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Traktat: Gedanken zu Dan Brown

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Inhaltsverzeichnis

Gedanken zu Dan Brown Das verlorene Symbol

Ehrwürdiger Meister, liebe Gäste, geliebte Brüder.

Das Thema meines heutigen Vortrag lautet „Gedanken zu Dan Brown‘s Roman - Das verlorene Symbol“.

Das Buch ist aus meiner Sicht ein sehr guter Roman, aber die wahren Geheimnisse erschließen sich nur dem Suchenden. Das ist auch schon die erste Parallele zur Freimaurerei. Es erschließen sich einem die Geheimnisse erst nach intensiver Beschäftigung mit einem Thema und der Bereitschaft sich vorurteilsfrei auf neue Wege zu begeben. Die Bereitschaft in ein neues Thema einzutauchen und sich neues Wissen zu erschließen nennt man auch „die Suche nach dem Licht“. Dan Brown versteht es geschickt die Geschichte anhand eines Konglomerat aus verschiedenen Mysterienbünden zu verstricken.

In den alten Mysterien war die Suche nach dem Licht in seiner symbolischen Bedeutung gleichzusetzen mit dem Streben nach Wissen und Weisheit, dem Stein der Weisen, die Umwandlung von Metallen in Gold. Im Sinne des Kybalion heißt es: „Die Lippen der Weisheit sind verschlossen, nur nicht für die Ohren des Verständnisses.“

Das verlorene Symbol – The lost Symbol

Mein Vortrag handelt weniger über die Geschichte des Buches, sondern über die Hintergründe und Mysterien die dieses Buch erzählt. Es fängt schon mit dem ursprünglichen Arbeitstitel an. Der Arbeitstitel lautete „The Solomon Key“ also der „Schlüssel Salomons“.

Auf dem Bucheinband von Sakrileg, im Original „Da Vinci Code“, war ein Rätsel enthalten. Nach dem dechiffrieren bekam man ein paar Worte. Diese lauteten "Is there no help for the widow's son“.

Diese Worte ließen darauf zurück schließen, dass der Roman im Umfeld der Freimaurer oder Mormonen spielt. Wenn man in Google nach den Worten "Is there no help for the widow's son“ sucht, stößt man auf einen Vortrag über die Mormonen und auf Internetseiten, die sich mit der Freimaurerei beschäftigen.

Im Jahr 1974 hat Dr. Reed C. Durham einen Vortrag mit dem Titel "Is there no help for the widow's son“ gehalten. Er beschäftigte sich mit der Beziehung zwischen Mormonen und den Freimaurer. Joseph Smith der Gründer der “Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage”, auch Mormonen genannt, war vor der Gründung seiner Sekte ein Freimaurer und brachte einige Aspekte der Freimaurerei in diese mit ein.

Kurz vor der Veröffentlichung des Buches lüftete sich der Schleier der Geheimnisse. Die Handlung des „verlorenen Symbols“ spielt im Dunstkreis der Freimaurerei in Washington, um genau zu sein im Umfeld des schottischen Ritus, einem Hochgradsystem innerhalb der Freimaurerei.

Wie steht Dan Brown zur Freimaurerei?

Im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, ob es wieder einmal um Verschwörungen und Diffamierungen einer Organisation gehen wird. Die Spekulationen vor Veröffentlichung des Buches haben sich nicht bestätigt. Dan Brown springt dieses Mal nicht auf den Zug der Verschwörungstheoretiker auf. Er nutz das Umfeld der Freimaurerei für sein Buch und lässt als Gesamtwerk eher wie eine Werbebroschüre für die Freimaurerei aussehen.

Zu Beginn des Romans schreibt er folgendes (Kap. 23 / Seite 156):

„..Die gesamte freimaurerische Philosophie beruht auf Ehrlichkeit und Integrität. Freimaurer gehören zu den vertrauenswürdigsten Menschen, denen Sie begegnen können.“

Um seine Einstellung zur Freimaurerei zu bekunden, schrieb Dan Brown im Oktober 2009 einen Brief an den obersten Rat des AASR von Washington. Die markierte Stelle zeigt seine Empfindung über unseren Bund sehr deutlich.

Frei übersetzt sage er aus:

„In einer Welt in der Menschen Krieg führen, darüber welche Definition von Gott die richtige ist, kann er seinen Respekt und seine Bewunderung die er empfindet nicht adäquat ausdrücken, gegenüber einer Organisation in der Männer verschiedener Religionen im Stande sind „Gemeinsam das Brot zu brechen“ in einem Verbund der Bruderschaft, Freundschaft und Kameradschaft.“

Dan Brown ist zur Zeit kein Freimaurer, aber wie wir sehen, ist er unserem Bund gegenüber sehr positiv eingestellt.

Die Bruderschaft der Freimaurer

In welchem Rahmen der Freimaurerei bewegt sich der Roman. Das Bild „The Structure of Freemasonary“ zeigt die Freimaurerei auf einen Blick. Die Bruderschaft der Freimaurer ist ein Lehrsystem, um ethische und moralische Werte zu vermitteln. Das Bild zeigt einen Teil der verschiedenen Lehrarten der Freimaurerei auf.

Die Basis des ganzen Systems sind die ersten drei Grade, auch Johannisgrade oder blauen Grade genannt. Sie bestehen aus dem Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrad. In diesen Graden werden der gesamte Inhalt und das ganze Wissen der Freimaurerei stufenweise vermittelt.

Die Aufgabe des Lehrlings ist heißt „Schau in dich“, die des Gesellen „Schau um dich“ und des Meisters „Schau über dich“.

In vielen Büchern wird erwähnt, dass die Freimaurerei das Ziel hat „den Menschen zu veredeln“ und nach „dem Licht“ zu streben. Sich veredeln oder nach dem Licht zu streben, heißt heutzutage nichts weiter als sich Wissen anzueignen und eine innere Zufriedenheit zu erlangen bzw. anzustreben. Diese ist eine lebenslange Aufgabe. Somit wird erkennbar, warum Freimaurerei nicht in einem Wochenend-Seminar zu vermitteln ist, da es sich um das Leben selbst handelt. Der Spruch „Der Weg ist das Ziel (Konfuzius)“ bekommt somit eine andere Perspektive.

In einer Zeit, in der es sehr rau zugeht und mit dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise es scheinbar keine moralischen Grenzen und ethische Werte mehr gibt bzw. diese mit Füßen getreten werden, erscheint die Freimaurerei wie eine letzte Bastion der Ruhe und einer Vereinigung, die ihre Mitglieder ermuntert Wissen zu schaffen.

Nach erlangen des Meistergrades gibt es noch weitere Grade bzw. Erkenntnisstufen. Die zwei großen Richtungen hierbei sind der York-Ritus und der Schottische Ritus. In diesen Erkenntnisstufen werden jeweils einzelne Tugenden und ethisch moralische Perspektiven vertieft.

Um es vorweg zu nehmen. Nicht jeder Freimaurer wird den Weg in die Hochgrade suchen bzw. finden. Es ist auch nichts verpflichdendes, das jeder Freimaurer bis zum 33° weiter machen muß.

Das Buch beginnt mit einem angeblichen Ritual des 33° im schottischen Ritus. Die Darstellung entspricht keinem Ritual der regulären Freimaurerei. Es handelt sich hierbei um ein Ritual aus dem Cerneau-Ritus.

An weiteren stellen im Buch wird auf vermeintliche Rituale hingewiesen bzw. diese beschrieben. Es handelt sich jedoch an den meisten Stellen nicht Freimaurer-Rituale. Die Beschreibungen beziehen sich auf veraltete Rituale oder Rituale aus andern Bünden, wie den Rosenkreuzern.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Freimaurerei sich von den alten Mysterienbünden gravierend unterscheidet.

In der Freimaurerei steht jeder Freimaurer für sich und sucht seinen eigenen Weg zur Selbsterkenntnis. Alle Lehren sind absolut auf das Dieseits bezogen. Andere Bünde, wie die Rosenkreuzer und Kabbalisten beziehen ihre Lehren aus dem mystischen und esoterischen Weg mit einer Verbindung aus dem Jenseits bzw. anderer Parallelwelten.

Salomons Tempel

Auch wenn der Arbeitstitel des Buches „The Solomon Key“ hieß und wir bereits wissen, dass es sich um die Familie von Peter Solomon handelt, spielt der salomonische Tempel auch eine Rolle im „Verlorenen Symbol“.

Der salomonische Tempel hat für die Freimaurerei eine sehr große symbolische Bedeutung.

Zitat aus dem Buch Salomons Tempel (S. 23):
Der Tempel wurde als erster israelitischer Tempel gebaut und sollte als der erste dauerhafte steinerne Tempel zu ehren Gottes errichtet werden. In seiner Geschichte wurde der Tempel dreimal erbaut, vernichtet und wiedererrichtet.
Der Tempel Salomons entstand 968 v. Chr. und wurde von den Babyloniern 586 v.Chr. zerstört; der 515 v.Chr. eingeweihte Tempel des Serubbabel wurde geplündert und 19. v. Chr. durch den Herodes-Tempel ersetzt. Dieser wurde dann im Jahr 70 n. Chr. zerstört.

Heute steht über den ursprünglichen Felsen des Tempels von Salomon eine der heiligsten Stätten des Islams, der Felsendom.

Der Begriff „Widow Son“ also „Sohn der Witwe“, den wir aus der Einleitung kennen, kommt in der Bibel im 1. Buch Könige 17:13 vor.

Ich zitiere aus der Bibel, die in der Freimaurerei auch das „Buch des heiligen Gesetzes“ genannt wird:
13 Und der König Salomo sandte hin und ließ holen Hiram von Tyrus
14 den Sohn einer Witwe aus dem Stamm Naftali, sein Vater aber war aus Tyrus gewesen -; der war ein Kupferschmied, voll Weisheit, Verstand und Kunst in allerlei Kupferarbeit. Der kam zum König Salomo und machte ihm alle seine Werke.

Weiterhin wird in der Bibel im 2. Buch der Chronik Kapitel 2 ab Vers 12 auf einen anderen Mann hingewiesen:
12 Ich werde dir dazu einen tüchtigen und begabten Künstler schicken, meinen Meister Hiram Abif

Der Meister Hiram Abif war der Oberaufseher und man sagt, er war für 80.000 Werkmaurer verantwortlich. Hieraus lässt sich gut die Struktur der Werkmaurer ableiten. Da nicht jeder Meister sein konnte und es auch dazu gehört gewisse Fertigkeiten und Fähigkeiten zu besitzen, ergibt es sich von selbst, dass diese Masse an Arbeitern strukturiert sein musste. Jeder Arbeiter hat je nach seinem Grade, d.h. Lehrling, Geselle und Meister seinen Lohn an der entsprechenden Stelle erhalten. Um sich als solcher in seinem Grade auszuweisen, gab es je nach Grad die entsprechenden Erkennungszeichen, die wir auch heute noch in der Freimaurerei benutzen. Die Meister kennzeichneten Ihre Werksteine mit Ihrem eigenen Symbol, das auch Mark-Zeichen genannt wird.

Wie auf der Zeichnung zu sehen ist, ragt der Tempel auf dem Berg Morija, dem heutigen Tempelberg über die ganze Stadt Israel. Leider ist dieser Ort heute immer wieder Streitpunkt zwischen den drei großen Weltreligionen, obwohl diese einen gemeinsamen Kern mit dem alten Testament haben.

Der Tempelbereich als solcher Bestand aus drei Teilen. Dem Vorhof mit ehernen Meer und der Brandopferstelle und der Vorhalle im vorderen Tempelbereich, die über die Treppe durch die zwei freistehenden Säulen Jachin und Boaz zu erreichen war. Nach der Vorhalle gelangte man in die mittlere Kammer. Über einer weitere Treppe, auch als Wendeltreppe bezeichnet, gelangte man zum Allerheiligsten. Das Allerheiligste war mit einem Vorhang verdeckte. Im Bereich des Allerheiligsten war die Bundeslade verborgen. Diesen Bereich durften nur die Hohepriester betreten.

Dieser Tempel ist den Freimaurern heilig und ist der Hauptschauplatz der Hiram Legende bei der Suche des verlorenen Symbols (auch Worte können Symbole sein).

In der Freimaurerei steht der Tempel Salomons für Vernunft und Klugheit, sowie der schrittweisen Heranführung an die Geheimnisse der Welt. Wobei die Geheimnisse der Welt nur in jedem selbst zu suchen sind. Wenn wir dieser Allegorie folgen, dann ist der Tempel als solches in jedem vom uns.

Der Arbeitstitel „The Solomon Key“ wurde vor der Veröffentlichung des Buches geändert. Wie sich im Buch herausstellt war mit Solomon nicht der salomonische Tempel, sondern die Familie Solomon gemeint. Eine kleine Finte, aber wie wir gesehen haben hat der salomonische Tempel doch eine Verbindung zur Freimaurerei.

Das Akeda-Messer

Ein wichtiger Gegenstand innerhalb des Romans nimmt das Akeda-Messer ein.

Abraham zog gemeinsam mit seinem Sohn Issak aus zum Berg Morija (Berg zum Lernen) um seinen Sohn zu opfern. Diese Opferung stellt den absoluten Gehorsam gegenüber einer höheren Gewalt dar. Abraham stellt alle seine Bedürfnisse und Emotionen zurück und opfert seinen Sohn. Issak zieht mit Abraham, da er seinem Vater treu folgt und gehorsam leistet.

Gott sendet am Ende einen Engel um Abraham von der Opferung abzuhalten. Es wird anstelle des Sohnes dann ein Widder geopfert.

Die Geschichte der Bibel ist sicherlich eine der dunkelsten und auch unlogischsten, da durch das Opfer nichts Schlimmeres verhindert werden sollte. Was soll das heißen? Es wird von Gott nur eine Probe verlangt inwieweit der Gehorsam Abrahams gegenüber einer Höheren Macht geht. Im späteren Verlauf der Bibel ist Jesus derjenige der das Opfer bringt und gekreuzigt wird.

Was soll mit diesem Gleichnis gelehrt werden? Im Grunde geht es darum sich einer höheren Sache, sowie einem höheren Ziel unterordnen zu können.

Als Freimaurer ordnen wir uns auch einer höheren Sache, nämlich dem GBAW unter. Die Informationen die uns und im speziellen von einem Bruder anvertraut werden, sowie unsere Erkennungszeichen geloben wir auf Maurerwort nicht zu verraten. Natürlich können heutzutage alle Informationen im Internet recherchiert werden. Es geht jedoch hierbei um die Fähigkeit sich als vertrauenswürdig zu erweisen und den gegebenen Gesetzen treu zu sein. Das Gesetz nur kann uns Freiheit geben. Im weiteren Verlauf des Buches soll dieses Messer und die Opferung noch eine besondere Rolle spielen.

Die Hand der Mysterien

Das Deckenfresko von Constantin Burmidi in der Rotunde des Washington Kapitols stellt die Erhebung von George Washington zum Gott dar. Mit der Apotheose wird der Mensch einem Gott gleichgestellt, bzw. er wird zum Gott erhoben. Die Wandlung eines Menschen in einen Gott kennen viele Kulturen, wie die Ägypter, die Römer (Alexander der Große) und die Griechen.
Als Vater der Nation wurde George Washington diese Ehre zu teil.
Auf dieses Gemälde zeigt die Mysterienhand zu Beginn des Romans.

Die Hand der Mysterien ist auch unter dem Namen „Hand des Philosophen“ oder „Hand des Meisters“ bekannt. Die rechte Hand steht in den Mysterien für das „Gute“, die linke Hand für das „Böse“. Deshalb wurde Peter Solomon auch die rechte Hand abgetrennt, damit er mit der linken seinen Sohn opfern muß.

In allen Darstellungen von der Opferung Issak wird die rechte Hand die Opferhand. Somit soll symbolisiert werden, dass es einem guten Zweck dient.

Allein aus dieser Feststellung kann man eine Erklärung herleiten, warum in früheren Zeiten Linkshänder umerzogen wurden.

Die Hand der Mysterien wurde in dem Buch „The secret teaching of all Ages“ von Manly P. Hall erstmals erwähnt. Manly P. Hall bezieht sich auf ein Aquarell eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jahrhundert.

Die Hand enthält die verschiedenen Symbole Krone, Stern, Sonne Laterne und Schlüssel, sowie einen Fisch (Quecksilber und Schwefel).

Die Krone steht für das absolute Licht, dem sich alle kleinen Lichter unterordnen. Es scheint im ewigen Glanz und strahlt dem göttlichem, dem heiligen der Hand.

Der Stern (Hexagramm) ist das universelle Licht für die kosmische und himmlische Wahrheit.

Die Sonne steht für das Licht der Welt, ohne das kein Lebewesen existieren kann.

Die Laterne symbolisiert das menschliche Wissen und die Flammen stehen für das universelle Feuer, dass in einem entfesselt wird. Es führt den Suchenden durch das Dunkle auf dem Weg zur Wahrheit.

Der Schlüssel beschreibt das Mysterium und das Geheimnis selbst. Ohne den richtigen Schlüssel bzw. Zugang wird es einem nicht möglich sein das Wissen zu erlangen.

Die Stellung der Hand im Roman, ist der Statue George Washingtons nachempfunden. Die Statue zeigt Washington in der Darstellung als Zeus. Die Darstellung der Hand ist auch aus Da Vincis Werk „Johannes der Täufer“ bekannt als „Geste des Johannes“. Zufällig ist Johannes der Schutzpatron der Steinmetze gewesen und auch für die heutige Freimaurerei ist Johannes eine zentrale Figur. An diesen Beispielen sieht man immer wieder, wie die alten Mysterien miteinander verwoben sind und sich gegenseitig beeinflusst haben.

Der Daumen und der Zeigefinger sind nach oben gerichtet. Bei der Mysterienhand zeigen die Symbole der Krone und des Sterns nach oben, d.h. die Symbole für das absolute Licht (Daumen) und die kosmische und himmlische Wahrheit (Zeigefinger).

Hieraus kann man wieder ein Gesetz aus dem Kybalion ableiten „Wie oben so unten; wie unten so oben“. Es heißt in dem Buch „Das Kybalion, S. 21“:
„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit, daß es zwischen den Gesetzen und Erscheinungsformen der verschiedenen Ebenen des Seins und Lebens eine Entsprechung gibt…. Das Begreifen dieses Prinzips gibt einem die Mittel in die Hand´, manchen unklaren Widerspruch zu lösen und manch verborgenes Geheimnis der Natur.“

Gemäß dieser Betrachtung liegt die Folgerung nahe, dass in jedem von uns ein Stück göttlicher Herkunft liegt und somit alle Menschen miteinander auf einer Ebene verbunden sind. Dieses Prinzip entspricht auch dem Grundgedanken der Freimaurerei, dass alle Menschen gleich sind und sich auf gleicher Ebene begegnen können.

Melancholie

Der Stich von Albrecht Dürer, die Melancholie stellt die rationale und imaginative Welt von Wissenschaft und Kunst dar. Eine eindeutige Erklärung gibt es bis heute nicht und das Bild lässt somit Raum für viele Interpretationen zu.

(Melancholie = Schwermut / Traurigkeit)

Eine Erklärung zu diesem Stich habe ich im Internet gefunden. Es heißt dort: „In gewisser Weise wird damit vorgeschlagen, den Stich als "Reflexionsblatt" zu nehmen - in dem philosophischen Sinn, wie es sich in diesem Jahrhundert immer mehr herauskristallisiert: daß in Kunst und Wissenschaft die melancholische Erfahrung und die Problematik des Wissenkönnens miteinander verbunden sind.“

Also ist der Stich als symbolische und allegorische Darstellung zu sehen. Das entspricht wiederum der Freimaurerei, wie auch in der Zeit von Dürer vorherrschenden hermetischen Bünden. Weg vom Glauben hin zum Wissen. Die Interpretation liegt somit im Auge des Betrachters.

Mit dem heutigen Wissen ist eine Deutung des Kunstwerkes aus christlicher, kabbalistischer und freimaurerischer Sicht durchaus möglich.

Einige Symbole finde ich sehr erwähnenswert.

  • Die Leiter mit seinen 7 Stufen als Anspielung auf die sieben freien Künste (Grammatica, Logica, Rhetorica, Arithmetica, Geometria, Astronomia, Musica). Die sieben Freien Künste spielen auch in der Freimaurerei eine Rolle. Je nach Grad sollen diese Bearbeitet werden. Der Lehrling übt sich in der Grammatik, Logik und Rhetorik. Der Geselle beschäftigt sich zusätzlich mit der Geometrie und Arithmetik. Der Meister widmet sich noch der Astronomie und der Musik.
  • Der Zirkel als Symbol für das göttliche und der Grenzen unseres eigen Wirken und Handeln.
  • Die Sonne als allsehendes Auge und Licht der Welt, dass das Wissen in die Welt bringt.
  • Der Regenbogen als Symbol Gottes, der nach der Sintflut den Bund mit den Menschen neu besiegelt. Der Regenbogen gilt als Symbol Vertrauen in den Bestand der Welt zu setzen.
  • Der Hammer und der zum Polyeder behauene Stein als Erinnerung an sich zu arbeiten.
  • Die Sanduhr als Symbol der Vergänglichkeit.
  • Die Waage als Symbol der Gerechtigkeit und der Begegnung auf der gleichen Ebene.
  • Das Bild hat noch wesentlich mehr zu bieten. Im verlorenen Symbol steht das magische Quadrat im Mittelpunkt der Betrachtung.

Dürer schafft es mit der Darstellung des magischen Quadrates, dass alle Zahlen in der horizontalen, vertikalen und auch über den Ecken die Zahl 34 ergeben. Im Buch werden die Zahlen zum entschlüsseln der Pyramide genutzt. Der entschlüsselte Text lautete „Jehova Sanctus Unus – Ein wahrer Gott“. Der Text steht aber auch als Pseudonym für Issac Newton. Für seine Schriften, die er mit Freunden über die Alchemie austauscht, benutzte er Jehova Sanctus unus als Anagramm für Isaacus Neutonuus.

War aber das magische Quadrat von Albrecht Dürer?

Albrecht Dürer war der erste, der in der europäischen Kunst das magische Quadrat abbildete. Er war zu seiner Zeit im engen Kontakt mit Cornelius Aggrippa, ein esoterischer Autor der Renaissance. Aggrippa beschäftigte sich unter anderem in seinem esoterischen Studium mit der Kabbala. Dort ist das magische Quadrat als solches auch bekannt.

Wenn wir heute über Esoterik reden, dann ist dieser Begriff negativ besetzt mit abstrusen Okkulten Handlungen. Im eigentlichen Sinne bedeutet Esoterik – der Blick nach innen. Also der Erkenntnis über einen selbst und zu sich selbst, bzw. als zu einem inneren Kreis gehörende Personen. Der Begriff tauchte als erstes bei dem Bund der Pythagoreer auf. Die Esoteriker durften nicht nur die Lehren hören, wie die Exoteriker, sie durften sie auch sehen, da sie mit dem Vortragenden hinter dem Vorhang waren.

In der Kabbala steht das magische Quadrat von Dürer für das Vierer Quadrat und bedeutet Kamea des Zinns (Jupiter) Sephira: Nezach.

Kamea waren Amulette, die in ihrer Eigenschaft das Böse abwehren sollten. Die Formeln, d.h. die magischen Zahlen wurden auf Platten graviert oder auf Pergament geschrieben. Auf den meisten kommt das jüdische Dreieck, das so genannte „Davidschild“ vor, das schon der König David auf seinem Schilde gehabt haben soll. (Hexagramm)

Das magische Quadrat steht in Beziehung zu den 7 Planeten des Altertums – Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond -, sowie den 7 unteren Sephirot.

Die Sephirot stellt den Lebensbaum des Judentums dar. Dieser Lebensbaum wächst aber vom oben nach unten, vom Göttlichen zum Menschlichen. Der Lebensbaum stellt den Urmenschen – Adam kadmon – dar.

In der unteren Sephirot ist Nezach enthalten. Die Bedeutung von Nezach lautet „Festigkeit“, d.h. das Vermögen des Beharrens.

Eine weitere Betrachtung der Kabbala würde an der Stelle zu weit führen. Die Verknüpfung des magischen Quadrats von Dürer bis hin zur Kabbala ist eine faszinierende Tatsache. Es deutet somit wieder alles darauf hin, dass es eine gemeinsame Quelle der Weisheit und des Urwissens geben muß. Die Wurzeln unserer Kultur und Wertevorstellungen lassen sich auf das Alte Testament und somit auf die drei Weltreligionen zurückführen.

House of Temple

Das Haus der Tempel – House of Temple – in Washington ist der Ort des großen Finale im Roman. Es ist der Sitz des Obersten Rates des schottischen Ritus.

Das Gebäude wurde der Grabstätte von König Mausolos II. nachempfunden, nach dem das Mausoleum benannt wurde. Im Außenbereich befinden sich 33 Säulen.

Der Tempel, Altar und das Sternenlicht wie im Buch beschrieben sind Wirklichkeit. In diesem Tempel soll am Ende Peter Solomon Mal‘akh, d.h. seinen eigenen Sohn, opfern. Hier laufen nun die einzeln Mysterien und Geheimnisse zusammen.

Die Akeda als Opferung des Sohnes. Wobei es hier eher unfreiwillig passiert. Die Durchführung der Opferung mit der linken Hand, also mit den bösen Absichten durch die Hand des Verräters und der Weihung von Mal‘akh zum Dämon.

Das abtrennen der Hand ist auch in freimaurerischen Ritualen als symbolische Handlung enthalten. Die Hand wurde einem früher abgetrennt als Strafe für Verrat oder Betrug. Mal‘akh hat in der Handlung seines Vaters, ihn nicht aus dem Gefängnis in der Türkei zu befreien, eine verräterische Handlung gesehen, für die er büßen sollte.

Diese Handlung zeigt auf, dass gute gemeinte Absichten auf der einen Seite, negative Handlungen auf der anderen Seite auslösen können, ohne dass in der eigentlichen Handlung etwas Böses beabsichtigt wurde. Das verlorene Wort wurde nicht gefunden, da es nicht gefunden werden kann. Es ist eine allegorische Begrifflichkeit, die einen Anregen soll die Geheimisse im inneren zu suchen, d.h. die Erkenntnis über das eigene Ich. Das Göttliche ist in jedem von uns, wenn auch nur eine Splitter dessen. Somit sind alle Menschen miteinander verbunden und so sollten wir uns auch gegenüber treten. Die Freimaurerei bietet hier einen theoretischen Rahmen, die praktische Umsetzung obliegt jedem einzelnen Freimaurer selbst nach seinen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Jeder kann für sich große Dinge erreichen und in der Gesamtheit hat jeder seinen Platz.

Washington Monument

Eine weitere faszinierend Stelle im Roman ist die Erklärung des Washington Monuments. Jeder kennt es, doch die wenigsten kennen die symbolische Bedeutung, die damit ausgedrückt wird. Das Washington Monument wurde von 1848 bis 1884 gebaut und ist 555 Fuß, das entspricht 169m, hoch. Auf seiner Spitze befindet sich eine Pyramide aus Aliminium mit der Inschrift „LAUS DEO“ – „Gelobt sei Gott“.

Eine weitere symbolische Form offenbart sich beim Blick von oben auf das Bauwerk. Es sieht aus wie ein Kreis mit dem Bauwerk als Punkt (Circumpunct), einem Symbol für das Göttliche und auch in der Freimaurerei ein wichtiges Symbol.

Ich zitiere aus dem Roman die folgende Stelle, da sie für mich einen hohen symbolischen Charakter hat und einen emotional berührt. Es handelt sich „nur“ um einen Roman, doch ist es eine sehr beeindruckende Stelle:

„Das Licht kroch über den Deckstein immer weiter in die Tiefe, je höher die Sonne über den Horizont stieg. Langdon konnte beinahe spüren, wie ringsum die Himmelskörper auf ihren ewigen Kreisbahnen durch das Universum zogen. Er dachte an den großen Baumeister aller Welten und daran, dass Peter betont hatte, der Schatz, den er Langdon zeigen wollte, könne allein durch den Architekten enthüllt werden. Langdon hatte angenommen, dass Warren Bellamy gemeint war. Er hatte sich geirrt.“ (Es handelt sich um den GBAW)

Die Sonnenstrahlen wurden heller, wärmer, kräftiger, und das goldene Leuchten umhüllte den gesamten massiven Deckstein des Obelisken. Das Bewusstsein des Menschen, wie es Erleuchtung empfängt. Schließlich schob das Licht immer tiefer, auf dem Weg, den es am Morgen nahm. Der Himmel fährt zur Erde nieder. Gott verbindet sich mit dem Menschen. Der Vorgang, erkannte Langdon, kehrte sich am Abend wieder um. Die Sonne tauchte im Westen unter den Horizont, und das Licht stieg von der Erde zurück zur Spitze des Obelisken, bis es im Himmel verschwunden war…um sich auf einen weiteren Tag vorzubereiten.“

„Wie oben so unten..“

Auf der ganzen Welt gibt es solche Monumente, wie in Paris und Rom. Ihren Ursprung haben all diese Bauwerke aber in Ägypten bei den Pyramiden.

Auch hier kann man sich wunderbar vorstellen, wie ein Sonnenaufgang und -Untergang auf einen wirken kann. Wenn ein solches Ereignis dann noch in eine rituelle Handlung eingebunden ist, dann wird es einen emotional doch sehr in den Bann ziehen.

Bei der großen Pyramide fehlt der Schlussstein (Capstone), d.h. die Pyramide ist unvollkommen. Hier besteht die Verbindung zur Pyramide im Roman die durch verschiedene Rätsel zu entschlüsseln ist und zum vermeintlichen Geheimnis der Freimaurer und der Welt führen.

Ich zitiere folgende Stelle aus dem Buch „Das verlorene Symbol“:
Als die Sonne über Washington aufging, blickte Robert Langdon hinauf in den Himmel, wo die letzten Sterne der sterbenden Nacht verblassten. Er dachte an die Wissenschaften, an den Glauben, an den Menschen. Er dachte daran, dass jede Kultur in jedem Land und in jedem Zeitalter stets eines gemeinsam gehabt hatte. Wir alle hatten den Schöpfer. Wir mögen unterschiedliche Namen benutzt haben, unterschiedliche Gesichter, unterschiedliche Gebete, doch Gott war stets eine universelle Konstante der Menschheit. Gott war das Symbol, das wir alle teilen…das Symbol für alle Geheimnisse, die wir nicht verstehen. Die Alten priesen Gott als Symbol für unser grenzenloses menschliches Potenzial, doch dieses Symbol ging im ewigen Lauf der Zeit verloren. Bis zum heutigen Tag. In diesem Augenblick, hoch oben auf dem Kapitol, im wärmenden Licht der Sonne dieses jungen Tages, spürte Robert Langdon, wie etwas in ihm aufwallte, etwas gewaltiges, Machtvolles, eine innere Bewegtheit, so tief und aufwühlend, wie er sie noch nie zuvor empfunden hatte.

Hoffnung

Ich habe nur einige, für mich wichtige Teilaspekte aus dem Roman herausgegriffen. Je nach Perspektive gibt es sicherlich noch viel mehr zu ergründen.

Es handelt sich hierbei um ein Konglomerat von Themen angefangen von der Freimaurerei, über die hermetischen Wissenschaften, der Kaballa, dem Kybalion der Rosenkreuzer und der Bibel - um nur die Wesentlichen zu nennen – die in einer sehr spannenden Art und Weise zu einen wunderbaren Roman zusammengefügt wurde.

Mir ist es wichtig aufzuzeigen, welche Schätze in einem Trivial-Roman, wie dem vorliegenden Buch von Dan Brown, stecken können. Dan Brown hat es geschafft viele Denkansätze in einer Geschichte fiktiv miteinander zu verbinden.
Dieses Buch gibt demjenigen HOFFNUNG, der bereit ist sich auf die Reise, nein, auf die Suche zu begeben.

Es geschehe also.

Ehrwürdiger Meister, liebe Gäste, geliebte Brüder alle, mein Vortag ist beendet.


Dirk Kristek, im Orient Friedberg Montag, den 25. Januar 2009

Quellennachweis

Siehe auch

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