethe, Hufeland und eben F. L. Schröder angehörten. Ziel dieser Reformer war eine Freimaurerei, die sich auf die alte englische Maurerei mit den drei Graden zurück besann.

Schröder schrieb die Ritualtexte, ersann die Einrichtung des Logenzimmers, zeichnete eine Vorlage für einen eigenen Arbeitsteppich und schuf so ein komplettes System. Seine Ritualtexte zeichneten sich durch eine schlichte, nicht manierierte Sprache aus, den Ritualablauf straffte der Theatermann, gab ihm eine eigene Dynamik und reduzierte schließlich die Zahl der Symbole.

Mit dem Wilhelmsbader Konvent 1782 zeichnete sich schließlich das Ende der Lehrart namens „Strikte Observanz“ ab. Die Schrödersche Lehrart hingegen wird, bis heute, bearbeitet.

Theaterarbeit

Schröder lernte Gotthold Ephraim Lessing kennen, als dieser 1767 für drei Jahre nach Hamburg zog, um dort als Dramaturg und Kritiker für das Hamburger Nationaltheater zu arbeiten. Das Theater musste aber schon 1769 aus finanziellen Gründen schließen.

Nach Ackermanns Tod im Jahr 1771 übernahm Schröder mit seiner Mutter die Direktion der Hamburger Bühne und machte sich durch sein Lustspiel Der Arglistige, dem bald mehrere andere folgten, als dramatischer Schriftsteller einen Namen, während er durch seinen Einfluss auf die Verbesserung des deutschen Theaters überhaupt einwirkte, indem er auf Einheit und kräftiges Zusammenwirken aller Teile zur Erreichung des Gesamtzwecks hinarbeitete und auf Sittlichkeit und Ordnung unter der Gesellschaft hielt.

Besondere Verdienste erwarb er sich um die Einbürgerung der von Christoph Martin Wieland übersetzten Shakespeareschen Trauerspiele auf der deutschen Bühne. 1780 unternahm Schröder eine große Kunstreise durch Deutschland, besuchte auch Paris und folgte 1781 einem Ruf an das Wiener Hoftheater, kehrte aber bald nach Hamburg zurück, wo er bis 1798 wieder das Theater leitete, bevor er sich auf ein kleines Landgut in Rellingen zurückzog, um als Schriftsteller tätig zu sein.

1811 übernahm er die Leitung der Bühne von neuem. Als tragischer Schauspieler zeichnete er sich besonders als Lear, als Philipp II. in Schillers „Don Carlos“ und Otto von Wittelsbach aus, war aber auch in komischen Rollen von Bedeutung und wirkte besonders durch die Wahrheit und Einfachheit seines Spiels.

Nahezu sämtliche Publikationen F.L. Schröders als PDF-Downloads bei Google-Books

Reformer der Freimaurerei

Bereits im Jahr 1774 war Schröder auf Vorschlag Johann Christoph Bodes ohne Ballotage in der Hamburger Freimaurerloge Emanuel zur Maienblume initiiert und aufgenommen worden, wo er 1775 der Meistergrad erhielt und zu deren Meister vom Stuhl er 1787 benannt wurde. (Der Zeitpunkt Schröders Aufnahme in den Orden der nichtfreimaurerischen Organisation der Illuminaten ist nicht bekannt; aber in jenem Bund erhielt er den Ordensnamen 'Roscius'.) 1792/93 wurde er Mitglied der Loge 'Einigkeit und Toleranz'. Im Jahr 1795 wurde auf seine Initiative hin das Freimaurerkrankenhaus in Hamburg eröffnet. 1811 regte er an, dass sich die Große Loge von Hamburg als eigenständige Großloge etablieren solle, der er dann von 1814 bis zu seinem Tod als Großmeister vorstand. Neben seinem Wirken in der Loge Emanuel zur Maienblüte gründete Schröder auch eine eigene Winkelloge Elise zum warmen Herzen, die hauptsächlich für Schauspieler gedacht war und bis 1777 bestand. Er war Mitbegründer des 'Engbundes' und Mitarbeiter am 'Bund der deutschen Freimaurer' und später am 'Bund der Einverstandenen'. Um Anfang 1800 wurde er schließlich der entscheidende Reformer der maurerischen Ritualistik in Zusammenarbeit mit den ehemaligen Illuminaten – der Illuminatenorden konnte seine Arbeit nur bis ca. 1793 unter Bode fortführen – Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe, Carl Leonhard Reinhold und Christoph Wilhelm Hufeland.

Strikte Observanz

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte sich mit der sogenannten „Strikten Observanz“ ein komplexes System von hierarchischen Abstufungen in der europäischen Freimaurerei, angelehnt an die englische Lehrart mit Hochgradsystem, etabliert. Zu Beginn der 1780er Jahre begann eine Gegenbewegung einzusetzen, die sich wieder auf das alte Ritual der drei Grade (Lehrling – Geselle – Meister) besann. In diesem Reformprozess forderte der Ex-Illuminat Georg Heinrich Sieveking darüber hinaus die Abschaffung der „Hieroglyphen und Symbole“ und bezeichnete diese und die Gebräuche als Farce. Schröder antwortete darauf mit seiner Rede über „Sittlichkeit und Gefälligkeit als Urstoff der Freundschaft sowie über unsere Bilderzeichen und Geheimnisse“ in seiner Loge Emanuel. Darin setzte er diese Forderung mit der Auflösung der Freimaurerei gleich und zeigte deren Relevanz für die große Bruderkette auf. Dies führte zu Rededuellen zwischen beiden und resultierte schließlich darin, dass Sieveking am 10. April 1790 sein Amt als Meister vom Stuhl niederlegte und sein bisheriges Engagement in der Freimaurerei aufgab.


Friedrich Ludwig Schröder 1744-1816

Auch heute noch ziert das Großmeister-Bijou, wie es Friedrich Ludwig Schröder trug, das Titelblatt des hanseatischen Logenblattes.

Quelle: Humanität 1994 Nr.7 Oktober Seite 17 -18 -19 -20 -21 und 22

Ernst-Günther Geppert, Hamburg:
Friedrich Ludwig Schröder 1744-1816

Vor 250 Jahren wurde der Reformator der deutschen Freimaurerei geboren.

Sein Vater soll Organist gewesen sein, die Mutter, Charlotte Sophie, geb. Bier­eichel, war Schauspielerin, die nach dem Tode ihres Mannes (1745) den schon damals bekannten Schauspieler Konrad Ernst Ackermann heiratete. F. L. Schröder wurde am 2. November 1744 in Schwerin geboren. Taufpaten waren die Prinzen Friedrich und Ludwig sowie deren Schwester Prin­zessin Ulrike von Mecklenburg-Schwerin. Stiefvater Ackermann, ebenfalls in Schwe­rin geboren, hatte eine Truppe von Schau­spielern versammelt, zu der auch seine beiden Töchter Dorothea und Charlotte, ebenfalls hervorragende Schauspielerin­nen, gehörten.

Da es im 17. und 18. Jahrhundert nur wenige Schauspielhäuser gab, zog die Truppe Ackermanns von Schwerin nach Petersburg, Dort gab der dreijährige Friedrich Ludwig sein Debüt. Er personi­fizierte in einem Vorspiel, dessen Texte seine Mutter geschrieben hatte, die Unschuld, als die er zu sagen hatte: „O nein, ich spreche dich frei!" Er muß das so beeindruckend gesprochen haben, daß die anwesende russische Kaiserin Elisabeth den Knaben in ihre Hofloge kommen ließ und der Mutter ein Geldgeschenk machte.

Eine ordentliche Erziehung hat der Knabe nie genossen, lediglich in War­schau, wo sich die Truppe eine Zeitlang aufhielt, besuchte er eine Jesuitenschule. Dort fühlte er sich so wohl, daß er sich ver­steckte, als er mit der Truppe des Stief­vaters weiterziehen sollte. Zu Beginn des siebenjährigen Krieges (1756-1763) flüchteten die Eltern und lie­ßen den Elfjährigen alleine zurück. Er wohnte bei einem Schuster im leerstehen­den Schauspielhaus und fand Aufnahme im Collegium Fridericianum, Seine Frei­zeit verbrachte Schröder mit Tanz und Deklamationsübungen; seine Laufbahn begann er als Tänzer.

Durch das englische Seiltänzer-Ehe­paar Stuart lernte er die Dramen von Shakespeare, die damals Wieland über­setzt hatte, kennen. Er verschlang sie förmlich und bekam ein neues Bild von einem Schauspieler. Später wurde er der größte Darsteller Shakespearscher Gestalten seiner Zeit. Schröder, der Autodidakt, verfocht hartnäckig das mit großer Mühe Gelernte und war dann später, wie viele Reformato­ren, streng und oftmals unerbittlich, zeigte jedoch auch Milde und Versöhnlichkeit, soweit es nicht die Sache, sondern eine Persönlichkeit betraf.

Schröder war außerordentlich belesen und mit vielen verschiedenen Wissen­schaften vertraut. Er studierte Sternenkunde und den Bau des Weltgebäudes so intensiv wie auch die Pflanzen- und Tier­welt. Er war stolz auf sein selbsterworbe­nes Wissen, In Lübeck verschaffte Ackermann ihm eine Lehrstelle bei einem Tuchhändler, wo er mit Geldgeschäften umzugehen lernt, was ihm später sehr nutzen sollte. Längere Zeit hielt sich die Truppe in Solothurn in der Schweiz auf, und als Schröder wieder zu ihr stieß, schrieb er Rollen für die aufzuführenden Stücke ab, trat dann in kleineren Rollen auf, wofür er eine kleine Gage erhielt. Das Verhältnis zwischen dem Stiefvater und ihm war zeit­weilig gespannt, und es gab oft heftige Aus­einandersetzungen. Einmal zog Schröder sogar den Degen, um den Vater, der ihn schlagen wollte, zurückzuweisen.

Er hatte Geld aus dessen Schreibtisch genommen und den Koffer der Mutter erbrochen. Um nicht vor Gericht gestellt zu werden, flüch­tete er. Mehrfach geriet der junge Mann in Ehrenhändel. Sein Nebenverdienst war das Billardspiel. Ackermanns Truppe kam auch nach Hannover, wo Konrad Ekhof zur Truppe stieß, der ein besonderes Ansehen als Schauspieler genoß, und dieser Konrad Ekhof wurde für Schröder zum Vorbild, Lehrer und Freund. 1764, Schröder war damals zwanzigjäh­rig, arbeitete die Ackermannsche Truppe in Hamburg in einem Hause am Dragoner­stall, wechselte dann in das Haus arn Gän­semarkt, das auf dem Platz des früheren Opernhauses stand. Daraus machte Ackermann das Theater am Gänsemarkt, das- man lese und staune - 1400 Zuschau­erplätze hatte. Dieses Nationaltheater wurde später zum Schauplatz von Lessings Hamburgischer Dramaturgie".

1767 verläßt Schröder die Ackermann­sche Truppe und geht nach Süddeutschland, kehrt jedoch nach Hamburg zurück. Nach Ackermanns Tod übernimmt er für 27 Jahre die Leitung des Ensembles. Schröder war bestrebt, das Ansehen des Schauspielerstandes zu heben. Für ihn bedeutele Schauspieler zu sein nicht so sehr, Geld zu verdienen, sondern er sah seine Tätigkeit als eine Berufung an. Seine hohe Gestalt, gefestigte Würde ausstrah­lend, sein männliches Auftreten zeigten, daß er das Gefühl seiner physischen und geistigen Selbständigkeit genoß.

1773 heiratete er die Schauspielerin Anna Christiane Hardt. Als Schauspieldirektor spielte er 26 ver­schiedene Rollen und brachte ein großes Repertoire von alten, aber auch neuen Stücken auf die Bühne. Schröder dichtete mehr als 20 Schau­spiele, die er im Geiste Kotzebues oder Ifflands schrieb. Auch führte er eine Reihe von Shakespeare-Dramen auf, in denen er zumeist die Hauptrolle spielte. Er strich die Possen und minderwertigen Spiele aus seinem Spielplan. Aus seiner sozialen Einstellung heraus gründete er die erste Pensionskasse für Schauspieler.

1780 ging Schröder nach Wien an das Burgtheater, wo er glänzende Erfolge hatte, kehrte aber sechs Jahre später zurück. Am 30. März 1798 trat das Ehepaar Schröder, sie kränklich, zum vorerst letz­ten Mal auf. Sie hatten sich im Jahr zuvor ein Landgut in Rellingen bei Pinneberg/ Holstein gekauft, das er zu einem Muster­gut ausbaute. Der Viehbestand und der Ertrag des angebauten Getreides waren dank seiner Studien der Landwirtschaft vorbildlich. Im Jahre 1798 reiste Schröder nach Wei­mar, wo er mit Goethe, Schiller, Wieland und Herder zusammentraf. Er hatte inzwi­schen einen hohen Bekanntheitsgrad. Noch einmal, von 1811 bis 1813, über­nimmt er die Leitung des Theaters am Gänsemarkt.

Die nahezu minutiöse Kenntnis des Menschen, des Charakters und Freimau­rers Friedrich Ludwig Schröder verdan­ken wir der Akribie des Prof. F. L. Meyer, der auf über 1000 Seiten eine Biographie über seinen Freund zusammenstellte. Einen Grabspruch hatte Schröder für sich selbst zusammengestellt: „Einsam liege ich hier im kleinen engen Behältnis. Einsam stand ich auch oft in der unend­lichen Welt." Als er auf dem St.-Petri-Kirchhof zu Hamburg heigesetzt wurde, setzte man auf sein Grab einen Stein mit der Inschrift: „Dem Freunde der Wahrheit und des Rechts, dem Förderer menschlichen Glücks, dem unerreichten Künstler, dem liebevollen Gatten, 1816."

Als der St.-Petri-Kirchhof vor dem Dammtor aufgelöst wurde, brachte man die Gebeine der Eheleute auf den Jacobi-Friedhof. Sie deckten eine Platte, auf der steht: „Der Reformator der deutschen Freimaurerei - Mitbegründer des Frei­maurerkrankenhauses - Friedrich Ulrich Ludwig Schröder - und seine Ehegattin - Anna Christina Schröder, geb. Hartl."

Der Reformator des deutschen Schau­spiels. Auf der Platte liegen Winkelmaß und Zirkel miteinander verschrankt, unter drei Rosen mit einem Band zusammen­gebunden.
Als auch dieser Friedhof aufgelöst wurde, überführte man die Gebeine auf den Ehrenhain des großen Ohlsdorfer Friedhofs in Hamburg.

Artikel Bastian Salier in der November 2016- Ausgabe im Magazin "Humanität" .

Schröder, der Freimaurer

Schröders erste Kontakte zur Freimau­rerei vermittelte Joh. Joach. Christoph Bode, der 12 Jahre Mstr. v. Stuhl der älte­sten Loge in Deutschland, „Absalom zu den drei Nesseln", in Hamburg war. Er weckte Schröders Interesse.
Bode hat dann auch die Aufnahme in die Loge „Emanuel zur Maienblume" vor­bereitet, und mit seiner Bürgschaft wurde Friedrich Ludwig Schröder am 8. Septem­ber 1774, ohne daß vorher ein Kugelung stattfand, aufgenommen.

Friedrich Ludwig Schröder wollte der Braunschweiger Loge „Jonathan" beitre­ten, wurde aber am 30. Mai 1769 abgelehnt, weil die „anwesenden Mitglieder nicht unerhebliche Ursachen wider die Auf­nahme hatten". Man stimmte „einhellig" gegen ihn und seinen Begleiter Borchers ab, weil „besagte beyde Komödianten seyen".
In Hamburg wollte man ihm dann eine derartige Blamage ersparen, und so fand keine Abstimmung über sein Aufnahme­begehren statt.

Elisa zum war­men Herzen

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Seine Aufnahme fand zur Zeit der düstersten Strikten Observanz statt, in der die ursprüngliche Freimaurerei aulgege­ben worden war. So erlebte er die Verwir­rungen mit, und trotzdem muß ihn die Initiationshandlung durchaus beein­druckt haben, sagte er doch: „Die Aufnahme geschah mit so feierlicher Stille, daß ich sicher glaubte, es seien nur drei Personen im Zimmer." Sechs Wochen nach seiner Aufnahme gründete er, noch als Lehrling, am 20. Oktober 1774 eine Loge - „Elisa zum war­men Herzen" -, in die er nur Schauspieler aus seinem Ensemble aufnahm. Diese Loge wurde nicht als regulär aner­kannt und ging zwei Jahre später wieder ein.

Josua zum Korallenbaum

In der Rendsburger Loge „Josua zum Korallenbaum" wurde Schröder am 6. Juli 1775 zum Meister erhoben; wenige Wochen später verlieh man ihm den in Deutschland erdachten 4. Grad eines Schottischen Meisters.
Seit dem Ende der Strikten Observanz auf dem Konvent von Wilhelmsbad 1782 drängte Schröder darauf, die Logengesetze umzuarbeiten, um die Freimaurerei nach der alten englischen Art wieder­herzustellen, was jedoch vorerst keinen Erfolg hatte. Nach zweijähriger Abwesenheit aus Wien zurückgekehrt, wurde Schröder am 2 8. Juli 17 87 zum Meister vom Stuhl seiner Mutterloge „Emanuel" gewählt. Seine humanitäre Activitas ließ ihn Mitbegrün­der des „Hamburger Freimaurerkranken­hauses" werden. Sein höchstgestecktes Ziel, eine Gemeinschaft der Großlogen in Deutschland zu schaffen, mündete in einen Großen Freimaurerverein, der 1801 aus den Großlogen von Hamburg und Hannover, dazu Royal York zur Freundschaft in Berlin bestand.

Auf Veranlassung des Herzogs Carl August von Sachsen Weimar übernahm Schröder es, im Schloß AIIstedt in Thürin­gen, das er in winterlich beschwerlicher Kutschfahrt erreichte, die feierliche Einsetzung der Loge „Carl August" am 19. November 1801 durchzuführen, die aber nur bis 1803 arbeitete.

Re­formation der Freimaurerei

Schröders Geschicklichkeit im Umgang mit Menschen, die in prekäre Situationen gekommen waren, war bekannt. So baten ihn die beiden Hildesheimer Logen, in ihrem Anciennitätsstreit zu schlichten und waren dann bereit, sich seinem Spruch zu fügen.
Schröder hatte sich schon bald nach seiner Aufnahme Gedanken um eine Re­formation der Freimaurerei gemacht. Er schrieb dazu:

Sobald ich nach meiner Wahl zum Logen­meister für die Maurerei warm geworden war, sparte ich weder Mühe noch Geld, mich mit den sog. Systemen und allen den Possen, die man unter dem Namen Freimaurerei getrie­ben hatte, bekannt zu machen.
Nicht weniger Mühe gab ich mir, meine Ideen über die. Entstehung der Freimaurerei, die ich schon 1787 an Bode mitgeteilt hatte, durch mehrere Urkunden, als dem Maurer seit 1723 vorgelegt sind, bekräftigen zu kön­nen. Mehrere dergleichen werden durch den Druck bekannt gemacht; aber glücklicher­weise fand ich in unserem Archiv ein Exem­plar des alten, nur in einer einzigen deut­schen Loge im Gebrauch gewesenen Rituals, das jeden Nebel vor meinen Augen ver­scheuchte .. . Nun hatte ich Dokumente zur Ausarbeitung.

Und an anderer Stelle;

Die Maurerei ist kein Orden - das engli­sche Konstituiionsbuch und unsere Brüder in England bedienen sich nie dieses Ausdrucks, - sondern eine Innung, Gilde. Fraternität, Diese nannten die allen Deutschen Innun­gen, d. h. Einungen - Gilden d. i. Geltende, durch Statuten und Satzungen geltende Ver­bindungen: daher auch in der Maurerei der Name Bruder, weil die Gesellschaft eine Fra­ternität - Bruderschaft ist.
Als eine solche und da sie die Symbole des Maurer-Handwerks angenommen hat, kann sie nicht mehr als drei Grade haben, Lehr­linge, Gesellen und Meister. So ist es in allen Ländern, wo Innungen sind. Mit dem Meisler schließt sich der Kreis: Wer hinter ihm noch was verlangt, ist kein Meister - das ist: er ver­steh! nicht, daß seine Meisterpflicht und Geschicklichkeit wirkliche Meisterschaft = das Höchste fordert, und nur ein Tor kann sich hinter dem Meister noch einen Rittter, Ordensgeistlichen oder Adepten denken.
Aber das Spielende, Unbestimmte und Unbe­friedigende der verfälschten Ritualien, wo immer Lücken bleiben, gab (neben anderen bösartigen Ursachen) Anlaß, Theosophie, Ritterorden, Alchimie und Magie hinter der Freimaurerei zu suchen. Nichts ist ihr schänd­licher gewesen, als daß man sie mit Orden verwirrte; sie ist eine Verbrüderung zu einem Werk, einem Baum mit dazu gehörigen Sta­tuten, Prüfungen, Geschicklichkeiten bis zur Meistertugend. Diese ist das Höchste, das in der menschlichen Natur zu erreichen steht.

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„... daß er ihn als einen guten Mann kannte." Das Protokoll der Aufnahme Friedrich Ludwig Schröders:

Loge Emanuel zur Maienblume

Den 8. September 1774 ward ordentliche Lehrlingsloge gehalten. Gegenwärtige Bruder waren: von Wickede, Meisler vom Stuhl; Nagant. I. Aufseher: Bubbers, 2. Aufseher; Matthias, Schatzmeister; Suse, Secretair; Slubbe, 1. Steward ; Naudi, Ceremonienmeister, und 23 Brüder Mitglieder

„Hierauf proponirte der S. E. Meister den Bbrn, daß sich ein freier Mann, Namens Herr Fried­rich Ludwig Schröder, Director der hiesigen deutschen Schauspieler, seit langer Zeit ernstlich gemeldet hätte, um in unsern ehrwürdigen Orden aufgenommen zu werden. Obzwar sonst die Meldung 14 Tage vor einer zu haltenden Loge geschehen müsse, so könne er durch sein der Wahrheit gemäßes Zeugnis beweisen, daß er ihn als einen guten Mann kannte, welchem denn die Bbr. Bubbers, Nagant, Matthias, Rodde und Suse beipflichteten. Dem Br. Papenguth wurde, nachdem das Geld für die Reception an den Br. Schatzmeister übergeben worden, die Präparation aufgetragen, welcher solche gehörig verrichtete und den Aufzunehmenden mit dem Br. Ceremonienmeister in die Loge führte.

Der Hochwürdige Br. Jaenisch, Provinzial-Großmeister von Hamburg und Niedersachsen, kam in die Loge, ihm wurde der Hammer präsentiert, welchen er aber anzunehmen verbat. Der vorgeschlagene Candidat heißt Friedrich Ludwig Schröder, ist 29 Jahre alt, lutherischer Religion, in Hamburg wohnhaft und wurde in der Ordnung zum Lehrling aufgenommen." _______________________________________________________________________________

Schröder hielt eine Reform der Frei­maurerei für möglich, wenn gleichzeitig das Ritual und die Gesetze auf die engli­schen Formen reduziert werden. 1788 konstituierte sich in Hamburg ein Gremium, das die Gesetze der Logen neu bearbeiten sollte. Schröder gehörte dazu und schaffte es, binnen eines 3/4 Jahres diese Gesetze auf die Grundlage der engli­schen Konstitution von 1723 zu stellen, auf der eine Freimaurerei, die sich in ihren drei Graden vollendet, aufgebaut werden konnte.

Schöpfer und Reformer, die sich für das Gebrauchtum der Freimaurerei in jener Zeit besonders hervorgetan haben, waren in England Desagulieres, in Deutschland Fessler, v. Eckleff (Begründer der streng mystisch-christlichen Lehrart), v. Dittfurt in Wetzlar. Mit allen hatte Schröder Kontakte aufgenommen, die dann, weil sie nicht ergiebig waren und keine Hilfe für ihn bedeuteten, wieder abgebrochen wurden.

Schröder hatte erkannt, daß die ursprüngliche Freimaurerei in dem vor 1782 herrschenden chaotischen Durch­einander ersticken mußte, wenn nicht mit kräftiger Hand Abhilfe geschaffen würde.

Er war der Meinung, daß die Grade I, II und III alles enthalten, was symbolisch als Leitfaden zur sittlichen Freiheit und Bru­derliebe - von der Geburt bis zum Tode -dem denkenden Menschen helfend zur Seite stehen könnte und verfolgte die Idee eines maurerischen Republikanismus.

In der Würde des Meistergrades, als Vollendung der maurerischen Bildung, wie dieses auch im Handwerk stattfindet, liegt die Vollendung des Menschen. Alles, was im Laufe der Zeit auf die in aller Schönheit und Tiefe so einfache Symbolik an überflüssigem Beiwerk aufgepfropft worden war, mußte abgetragen werden. Um die freirnaurerische Lehre wieder auf die ursprüngliche Reinheit zurückzu­führen, wurde Schröder zum Forscher. Er setzte das englische Konstitutionenbuch mit seiner Verneinung jeder religiös-kirch­lichen Beschränkung wieder als Grund­stein der Freimaurerei in sein Recht ein.

Zwei Bestrebungen standen seinen Bemühungen entgegen: Die gnostischen Schwärmer und die radikalen Erneuerer, die die Freimaurerei in ihren Grundfesten erschütterten, sogar die Symbolik und das Ritual aus den Logen verbannen wollten.

Seine Forschungsergebnisse legte er in den vier Bänden seiner „Materialien zur Geschichte der Freimaurerei", die sogar eine zweite Auflage erlebten und selbst Fessler rückhaltlos würdigte, und in seiner Arbeit „Über die alte und neue Freimaure­rei", deren handschriftlicher Urtext im Hamburgischen Staatsarchiv liegt, vor.

Über Schröders Korrespondenzen innerhalb Deutschlands berichtet F. L. Meyer in seiner Briefsammlung, aus der Herbert Schneider ihm wichtig erschie­nene Passagen als „Die Freimaurer-Korre­spondenz" 1979 veröffentlichte. Interessant ist. daß Schröder nie vom „TEMPEL", in dem gearbeitet wird, spricht, sondern diesen Raum konsequent als „LOGENSAAL" bezeichnet. 1791 werden Schröders Reformvorschläge in Hamburg angenommen.

Immer wieder wies er daraufhin, daß die Abhängigkeit der Freimaurerei von England einer Reformation im Wege stehe. Zu einer Befreiung verhalf die Besetzung Hamburgs durch Napoleons Truppen unter Marschall Davoust, der die Einverleibung der englischen Prov.-Loge in den „Grand Orient de France" als „Grande Logt Provinciale Hanseatique" betrieb. Da die Verbindungen nach Eng­land seit 1803 stark gelockert waren-auch durch die Kontinentalsperre verursacht -, beschlossen 48 Brüder der Prov.-Loge auf Antrag Schröders am 4, Februar 1811, die „Großloge von Hamburg" zu konstituie­ren. 1814 wurde Schröder Großmeister dieser Oboedienz.

Geheimdruckerei

Mit Genehmigung des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar wurde die Druckerei von Johann Carl Wesselhöft in Weimar zur Geheimdruckerei der Ham­burger. Schröder finanzierte alle Arbeiten und Rituale, die ausschließlich dort gedruckt werden.

Er hatte einen großen Freundeskreis für seine reformatorischen Arbeiten gewon­nen: Carl August Bötticher (1760-1835), Altertumsforscher, zuletzt Gymnasialdi­rektor in Weimar, Georg Phil. Wächter (Schriftstellername Veit Weber). Privat­gelehrter, F. L. Meyer, Gutsbesitzer, der bereits drei Jahre nach Schröders Tod dessen Biographie herausgab. Bis 1906 beschäftigten Schröders Leben und Wirken 19 Autoren.

Carl Wiebe charakterisiert Schröder als Reformator 1905 in „Die Große Loge von Hamburg und ihre Vorläufer":
Schröder erkannte zweierlei: die Verwir­rung, die Zersplitterung der Kräfte, den Unfrieden, den die Hochgrade angerichtet halten - und die Mangelhaftigkeil der Ein­richtungen, durch welche ohne Befragung des Willens der Brüder, lediglich durch die uneingeschränkte Machtbefugnis einiger weniger solche Zustände herbeigeführt waren und aufrecht erhalten wurden.

Die Wiederkehr derartiger Verhältnisse verhütet und unmöglich gemacht zu haben, ist das Verdienst des Reformators Schröder: das ist der Gewinn seiner segensreichen Tätigkeiten für unseren Logenbund . . . Er legte den Grund zu der Organisation unserer Großloge nach dem Vorbild der englischen Konstitution... Weiter war - auch zur Festi­gung des Ganzen - die Ummodelung des Rituales erforderlich. Es mußte in seinem letzten Grade einen Abschluß bringen, wenn nicht aufs Neue für die Einführung aller möglichen Deutungen, Hieroglyphen und Gebräuche Tür und Tor offen gelassen sein sollten.

Ein solches Ritual schuf Schröder." Es war nicht ohne Bedeutung, daß sich Goethe bei der Wiedererrichtung der seit dem 24. Juni 1782 ruhenden Loge „Amalia zu den drei Rosen" in Weimar im Mai 1808 energisch dafür einsetzte, daß das Schrödersche System zur Grundlage der ursprünglichen Form zur Wieder­eröffnung der Loge am 27. Juni genom­men wurde.

Die Arbeit am Ritual

Das Schrödersche Ritual stellt eine Bearbeitung der überlieferten alten engli­schen Versammlungsform (moderns) dar. Es war ein beschwerlicher, mit vielen Zweifeln gepflasterter Weg, bis endlich seine Intentionen zu dem Ritual führten, das 1816 von der Großloge von Hamburg als allein verbindlich in Kraft gesetzt wurde. Er selbst hat diesen Moment der Realisation seiner Arbeit nicht mehr mit­erlebt.

In seiner auf 26 Bände angewachsenen Ritualsammlung fand er ein - wie er meinte-sicher ältestes Ritual. Es stammte aus einem Logenarchiv im süddeutschen Raum. Dieses machte er zur ersten Grund­lage, als er sich an die Kompilation der ersten Form machte, die bereits 1792 die Zustimmung der Bruderschaft der fünf vereinigten Logen Hamburgs erreichte.

August von Graefe, Meister vom Stuhl einer englischen Loge in Kanada, von der Großloge von England beauftragt, ihre Interessen beim Zusammenbruch der Freimaurerei nach dem Wilhelmsbadener Konvent wahrzunehmen, versuchte die ihm bekannten englischen Rituale zu ver­mitteln. Da diese Rituale damals nicht gedruckt vorlagen, sprach er sie auswen­dig vor. allerdings so. daß Br. Joh. Phil. Beckmann. Domherr zu Hamburg, Schwierigkeiten hatte, sie niederzu­schreiben.

Übrigens machte von Graefe auch das für die ancients obligatorische Ritual der „Maurer vom königlichen Bogen" (Royal Arch), das in England zur Johannismaurerei als zugehörig befunden worden war, mit.

1797 eröffnete Schröder eine Instruktions- und ökonomische Loge für Brüder im Meistergrad. Als Zweck dieser Ver­sammlung definiert er wie folgt: „Hier wollte ich die Brr. mit den Systemen und den mrr. Betrügereien bekannt machen... hier sollten mündliche und schriftliche wissenschaftliche und moralische Fragen aufgegeben und beantwortet wer­den. .. aber die Zahl war zu klein, der Eifer wurde nicht erhalten und mit der 18. Ver­sammlung wurde dieses schöne Institut geschlossen."

Trotzdem bildete sich ein „Kreis der vertrauten Brüder", der am 25. Oktober 1802 zum ersten Mal zusammentrat, was schließlich in den „Engbund" einmündete. Sinn dieser Kongregation war es, interes­sierte Brr. Meister zu eigenen wissen­schaftlichen Arbeiten anzuregen und regelmäßig zu Diskussionen zusammen­zuführen. Dabei sollten die Mitglieder Kenntnisse der Hochgradsysteme vermit­telt bekommen.

Dieser Engbund besaß auch ein eigenes Ritual und hatte in allen Logen forschende Gemeinschaften, deren letzte zu Pfingsten 1886 geschlossen wurde. Es waren gelehrte Mitarbeiter in diesen Engbünden, im norddeutschen Räume Beckmann, Meyer, Leonhard Wächter. Trede in Eutin. auch Herder. Bötticher, Zwicker, Hauptmann und Chr. Wilh. Hufeland.

Die Tatsache, daß Schröder mit dem Beifall der Bruderschaft vom 25. Juni 1801 nicht zufrieden war, sondern an seinem Ritual weiter arbeitete, erhellt, wie schwierig und auch mit wieviel Verant­wortung beladen derjenige ist, der ritual­gemäß denkende Männer so zur Medita­tion zwingt, daß Begriffe wie Toleranz, Gemeinsinn, Treue und Verantwortungs­bewußtsein über das Begriffliche hinaus praktikable Verhaltensweisen werden können.

Diese Überarbeitungen bildeten seit 1805 die Themen seiner Korrespondenz. in deren Beantwortung Herder schrieb:

„Mit wie schöner Art können wir uns, dem Ritual treu bleibend von allen metaphysisch-allegorischen Deuteleien entfernt halten und doch den Hebel gerade an das Höchste der Menschheit legen."

Und als Schröder die Urschrift dieses letzten Ritualentwurfes nach Jena zum Druck schickte und Herder davon Kennt­nis gab, schrieb dieser zurück:

„ Wieviel mögen Sie seit dem gedacht, geordnet und gewirkt haben.

Glücklicher Mann! In Ihrer Ruhe und bei der ernsten Tätigkeit Ihres Charakters. Zir­kel, Bleimaß und Waage sind in Ihrer Seele."

Die in Schröders Ritualen manifestier­ten Katechismen der drei Grade, im Prin­zip Expositionen zur Meditation über den Sinn des Lebens, wurden von Robert Fischer, dann von August Horneffer in Relation zu den Fragebüchern anderer Lehrarten gesetzt und zuletzt in den 60er Jahren unseres 20. Jahrhunderts als 62. Auflage gedruckt.

Es ist schon wichtig, sich des Friedrich Ludwig Schröder zu seinem 250. Geburts­tag dankbar zu erinnern.

Schröders Erbe.jpg

Schröder, Friedrich Ludwig

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Theaterdirektor in Hamburg, Bühnendichter, Schauspieler, vielleicht der größte seiner Zeit, bedeutender Darsteller der Gestalten des von Wieland übersetzten Shakespeare, den er in den Spielplan der deutschen Schaubühne einführte, geboren 1744, gestorben 1816, schöpferischer Reformator auf freimaurerischem Gebiet.

Schröder, den starke Persönlichkeit auszeichnete, wurde, obgleich "Komödiant", 1774 auf Vorschlag von Johann Joachim Christoph Bode ohne Ballotage in die Hamburger Loge "Emanuel zur Maienblüte" aufgenommen, gründete noch im selben Jahr eine bis 1777 wirkende Privatloge "Elisa zum warmen Herzen", hauptsächlich für Schauspieler, wurde nach seiner Rückkehr von Wien, 1787, an die Spitze der Loge "Emanuel" gestellt.

Begeisterter Bekenner der freimaurerischen Grundlehren, erkannte Schröder, dass sie in dem damals herrschenden chaotischen Durcheinander von Systemen und Spielarten ersticken müssten, wenn nicht mit kräftiger Hand Abhilfe geschaffen und die Lehre in ihrer ursprünglichen Reinheit wieder freigelegt würde. Das Heil erblickte er vor allem in der Beseitigung der damals miteinander um die Suprematie, um den Alleinbesitz der Wahrheit erbittert streitenden Hochgradsysteme, in denen sich Ritterspielerei, Okkultismus, alchimistische und kabbalistische Gaukelei breit machten, und die überdies die symbolischen Grade schrankenlos zu beherrschen und zur Bedeutungslosigkeit herabzudrücken versuchten.

Für Schröder stand es fest, dass in den Johannisgraden alle freimaurerischen Grundwahrheiten enthalten seien, das heißt alles, was "symbolisch als Leitfaden zur sittlichen Freiheit und Bruderliebe von der Geburt bis zum Tode dem denkenden Menschen helfend und warnend zur Seite stehen könne" und dass der Meistergrad die Krönung des Gebäudes bedeute, dem seine Würde zurückgegeben werden müsse.

Er sah sich aber in seinen reformatorischen Bestrebungen zwei Fronten gegenüber, den gnostischen Schwärmern auf der einen, den radikalen "Erneuerern" auf der anderen Seite, welch letztere die Freimaurerei in ihren Grundfesten erschüttern und Symbolik und Ritual überhaupt aus dem Tempel verbannen wollten.

Schröder kämpfte mit gleicher Kraft gegen die Bilderstürmer, die das Bleibende in der Maurerei, die Symbolsprache, zu beseitigen trachteten, das Bindeglied, das allein die Freimaurerei allen Zungen verständlich macht, wie gegen jene, die nicht so rasch von den Geheimwissenschaften lassen wollten oder doch nicht geneigt waren, "die Ideen des Republikanismus" an die Stelle der aristokratischen hierarchischen Systeme zu setzen. Er wurde zum Forscher, stellte vielbändige "Materialien zur Geschichte der Freimaurerei" zusammen, da es ihm besonders wichtig erschien, namentlich die Vorgeschichte und ihre Uferlosigkeit auf festen Grund zu bringen. Widerstand in der eigenen Loge wusste er zu besiegen.

In umfangreicher Arbeit, in regem Gedankenaustausch mit dem das gleiche anstrebenden aber dann doch andere Wege gehenden Ignaz Aurelius Feßler in Berlin, bahnte er zunächst für die Hamburger Logen den Weg zur ursprünglichen Auffassung zurück, merzte er alles aus, was im Laufe der Zeit auf der in aller Schönheit und Tiefe so einfachen Symbolik an überflüssigem Beiwerk aufgepfropft worden war, setzte das englische Konstitutionsbuch mit seiner Verneinung jeder religiösen kirchlichen Beschränkung wieder in seine Rechte ein, nicht ohne dass er, bevor er mit seiner Schöpfung an die maurerische Öffentlichkeit trat, Goethe, seinen Freund Hufeland und andere, vor allem aber den ihn eifrig beratenden Herder mit den wesentlichen Zügen des Reinigungswerkes vertraut gemacht hatte.

"Da die Wahrheit einfach ist, so muß auch das Symbol einfach sein", war der Leitsatz des Reformators, der bei erfreulich vielen durchdrang. In einem "engeren geschichtlichen Bund" schuf er eine historische Erkenntnisstufe für Brüder Meister, die sich verpflichteten, sich die Ausübung und Verbreitung der einmal als richtig erkannten Grundsätze ganz besonders angelegen sein zu lassen, ohne dass sie aber aus ihrem größeren Interesse das Recht ableiten durften, auf die Leitung der Logen irgendwie Einfluss zu nehmen. Solche Engbünde entstanden neben dem Mutterbund (Vorort) Hamburg in einer ganzen Reihe deutscher Städte.

Die "Schrödersche Lehrart", wie sie heute nicht nur von der Hamburger Großen Loge, sondern von sehr vielen Bauhütten auch außerhalb Deutschlands gepflegt wird, entspricht in allem Wesentlichen dem Reformwerk ihres Schöpfers, der zuletzt Großmeister der Großen Loge von Hamburg war (1814—1816). Das Ritual ist auf einfacher und natürlicher Grundlage mit verständlichen schönen Symbolen aufgebaut. Geburt, Leben und Tod, die Arbeit, der Genuss und das tragische Ende des menschlichen Lebens, zugleich auch als verklärender Abschluss der tröstende Aufblick zum zukünftigen Dasein. Nicht ein planloses Schwärmen, kein Versuch der Belehrung über Anschauungen, die auf das religiöse Gebiet gehören, nicht ein Eindringenwollen in die letzten Geheimnisse, deren Vorgang zu lüften den Menschen versagt ist. Kein willkürliches Fortspinnen einer allegorischen Ordenslegende, die gerade, weil sie eine Allegorie ist, nur einmal kurz und prägnant gebracht werden darf. Keine Heldentaten in Aufsuchung der an der Untat gegen den teuren Meister Beteiligten, keine Sühne für die Mörder, die dem Ritter noch Lohn und Erhöhung eintragen soll. Die Mörder sind allegorische Nebenfiguren. Die sie ereilende Nemesis wird bei Schröder in drei Zeilen abgetan. Der Hauptfaktor ist der Meister selbst (Wiebe, „Die Großloge von Hamburg").

Die Tendenz des Schröderschen Rituals und die ganze Persönlichkeit Schröders schildert wohl niemand zutreffender als Herder: "Oh! Mit wie schöner Art können wir uns, dem Ritual treubleibend von allen metaphysisch-allegorischen Deuteleien entfernt halten und doch den Hebel gerade an das Höchste der Menschheit legen. Wie viel mögen Sie seitdem gedacht, geordnet und gewirkt haben! Glücklicher Mann, in Ihrer Ruhe und bei der ernsten Tätigkeit Ihres Charakters. Zirkel, Bleimaß und Waage sind in Ihrer Seele." ("Das Schrödersche Ritual und Herders Einfluß auf seine Gestaltung", Hamburg 1904.)

Schrödersche Lehrart

Siehe auch: Schrödersche Lehrart

Grundlagen und Historisches

Die bei der Tempelarbeit der Freimaurerei verwendete Symbolik besteht in ihrer grundlegenden rituellen Form aus verschiedensten Bildern und Handlungen, die häufig historisch tradiert sind und denen bestimmte Wechselwirkungen mit dem Gemüt der Ausführenden zugeschrieben werden.

Ritualtexte aus den Anfängen der Freimaurerei sind nicht erhalten, eine Rekonstruktion der ursprünglichen Gebräuche ist daher schwierig. Die Rituale waren im Laufe der Zeit häufig Veränderungen unterworfen und sind in der Freimaurerei nicht einheitlich; sie gleichen sich aber grundsätzlich in ihrem Aufbau der drei Johannisgrade.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte sich mit der sogenannten „Strikten Observanz“ ein komplexes System von hierarchischen Abstufungen in der europäischen Freimaurerei etabliert. Zu Beginn der 1780er Jahre begann eine Gegenbewegung einzusetzen, die sich wieder auf das alte Ritual der drei Grade (Lehrling – Geselle – Meister) besann.

In diesem Reformprozess forderte Georg Heinrich Sieveking zusätzlich die Abschaffung der „Hieroglyphen und Symbole“ und bezeichnete diese und die Gebräuche als Farce. Friedrich Ludwig Schröder antwortete darauf mit seiner Rede über „Sittlichkeit und Gefälligkeit als Urstoff der Freundschaft sowie über unsere Bilderzeichen und Geheimnisse“ in seiner Loge Emanuel. Darin setzte er diese Forderung mit der Auflösung der Freimaurerei gleich und zeigte deren Relevanz für die große Bruderkette auf. Dies führte zu Rededuellen zwischen beiden und resultierte schließlich darin, dass Sieveking am 10. April 1790 sein Amt als Meister vom Stuhl niederlegte und sein bisheriges Engagement in der Freimaurerei aufgab.

Unter Berücksichtigung altenglischer Ritualtexte machte man sich im 18. Jh. daran, freimaurerische Rituale in ihrem vermuteten Ursprungssinn zu rekonstruieren. Hierbei kommt Friedrich Ludwig Schröder besonderes Verdienst zu. Als historischer Autodidakt sammelte er Materialien zur Geschichte der Freimaurerei seit ihrer Entstehung bis 1723, die er im Jahr 1815 veröffentlichte. Aufgrund dieser Studien schuf er in Zusammenarbeit mit Johann Gottfried Herder deutsche Rituale für die drei Grade, die noch heute als Schrödersche Lehrart in Gebrauch sind und sich durch ihre schlichte Klarheit und rituelle Dynamik auszeichnen.

Gemäß den Verlautbarungen der Freimaurer sei die individuelle Interpretation und Deutung der verwendeten Symbolik nicht dogmatisch festgeschrieben, vielmehr werde der Freiheit der Betrachtungsweise des Einzelnen eine bedeutende Rolle beigemessen. Stimulanzien wie Weihrauch oder Trancetechniken als Bestandteile der Rituale werden abgelehnt.

Das der Freimaurerei häufig vorgeworfene Zurückhalten von Informationen über detaillierte Formen und Inhalte der Rituale begründet diese einerseits durch selbstauferlegtes Stillschweigen zum Schutz ihrer Mitglieder und des „Wissens“ (Siehe auch: Arkanprinzip), aber auch damit, dass persönliche Ritualerlebnisse grundsätzlich nicht mitteilbar seien.

Logen, die nach Schröder arbeiten

Deutschland

Schweiz

Österreich

Israel

Lateinamerika

Schriften Schröders

[http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10446415_00005.html Digitale Sammlung der Bayrischen Staatsbibliothek. Die kompletten Bände als PDF-Download.
Materialien zur Geschichte der Freymaurerey seit der Wiederherstellung der grossen Loge in London, 5717 [Rudolstadt] [1774]
]

Darstellungen

  • Ulrike Krone-Balcke: Schröder, Friedrich Ulrich Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 555 f. (Digitalisat).
  • Hans-Werner Engels: Schröder, Friedrich Ulrich Ludwig. In: Hamburgische Biografie. Band 1, Christians, Hamburg 2001, ISBN 3-7672-1364-8, S. 279–280.
  • Christian Hannen: „Zeigtest uns die Warheit von Kunst erreichet“: das Stammbuch des Hamburger Schauspieldirektors Friedrich Ludwig Schröder; kommentierte Edition und Untersuchungen, Hamburg 1997
  • Hermann Schüttler, Mitglieder des Illuminatenordens 1776–1787/93, München 1991, ISBN 3-89391-018-2
  • Wilhelm Hintze: Friedrich Ludwig Schröder: der Schauspieler – der Freimaurer, Hamburg 1974
  • Hugo Wernekke: Friedrich Ludwig Schröder als Künstler und Freimaurer, Berlin 1916
  • Schröder (Friedr. Ludw.). In: C. Lenning (Hrsg.): Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. 2. völlig überarbeitete Auflage. Bd. 3. F. A. Brockhaus, Leipzig 1867, S. 200 ff. (Scanseite 208) – (Digitalisat BSB München).
  • Ludwig Brunier: Friedrich Ludwig Schröder: ein Künstler- und Lebensbild, Leipzig 1864
  • Ludwig Wollrabe: Chronologie sämtlicher Hamburger Bühnen. nebst Angaben der meisten Schauspieler, Sänger, Tänzer und Musiker, welche seit 1230 bis 1846 an denselben engagiert waren und gastiert haben. Verlag B.S. Berendsohn, Hamburg 1847 (Internet Archive).
  • Friedrich Ludwig Schmidt: Die letzten Lebenstage Schröders. In: Dramaturgische Aphorismen. Bd. 2. Hoffmann und Campe, Hamburg 1828, S. 168 ff. (Scanseite 180) – (Digitalisat BSB München).
  • Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer: Friedrich Ludwig Schröder: Beitrag zur Kunde des Menschen und des Künstlers, 2 Bände, Hamburg 1819; (Band 1, Band 2) Digitalisat
  • Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr: Schroedersche Schauspielergesellschaft und Schroeder selbst, in Studien zur Kenntniss der schönen Natur, der schönen Künste, der Sitten und der Staatsverfassung: auf einer Reise nach Dännemark; Bd. 1., Hannover, 1792, S. 5-10, (BSB-Digitalisat)

Freimauererei

  • Materialien zur Geschichte der Freymaurerey, Teil 1, [Rudolstadt] [?],
  • Materialien zur Geschichte der Freymaurerey, Teil 2, [Rudolstadt] [1774],
  • Materialien zur Geschichte der Freymaurerey, Teil 3, [Rudolstadt] [1782],

"Die Freimaurer"

Schroder-die-freimaurer.jpg

Friedrich Ludwig Schröder war ein bedeutender Theatermann und Freimaurer des 18. Jahrhunderts. Bis heute verdankt ihm die Freimaurerei viele Einflüsse. Im Jahr 1784 schrieb er ein Lustspiel mit dem Titel die „Die Freimaurer“, das nun von Jens Oberheide überarbeitet und kommentiert wurde.

Dieses Lustspiel wurde am Wiener Burgtheater aufgeführt und war sehr erfolgreich. Zur Premiere kamen mehr als 1.000 Zuschauer, das Stück musste zehn Mal wiederholt werden. Dieser große Erfolg ist wohl weniger auf die Qualität des Stückes zurückzuführen, sondern mehr auf die Neugier des Publikums. Der Widerspruch aus Neugierde und Verschwiegenheit ist es auch, was den Kern dieses dennch unterhaltsamen Stückes ausmacht.

Jens Oberheide kommt das Verdienst zu, dieses Werk in einer kommentierten und sprachlich überarbeiteten Fassung neu aufgelegt zu haben. Es erzählt von dem Wunsche mehrerer Männer, aus unterschiedlichen Gründen dem Freimaurerbund anzugehören, teils aus innerer Berufung, teils aus Geltungssuch und um die Neugier der Angebeteten zu befriedigen, die auf diesem Wege endlich das Geheimnis der Freimaurer zu entdecken glauben. Die Damen sind neugierig, die Geltungssüchtigen erfolglos, die Feinde der Freimaurer feige, die Männer reinen Herzens standhaft und auch in amouröser Hinsicht siegreich. Die Geschichte ist einfach, das Ende vorhersehbar.

Es jedoch für ein minder wertvolles Stück aus der Feder Schröders zu halten, wäre zu kurz gegriffen. Man muss sich die Theaterlandschaft des 18. Jahrhunderts vor Augen führen, in der Theater weit weniger Kunstbetrieb als heute war, sondern der Unterhaltung und der Kommunikation diente und von allen Schichten der Gesellschaft besucht wurde. Hieran wird Schröder, der Reformer des Theaters wie der Freimaurer, gedacht und das Stück entsprechend geschrieben haben. Der vorgenannte Erfolg gibt ihm recht.

Insofern ist die verdienstvolle Neuauflage ein Stück Zeitgeschichte. Für Freunde der blumigeren Sprache klassischer Werke ist durch die aus Sicht des Herausgebers notwendige Überarbeitung „nach aktuellen Sprachverständnis“ vielleicht etwas verloren gegangen, möglicherweise ist diese Bearbeitung zum besseren Verständnis tatsächlich notwendig. Als ein kurzweiliger Blick in die Welt Friedrich Ludwig Schröders ist dieses Buch durchaus empfehlenswert, für Schröder-Fans beinahe ein Muss. Vor der kurzweiligen Lektüre empfiehlt sich dem Schröder-Laien zum besseren Verständnis das Lesen des Nachwortes aus der Feder von Jens Oberheide.


Friedrich Ludwig Schröder, „Die Freimaurer — Ein Lustspiel in drei Aufzügen“. Herausgegeben, bearbeitet und mit einem Nachwort versehen von Jens Oberheide. Erschienen im Salier-Verlag, ISBN 978-3-943539-66-0, 60 Seiten, Broschur, 9,00 €


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