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Ägyptische Mysterien

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Inhaltsverzeichnis

Ägyptische Mysterien

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Die Kenntnis der ägyptischen Priesterbünde hat die Freimaurer besonders des 18. Jahrhunderts wiederholt auf das Vorbild der angeblich bekannten ägyptischen Mysterien verwiesen. Daher die häufigen Anklänge an ägyptische, angeblich von dort authentisch übernommene Gebräuche, Baustile u. a. m. Wie sehr man manchenorts in diesem ägyptischen Sagenkreis lebte, zeigt nichts deutlicher als Text und Szenenbild der "Zauberflöte". Die Vorliebe für ägyptische Vorbilder kommt auch noch in der heutigen Freimaurerei zum Ausdruck: in Logennamen (Isis, Harpocrates zur Pyramide, Horus, Sphinx u. a.) sowie in der Ausstattung vieler Tempel. Daß die von England ausgehende Freimaurerei ihre Wurzeln nicht am Nil zu suchen hat, steht heute geschichtlich fest. Trotzdem suchen noch immer zahlreiche Freimaurer ihren Sitz an der freimaurerischen Deutung der Cheopspyramide. Die Verwendung der ägyptischen Baumotive in Freimaurertempeln führte zu manchen Stilwidrigkeiten, mit denen von der modernen Maurerei endlich aufgeräumt werden sollte.

Über Grundsätzliches und Verwandtschaft der Freimaurerei mit den ägyptischen Mysterien: "Mysterien, Ägyptische" (siehe unten) und "Osiris".

Mysterien, Ägyptische

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

1. Osiris-Mysterien: Der gute Gott Osiris, König von Unter- und Oberägypten, nach Plutarch das Kind des Erdgottes Keb und der Himmels-Königin Nut, nahm die kluge und zauberkundige Isis, seine Schwester, zum Weib. Diese, die die Ägypter Getreide- und Weinbau lehrte, hatte einen Bruder namens Seth (Typhon), der sich gegen Osiris verschwor, ihn tötete und den Leichnam in einem Kasten im Nil versenkte. Isis suchte die Leiche, fand sie nach schweren Kämpfen, Abenteuern und Wundern und erweckte mit der Kraft ihrer starken Liebe den Gemahl, trotzdem Seth den Leichnam zerstückelt hatte.
Osiris wurde nun Gott der Unterwelt. Dieser Legende, vom Tod des Osiris und seinem Wiedererwachen, folgte wohl das Ritual der Osiris-Mysterien, über die im übrigen fast nichts wirklich Positives bekanntgeworden ist. Neuere Ausgrabungen haben ein "Osireion" aus der 19. Dynastie blosgelegt (1300 v. Chr.), das tief unter dem Erdboden liegt und reich mit Darstellungen und Inschriften aus dem Totenbuch geschmückt ist. Durch einen kreisförmigen Graben wird eine Plattform gebildet; wenn mit dem steigenden Nil das "neue Wasser" kam, stieg es natürlich auch im Graben, und so wurde die Plattform zu einer Insel, die dann beim Osiriskult eine große Rolle spielte. Eine Stelle im Louvre, die Hermann Kees der 11. Dynastie zurechnet (der Zeit nach dem Zerfall des alten Reiches, kurz bevor Amenemhet I. um 2000 v. Chr wieder ganz Ägypten beherrscht), wird als "Osirismysterien" bezeichnet.
Sie stellt nach Ansicht der namhaften Ägyptologen Tod, Wiederbelebung und Begrüßung des Wiedererwachten durch die Götter dar. Moret namentlich sieht in diesem schwer zu enträtselnden Bild die Wiedergabe einer osirischen Geheimfeier, bei der man den Einzuweihenden die Gewißheit der Unsterblichkeit, den Tod als "Wiege des Lebens", erleben ließ.

2. Isis-Mysterien: Zur Zeit des römischen Imperiums breiteten sich als letztes Kultgeschenk Ägyptens an die alte Welt die Isis-Mysterien aus, in deren Mittelpunkt die mütterliche Isis stand, neben der Osiris einigermaßen in den Hintergrund trat. (Der letzte Isistempel auf der Nilinsel Philae wurde 560 n. Chr. auf Befehl Justinians geschlossen.) Die Mysterien trugen ekstatischen Charakter. Als wichtigste Quelle für die Isis-Mysterien im Römerreich ist der Roman "Methamorphosen" ("Der goldene Esel") des Apulejus zu betrachten, dessen Held Lucius sich dem Isisdienst weiht, "in die Geheimnisse der heiligen Nacht eingeweiht" wird. Es handelt sich sicherlich um Selbsterlebtes, wenn der römische Rechtsanwalt der im Traum den Befehl der Göttin erhielt, seine Einweihung nach zehntägigem linden Fasten folgendermaßen andeutet:

"Ich ging bis zur Grenze des Todes; ich betrat Proserpinens Schwelle, und nachdem ich durch alle Elemente gelangt war, kehrte ich wiederum zurück - um Mitternacht sah ich die Sonne mit hellweißen Lichtstrahlen; vor die unteren und oberen Götter trat ich hin, von Angesicht zu Angesicht, und betete sie aus nächster Nähe an."

Auch in diesen Mysterien handelte es sich also um Tod und Wiedergeburt, um das Sterben, wie Plutarch es umschrieben hat:

"Im Sterben widerfährt der Seele dasselbe wie denen, welche in die großen Weihen eingeführt werden, weshalb auch das Wort von der Tatsache des Sterbens (teleustan) dem Wort des Eingeweihtwerdens (teleistai) entspricht"

(Vergl. Karl Aram, "Magie und Zauberei in der alten Welt".)

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