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Niederösterreich

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Niederösterreich

Eher katholisch-konservativ, jedenfalls kleinstädtisch und ländlich: eigentlich kein ideales Biotop für die Freimaurerei. Und dennoch gibt es seit den 1990igern mehrere Logen. Von Rudi Rabe.

Die Donau: der breite Strom markiert das Land von West nach Ost. Das flächenmäßig größte und der Einwohnerzahl nach mit mehr als 1,6 Millionen zweitgrößte Bundesland war historisch gemeinsam mit Wien das ‚Erzherzogtum Österreich unter der Enns’: das österreichische Kernland der Habsburger. Nach deren Abdankung als Folge des verlorenen Ersten Weltkriegs wurden daraus in der neuen Republik ab 1920 zwei Bundesländer: das schwarze Niederösterreich und das rote Wien (heute 1,8 Millionen), das wie eine Enklave mitten in Niederösterreich liegt und noch jahrzehntelang Sitz der niederösterreichischen Landesbehörden blieb. Erst 1986 bekam Niederösterreich seine eigene Landeshauptstadt: St. Pölten, mit gut 60.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. - Niederösterreich litt sehr an den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts: 1918 der Zusammenbruch der Monarchie; ab 1945 zehn Jahre sowjetische Besatzung und im Norden und Osten fast ein halbes Jahrhundert lang der hermetische Eiserne Vorhang, der das Bundesland in eine europäische Randlage drängte. Doch ab den 1980iger Jahren ging es aufwärts. - Foto: Flickr Creative Commons.
Das silberne Bijou der ‚Jakob Prandtauer’. Neben dem Profil des Baumeisters Prandtauer (1660 bis 1726) ein kleiner Teil seines berühmtestes Werk: das Stift Melk westlich von St. Pölten.
Das Logenzeichen der 'Rudolf II:': eine römische Zwei, die beiden Säulen J und B symbolisierend, mit einer goldenen Kugel als Vision einer harmonischen Menschenwelt.
1590: Allegorie des Italieners Giuseppe Arcimboldo auf Rudolf II. (1552 bis 1612). Illustration: Wikimedia Commons.

Stand 2015: Vier Logen der ‚Großloge von Österreich’, davon zwei in der Landeshauptstadt St. Pölten; keine anderen Obödienzen.

Vier Logen: Das klingt vergleichsweise wenig für ein Bundesland mit 1,6 Millionen Einwohnern. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die im dicht besiedelten Wiener Umland ("Speckgürtel") ansässigen Freimaurer zwar in Niederösterreich wohnen, aber die meisten davon Mitglieder von Wiener Logen sind. Das macht statistisch wohl drei oder vier Logen aus. So gesehen ist die 'Freimaurerdichte' in Niederösterreich nicht niedriger als in den anderen Bundesländern: ausgenommen das nicht vergleichbare Wien, wo die österreichische Freimaurerei seit jeher ihren Schwerpunkt hatte.

Von diesen rund um Wien wohnenden Freimaurern und von Wienern mit Niederösterreichbezug gingen dann auch mehrere Initiativen zum Aufbau von Logen in Niederösterreich aus.

Erste Logengründung 1989

Den Anfang machten Brüder der Wiener Loge ‚Gleichheit’: Sie gründeten 1989 eine Loge in St. Pölten. Als Name schwebte ihnen zuerst ‚Sokrates’ vor, doch dann entschieden sie sich für ‚Jakob Prandtauer’: einer der berühmtesten österreichischen Barockbaumeister vor und nach 1700. Sein bekanntestes Werk ist das riesige Benediktinerstift Melk ganz in der Nähe von St. Pölten.

Der Aufbau der Loge war in mehrfacher Hinsicht eine Pionierleistung: Vor allem die Schaffung eines Domizils beschäftigte die Brüder über das erste Jahrzehnt hinaus. Nach mehreren Umzügen kam es dann in den Nullerjahren zu einer dauerhaften Lösung.

Aus der ‚Jakob Prandtauer’ entstand 1998 als zweite Loge in St. Pölten die ‚Rudolf II.’, benannt nach einem Habsburgerkaiser, der um 1600 in Prag residierte und ein bedeutender Förderer von Kunst und Wissenschaft war. Politisch war er tolerant, versuchte er doch, einen Ausgleich zwischen den Katholiken und den Protestanten zu erreichen. Die 'Rudolf II.' ist gegenwärtig (2015) in Niederösterreich die größte Loge.

Ebenfalls von Wiener Brüdern mit Niederösterreichbezug wurde im Jahr 2000 im Bezirk Mödling (südlich von Wien) die ‚Ex Oriente Lux’ gegründet. Und 2009 ging aus der 'Rudolf II.' die ‚Unitas Solidaris Danubiae’ im Bezirk Krems (nördlich von St. Pölten) hervor.

Spuren im 18. Jahrhundert

Damals war das heutige Niederösterreich so etwas wie die Versorgungskammer der Hauptstadt: mit leibeigenen Bauern und herrschaftlichen Schlössern. Auf einigen dieser adeligen Anwesen scheint es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kurzlebige Schlosslogen gegeben zu haben (wie in jener Zeit ja überhaupt der Adel ein wesentlicher Träger des Logenwesens war). Darüber ist aber wenig bekannt - mit einer Ausnahme: der Freimaurertempel im Barockschloss Rosenau bei Zwettl (150 Kilometer nordwestlich von Wien). Eingerichtet hat ihn Leopold Christoph Graf von Schallenberg in den späten 1730iger Jahren. Später wurde der Tempel vergessen aber in den 1970igern wiederentdeckt und revitalisiert. Heute ist er Teil eines Freimaurer-Museums und eines Schlosshotels.

Ein Kuriosum aus dem späten 18. Jahrhundert: Die Strikte Observanz, eine der freimaurerischen Seltsamkeiten jener Zeit, nannte ihre Wiener Provinz nicht mit dem Klarnamen Wien, sondern St. Pölten.

Andere Bundesländer

  • Steiermark: 5 Logen der GLvÖ und 2 des DH in Graz.
  • Kärnten: 5 GLvÖ-Logen in Klagenfurt und Villach; 2 DH.
  • Oberösterreich: drei GLvÖ-Logen und eine des DH in Linz.
  • Salzburg: drei Logen der GLvÖ und eine des DH.
  • Tirol: drei Logen des GLvÖ und eine des DH in Innsbruck.
  • Burgenland: seit 1971 nach langer Pause eine GLvÖ-Loge.
  • Vorarlberg: seit 2005 zum ersten Mal eine Loge.

Siehe auch

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