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Trinksitten

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Freimaurerische Trinksitten

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Um den Tafellogen, die in der ersten Zeit von der Arbeit selbst durchaus nicht gesondert waren, eine bestimmte Form zu geben, wurden sehr früh Trinksitten in die Freimaurerei eingeführt, aus denen die studentischen Trinksitten Deutschlands zum Teil abgeleitet sind (Salamander reiben!).

In Brownes "Master Key" (1802) spricht der Meister:

"Meine Brüder! Wollen Sie die Gläser füllen! Seid Ihr alle bereit?"
Antwort: "Alles bereit im Westen, ehrwürdiger Meister!"

Darauf folgt die erste Gesundheit: "The King and the Craft with three." Aus dieser Reihe von Trinksprüchen entwickelte sich mit der Zeit ein bestimmter Kanon der Gesundheiten (s. Tafelloge). Ein in England besonders beliebter Trinkspruch galt: "To the Heart that conceals and to the tongue that never improperly reveals" ("Dem Herzen, das verhehlt, und der Zunge, die nicht müßig erzählt"). Auf diese Trinksprüche waren die englischen Freimaurer derart stolz, daß es in ihrem Lehrlingssang von Birkhead 1723 heißt:

No Mortal can boast So Noble a Toast
As a free and accepted Mason.

(Kein Sterblicher kann so schön eine Gesundheit ausbringen wie ein freier und angenommener Maurer.)

Bouteille

Auf diesen in England noch bis heute erhaltenen einfachen Trinksitten entwickelte die französische Freimaurerei einen komplizierten Brauch, der in der "Vossischen Zeitung" 1738, Nr. 10—15, wie folgt dargestellt wird:

"Ein jeder hat die Bouteille vor sich, und wenn es an ein Trincken gehen soll, wird gerufen: Ladet !, worauf sie alle aufstehen und das gläserne Gewehr ergreifen. Ferner commandiret der Großmeister: Pulver auf die Pfanne, welches soviel heisset als Wein in das Glas schenken. Weiter rufft er: Legt an! Gebt Feuer ! Unter welchen Worten man das Glas auf drey Tempo zum Munde bringet und gedachte Gesundheit trincket. Wenn das Glas ausgeleeret ist, halt man es erst an die lincke, hernach an die rechte Brust und drittens mitten vor die Herzgrube alles auf dreymal Absetzen so wird es auch mit drey Tempo in gerader Linie wider auf den Tisch gesetzet. Endlich klatschet man dreymahl in die Hände und schreyet dreymal: Vivat ! "

Diese wesensfremde Vermengung der alten Handwerksgebräuche mit soldatischen Elementen ist in einem Teil der Freimaurerei bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben, wenn auch das eigentliche Exerzierreglement dieser Trinkkanonaden bis auf Reste abgeschliffen ist. Die Worte Salve für Ehrenbezeugung, Kanonen für Gläser, im Französischen poudre für Wein, chargieren für Gläserfüllen, das "Richten" der Gläser erinnern noch an die alten französischen und von da nach Deutschland abgewanderten Tafelsitten.

Der freimaurerische Brauch, Gesundheiten mit einem "dreimaligen Feuer" auszubringen ist uralter Herkunft. Aus dem 4. Jahrhundert stammt der Spruch des Ausonius:

Ter bibe, vel toties ternos. Sie mystica lex est Vel tria potandi vel per tria multiplicandi.

Mit diesen Trinksitten hing wohl auch der früher vereinzelt nachweisbare Brauch zusammen bei Trinksprüchen wirkliche Kanonen (Böller) abzuschießen. So z. B. beim Johannisfest der "Drei Weltkugeln" 1744, wobei das Böllerschießen im Logengarten vor sich ging.

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