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Traktat: Spiritualität in der Freimaurerei

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Inhaltsverzeichnis

Spiritualität in der Freimaurerei

Vortrag von Peter Hofmann in der „Johannis Freimaurerloge „Zur Wahrheit und Treue“ e. V.“ i. Or. Neuwied am 12.03.2012

Der Vortragstitel heißt, „Spiritualität in der Freimaurerei“. Die Freimaurerei ist natürlich ohne den Freimaurer nicht denkbar. Was würde die Freimaurerei tun, wenn wir nichts daraus machten, oder wir sie einfach stehen lassen würden oder sie unseren Ideen anpassen würden? Ich möchte den Titel deshalb erweitern und auch die „Spiritualität des Freimaurers“ betrachten, damit klar wird, dass die Freimaurerei kein Publikum – keine Mundwerker – sondern Täter – also Handwerker – braucht, die sich Füreinander auf einen guten Weg machen.

Leider kann ich in diesem Vortrag vieles nicht in der gewohnten Tiefe erläutern und muss es an der Oberfläche belassen, da es einen Teil des Arkanums verletzen würde. Ebenfalls leider, ist mein Intellekt nur eingeschränkt verfügbar und ich habe dadurch viele Aspekte der Grade überhaupt nicht wahr genommen und ignoriere sie völlig. Zu dem Problem der Arkandisziplin gibt es leider nur zwei Möglichkeiten, entweder wir schicken die Lehrlinge und dann die Gesellen raus, oder wir machen ein anderes Mal einen eigenen Vortrag für den Lehrling, und dann einen nächsten für den Gesellen und einen letzten für den Meister. Zu dem Problem meines Intellekts, gibt es eine gute Lösung, die, hoffe ich, auch für Euch tragfähig ist. Bitte erklärt mir, was ich nicht beachtet habe, damit ich an meinem Stein arbeiten kann! Ich hoffe allerdings dennoch, dass die Ideen und Prinzipien der Spiritualität der Freimaurerei und des Freimaurers, bei aller Oberflächlichkeit, von Euch erkannt werden. Wir können am Ende des Vortrags auch gerne den ein oder anderen Punkt, den Ihr gerne weiter vertiefen würdet, ansprechen. Ich denke, vieles wird in diesem Vortrag viel zu kurz kommen!

Der Vortrag heißt, wie schon gesagt, „Spiritualität der Freimaurerei und des Freimaurers“. Spiritualität wird häufig zusammen mit dem Begriff ESOTERIK verwendet. Esoterik ist die Lehre der Eingeweihten. Die Freimaurerei bedient sich besonderer Symbole und betrachtet sich als einen der letzten Initiationsbünde, also Einweihungsbünde der Menschheit. In was wird denn eingeweiht, wird man sich unweigerlich fragen, denn wir alle hier haben diese Einweihung hinter uns. Was ist das Ergebnis dieser Einweihung? In der Mathematik ist das klar. Wenn ich immer „2+2“ sehe kann man ich mich einweihen indem man mir das Ergebnis, „4“, mitteilt. Vielleicht hat sogar jemand das Glück die Logik der Mathematik erklärt zu bekommen und kann dann sogar „2 mal 2“ rechnen, oder „8 durch 2“ oder „1,6 Millionen durch 400-tausend“. Trotzdem bleibt das Ergebnis immer gleich, nämlich vier. Die Freimaurerei ist ähnlich simpel strukturiert wie die Mathematik. Das Ergebnis ist zwar nicht vier sondern Zufriedenheit, aber von der Sache her ist die Logik, typisch männlich, sehr ähnlich. Natürlich kann man aus der Freimaurerei, genau wie aus der Mathematik eine Wissenschaft machen, aber der normale Anwender wird sich damit begnügen, dass er weiß, wie viel er in seiner Geldbörse hat und ob des Wechselgeld stimmt, oder ob er für einen Apfelkuchen nun 7 oder nur 4 Äpfel brauchen wird, wenn die doppelte Menge Teig für die Gäste gebraucht wird.

Die Teig „Spiritualität in der Freimaurerei“ ist wie der Mörtel, wie der Kitt, zwar in der Draufsicht eine homogene Masse, enthält allerdings viele Einzelteile, die sich im Laufe der Jahrhunderte dazu gemischt haben. Ursprünglich wurden christliche Prinzipien und gotische Bauhüttenkultur gelebt, zu denen sich dann Bauhüttensymbolik, Alchemie, Rosenkreutzertum, Scharlatanerie, Deismus, Aufklärertum, Naturforschung, Judentum und ein paar andere Strömungen wie beispielsweise Astrologie, Neuplatonismus, Gnostizismus, Kabbalismus, Hermetismus, Astrea-Kult und Okkultismus zu der Freimaurerei vereinten, wie wir sie heute kennen. Jeder packte seine Vorstellungen mit in den Beutel. Das alles wurde wild vermischt, durch die Zeiten gebracht und liegt jetzt als Teig vor uns. Was wir daraus machen, welche Bedeutung wir der Freimaurerei geben entscheidet über den Tiefgang unserer persönlichen Freimaurerei. Welchen Teil des Teigs wir wie stark wahr nehmen, hängt von unserem Wissen und unserer Lebenserfahrung ab.

Die Freimaurerei ist auch heute noch in verschiedene Ideen unterteilt. Wir gehören zur Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland und sind Freimaurer. Die Große Landesloge, der Freimaurerorden, hat ebenfalls Mitglieder, die Freimaurer sind. Ebenso ist es mit der Nationalen Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“, dem 3WK und natürlich auch mit den Großlogen in der Welt, mit denen wir ebenfalls in der Kette stehen und mit deren Händen und Herzen wir vereint sind. Wir sind Alle gleich und doch grundverschieden: Freimaurer eben, die sich auf einer Ebene begegnen wollen.

Freimaurerei lebt immer im Spannungsfeld zwischen Begegnung und Brauchtum, und Besinnung und Bestimmung. Wir begegnen uns auf einer Ebene, wir pflegen unsere Zeremonien als althergebrachtes Brauchtum, wir besinnen uns auf das was wir eigentlich Wollen und stiften unserem Leben einen besonderen Sinn, wir bestimmen also unser Leben. Diese Bestimmung enthält natürlich auch die Idee der „souveränen, eigenverantwortlichen, selbstbestimmten kreativen Gestaltung unseres Lebens“.
Allen Freimaurern gleich ist, dass sie die Ordnung der Schöpfung ergründen und ihren Platz in dieser Schöpfung einnehmen wollen. Dazu nutzen sie die Verbindung von Symbolik, Wissenschaften und auch der Religionen. Im ersten Grad wird das besonders deutlich indem von den vier Elementen – Luft, Wasser, Erde und Feuer – und dem Menschen gesprochen wird. Zu diesen vier Elementen und dem diese Elemente nutzenden Menschen wird erklärt, der Mensch „ist Wohnsitz eines unsterblichen Geistes“, also einer Seele. Die Freimaurerordnung unserer Großloge geht darauf im Teil I, Artikel 3, Absatz 2, ein. Dort heißt es: „Sie sehen im Weltenbau, in allem Lebendigen und im sittlichen Bewusstsein des Menschen ein göttliches Wirken voll Weisheit, Stärke und Schönheit. Dieses alles verehren sie unter dem Sinnbild des Großen Baumeisters aller Welten.“

Wir haben hier schon die vier Prinzipien, die sich durch die Freimaurerei ziehen.

  1. Wir haben die Vorstellung, dass Gott die Schöpfung – wie auch immer – geplant und gebaut hat.
  2. Der Mensch ist Nutzer der Materie und kann sie nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten zusammenfügen oder trennen.
  3. Der Mensch hat eine Seele.
  4. Und aufgrund unseres Wissens, dass wir uns mit unserer Symbolik auf die alte Bauhüttentradition berufen, können wir uns auch eine Vorstellung machen und sagen, dass wir die Welt konstruktivistisch und systemisch sehen. Diese alten Bauhütten basierten auf einer konstruktiven Kooperation zwischen den Mitgliedern der Bauhütte und dem Baumeister, der sie dafür bezahlte.

Insofern wollen wir also, unserer Erkenntnis entsprechend, zusammen mit Gott an der Schöpfung arbeiten und uns dort einbringen, wo wir glauben, dass es für die Schöpfung am sinnvollsten ist. Wir erwarten als Gotteslohn, ein Leben führen zu können, dass uns befriedigt, also im Ergebnis ein Leben voller Zufriedenheit ermöglicht. Diese Idee, diese Spiritualität in der Freimaurerei ist total simpel, denn eigentlich besteht die Einweihung in der Botschaft, „Sei zufrieden mit dem was Du tust!“ oder „Liebe und tue was Du willst!“ oder „Nutze Deinen freien Willen!“ oder „Wisse was Du willst und tue was Du kannst!“ oder „Nutze Deine Möglichkeiten zum Wohle Deines Lebens und Gottes Schöpfung!“. Oder noch einfacher: „Sei ein souveräner, eigenverantwortlicher, selbstbestimmter kreativer Gestalter Deines Lebens!“.

Das Ergebnis der Initiation, der Einweihung, ist, denke ich, klar! Allerdings, wie war noch mal die Frage, die uns zu diesem Ergebnis geführt hat? Oder vielmehr, wie kommen wir von unserem Standpunkt zu diesem Ergebnis? Wie kommen wir von „2+2“ auf die „4“? Oftmals ist es in der Freimaurerei so wie in der Mathematik. Wir wissen zwar, dass „2+2“ gleich „4“ ist, aber sobald wir uns nach dem Weg fragen merken wir, dass unser Wissen eigentlich nur gläubige Gewissheit ist, die wir nicht ohne Weiteres erklären können. Deshalb sind manche Freimaurer zwar zufrieden, aber sie wissen nicht warum sie es sind. Dieses Geheimnis können sie nicht in Worte fassen und noch viel weniger einen Weg erklären. Deshalb lässt ein weiser Mann dieses Geheimnis dort wo es ist und erklärt es nicht weiter. Wie Ihr merkt, bin ich kein weiser Mann und spreche deshalb auch über einen möglichen Weg, der zu diesem Ergebnis führt. Natürlich ist mir klar, dass es viele Möglichkeiten gibt, im Ergebnis „4“ zu bekommen.

Es gibt auch viele Möglichkeiten um Zufriedenheit zu spüren, die nichts mit behaglicher Selbstzufriedenheit zu tun hat. Es gibt so viele Möglichkeiten wie es zufriedenes erleben einer Lebensspanne gibt. Mir ist es deshalb nicht möglich alle Möglichkeiten anzusprechen sondern ich versuche ein Prinzip zu beschreiben, das viele Möglichkeiten, aber bei Weitem nicht alle Möglichkeiten, beinhaltet.
Man kann sein Leben in zwei Arten erleben. Man kann wie ein Surfer auf die nächste Welle hoffen und ziellos durch das Leben driften. Das hat den Vorteil, dass ohne Ziel natürlich auch kein Misserfolg eintreten kann. Wer keine Ziele hat wird natürlich auch keins erreichen, aber, und das ist der Vorteil dieser Lebenshaltung, er wird es auch nicht verfehlen können. Diese Persönlichkeit muss also nicht mit Misserfolgen umgehen und es ist eine verbreitete Strategie, den Nackenschlägen des Schicksals zu entgehen. Diese Personengruppe sind die Drifter in unserer Gesellschaft.

Eine andere Art und Weise des Lebens erlebt der initiierte Freimaurer. Er will nicht Spielball der nächsten Welle sein sondern sein Leben in selbstbestimmter, eigenverantwortlicher und souveräner Weise gestalten. Ähnlich einem Seemann lernt er zu navigieren, die richtigen Wetter zu erkennen, setzt sich anschließend – seine Grenzen erkennend – ein Ziel und segelt dorthin. Dieses Verfahren birgt die Gefahr, ein Ziel aufgrund von widrigen Umständen zu verfehlen. Dennoch können wir uns selbst vertrauen, denn wir wissen, dass wir aus unseren Fehlern lernen und uns die Situationen, die wir erlebten auf unserem Lebensweg weiterbringen. Das Ziel, das wir uns setzen ist erreichbar und solange wir dieses Ziel erreichen wollen, ist es niemals eine Frage ob wir es erreichen sondern lediglich wann wir es erreichen werden. Anständigkeit, Gerechtigkeit und Freiheit sind uns hierbei ein hohes Gut!

Jeder Seemann sucht sich seinen eigenen Weg. Die Seeleute wissen, dass jeder Seemann seine eigene Bahn im Wasser zieht und kein anderer für ihn durch dieses Wasser fahren kann – niemand fährt zwei Mal durch das selbe Wasser. Jeder hat seinen eigenen Weg. Immer und immer wieder. Der Seemann wird sich gerne mit anderen Kapitänen über die Seekarten oder Routen unterhalten und dennoch seinen eigenen Weg in den Weiten der Weltmeere suchen. In der Freimaurerei ist es ähnlich! Wir wollen unser Leben anhand der Idee einer gotischen Kathedrale bauen und unsere Symbolik gibt uns Ideen an die Hand, wie wir unser Leben gestalten können. Wir wollen nicht andere Kathedralen kaputt machen sondern sammeln in unserem Leben, was wir für unsere Kathedrale, für unser Leben, brauchen können. Wir sind die Meister unseres eigenen Lebens! Und wir suchen und erkennen die Schönheiten unseres persönlichen Lebensweges. Wir begreifen Lernprozesse als Entwicklung und sehen in ihnen die Stärke, die uns befähigt unser Leben zu gestalten. Wir sehen Schönheit gepaart mit Stärke als Lebenserfahrung an. Wir nennen es Weisheit. Weisheit heißt das erkennen und akzeptieren einer temporären Grenze. Wohl wissend, dass sich alles ständig verändert und wir im Laufe unseres Lebens aufgrund unserer Erfahrung diese Grenzen laufend anpassen und verändern, vereinen wir im Menschen diese Weisheit, Stärke und Schönheit zu einem gereiften Menschen, der sich der Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) bedient und mit einem Sinn versieht. So wird aus einem Felsbrocken eine Skulptur, oder aus einem Baum eine Figur.

Aber, kommen wir zum Beginn unserer freimaurerischen Reise und die Idee die ihr zugrunde liegt. Der Mensch wird in eine Baustelle hineingeboren, sowohl im Leben durch die Mutter auf die Welt, als auch in der Freimaurerei durch die Dunkle Kammer in die Loge. Langsam ertastet sich der Neuankömmling seine neue Umwelt. Wenn er später gefragt wird, was sahst Du zuerst? Wird er antworten, „Die drei großen Lichter der Freimaurerei: Das Buch des Heiligen Gesetzes, Winkelmaß und Zirkel.“ Die ersten, noch zögerlichen Schritte über den Teppich bedeuten ihm, dass er durch das Leben nach Recht und Pflicht wandeln sollte. Der Teppich an und für sich wird ihm erklärt. Er stellt den Bauplan des Lebens dar. Die Kleinen Lichter werden erwähnt, Sonne, Mond und Meister. Die Säule, an der er seinen Lohn erhält heißt Jakin, was übersetzt, „Gott richtet auf!“ bedeutet. Am Ende der Arbeit wird er dann mit Schönheit, Stärke und Weisheit konfrontiert.

Natürlich schwirrt das alles nur wild durch seinen Kopf und der Neuankömmling kann sich das alles gar nicht merken. Was bleibt ist ein Gefühl der Schönheit und der Erleichterung. Die Aufnahme in der Bauhütte ist vollendet. Für den neuen Bruder bedeutet es sehr viel, für seine Umwelt allerdings herzlich wenig, was er spätestens am nächsten Tag erkennt, denn die Sonne geht immer noch an der gleichen Stelle auf und der Verkehr nimmt auf ihn keine Rücksicht. Was hat es also gebracht?

Eigentlich weiß er jetzt alles über die Freimaurerei und kann aufhören. Mehr als den Lehrlingsgrad gibt es nicht! Erkenne die Schönheit der Schöpfung, deren Teil Du bist, erfreue Dich daran und danke Deinem Schöpfer für dieses wundervolle Geschenk! Was könnte es schöneres geben, als diese vertrauensvolle Lebenshaltung? Sie hat ganze Generationen von Menschen völlig befriedigt. Heute kennen wir noch die Derwische, die diese Geisteshaltung praktizieren. Vielleicht könnte man noch den bissigen Zusatz eines Derwischs einfügen, der mir mal sagte, „Und wenn Dir das alles nicht gefällt, dann gib das Geschenk zurück!“

Dem Baumeister bedeutet das Buch des heiligen Gesetzen das Wesen der Kathedrale. Was macht das Wesen einer Kathedrale aus? Wann kann man sagen: „Das ist eine Kathedrale!“? Es beschreibt also auch unsere Toleranz, die sich aus dem Wesen der Kathedrale ergibt. Eine Kathedrale ist keine Moschee oder eine Holzhütte. Es gibt Merkmale, die aus einem Bauwerk eine Kathedrale machen. Wer diese Merkmale verändert, verändert auch das Wesen des Bauwerks. Wer eine Kathedrale mit einem runden Dach und vier spitzen hohen schmalen Türmen baut, mag das Bauwerk zwar Kathedrale nennen, aber es wird eine Moschee! Das Bauwerk ergibt sich aus dem Zusammenspiel des Baumeisters und den Werkleuten. Eine Verbindung des Menschen, eine rückbindende Erfahrung, des Menschen zum Schöpfer, des Prinzips des Allmächtigen Baumeisters aller Welten ist also vonnöten. Hierbei geht es weniger um das Bitten oder Beten, sondern es geht dabei um die Erkenntnis des Gesamtbauwerks, der Schöpfung. Der Baumeister und der große Architekt, wie er in Britannien oder Frankreich genannt wird, arbeiten also zusammen Hand in Hand um das Bauwerk zu bauen.

Das Winkelmaß erinnert uns an unsere Rechte und Pflichten, das Verhalten in unserer Gemeinschaft, und daran, dass wir in einer Gemeinschaft von Bauleuten existieren, die untereinander in einer konstruktiven Kooperation gemeinsam das gleiche Bauwerk bauen wollen. Wir also in unserem Leben mit vielen anderen Menschen leben, die die Schöpfung, als Teil der Schöpfung verändern. Hierfür hat jedes Lebewesen die gleiche Zeitspanne zur Verfügung: Das Jetzt! Ihnen allen gemeinsam ist ebenfalls, dass sie zufrieden und glücklich sein wollen. Jeder sucht dabei etwas anderes um seinen Lebenshunger zu befriedigen. Jeder sucht seinen eigenen Weg um die Harmonie seines Lebens zu empfinden. Wer das fehlende Teil gefunden hat, ist zufrieden. Das ist der Sinn jedes Symbols.

Jedes Symbol bezieht sein Wesen aus der Tatsachen, dass es etwas symbolisiert, sich auf etwas bezieht. Ohne die Kenntnis des Bezuges ist das Symbol bedeutungslos. Der Mensch gibt Symbolen und Allegorien Macht und Bedeutung. Deshalb halten wir alle an einer roten Ampel an, obwohl es eigentlich nur ein rotes Licht ist. Deshalb denken wir an Selbstveredelung, wenn wir einen Spitzhammer sehen oder wir denken an das Christentum wenn wir einen Gekreuzigten am Kreuz sehen oder wir denken beim Anblick eine roten Herzens an die Liebe oder sogar an den Valentinstag.

Recht und Pflicht zeigt uns, dass wir sowohl etwas geben als auch etwas bekommen. Wir geben, was uns als Pflicht erscheint und bekommen im Gegenzug ein Recht. Je mehr Pflichten wir haben, desto mehr Rechte entstehen dadurch und verrückterweise ergibt sich daraus, dass ein souveränes selbstbestimmtes eigenverantwortliches Leben nur dann möglich ist, wenn man sich seiner Pflichten bewusst ist. Die Erfüllung einer Pflicht ist eine Teiletappe auf unserem Weg und gibt uns das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Wir sind zufrieden mit dem was wir erreicht haben und können uns in Ruhe in die Abendsonne setzen um unser Dasein zu genießen. Wir sind in unserer Harmonie und erfreuen uns unserer Umwelt.

Ähnlich dem Kapitän, der einen Hafen erreicht hat und völlig anders als der Drifter, der dieses Gefühl nur dann haben kann, wenn er Driften zu seiner Pflicht erklärt! So wird der Weg zum Ziel! Schade, dass dieser Drifter mit viel Mühe nichts erschaffen wird!

Der Zirkel bildet ein gleichschenkliges Dreieck mit dem wir Kreise schlagen und gleiche Verhältnisse bilden können. Daraus folgt auch der alte Satz: „Freimaurer stehen mit den Füßen auf der Mutter Erde und sind mit dem Kopf beim Vater im Himmel.“ Die Spitzen des Zirkels weisen auf die Materie und der Kopf auf die Transzendenz hin, die sich auf dem Arbeitsteppich in Form der Knotenschnur zeigt. Der Zirkel wandert durch die Grade vom Hintergrund in den Vordergrund. Die Materie wird immer besser durchgeistig und fügt sich dem lenkenden Geist. Anfangs liegt der Zirkel noch auf der Bibel, unserem Symbol für das Buch des heiligen Gesetzes, am Ende befindet sich die Materie zwischen dem Buch des heiligen Gesetzes und dem Zirkel. Die Materie wird sowohl von den immerwährenden Gesetzmäßigkeiten als auch vom menschlichen Geist durchdrungen, oder verändert. Der Steinbrocken kommt aus der Natur, ist den Naturgesetzen unterworfen und dennoch kann der wissende Mensch daraus eine Figur hauen. Diese Figur drückt sowohl das Wunderwerk der Schöpfung als auch die begnadete Kunstfertigkeit seiner Schöpfer aus.


Was bedeuten diese ganzen Ideen für unser persönliches Erleben? Wir werden in unser Leben geboren und ziehen unsere Kreise: sowohl geistig als auch körperlich. Wir fahren zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Freunden und Bekannten – wir haben also einen Radius, in dem wir uns normalerweise bewegen. Im geistigen Bereich geht es uns genauso. Oftmals drehen sich unsere Ideen um ähnliche Dinge. Wenn wir die schlechten Dinge unseres Leben suchen, werden wir sie natürlich auch finden. Unser Radius bewegt sich dann im negativen Bereich, unsere Gedanken drehen sich um das Schlechte und wir erleben unseren Radius als negativ. Diese Denkweise wird nochmal durch die Freude verstärkt, die man spürt, wenn man eine Suche erfolgreich gestaltet. Wer Schlechtes sucht, wird Schlechtes finden und sich daran erfreuen.

Anders ist die Denkweise in der Freimaurerei. Wir wollen eine Kathedrale bauen, wir bestimmen einen Plan und halten uns dann auch daran, unabhängig davon ob ein anderer Plan ebenfalls zu einem schönen Ergebnis führen könnte. Wir suchen deshalb die Schönheiten unseres Lebens und werden diese Suche erfolgreich abschließen. Die Schönheit unserer Denkweise führt uns zu einem positiven Radius. Daraus erwächst die Erkenntnis, dass wir mehr schönes machen und finden wollen. Wer Schönes sucht, wird Schönes finden.

Diese Suche nach der Schönheit wird besonders dann wichtig, wenn man bedenkt, dass die Medien unserer Zeit immer wieder das Schlechte zeigen. Das Gute lässt sich nicht so gut verkaufen. Das Gute ist langweilig und völlig unspektakulär. Wir Freimaurer haben allerdings einen „Guten Ruf“. Das bedeutet, wir rufen Gutes; wir sprechen Gutes und erkennen einen höheren Sinn darin.

Was soll eigentlich mit dieser Suche erreicht werden? Die Gesellschaft um uns herum sucht das Schlechte und versucht das Böse auszurotten. Eine Harmonie könnte erreicht werden, wenn alles Böse weg wäre. Andererseits wären dann Heere von Polizisten und Steuerfahndern arbeitslos und die Zufriedenheit wäre nur von kurzer Dauer. Die Gesellschaft strebt also nicht nach Harmonie, sondern nach der Freude, Böses und Schlechtes zu entdecken. Da es nichts hundertprozentig Gutes gibt, wird sich diese Freude noch lange Zeit generieren lassen und eine Menge Menschen werden damit ihre Zeit verbringen und viel Geld für diese Suche ausgeben. Die Gesellschaft sucht also das Schlechte und ärgert sich darüber, dass die Welt nicht so hübsch ist, wie sie es sich erträumt. Nichts ist so gut, als das es nicht auch etwas Schlechtes hätte, andererseits ist nichts so schlecht, als das es nicht auch etwas Gutes hätte.

Die Freimaurer wollen eine hübsche Welt. Ihnen ist klar, dass die Baustelle und die Kathedrale, für die sie verantwortlich sind, nur so gut sein kann, wie die Beteiligten sich mit Eifer und Beharrlichkeit an die Arbeit machen und natürlich auch von der Qualität der Ressourcen und den finanziellen Möglichkeiten des Auftraggebers abhängt. Das Leben hängt insofern nicht von den vielen entschuldigenden „Weils“ oder „um zus“ ab sondern von dem Willen des Freimaurers etwas zu ändern, oder es zu lassen wie es ist. Jedes Leben, und jede Änderung enthält sowohl Gutes als auch Schlechtes. Wir wollen ein hübsches Leben führen, eine hübsche Kathedrale bauen, also suchen wir eine gute und tragfähige Lösung für die Zukunft. Wir planen eine gute Lebensreise und fragen uns dabei natürlich nicht, wie wir eine schlechte Lebensreise planen könnten. Es wäre Widersinnig!
Im „Erkenne Dich selbst!“ des Lehrlings steckt auch die Idee, sich zu fragen, was der Einzelne als hübsch betrachtet. Letztlich ist es auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Was fehlt dem Lehrling, damit er sich in Harmonie mit seinem Leben und der Schöpfung erleben kann? Wenn er durch sein Leben schlendert, fragt er sich, gemäß dem Leitsatz „Der Lehrling sieht das Licht!“, danach, welche Farben und Formen in der Kathedrale, im eigenen Leben ihm besonders viel Freude machen. Welche Begebenheiten waren besonders schön? Was muss man tun, um möglichst viele schöne Begebenheiten zu erleben.

Der Lehrling tritt hierbei schon an das Reißbrett des Meisters und konstruiert sich ein Leben, dass ihn seiner persönlichen Harmonie näherbringt. Er erkennt hierbei auch, dass das Leben zwar nicht immer Freude und Harmonie ist, aber das das Leben ohne Freude und Harmonie nichts ist! Der Lehrling tritt hierbei in Kontakt mit der Schöpfung, dem Leben an und für sich. Die Frage nach der Harmonie im Inneren, die Äußere Umstände herbeiführen können, wird zur Interaktion zwischen Mensch und Schöpfung, wenn der Mensch die äußeren Umstände, sein Leben, nach seiner persönlichen Harmonie gestaltet. Die Schöpfung bringt Harmonie in den Freimaurer und der Freimaurer bringt Harmonie in die Schöpfung. Später kommt noch hinzu, dass im Rahmen der Systemik, erkannt wird, dass man nicht einen Teil eines Systems ändern kann, ohne das ganze System zu ändern da sich die einzelnen Teile des Systems wechselseitig beeinflussen.

Wenn sich der Freimaurer ändert, ändert er auch die Umstände, oder die Schöpfung. Schon der Lehrling wird allein durch seine positive konstruktivistische Weltsicht die Schöpfung zum Guten verändern und uns Allen damit einen Gefallen und eine Freude tun. Es bleibt allerdings ein mehr oder weniger passiver Prozess, der sich hauptsächlich im Lehrling selbst abspielt. Der aktive Teil spielt sich im Kopf ab. In der Bibel heißt es schon, „Im Haupte – im Kopf des Menschen – erschaffen die Schöpferkräfte Himmel und Erde“. Wie man sein Leben erlebt, lebt man es. Jakin, was übersetzt „Gott richtet auf!“ bedeutet, bekommt hierbei seine Erklärung. Gott richtet den Menschen auf, indem der Mensch die Schönheit der Schöpfung und seines Lebens verantwortungsbewusst wahrnimmt. Darüber hinaus folgt aus dieser Überlegung, dass der Schöpfer und der Mensch teil des Systems „Schöpfung“ sind; sie sich also ebenfalls wechselseitig beeinflussen. Gott ist der, der er ist und er ist der, den wir dafür halten und er ist der, für den er sich hält. Jede Idee lebt nicht nur in der Realität sondern auch im Kopf des Betrachters und im Kopf des Betrachteten.

Der Lehrling wandert über das musivische Pflaster, erkennt Hell und Dunkel als Prinzip seines Lebens. Gut ist ohne Schlecht nicht denkbar. Aufgrund unserer systemischen Betrachtungsweise ergibt sich nicht nur eine gegenseitige Wechselwirkung sondern es beschreibt auch das System als solches. Wäre ein Teil des Systems weg, würde das System nicht mehr so sein wie es ist. Das Leben, die Schöpfung und damit auch wir selbst sind also auf das Gute und das Böse angewiesen. Ohne die Wechselwirkung des Bösen auf das Gute, würde das Gute nicht mehr gut sein. Der Lehrling überschreitet das musivische Pflaster und freut sich an den hellen und dunklen Flecken seines Lebens. Er erkennt den Sinn hinter den Worten, „Wer niemals die Hand des Schicksals gespürt hat, erkennt weder seinen eignen Sinn noch seinen persönlichen Wert!“. Nachdem er mit seinem Hammer das musivische Pflaster überwunden hat steigt er die ersten drei Stufen des Tempels hinauf. Die Drei, als göttliche Zahl, wird hierbei zu einer Hinrichtung zum Großen Baumeister aller Welten verstanden. Die Eins stellt das Ruhende des Absoluten dar. Die Zwei, das unruhige zum Ausgleich drängende – oder nach Harmonie suchende – Polare braucht zum Ausgleich die 3, die die Durchsetzung des Polaren mit göttlichem Geist symbolisiert und damit die Wirkung der Gottheit in der Welt symbolisiert.

Der Lehrling entdeckt hier eine neue Größe: Die Zeit, oder den 24-zölligen Maßstab und er entdeckt hier auch schon die Knotenschnur, die die materielle Welt mit der geistigen Welt, der Transzendenz, verbindet. Die Zeit ist die 4. Dimension, die wir erkennen können, nachdem wir den dreidimensionalen Raum des musivischen Pflasters überwunden haben. Hier sehen wir auch Sonne und Mond und Sterne auf dem Arbeitsteppich. Die Beobachtung der täglichen Sonnenbahn gab den Menschen der Urzeit am Horizont vier charakteristische Punkte: zunächst den Punkt des Sonnenaufgangs und den des Sonnenuntergangs. Diese Beiden ergaben sich direkt im Schnitt des Horizontes durch die Sonnenscheibe. Dazu kam dann der Punkt am Horizont, der senkrecht unter dem höchsten Punkt der Sonnenbahn am Tage lag und endlich ein konstruierter Punkt, der senkrecht über dem Mitternachtsstand der (unsichtbaren) Sonne lag. Durch diese vier Punkte wurde der Erdraum, der sich naiver erster Beobachtet entsprechend mit dem sichtbaren Horizont deckte, in vier Abschnitte geteilt. Der Mensch hat, wie wir sehen, die Schöpfung schon sehr früh ordnen und sich selbst in dieser Schöpfung einordnen wollen. Die ersten Wissenschaften beschrieben noch sehr grob, wie die Menschen ihre Umwelt wahrnahmen. Dennoch waren sie von der Idee einer höheren Ordnung fasziniert und überzeugt.

Wir beginnen deshalb heute bereits im Lehrlingsgrad unser Leben einzuteilen und in Abschnitten zu strukturieren. Wir stellen uns unsere Ordnung her und wollen noch heute die Höhere Ordnung erkennen. Wir nehmen allerdings nur wahr, was für wahr halten. Deshalb ist unsere Erkenntnis der höheren Ordnung ein Abbild der kleinen Ordnung. Oder, wie es in den Smaragdtafeln des frühen 20. Jahrhunderts steht, „Wie oben so unten!“ Wir nehmen keine Ordnung wahr, die wir nicht auch für wahr halten. Wer den großen Baumeister aller Welten für wahr, also existent, hält, wird ihn in der Schöpfung wahr nehmen. Wer die Existenz des Großen Baumeisters aller Welten für unwahr hält, wird ihn in der Schöpfung nicht wahr nehmen. Wir suchen nicht nur was wir finden, sondern wir finden auch was wir suchen.

Meine Betrachtungsweise des Lehrlingsgrades ist jedoch noch sehr oberflächlich! Ich habe hier nur die grundlegenden Strukturen, eine Ordnung, wie ich sie erkenne, beschrieben. Der Arbeitsteppich stellt den Bauplan des Lebens dar. Und hier muss jeder einzelne Freimaurer eine Bedeutung für die Symbole finden, die seinen eigenen Bauplan symbolisieren kann. Dadurch wird aus der oberflächlichen Betrachtung ein tiefgründiges Erleben des eigenen Lebens. Unser Leben wird dadurch ein Symbol der Schöpfung. Wer unser Leben betrachtet, erkennt die Ordnung des Allmächtigen Baumeisters aller Welten. So wie wir in dem Bruder unsere Familie erkennen, wenn wir mit ihm das Wort syllabieren: Die Familie der Freimaurer! Wer dieses Wort nicht kennt, erkennt auch sich nicht als Teil der Familie. Er nimmt die gleiche Familie nicht wahr, weil er nicht wahrnimmt, dass wir alle aus dem gleichen Ursprung, aus einer Familie, kommen. Jeder Teil der Familie repräsentiert die Familie selbst. Wenn wir im profanen Leben etwas sagen, wird es als Aussage der Freimaurerei wahr genommen. Deshalb kann man auch sagen, wir repräsentieren als Teil der Schöpfung die Schöpfung selbst. Alles, was diese Schöpfung ausmacht, wirkt in und durch und mit uns wechselseitig von innen nach außen und von außen nach innen.

Wie ich schon Eingangs sagte, die Freimaurerei ist wundervoll simpel! Ich denke, die Idee ist klar, „Empfinde das Schöne!“. Dein Lohn wird, an der Säule zur Linken, Zufriedenheit sein.

Auf dem Weg zum lebendigen Baustein, der sich selbst in den Tempel der Humanität einbringt, geht es in der Freimaurerei weiter zum Gesellengrad. Hier haben wir allerdings jetzt das Problem, dass ich, wenn ich die Arkandisziplin verletzen würde, wie schon gesagt, die Lehrlinge aus dem Raum zu bitten hätte. Ich versuche deshalb, den Gesellen- und auch den Meistergrad so zu umreißen, dass ich diese Arkandisziplin nicht verletze und die Spiritualität der Freimaurerei dennoch vertiefend darstellen kann.


Grundsätzlich ist ohnehin im Lehrlingsgrad alles enthalten und insofern stellen für mich, abgesehen von Zeichen, Wort und Griff die Erklärung der Inhalte der einzelnen Grade keine Verletzung der Arkandisziplin dar. Das rudimentäre Verständnis ist sogar nötig, um das Gesamtkonzept der Freimaurerei, als Lebensweg einer Einweihung, zu verstehen.


Grundsätzlich können wir jetzt eigentlich anfangen unser Leben zu planen. Wir wissen, was für uns Schönheit bedeutet und müssten jetzt eine ungefähre Vorstellung von dem haben, was unser Leben ausmacht: Schönheit und Liebe. Der Bauplan für eine Kathedrale könnte also jetzt begonnen werden. Da wir allerdings auch wissen, dass Schönheit den Bau vollendet müssen wir uns erst noch auf den Weg machen, uns die Stärke zu erarbeiten, die uns befähigt, den Bau auszuführen. Die Kenntnis, das Wissen ist, wie wir aus der Freimaurerei wissen, ohne tat nichts. Nur Wissen was man anwendet, in die Tat bringt, hat einen Zweck und einen Nutzen. Was wir nicht gebrauchen, können wir auch nicht gebrauchen. Das versetzt uns in die Lage alles aus unserem Leben zu werfen, was wir nicht verwenden, also nicht gebrauchen können. Der Freimaurer benötigt keine Ressourcen, die er nicht braucht. Wir horten nicht Millionen von Steinen, die wir ohnehin nicht zur nächsten Baustelle mitnehmen können. Wir machen uns erst gar nicht die Arbeit diese Steine, die für uns Unnütz sind, zu bearbeiten. Wir betrachten es als Zeitverschwendung, es entspricht nicht unserer Vorstellung vom 24-zölligen Maßstab.

Ebenso geht ergeht es uns mit unserem oft genutzten Toleranzbegriff. Anfänglich suchte die Freimaurerei, auf Grundlage des Hermetismus, nach einer, oder vielmehr der UR-sache im wahrsten Sinne des Wortes. Man ging davon aus, dass es eine Ursprache, ursprünglich gute Gesellschaft, eine Urreligion gegeben haben müsste und ging in der Sache der Urreligion davon aus, dass alle heute bekannten Religionen nur eine degenerierte Folge dieser Urreligion sein müssten. Die Urreligion wusste um die ewigen Gesetzmäßigkeiten, die die folgenden degenerierten Ableger nicht mehr kannten. Man war also anderen Religionen gegenüber deswegen tolerant, weil man sie für falsch und wenig Aussagekräftig hielt. Heute spricht auch niemand ernsthaft darüber, dass Thor die Blitze bei einem Gewitter aus dem Himmel wirft. Ähnlich wurden anfänglich in der Freimaurerei die Religionen und ihre Aussagen betrachtet. Die Suche nach der wahren Urreligion erschien sinnvoller. Diese Suche führte uns nach Arkadien, einer romantisierten griechischen Hirtenwelt, in der sich alle Menschen verstehen und im Einklang mit den ewigen Gesetzmäßigkeiten leben – einem Paradies auf Erden.

Heute geht es im Gesellengrad, wie wir alle wissen, um die Idee des „Schau um Dich!“. Wie jeder bemerkt, geht es hierbei um die Erlebnisse, die Lebenserfahrung in der Gemeinschaft.
Früher einmal gab es einen Bezug auf ein Pentagramm, den Fünfstern, der sich auf ewige Gesetzmäßigkeiten bezog und dem Gesellen in der Nacht leuchten sollte, wenn er den Weg verloren hatte auf seiner Suche. Das Pentagramm symbolisiert zum Einen, dass der Mensch Herrscher der alchemistischen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft ist, und sie beleben, also verändern kann. Zum Anderen ergibt sich, wenn man die Bahn der Venus, des Morgen- und des Abendsterns aufzeichnet, dieses Pentagramm. Die Herkunft dieses Pentagramms wird in den alten Texten und Ritualen klar angesprochen. Der Morgenstern ist der Astrea geweiht.

Ich möchte hier einfach mal Jan Snoek zu Wort kommen lassen, der sicherlich vielen als einer der führenden Ritualisten der Gegenwart in der deutschen Freimaurerei ein Begriff ist. Er schreibt in seinem Buch „Einführung in die Westliche Esoterik, für Freimaurer“ aus dem Jahr 2011: „Astrea ist der Name der römischen Göttin der Gerechtigkeit. Als man in der Renaissance die lateinischen Klassiker erneut las, gehörten auch Ovids Metamorphosen (1-8 nach Chr. geschrieben) dazu. Ovid (40 vor – 17 nach Chr.) fing sein Buch mit der Beschreibung der Entstehungsgeschichte der Welt an. Zuerst gab es ein Goldenes Zeitalter, worin die Götter auf der Erde lebten und alles schön und gut war.

Dann kamen ein immer noch recht schönes Silbernes, und ein schon etwas weniger schönes Kupfernes Zeitalter. Am Ende der Letzteren beschrieb Ovid den Übergang zum nun folgenden Eisernen Zeitalter so: „ Man lebte vom Raub ...Die Anständigkeit liegt besiegt danieder und als letzte der Götter verließ die Göttin der Gerechtigkeit die vor Blut triefenden Länder.“ Aber bevor sie die Erde verließ, und sich als Morgenstern Venus an den Himmel zurückzog, versprach Astrea am Ende des Eisernen Zeitalters auf die Erde zurückzukehren, um – ohne dass noch mal ein Kupfernes und ein Silbernes durchlaufen werden müssten – ein neues Goldenes Zeitalter anbrechen zu lassen. In diesem neuen Goldenen Zeitalter würde sie – die Göttin der Gerechtigkeit – selbst als Fürstin über die ganze Welt herrschen. Diese Prophezeiung gab es schon in den sibyllinischen Büchern (so genannt weil sie den Sibyllen, u.a. der Sibylle von Cumä, zugeschrieben wurden) und in Vergils vierter Ekloge.“

Aber verlassen wir Jan Snoek wieder. Allerdings möchte ich noch mal auf den Namen Jan Snoek und seine Bücher hinweisen. Er ist einer der wenigen Ritualisten unserer Tage.

In alten Ritualen geht es dann weiter mit der Information, dass das Pentagramm bereits in der sumerisch-babylonischen Hochkultur, aus der die großen monotheistischen Religionen hervorgegangen sind, hinreichend bekannt ist. Hierbei wird auf den Ishtar-Kult hingewiesen. Die Göttin Astrea der Griechen war ursprünglich die Ishtar der Babylonier. Sie war die sumerische Himmelskönigin und in Babylon die Hauptgöttin. Sie galt als Göttin der Liebe, des Krieges und der Fruchtbarkeit. Bereits vor ca. 3.700 Jahren wurde von Sumnabum im Norden des alten Sumerer Reiches die Stadt Babilu gebründet. Wobei „Bab“ soviel wie das Tor oder die Pforte bedeutet und „Ilu“ - sind die göttlichen Kräfte, die Strahlen des göttlichen Lichts. Somit kann man „Bab – Ilu“, mit „Das Tor zum unsichtbaren Licht der Götter“ übersetzen.

Schon unter dem fünften Nachfolger Sumnabum's, König Hammurabi, entstand ein großbabylonisches Reich, welches sich zwischen dem ganzen südlichen Flussverlauf am Euphrat und Tigris erstreckte und demnach das ganze Sumerisch - Akkadische Reich umfasste. In Babylonien entstand ein neuer Staat unter der Herrschaft von Hammurabi, von welchem die berühmten Gesetzestafeln stammen, der Codex Hammurabi. In diesem Staat bildete sich nun eine neue Hochkultur heraus, die in den Überlieferungen der alten, untergegangenen Akkader- und Sumerer-Reiche wurzelte. Die alten Texte der Sumerer, wie zum Beispiel der Gilgamesch - Epos, wurden übernommen und auch in ihrer ursprünglichen, sumerischen Keilschrift im Akkader-Reich bekannt. So lebte der Geist der alten Götter unter den neuen Siedlern Babyloniens fort. Dieses Akkadische Reich war der Vorläufer der romantisierten Vorstellung des Arkadiens, des Paradieses auf Erden.

Ishtar, oder Astrea, war eine Jungfrau und die Astrologie findet ihren Einzug im Beginn des Gesellengrades. Die Jungfrau wird dargestellt durch eine Frau (oft auch einen Engel), die Kornähren in der Hand hält. Diese sind Symbol für die Weisheit, die auf dem Acker der Erfahrung geerntet wird. Sie symbolisieren auch die Aufgabe der Jungfrau, nämlich durch Analyse der gegebenen Umstände die vorhandenen Ressourcen einzuteilen und zu verwalten. Jungfrauen waren demnach immer weise, freie Frauen, die göttlichen oder spirituellen Gesetzmäßigkeiten dienten und nicht den irdischen. Es geht hier um die Einheit von Körper, Geist und Seele.

Astrea

In der griechischen Mythologie verkörpert die Göttin Astrea, die im Goldenen Zeitalter unter den Menschen lebte, das Prinzip der Jungfrau. Sie belehrte die Menschen im Hinblick auf eine gerechte Ordnung in der Natur. Als die Menschen begannen, die Naturgesetze zu missachten, verließ sie die Erde und Zeus erhob sie in den Himmel als Planet Venus zum Sternbild der Jungfrau.

Das Sinnbild der Jungfrau ist nicht unter der herrschenden christlichen Auffassung von Jungfräulichkeit, d.h. sexueller Unberührtheit zu betrachten. Im Altertum waren Jungfrauen die Tempeldienerinnen, die eingeweiht waren in die Weisheiten des Lebens und damit auch der Liebe. An Stelle der Götter ließen sie den Gläubigen die göttliche Gunst zuteil werden.

Menschen, die im Erdzeichen Jungfrau geboren sind, sind ständig auf der Suche nach Wissen, um die Materie der Kontrolle des Geistes unterzuordnen. Sie will und muss alles, mit dem sie sich beschäftigt, von Grund auf verstehen. Sie wird keinesfalls auf Vermutungen oder Ahnungen hin etwas unternehmen. Ihre Vorstellungen davon, wie schön die Welt sein könnte, sind sehr ausgeprägt und ihre geistigen Bilder bis ins Detail genau ausgemalt. Aber sie wird sich selten auf den Weg machen, diese Träume auch zu realisieren, da sie sehr genau weiß, dass dieser Weg gepflastert ist von vielen kleinen Mosaiksteinchen, deren Analyse und Erforschung wieder viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Außerdem könnten auf dieser Reise so viele Gefahren drohen, dass das Ziel so erstrebenswert nicht mehr erscheint.

Manche von Euch verstehen sicherlich, warum ich hier so stark auf eine astrologische Deutung hinweise und mich von der Freimaurerei etwas entfernt habe. Diese ursprüngliche Göttin Ishtar und in Folge die Göttin Astrea mit ihrer Kornähre halte ich jedenfalls für eine interessante Idee, die ich Euch nicht vorenthalten wollte.

Vielleicht eins noch, dass ich beinahe übersprungen hätte, weil es hierbei wirklich ziemlich esoterisch-spezifisch wird, vielleicht noch als Information. Der Mythos der Schwarzen Sonne ist mit den Kulten um Isis / Ischtar / Venus eng verbunden. Gerade in den Mittelmeerkulturen nahm dieser Kult, welche unter verschiedenen Namen für die Göttin geführt wurde, eine zentrale Stellung ein. Mythologisch und esoterisch betrachtet bestimmt die Schwarze Sonne seit Anbeginn der Zeit das Schicksal der Menschen.

Schwarze Sonne

Der Begriff Schwarze Sonne wurde aus vielen, unterschiedlichen Richtungen beeinflusst und so wurde die eigentliche Gestalt der Schwarzen Sonne, der Unsichtbaren Allsonne, verschleiert. Die Schwarze Sonne bezeichnet nach diesen Vorstellungen den Mittelpunkt unserer Galaxie. Sie sei ihr Zentrum und sende intensive, schöpferische Strahlung aus. Zum anderen ist mit Schwarzer Sonne auch die innere Erleuchtung des Menschen gemeint. Dargestellt wurde sie in vielen unterschiedlichen, auch nordischen Kulturkreisen. Als Gegensatz und Ergänzung zum äußeren Licht der Sonne. In einer alten Keilschrift heißt es über die Schwarze Sonne, „Des Menschen Auge kann sie nicht sehen und doch ist sie da. Im Inneren leuchtet Ihr Licht. Einsam sind die Tapferen und die Gerechten, mit Ihnen ist die Gottheit.“

Erinnert sei hier auch an den Tanz der Ischtar. Alten Erzählungen und Liedern zur Folge handelt es sich um einen alten Kulttanz als Teil eines Fruchtbarkeitsritus, der auch den Vegetationslauf im Jahresrhythmus symbolisiert und zu Ehren der „Großen Göttin“, die auch als Erdmutter oder Erdgöttin verehrt wurde.

Ischtar

Ischtar, die ihren toten Mann Tammuz aus der Unterwelt befreien will, tanzt einen Schleiertanz. Um in die Unterwelt zu gelangen musste sie durch 7x7 Tore. An jedem dieser Tore musste sie ein Pfand ihrer Göttlichkeit lassen, um sterblich zu werden. Am letzten Tor angelangt, hatte sie nur noch ihren letzten Schleier, das letzte Symbol ihrer göttlichen Macht. Mit diesem Schleier tanzte sie für Tammuz den Willkommenstanz, in dem sie sich verhüllte und enthüllte. Ishtars Abwesenheit verursachte auf der Erde Kälte und Unfruchtbarkeit. Erst als Ishtar Tammuz mit unter ihren Schleier nahm und sie sich liebend in den Armen lagen, konnte die Erde neu erblühen und der Winter war überstanden. Die Menschen erklärten sich so den Kreislauf der Jahreszeiten, und Leben, Tod und Wiedergeburt. Wobei der Schleier auch das Zuhause der Frau symbolisierte und Ischtar so ihren Mann Tammuz wieder mit nach Hause nahm. Eine Deutung, die sich übrigens auch in dem uns bekannten Hochzeitsschleier wiederfindet. Parallelen findet man auch in der griechischen Mythologie. Dort trifft die schöne Erntegöttin Demeter bei der Suche nach ihrer Tochter Persephone, die in die Unterwelt entführt wurde, auf eine Frau namens Baubo, die sie durch Tänze zum Lachen bringt. In Delphi und Delos, den griechischen Heiligtümern der „Großen Göttin“ oder „Erdmutter“ (griech.: Gaia), stehen sogenannte „Nabelsteine“ (griech.: Omphalos), die man sich als die Mitte der Welt und den Ursprungsort der Menschen vorstellte. Auch der Tanz der Hexen beim Sabbat, der aus obszönen Körperbewegungen bestand, kann ursprünglich Teil eines solchen Vegetationskultes gewesen sein. Somit hatte doch alles irgendwie seinen Anfang im Urstromtal zwischen Euphrat und Tigris.

Die heilige Zahl der Ischtar ist die fünf. Diese heilige Zahl macht ihren mystischen Weg fast über die ganze antike Welt. Wir finden fünfeckige Venustempel in hellenistischer Zeit, z. B. in dem von Baalbeck. Die schönen Eigenschaften der Ischtar werden dann im frühen Mittelalter auf die christliche Maria übertragen, deren Symbol sehr häufig das Pentagramm ist und die als Siegerin über den Mondgott auf einer Mondsichel stehend abgebildet wird. Der Rhythmus der Marienfeste im Jahre ist ursprünglich wohl der des Pentagramms der Venus gewesen und lässt sich an einzelnen Festen auch nachweisen. Wie Isis und Ischtar wird Maria auf einer alten Kultstätte der Venus in Sizilien mit sieben Schleiern dargestellt.

Aber zurück zur Freimaurerei! Der Geselle erlebt seine Wanderschaft. Wie der Lehrling auf seinem Weg den Vater gefunden hat, findet der Geselle seine Mutter. Beides zusammen, Der Große Baumeister aller Welten und die Herkunft aus seiner Loge, beeinflussen seine Denk- und Handlungsweise. Der Geselle hat sein Vater- und Mutterland gefunden. Er kann durch sein persönliches Arkadien wandeln, durch die Bruderschaft. Die Bruderschaft erlaubt den Brüdern, Freiheit des Denkens, darunter auch Freiheit der religiösen Überzeugung. Aber sie verlangt ihnen auch ab, einander gegenseitig diese Freiheit zu gewähren. Dieses goldene Zeitalter des Gesellen zeichnet sich aus durch Freiheit, Toleranz und Barmherzigkeit. Hierbei wird der Toleranzbegriff noch mal relativiert. Denn Toleranz, im Sinne der Gewährung einer Freiheit, kann nur wechselseitig gewährt werden. Eine Toleranz, die nur von einem Teil gewährt wird, ist keine!

Der Geselle gestaltet sich durch die Verbindung der Polarität zu einer höheren Ordnung eine andere Lebenswirklichkeit. Er hat begriffen, dass der Bauplan der Kathedrale ein Abbild der Wirklichkeit ist wenn er diesen Bauplan Wirklichkeit werden lässt. So verbindet sich die Ursprünglichkeit der Schöpfung, mit vom Menschen durchwirkten Geist, zu einer neuen Einheit. Er allein kann diesen Bauplan natürlich nicht ausführen. Deshalb sucht er Brüder, die in einer konstruktiven Kooperation mit ihm zusammen und Füreinander diesen Plan Wirklichkeit werden lassen.

Die Säule des Gesellen heißt übersetzt, Gott gibt Stärke. Um diese Stärke im Menschen zu wecken, erkennt der Geselle, dass er starke Gedanken denken muss, die ihm ein Gefühl der Stärke vermitteln. Seine Kunstfertigkeit entwickelt sich von außen nach innen. Zuerst bekam er als Lehrling diese Kunstfertigkeit von außen erklärt: entweder durch Bücher oder durch Brüder, die dem Lehrling die Königliche Kunst erklärten. Jetzt, als Geselle wird aus dem Wissen der Königlichen Kunst eine Erkenntnis, die aus seinem Inneren strahlt.

Der Geselle macht sich seine Herkunft bewusst. Er sieht die Polarität seiner Herkunft. Er stammt von der Mutter, die Bruderschaft der in der Kette stehenden Brüder – der Lebenden aber auch der im ewigen Osten -, und er stammt vom Vater, dem Großen Baumeister aller Welten ab. Im Zusammenspiel der Menschheit mit der Schöpfung bekommt er ein erhebendes Gefühl, das es ihm ermöglicht, eine Stärke zu entwickeln. Diese Stärke, und auch hinzugewonnene Fertigkeiten, ermöglicht es ihm am großen Bauplan mitzuwirken.

Die Außenwelt, die Umwelt ist ein Spiegel der Innenwelt. Das Leben ist so, wie man es fühlt. Die Tatbereitschaft, die aktive Lebensgestaltung, erzeugt in einem Gegenüber einen Eindruck: Jammern erzeugt Mitleid, Trauer erzeugt Traurigkeit, Frohsinn erzeugt Fröhlichkeit und Zufriedenheit erzeugt Zufriedenheit. Ein zufriedenes Gefühl sorgt also wie von selbst für eine zufriedene Umwelt. So ergänzen sich Innen- und Außenwelt zu einer Lebenswirklichkeit. Die Zufriedenheit erzeugt in einem Leben Zufriedenheit die bis zum Erlebnishorizont reicht! Es heißt so schön, „Wer suchet, der findet!“. Wer Zufriedenheit sucht, wird Zufriedenheit finden. Wenn man etwas sucht, und es gefunden hat, erfreut man sich an seinem Erfolg. Dieses Gefühl wird als schön empfunden. Wenn also Zufriedenheit angestrebt wird, Zufriedenheit gefunden wird, führt dieser Erfolg zu einem empfinden der persönlichen Schönheit und Stärke.

Der Geselle wandert zwischen seinem Erlebnishorizont und seiner Lebenswirklichkeit unermüdlich die Schönheit der Schöpfung und neue Aufgaben suchend, die ihn in der Kunst weiterbringen. Dadurch verändert er seinen Erlebnishorizont – er verschiebt also seine Grenzen. Diese neuen Grenzen verändern seinen Lebensradius und er steht vor der Erkenntnis, seinem Leben einen neuen Sinn und eine neue Ordnung zu geben. Aufgrund seiner Barmherzigkeit, seinem Willen, den guten Menschen der Schöpfung Gutes zu tun, ist ein gern gesehener Geselle – auch in anderen Bauhütten.

Wie schon mal gesagt, eigentlich ist es ganz simpel: Der Lehrling empfindet die Schönheit seines Lebens. Der Geselle gestaltet sein Leben, indem er sich Aufgaben und Pflichten auferlegt, die ihm neues Wissen geben, die ihm ein neues Selbstvertrauen und eine neue Stärke vermitteln und schärft damit seinen Verstand. Der Geselle gleicht seine Stärke in seinem Radius ab und der Lehrling versucht viel Schönheit in seinem Leben zu gestalten. So bekommen Stärke und Schönheit, Gefühl und Verstand, eine neue Bedeutung und der Freimaurergeselle kann, wie schon gesagt, seinem Leben einen Sinn stiften, seinem Leben eine besondere Bedeutung verleihen.

Es ist wundervoll durch Arkadien zu schlendern und sich an der Einfachheit des Seins zu erfreuen! Das Leben wird dadurch so herrlich simpel. Alle Tätigkeiten fallen leicht und die Befriedigung liegt in der guten Tat seiner selbst und der Anderen. Ein Leben voller Wertschätzung und Freude. Der ewige Frieden, das Paradies auf Erden! Einige Brüder verharren hier und ziehen das Leben in ewiger Glückseligkeit Allem anderen vor.

Andere Brüder sagen, es gibt nichts schlimmeres zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen. Denn diese Glückseligkeit lullt auch ein. Wie schon Odysseus bei Zirze befand, ist es kein Leben, das diese Brüder auf lange Dauer aushalten. Deshalb gibt es für diese Brüder in der Freimaurerei die Zugabe des Meistergrades.

Leider ergibt sich hier auch wieder ein Arkanproblem und deshalb versuche ich, wie auch beim Gesellengrad, die offensichtlichen Prinzipien zu verdeutlichen und gehe ähnlich oberflächlich vor. Bitte bedenkt, dass diese Prinzipien ohnehin nur von Bedeutung sind, wenn sie ins Leben gebracht werden. Die Tiefgründigkeit muss im Bruder entstehen, sie muss also lebendig im Bruder werden oder sein. Das rein theoretische Wissen darüber ist völlig sinn- und nutzlos. Die Einweihung zum Lehrling bei der Aufnahme, die Beförderung des Gesellen und auch die Erhebung zum Meister vollzieht sich im Menschen selbst. Wenn sich nichts vollzieht, ist alles Wissen über die Freimaurerei wertlos. Jeder Bruder wird hierbei für sich selbst festlegen müssen, ob er Zeit seines Lebens Freimaurer genannt, oder einer sein wird.

Ein Mensch, der sich seiner Stärke und der Schönheit seines Lebens bewusst ist und an einen Schöpfergott glaubt, sieht sich irgendwann mit dem Problem konfrontiert, dass er nicht mehr weiter weiß. Eigentlich hätte alles gut sein können in Arkadien! Jedenfalls so lange, bis der Mensch mit dem Tod konfrontiert wird. Der Mensch erlebt den Tod als absoluten Herrscher der materiellen Welt. Der Mensch fürchtet den Tod mehr als den Schöpfergott, den er sich in irgendeiner Weiser verantwortungsbewusst und gut vorstellt.

Der Tod ist der furchtbarste Herrscher dieser Welt. Denn allem Lebendigen gleich ist ein unbändiger Überlebenstrieb, dem dieser Tod ein jähes Ende bereitet. Egal wie tief ein Mensch glaubt, egal ob der Mensch der größte Gläubige von Allen ist, er wird nicht umhin kommen, diesem Herrscher Tod Tribut zu zollen. Deshalb ist es sinnvoll sich mit diesem Herrscher Beizeiten auseinanderzusetzen, der so viel Furcht und Schrecken verbreitet. Der Glauben allein wird uns hierbei nicht wirklich hilfreich sein. Der Glaube kann zwar diese Angst übertünchen, dennoch wird kein gesundes Lebewesen freiwillig in den Tod gehen. Diese Angst vor dem Tod scheint stärker zu sein als alle Glauben dieser Welt. Diese Furcht entspringt unseren uralten Instinkten, gegen die wir uns nur mit Verstand und Gefühl bewaffnet nicht auflehnen können. Unsere persönliche Freiheit, unsere Eigenständigkeit, all unser Planen, unsere übernommene Verantwortung, ... all das Wollen, die ganzen „Um zus“ und „weils“ unserer Tage werden vom Herrscher Tod einfach weggewischt.

Es ist ähnlich einem Arbeiter auf der Baustelle: Der Chef kommt und sagt: „Das war’s! Du bist gefeuert! Verlasse sofort die Baustelle! Wir brauchen hier weder Deine Person noch Dein Wissen!“ Mit diesen Aussagen kann ein Mensch nur sehr schwer umgehen. Je engagierter und begeisterter ein Mensch auf der Baustelle gearbeitet hat, desto schwerer fällt es ihm, diese Worte zu ertragen. Es kann sogar so weit gehen, dass ein Mensch wegen solchen Aussagen Selbstmord begeht, weil er keine Perspektiven mehr sieht. Aber, was will der Mensch machen, wenn der Herrscher Tod vor ihm steht. Dem Menschen bleibt noch nicht einmal mehr die Entscheidung sich selbst zu töten um dem Elend ein Ende zu setzen. Diese absolute Macht des Todes gibt dem Meistergrad seinen Sinn und seine Bedeutung und verschafft dem Gewissen des Menschen Zugang zur Freimaurerei.

Wenn der Chef gekommen wäre, und hätte gesagt, „Deine Fertigkeiten werden auf dieser Baustelle nicht mehr benötigt. Du musst jetzt auf einer anderen Baustelle arbeiten, wo Du dringend gebraucht wirst. Lass alles liegen und stehen und gehe sofort da hin, man erwartet Dich und mit Deinen Fähigkeiten dringend!“, hätte der Arbeiter sofort fröhlichen Mutes und guten Gewissens, stolz, gelassen und heiter seine Arbeit abgebrochen und wäre zur nächsten Baustelle geeilt. Im Meistergrad erlebt man, dass ein ruhiges gutes Gewissen die Macht des Todes über uns brechen kann.

Der Mensch begreift, dass er alles irdische auf der Erde lassen muss, wenn er seine Reise in den ewigen Osten antritt – auch seinen Körper wird er auf der Erde zurücklassen. Wer ausschließlich Vergänglichem zugewandt ist, sieht in ihm das absolute Ende. Er nimmt ihm mit dem Körper das Instrument zur Befriedigung der ihn rastlos treibenden Wünsche. Der Meister überwindet den Tod, indem er ihn versteht. Durch sein wissendes Sterben entfaltet sich die Freiheit seines Geistes zu voller Blüte und unter dem Torbogen des Todes finden die Geburt eines höheren Lebens statt. Im Menschen ist etwas Lebendiges, das nicht aus den Stoffen der Natur gebildet ist und im Tod nicht in ihren Tod zurückkehrt; etwas nicht mit Händen Greifbares, über die Materie Erhabenes, Geistiges. In diesem geistigen Ich allein, das ein Teil des göttlichen Geistes ist und nach Vollendung des irdischen Lebens in ihn zurückkehrt, liegt menschliche Unsterblichkeit.

Dem Meister ist klar, dass ihn Eitelkeit, Missgunst und Hass ins Verderben stürzen. Diese drei Triebe der Menschheit haben ihre Wurzel im Materiellen – im irdischen Besitz- und Machtanspruch. Die irdischen Dinge erneuern und wandeln sich dauernd. Aus der Erde kommt der Körper und zur Erde wird er zurückkehren. Der Geist wird in den Ewigen Osten abberufen. Deshalb hängt der Meister sein Herz nicht an irdischen Besitz, sondern nutzt ihn mit Weisheit. Das Meisterwort wird zum Schlüssel der geistigen Freiheit und der menschlichen Unsterblichkeit. Nur wenn Weisheit, Stärke und Schönheit – nur wenn Gefühl, Verstand und Gewissen - im Herzen des Menschen zusammenwirken, kann er – im freimaurerischen Sinne - meisterlich leben und sterben. Hier erkennen wir Züge des faustischen Menschen, der an der Gestaltung der Welt teilnehmen muss.

Diese Gestaltung braucht natürlich auch eine gestalterische Idee und eine Idee der Ordnung – eine Idee der großen Harmonie. Deshalb schaut der Meister auf die Taten seiner Mitmenschen und ordnet sie entsprechend ihrer Taten als Profane oder in den Lehrlings-, Gesellen oder Meistergrad ein. Jeder Mensch wird seinen gerechten Lohn nicht nur vom Großen Baumeister aller Welten sondern auch vom Freimaurermeister erhalten!

Wir bauen am Tempel der Humanität und bringen uns als Baustein ein. Wir bauen allerdings auch an Salomos Tempel. Wir sind also nicht nur Baustein sondern auch Erbauer eines Tempels. Diese Tempel dienen natürlich keinem Selbstzweck. Wieso sollten wir uns auch an eine Aufgabe machen, deren einziger Zweck die Aufgabe wäre? Unseren Lohn für unsere Arbeit bekommen wir regelmäßig an unseren Säulen. Der Lohn stellt uns zufrieden, denn am Ende unserer Arbeit sind wir zufrieden. Wenn die Bauwerke fertig gebaut sind, ziehen wir weiter, oder wir bleiben als Baustein enthalten, je nach dem, ob wir Salomos Tempel oder den Tempel der Humanität betrachten. Im Tempel der Humanität lebt also unsere Idee fort, oder jedenfalls der Teil unserer Ideen, die wir verbreitet haben. Ansonsten bleibt natürlich ein Teil von uns als Erinnerung im Gegenüber zurück. Der Sinn und Zweck dieser Bauwerke, ist, denke ich klar. In Salomos Tempel soll ein Kult oder eine Religion praktiziert werden und im Tempel der Humanität soll Meinungsfreiheit und Diskussion praktiziert werden.

Hierbei wird darauf hingewiesen, dass für uns Freimaurer Religions- und Meinungsfreiheit unantastbare Rechte des Menschen sind, für die wir uns einsetzen und für die wir leben. Oder auch, wie es so schön in den Menschenrechten heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Hierfür kämpft jeder Freimaurer unabhängig seiner Herkunft. Er ist jederzeit bereit sich für diese Grundrechte einzusetzen und er würde lieber sterben, als ein Leben in Unfreiheit und Würdelosigkeit zu führen. Dies haben uns einige Brüder vorgemacht, die im südlichen Europa für ihre Überzeugungen gefoltert und verbrannt wurden.

Freimaurerpogrom

Unser Bruder August Horneffer schreibt dazu um 1900 in seinem Buch: „Die Freimaurer“ folgendes: „Da die Staatsoberhäupter Europas einerseits selbst fasziniert von dem Gedanken der Aufklärung aber andererseits um ihre Macht fürchteten wurde die Freimaurerei vielerorts bekämpft. Das erste Freimaurerpogrom folgte. Es sollte leider nicht das letzte sein. Einer der größten Unterstützer der Aristokratie war zu diesem Zeitpunkt die katholische Kirche. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die katholische Kirche unter Papst Clemens XII. gegen die Freimaurerei die Inquisition einsetzte und am 28. April 1738 die erste Bulle gegen die Freimaurerei erließ. Der größte Vorwurf war der Deismus und die Tatsache, dass die Freimaurer die Auffassung vertreten, dass es viele Wege zu Gott gibt und jeder seinen eigenen Weg finden und gehen sollte. Ein anderer beispielsweise, die freimaurerische Forderung, die Ehe staatlich zu besiegeln. Die Freimaurerei wurde unter Strafe gesetzt und die Tat führte sofort zum Bann, von dem die Lossprechung – das Sterbebett ausgenommen – dem höchsten Oberhaupt der Kirche vorbehalten bleibt.

Die Freimaurer waren plötzlich Ketzer und wurden als solche in den katholischen Ländern hart verfolgt. In Russland, Italien, Spanien, Portugal und vielen anderen Ländern schlug die Inquisition und der Staatsterror erbarmungslos zu. Selbst in der Türkei verbietet der Sultan 1748 die Freimaurerei als religionsfeindliche Sekte.

Eine gute Sache, wenn man bedenkt, dass sich der Islam und das Christentum das erste Mal in ihrer gemeinsamen Geschichte, wirklich einig waren! Traurig, dass so viele Menschen für diese Meinung leiden und sterben mussten. Allein in Spanien und Portugal hat die freimaurerische Sache Tausende von Märtyrern gefunden, Brüder, die für ihr Ideal aufrechten Nackens in den Tod gingen. Diese grausamen Unterdrückungen ohne jede Ursache machten es erklärlich, dass Freimaurer immer mehr in die Reihen der für Freiheit Kämpfenden traten, dass sie Führer der Demokratie wurden, Pioniere des freien Denkens. Umso unerbittlicher ging die Inquisition natürlich auch wieder gegen die gefährliche Geheimgesellschaft der Freimaurer vor.

Grund für Verschwiegenheit

Ich möchte anhand von zwei exemplarischen Beispielen zeigen, dass die angebliche Geheimgesellschaft der Freimaurer, ihren guten Grund für ihre Verschwiegenheit hatte. 1735 hat in Portugal ein provenzalischer Dominikanermönch, Bonnet de Meautry, Beichtvater des französischen Gesandten, ein Fanatiker und Ketzerspürer, der sich selbst bescheiden „Carnassier de Notre Seigneur“ nannte, 17 Brüder denunziert und beim Grossinquisitor Don Pedro de Silveira wegen Verschwörung und Ketzerei angezeigt. Er verlangte die Verfolgung und exemplarische Bestrafung der „Pedreiros livres“. König Johann V., von religiösen Wahnideen befallen, gab seine Einwilligung zu einem umfassenden Verfahren und erließ, ohne auch nur die Zustimmung der Cortes einzuholen, ein rückwirkendes Gesetz, kraft dessen jeder überwiesene Freimaurer ohne Appellationszulässigkeit zum Tode verurteilt werden solle. Kaum war die „Ordonanca“ veröffentlicht, wurde auch schon am 08. März 1743 die Lissaboner Loge „Virtud“ von Polizisten und Musketieren überfallen. Drei Logenmitglieder, die zwei Aristokraten Damiao de Andrade und Manoel de Revelhos und der helfende Bruder Christoph Diego, ein getaufter Mohammedaner, mussten am 01. Juni das Blutgerüst besteigen, nachdem die fürchterlichsten Torturen des dritten Grades nicht vermocht hatten, ihnen die Namen ihrer Mitbrüder zu entreißen. Die Polizei war aber selbst durch ein Denunziation einigen der Gesuchten auf die Spur gekommen. Die Frau eines Konkurrenten hatte sie der Inquisition als Freimaurer verraten.

„Asylum quaerimus“

Ein anderes Beispiel: Der Gouverneur der Insel Madeira erhielt 1792 den Befehl, alle Freimaurer, derer er sich bemächtigen könne, als „Urheber der Revolution“ der Inquisition auszuliefern. Durch seine Frau erfuhren eine Reihe Freimaurer von der drohenden Gefahr, und es gelang ihnen, einen englischen Schiffskapitän, den Freimaurer Walther Ferguson, zu bestimmen, sie auf seinem auf der Reede von Funchal liegenden Zweidecker „Good Hope“ fortzuführen. 64 Freimaurer und ihre Familien gingen an Bord des Schiffes, das sie nach langer Fahrt in den Hafen von New York brachte.

Bei der Einfahrt zeigte eines der großen Segel Freimaurerzeichen, darunter in riesigen Buchstaben die Worte „Asylum quaerimus“ („Eine Freistätte suchen wir“). Und in der Tat fanden die Flüchtigen bei den amerikanischen Brüdern glänzendste Aufnahme. Die Grossloge von Pennsylvanien lud sie feierlich nach Philadelphia ein. Eine Fregatte der Unionsflotte brachte die Märtyrer nach dem Delaware River. George Washington entbot ihnen inmitten von Tausenden den Gruß der Union und erklärte sie zu deren Bürgern.“


Vielleicht erklärt sich aus diesen Beispielen auch die Verschwiegenheit der Freimaurer. Denn auch heute noch, im Jahr 2012, gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Bund der Freimaurer verfolgt und getötet werden. Auch heute setzen sich weltweit Brüder für die Freiheit und Gleichheit, nicht nur ihrer persönlicher, nicht nur Eurer und meiner, sondern aller Menschen ein. Ihnen dann darüber hinaus auch noch den Vorwurf zu machen, sie seien ein Geheimbund, der irgendwelche schlimmen Sachen praktiziert, ist – und da wird mir sicherlich jeder vernünftige Mensch zustimmen – zynisch!

Der Freimaurer erkennt auf seiner Wanderung, dass in einem unendlich großen Universum jedes Lebewesen im Zentrum des Universum lebt. Nichts ist außerhalb des Universums oder außerhalb des Allmächtigen Baumeisters aller Welten. Im Kopf erschaffen die Schöpferkräfte Himmel und Erde. Alles, Du und ich, Zeit, Gedanken, Vergangenheit und Zukunft, Naturgesetze, Planeten und selbst das gesamte Universum kommt aus einem Ursprung: Alles kommt aus der selben Familie. Franz Carl Endres, den ich Euch wie Jan Snoek ans Herz legen möchte, schreibt in seinem Buch „Der Augenblick ist Ewigkeit“ 1937: „Es ist sehr viel innere Arbeit notwendig für die Gestaltung des Alltags. Das Leben als Ganzes wird dadurch nicht besser, schöner oder edler, dass man die Kette der Alltage äußerlich durch Feste oder ein paar flüchtige Stunden sentimentaler Stimmungen unterbricht, im übrigen aber in öder Gleichgültigkeit weiter trägt, sondern nur dadurch, dass man mutig an diese graue Kette selbst herangeht und jedes einzelne Glied zu einem Stück erlebten Lebens und erfüllten Lebens gestaltet. Der Tag ist das Symbol des Lebens. Not, Krankheit, Krieg, Wetter und Winde, Feuer und Wasser und tausend andere Erscheinungen können uns jeden Tag zeigen, dass wir zwar Besitz haben, dass wir aber nicht Herren dieses Besitzes sind. Schon die Sorge vor dem Verlust macht uns zu Sklaven unseres Seins!

Freuen wir uns, seien wir glücklich, dass wir das Gute tun dürfen, dass wir das Böse meiden dürfen und dass wir unser Herz rein halten dürfen. Erst da beginnt die Gewaltherrschaft und mit ihr die seelische Sklaverei, wo der Mensch dies nicht mehr darf, wo er zu Bösem gezwungen wird, wo sein Herz mit Gewalt beschmutzt wird, wo er das Gute nicht mehr tun darf. So liegt das Problem für den freien Menschen. Und diese Freiheit ist die einzige, die wirklichen Wert hat. ...

Schon Thomas Hemerken, ein Theologe, sagt um 1400: Morgens nimm dir guten Lebenswandel vor. Abends prüfe, wie du heute in Worten, Taten und Gedanken warst. Und dein Abendbrot wird stets Freude sein, wenn du den Tag fruchtbar zugebracht hast!“
Dieser Rat ist, denke ich, nach über 600 Jahren auch heute noch sinnhaft. Ich glaube, das Leben mit Wissen zu füllen ist nicht schwer. Das Wissen mit Leben zu füllen ist die Kunst! Diese Kunstfertigkeit ist die Aufgabe der Wanderer auf dem Pfad der Königlichen Kunst.

Und wozu das alles? Was bleibt am Ende von den ganzen Betrachtungen übrig? Was erkennt der Freimaurer am Ende seines Lebens? Nutze Deinen freien Willen um zu lieben und zu leben! Alles was Du bist und was Du wirst liegt nur in Dir selbst! Und was kommt dann? Das Licht ist erloschen, dahin ist sein Schein, doch was es geleuchtet, soll in uns sein! Der Mensch stirbt, die Idee lebt weiter. Seid wachsam auf Euch selbst! Liebet und tuet was Ihr wollt! Wir haben unseren Lohn erhalten: Wir sind zufrieden! Ziehet hin in Eurer frei gewähltes Leben und in den von Euch selbst geschaffenen Frieden!

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