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Friedrich Hasselbacher: Feldlogen im ersten Weltkrieg - Teil 7

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Inhaltsverzeichnis

Friedrich Hasselbacher: Feldlogen im ersten Weltkrieg - Teil 7

Bei der Hetzschrift "Volksverrat der Feldlogen im Weltkriege" handelt es sich um eine Nationalsozialistische-Publikation mit eindeutig demagogischer Zielsetzung, die dazu beitrug, die Freimaurerei im Deutschland des "Dritten Reiches" zu zerstören.
Sie sollte sehr kritisch gelesen werden. Zum besseren Verständnis dieser Auszüge empfiehlt es sich, zunächst die einführende Rezension von Roland Müller zu lesen: Rezension: Friedrich Hasselbacher: Feldlogen



Die Feldloge „Stern von Brabant“ in Brüssel (1916-1918)

Quelle: Friedrich Hasselbacher: Volksverrat der Feldlogen im Weltkriege. 1941, 63-78 (= 7. erweiterte und völlig neubearbeitete Auflage von: Hoch- und Landesverrat der Feldlogen im Weltkriege. 1935)

[Wiedergabe ohne die im Text erwähnten Abbildungen]

Der Judenstern von Brabant

Wir wollen nunmehr die Feldloge „Stern von Brabant“, die zur Großloge von Preußen, genannt „Zur Freundschaft", gehörte, einer Betrachtung unterziehen.

Ich könnte dies sehr kurz und bündig tun, denn unsere Abbildung Nr. 7 die das Abzeichen dieser Feldloge zeigt, genügt vollauf, den Geist, das heißt das Niveau des Logentums, zu offenbaren, das auch die Brr. dieser Feldloge erfüllte. Wir sehen: Das Eiserne Kreuz im Judenstern!

Mehr wäre für uns zu wissen gar nicht nötig. Männer, die sich solch ein Schandwerk an schwarz-weiß-roten oder blau-goldenen Bändern um den Hals zu hängen vermochten, haben damit bewiesen, daß ihr Denken und Empfinden einer Vergiftung anheimfiel, die in ihnen jedes Gefühl der Achtung und der Ehrerbietung gegenüber so heiligen Werten ertötete, wie sie im Eisernen Kreuz symbolisch ihren Ausdruck finden!

Wir könnten also das Kapitel „Stern von Brabant" bereits schließen, ohne befürchten zu müssen, daß auch nur einer unserer Leser uns den Vorwurf machen würde, wir seien in der Beweisführung zur Rechtfertigung des Buchtitels nicht erschöpfend.
Aber Gründe, die weit wichtiger sind und mir verpflichtender erscheinen als es die Erfüllung einer im Titel aufgestellten Behauptung sein kann, zwingen mich, die Akten dieser Feldloge hier zu behandeln.

Der Kampf gegen die Freimaurerei darf nicht darauf beschränkt bleiben, sie anzuklagen, man muß sie psychologisch untersuchen, in allen ihren Methoden, Mitteln und Wegen, in ihrer Technik und Systematik, in ihrer Mentalität und Taktik bis in kleinste zergliedern und darstellen, so daß nichts, aber auch rein gar nichts mehr an und in ihr unergründet bleibt. Ihre Waffen und Einbruchsstellen, ihre Stärken und Schwächen müssen endlich so klar und eindeutig aufgezeigt werden, daß sie zum ersten Male, aller Phrasengewänder entkleidet und aller Pseudonyme entblößt, buchstäblich nackt dasteht.

Ekel und Abscheu muß man wachrufen, indem man ihre Symbolik und ihr Brauchtum enthüllt. Widerwillen und beißenden, tötenden Spott muß man auslösen; an alle völkischen Abwehrkräfte und rassischen Instinkte des Stolzes, des Ehrgefühls und der Sauberkeit ist zu appellieren, um in den Herzen und Sinnen von Millionen deutscher Väter und Mütter den heiligen, unbeugsamen Willen zu wecken, ihre Söhne so zu erziehen, daß sie nie und nimmer, in keiner Lebenslage und mit keinem Lockmittel, mit keiner gleisnerischen Redensart und keiner übertünchten Menschenveredelungsphrase sich dazu bewegen lassen und sich dazu hergeben, der Freimaurerei und dem Liberalismus jemals wieder Rekruten zu stellen! Sie dürfen niemals „Bürger zweier Reiche“ sein, sondern müssen immer als „Bürger eines Reiches“ denken und handeln.

So, nur so kann die Freimaurerei wirklich und vernichtend geschlagen werden!

Nicht sprühender Haß, nicht augenblickliche Empörung, nicht polternder Zorn vernichten die Freimaurerei, sondern eisige Abwehr. Der deutsche Mensch muß ihr kalt und unnahbar gegenüberstehen. Die deutschen Herzen müssen ihr verschlossen, die deutschen Sinne verriegelt sein, weil die völkische Weltanschauung die deutschen Geister ausrichtet und sie aus der Totalität des Blut- und Bodenrechtes lehrt, im Vaterland das heilige Land zu finden! Dann wird die Freimaurerei, dann wird jedes überstaatliche Denken überhaupt an innerer Auszehrung sterben.

Das ist's, was uns als Kampfaufgabe vorschwebt, der es allen Anfeindungen und Mißdeutungen zum Trotz weiterhin folgen heißt. Das ist's, was auch mit diesen Enthüllungen und - wenn man will - Anklagen über den Volksverrat der Feldlogen erreicht werden soll. Darum wollen wir weiter in den Akten der Feldlogen forschen und jetzt dem „Stern von Brabant" auf seiner Bahn am Himmel der „Menschenrechte" folgen.

„...eine schamlose Schmähung!“

Als unsere Aufklärungsarbeit 1928 die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf die Feldlogenarbeit richtete, erhob sich ganz von selbst die Frage, ob an den Zusammenkünften in „deutschen" Feldlogen auch Freimaurer des besetzten Gebietes, also Mitglieder anderer Großlogen oder Großoriente teilgenommen hätten. Schon das Aufwerfen dieser Frage löste auf der freimaurerischen Seite eine auffallende und geradezu verdächtige Betriebsamkeit aus, die darauf abgestellt war, jede Möglichkeit einer solchen Beteiligung auf das entschiedenste zu bestreiten.

So finden wir im Bd. I der Broschüre „Die Vernichtung der Unwahrheiten über die Freimaurerei", herausgegeben vom „Verein deutscher Freimaurer", Seite 18/19 (1.-3. Auflage, Leipzig 1928), Seite 17/18 (4. Auflage, Leipzig 1929)

25. Ist es wahr, daß im Weltkrieg Freimaurer feindlicher Länder (und Großlogen) an den Zusammenkünften Deutscher Feldlogen teilgenommen haben?"
In der Antwort heißt es:
„An dieser Behauptung ist kein Wort wahrt"
„Daß ausländische Freimaurer aus den mit Deutschland im Krieg stehenden Ententeländern an den Arbeiten der Feldlogen als Besuchende teilgenommen hätten, ist eine schamlose Schmähung, wie auch das Zeugnis der Angehörigen der ehemaligen Feldlogen, beweist. Ein solches Zusammenarbeiten mit französischen, englischen, belgischen usw. Ententefreimaurern hat nie stattgefunden.“ (1)

Nach dem, was wir bislang schon über die Feldlogen vernommen und dabei an Tatsachen festgestellt haben, werden die zitierten Sätze aus dem freimaurerischen Lügenbrevier jeden Leser in Erstaunen versetzt haben. Ist doch nach dem bisherigen Untersuchungsergebnis schon klar erwiesen, daß Freimaurer von anderen Großorienten mit Brrn. „deutscher" Feldlogen Verkehr gepflegt haben. In Brüssel finden wir nun erneut den Beweis für Beziehungen auf der Basis der im Weltkriege weder eingeschränkten noch aufgegebenen freimaurerischen Grundgedanken:

„In Brüssel ist nun auch eine Feldloge: „Stern von Brabant" gegründet worden; sie zählt etwa 20 Mitglieder und zwei (2) besuchende Mitglieder belgischer Logen."

So liest man wörtlich im „Bundesblatt", dem amtlichen Organ der Großen National-Mutterloge, genannt „Zu den drei Weltkugeln", Nr. 7, Berlin, den 1. April 1916, Seite 206.

Wir dürfen also auf Grund dieser offiziellen Mitteilung zunächst einmal folgendes feststellen:

1. Der „Verein deutscher Freimaurer" erklärte, wer behaupte, „daß ausländische Freimaurer aus den mit Deutschland im Kriege stehenden Ententeländern an den Arbeiten der Feldlogen als Besuchende teilgenommen hätten", spreche damit „eine schamlose Schmähung" aus.

2. Jemand „schamlos schmähen", bedeutet doch fraglos: ihn schamloser Handlungen zeihen.

3. Der „Verein deutscher Freimaurer" ruft als Beweis für die Richtigkeit seiner Erklärung „das Zeugnis der Angehörigen der ehemaligen Feldlogen" an.

4. An den Arbeiten der Feldlogen in Brüssel haben lt. „Bundesblatt" Freimaurer des Großorients von Belgien teilgenommen. Damit ergibt sich

5. aus Ziffer 1-4 logisch und unwiderlegbar, daß die Feldlogen schamlos gehandelt und ihre Brr. zur Vertarnung dieser Schamlosigkeit obendrein noch wissentlich falsches Zeugnis abgelegt haben.

Die Frage, welche Brr. des Großorients von Belgien das waren, was, wie oft, bei welchen Gelegenheiten usw. sie sich an Arbeiten oder Zusammenkünften einzelner Feldlogen beteiligten, ist zunächst einmal völlig unerheblich, denn der „Verein deutscher Freimaurer" bestreitet jede irgendwie geartete Teilnahme irgendwelcher Brr. Freimaurer aus Feindbundgroßlogen überhaupt als „schamlose Schmähung"!!
Darauf allein kommt es hier im Augenblick an. Der Nachweis aber, daß der „Verein deutscher Freimaurer" die Unwahrheit gesagt hat, ist vorhergehend unwiderleglich und klar geführt worden.

Ja, wir dürfen sogar noch weiter gehen und als erwiesen ansehen:
6. daß der „Verein deutscher Freimaurer" in seiner Erklärung nicht infolge eines Irrtums oder aus Unkenntnissondern sondern bewußt die Unwahrheit gesagt hat! Daß man im „Verein" das „Bundesblatt" nicht gelesen habe, ist ausgeschlossen. Damit ist des weiteren erwiesen, daß die hier zitierte Verteidigungerklärung Tatsachen, die man im Bruderkreis in „Handschriften, nur für Brr. Freimaurer" bekanntgab, vor der nichtfreimaurerischen Öffentlichkeit nicht nur ableugnet und bestreitet, sondern daß die freimaurerische Seite nicht einmal genierte, darüber hinaus noch jeden Gegner, der nichts als die Wahrheit sagte, als Verleumder zu beschimpfen, der mit „schamlosen Schmähungen" operiere!

Für wie bedenklich das brüderliche Einvernehmen mit den Ententemaurern selbst in freimaurerischen Kreisen angesehen wurde, beweist folgende Tatsache.

Sorge um Sterne

Ein besonders rühriger Bruder, der in maurerischen Kreisen sehr bekannte Generaloberarzt a. D. Br. Dr. Max Volkenrath, Meister vom Stuhl der Loge „Zur festen Burg am Main" in Würzburg, Ehrenmitglied der Großen National-Mutterloge, genannt „Zu den drei Weltkugeln", Ehrenmeister der Loge „Zum goldenen Rad" in Mainz, Mitglied bei Feldloge in Lüttich, sah aus dem eigenartigen „nationalen" Verhalten der Logen in Deutschland während des Krieges schon 1916 eine schwere Gefahr für die Zukunft aufsteigen und brachte damals schon im Verlag des Freimaurers Bruno Zechel in Leipzig eine „Handschrift, nur für Brr. Freimaurer", heraus, die sich betitelt: „Deutsche Freimaurerei als Ergebnis des Weltkrieges, Kriegsbetrachtungen eines deutschen Freimaurers im Felde von Br. Dr. Volkenrath."
Er schreibt auf Seite 7:

„Lange hat es aber gedauert, bis durch dieses unerhörte Schicksal, diesen Weltenbrand, welcher der Menschheit heiligste Güter zu vernichten drohte, und der Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes entscheiden sollte, aufgerüttelt, auch die deutsche Freimaurerei eine dieser großen Zeit entsprechende Stellung Volk und Vaterland gegenüber einnahm."

Diese der „großen Zeit entsprechende Stellung" konnten wir ja bei den bisherigen Untersuchungen, besonders an Hand der Speisekarten, sehr deutlich feststellen!!

Doch hören wir Br. Volkenrath weiter; Seite 10/11 sagt er:

„Es muß uns doch etwas bange werden vor dem Kampfe, der später von allen Seiten gegen uns eröffnet wird, wenn wieder der Friede eingekehrt und die Zeit des „Burgfriedens" vorüber ist! Wir werden einen schweren Stand haben, und daher gilt es, sich schon jetzt nicht nur auf diesen Kampf, für welchen unseren Gegnern so viele mächtige Waffen gegen uns zu Gebote stehen, zu rüsten, sondern auch ihm vorzubeugen."

Br. Dr. Volkenrath meint dann, die „erste äußere Folge" werde der mangelnde Nachwuchs sein - was ja auch eingetroffen ist - und bemerkt sehr richtig auf Seite 11:

„Jeder, dem sein Volk, sein Vaterland und sein Deutschtum noch „über alles in der Welt" geht, muß ja ein berechtigtes Mißtrauen gegen einen Bund hegen, welcher Beziehungen zu allen Völkern der Erde pflegen will und besonders zu denjenigen unterhielt, welche jetzt unsere erbittertsten und erbarmungslosesten Gegner sind!"

Br. Dr. Volkenrath macht Vorschläge, wie die Logen Deutschlands „in deutsche (germanische) Logen" umzuwandeln wären, und da heißt es u. a. auf Seite 12:

„Um unsere Stellung nun wieder zu einer angesehenen und geachteten in der Welt, zunächst bei unserm eigenen Volke zu machen - was doch gewiß die Hauptsache ist -, wird es notwendig werden, daß seitens der deutschen Großlogen im Namen aller ihrer Tochterbünde eine unzweideutige Erklärung - auch für die Öffentlichkeit bestimmt - abgegeben wird, worin zum Ausdruck gebracht wird, daß erstens das Tischtuch zwischen der deutschen (germanischen) und der fremden, bzw. lateinischen Freimaurerei - die englische eingeschlossen - nun auch äußerlich endgültig zerschnitten ist ...“

Dann schreibt er von der „Wiedergeburt der deutschen Freimaurerei", die nur auf „nationale Grundlage gestellt", „Berechtigung und Bestand" habe, und kommt dabei zu der Folgerung, Seite 15:

„Wir brauchen uns dadurch nicht in Gegensatz zu den Brüdern und Logen der anderen, besonders der feindlichen Völker, zu setzen, brauchen ihnen nicht für alle Ewigkeit den Fehdehandschuh hinzuwerfen …“ (aha! F. H.)

Zum Schluß heißt es, Seite 17:

„Ich fürchte vielmehr, daß, abgesehen davon, daß jetzt hier und da einige echte deutschfühlende Brüder auch zu Wort kommen und verstanden werden, alles beim alten bleibt, und daß, wenn dieser Krieg und seine Folgen glücklich einigermaßen überstanden, etwas verwunden und vergessen sein werden, allmählich sogar wieder versucht wird, die alten, liebgewordenen „Beziehungen" zu den „Freunden" jenseits des Rheins, des Kanals und der Alpen wieder anzuknüpfen.
Ohne daß ich so etwas ahnen konnte, finde ich zur Bestätigung meiner Auffassung soeben nach Vollendung meiner Abhandlung im Heft 7 des „Bundesblattes" vom 1. April 1916 (!) unter Brüssel (S. 206) folgende Mitteilung:
„In Brüssel ist nun auch eine Feldloge: „Stern von Brabant" gegründet worden; sie zählt etwa 20 Mitglieder und zwei besuchende Mitglieder belgischer Logen. Meister vom Stuhl ist usw."

Wir sehen wieder, daß die vom „Verein deutscher Freimaurer" vor der Öffentlichkeit als „schamlose Schmähung" bezeichnete Behauptung brüderlicher Beziehungen der Feldlogen zu Feindbundlogen-Angehörigen in Wirklichkeit nicht mir absolut richtig und unwiderlegbar ist, sondern daß man in freimaurerischen Kreisen selbst mit großer Besorgnis darüber sprach.
Diese Besorgnis aber gibt uns gleichzeitig die Erklärung dafür, warum der „Verein deutscher Freimaurer" die Tatsache dieses brüderlichen Verkehrs so heftig bestritt; denn sie bewies ja die anationale Geisteshaltung der Feldlogen und war eine Gefahr für die Freimaurerei in Deutschland an sich, weil deren Gegner damit in die Lage gesetzt wurden, die Rolle der Freimaurerei vor aller Öffentlichkeit anprangern zu können! Die Freimaurerei in Deutschland glaubte, sich mit derartigen Entrüstungsrufen zu schützen. Nun zeigt sich aber, daß gerade die Gehässigkeit, mit der diese Abwehr betrieben wurde, auf die Logen selbst zurückfällt, die uns damit das Recht geben, die unwahre Behauptung, wir bedienten uns „schamloser Schmähungen", damit zu quittieren, daß wir vor aller Welt feststellen: die Feldlogen handelten schamlos.

Der „Stern von Brabant“

Wir wollen nun das weitere freimaurerische Beweismaterial prüfen, das über die Arbeit der Feldloge „Stern von Brabant" in Brüssel in so reicher Fülle vorliegt. Einige der zahlreichen Dokumente und Verlautbarungen mögen hier genügen:
„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 5, XVI. Jahrg., Bayreuth, Februar 1916, Seite 157:

„In Brüssel eröffnet im Laufe des Monats Februar eine neue Feldloge, „Stern von Brabant", unter der Konstitution der Großen Loge von Preußen, genannt „Zur Freundschaft", ihre Arbeit."

„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 7, XVI. Jahrg., Bayreuth, April 1916, Seite 210/211:

„- Feldloge in Brüssel. Schon gegen die Mitte des Jahres 1915 vereinigten sich in Brüssel mehrere Brüder zu maurerischen Zusammenkünften. Der ständige Wechsel in den Besatzungstruppen, dienstliche Behinderungen und anderes mehr waren schuld daran, daß sich ein festerer Zusammenhalt nicht gleich gewinnen ließ. (Man beachte die Tatsache, daß die Freimaurer in ihrem militärischen Dienst eine Behinderung bei der Arbeit im Tempel Salomons erblickten! Wir stellen diese merkwürdige Pflichtauffassung der Brr. hier ausdrücklich fest! F. H.)
Erst nachdem sich infolge von Bekanntmachungen in den Zeitungen eine größere Anzahl Brüder versammelt hatte, konnte am 8. 12. 1915 die Gründung einer Feldloge beschlossen werden. Sie wurde unter den Schutz der Großen Loge von Preußen, genannt zur Freundschaft, gestellt und erhielt den Namen „Stern von Brabant". Hierbei wurde auf den Wunsch einiger in Brüssel ansässiger deutscher Brüder - die bisher belgischen Logen angehörten - Rücksicht genommen; der Name ist so gewählt, daß er für eine nach Auflösung der Feldloge neu zu gründende deutsche Loge benutzt werden kann (3).
Meister vom Stuhl der Feldloge ist Br. Beese (Telegrapheninspektor beim Fernsprechamt Brüssel, Strohstraat 5). Die Arbeiten und Zusammenkünfte finden bis auf weiteres jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, im oberen Saal des Gasthauses zu den drei Schweizern, Münzplatz, in Brüssel statt.
Die erste Arbeit der Feldloge hat am 23. Februar stattgefunden. Sie galt der Aufnahme zweier dienender Brüder. Die feierliche Einweihung des Tempels wird erst gegen Ende März erfolgen, da der Ehrwste Großmeister in Aussicht gestellt hat, sich selbst zu diesem Zwecke nach Brüssel zu begeben, aber vorher nicht abkömmlich ist. Bis jetzt sind 31 Brüder der verschiedenen deutschen Systeme - Angehörige der Besatzungstruppen und der Verwaltungsbehörden - als Mitglieder beigetreten; ferner haben sich sechs deutsch-belgische Brüder (4) als ständig besuchende angeschlossen.
Am 26. März hat nun die neue Bauhütte ihre Weihe durch feierliche Lichteinbringung erhalten. Der Großmeister der Großen Loge von Preußen, genannt „Zur Freundschaft (5), unter deren Schutz die Feldloge arbeitet, hat die Weihe selbst vorgenommen. Der Arbeit schloß sich eine Tafelloge an."

„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 3, XVII. Jahrg., Bayreuth, Dezember 1916, Seite 87:

„- Die Feldloge „Stern von Brabant". Or. Brüssel, hat im November herzliche Einladung zur Feier der ersten Wiederkehr des Gründungstages (8. Dezember) durch eine Festarbeit am Sonntag, dem 10. Dezember, 4 Uhr nachm., im Tempel „Grand-Hotel" (Anspachplaan 29) in Brüssel ergehen lassen."

Zu diesem Fest ergingen auch persönliche Einladungen, die wir in den Abbildungen 49, 50 und 51 dieses Buches wiedergegeben. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wurde gefeiert. Einige weitere Mitteilungen in der freimaurerischen Presse mögen dies beweisen:

„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 12, XVII. Jahrg., Bayreuth, Dezember 1917, Seite 389:

„- Der „Herold" bringt einen längeren Bericht über die Johannisfeier der Feldloge „Stern von Brabant" zu Brüssel. Weit über 100 Teilnehmern gab diese Feier Gelegenheit, wieder einmal in die Kette zu treten und sich fern von der Heimat als Brüder unter Brüdern zu fühlen.
Br. Beese, als Meister vom Stuhl, eröffnete mit einer gehaltvollen Ansprache die Arbeit. Der stellvertretende Redner, Br. Müller, erörterte in seinem Festprogramm die Bedeutung Johannis des Täufers für die Freimaurerei (welch wichtige Frage in der Etappe! F. H.). Der Schriftführer, Br. W. Appel, gab einen kurzen Rückblick über die Ereignisse im Bruderkreise der Feldloge während des verflossenen Halbjahres.
Die Mitgliederzahl ist auf 103 angewachsen. Seit der Gründung vor 11/2 Jahren haben 11 Neuaufnahmen stattgefunden. Den Dank der Gäste sprach Br. Josky aus, der zug. Meister v. St. der Feldloge „Zum eisernen Kreuz" in Lüttich, mit der die Feldloge in Brüssel innige freundnachbarliche Beziehungen pflegt. Nach der stimmungsvollen Festarbeit hielt eine Tafelloge die Brüder noch in Freude und Eintracht beisammen."

„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 12, XVII. Jahrg., Bayreuth, Dezember 1917, Seite 389:

„- Die Feldloge „Stern von Brabant" in Brüssel beging am Sonntag, dem 9. Dezember, ihr zweites Stiftungsfest. Aus diesem Anlasse fand um 4 Uhr nachmittags eine Festarbeit in den Logenräumen - Grand-Hotel, Anspachplaan 29, in Brüssel - statt, an die sich eine Tafelloge anschloß. Alle Brüder aus dem Felde und aus der Heimat wurden herzlich dazu eingeladen."

„Die Leuchte", Unabhängige kritische Monatsschrift für die deutsche Freimaurerei, 9. Jahrg., Nr. 6, Lennep, Juni 1918, Seite 61:

„- Brüssel. Die Feldloge „Stern von Brabant" wird zur Feier des Johannistages am Sonntag, dem 23. Juni, nachmittags 4 Uhr, in den Logenräumen Taverne de la Regence, Ecke Regentiestraat und Koningplein (Place Royale), eine Festarbeit abhalten, an die sich eine Tafelloge schließen wird. Sie würde sich herzlich freuen, an diesem Tage möglichst zahlreiche Brr. aus der Heimat, von der Front und aus den besetzten Gebieten des Westens bei sich zu sehen und mit ihnen in die Brkette zu treten."

„Bayreuther Bundesblatt" Nr. 8, XVIII. Jahrg., Bayreuth, August 1918, Seite 187/191:

Hier finden wir den Tätigkeitsbericht der Feldloge „Stern von Brabant" von Dezember 1917 bis Ende Juni 1918. Daraus geht hervor (S. 187), daß der Mitgliederstand 143 Brr. erreicht hat: 82 Meister, 19 Gesellen, 21 Lehrlinge, 6 Ehrenmitglieder, 12 ständig besuchende Brr. aus Belgien und 3 dienende Brr.
S. 189 lesen wir, daß am 31. Dezember die Brr. fröhlich Silvester feierten.
S. 190 erfährt man, daß das ständige Wachsen der Loge diese nötigte, mehrfach die Lokale zu wechseln.

Auf derselben Seite tritt aber auch der Ernst des Lebens in betrüblicher Weise an die Brr. heran:

„In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß mit der längeren Dauer des Krieges alle Preise für die Ausgaben der Feldloge in steter Steigerung begriffen sind und daß es den Brüdern Schaffner immer schwerer fällt, Speis und Trank zu annehmbaren Preisen für unsere Brudermahle und Zusammenkünfte zu beschaffen."

Damit wollen wir den kurzen Streifzug durch die Logenpresse beschließen. Er zeigte uns, daß die Freimaurerei in der Etappe Brüssel blühte und gedieh.

„Künstliche Juden“

Ehe wir aber von dieser Feldloge Abschied nehmen, müssen wir uns noch ihre Tafelfolgen, Johannisfeste usw. etwas näher besehen. Wie es bei solchen Gelegenheiten zuging, zeigten uns schon die Dokumente der Feldloge in Lüttich.
In Brüssel war es nicht anders. Zum Beweis sollen diesmal nicht Menükarten, sondern Photographien herangezogen werden, auf denen wir die Brr. der Feldloge „Stern von Brabant" in fröhlicher Tafelrunde sehen. (Abb. 39-48.)

Mehrere dieser Schanddokumente zeigen deutsche Männer in voller Uniform, die sich über das feldgraue Ehrenkleid den jüdischen Freimaurerschurz gebunden haben und bei denen an allerlei bunten Bändern, Bändchen und Schleifen die verschiedensten und wunderlichsten Freimaurer„ordern" vor der Brust herumbaumeln.

Welcher Geschmacklosigkeit war doch das Logentum der Brr. solcher Feldlogen fähig!

Dem Leser wird aber auf einigen dieser Bilder eines auffallen: Alle Brr. sitzen mit bedecktem Haupt im Zimmer, die Zivilisten tragen Zylinder und die Uniformierten haben die Helme auf. Welchen Grund mag das haben?

Offizielle Freimaurerschriften mögen uns die erforderlichen Aufschlüsse geben. Über die Sitte, den Hut bei besonderen Gelegenheiten in der Loge aufzubehalten, lesen wir:

1. Br. Hermann Gloede: „Allgemeine Instruktionen."

Lehrbuch für die Mitglieder der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. 1. Teil. Die Johannisgrade. Neue Bearbeitung. Als Handschrift mit großmeisterlicher Genehmigung für Brr. Freimaurer gedruckt. Berlin 1910:
„Gebrauchtum der Johannisloge."
2. Bändchen: Ritualien und Arbeitsteppich der Johannismitbrüder. Neue Bearbeitung. Sieben Instruktionen. Als Handschrift für Brr.-Gesellen gedruckt. Berlin 1901:
„Da unsere Gebrauchtümer auch direct an das jüdische Priestertum anschließen, so kann man unsere Gewohnheit, das Haupt zu bedecken, als ein Zeichen deuten, daß wir eine heilige priesterliche Gemeinde zu bilden haben."

2. Br. Johann Christian Gädicke: „Freimaurerlexikon."
Nach vieljährigen Erfahrungen und den besten Hilfsmitteln ausgearbeitet. Berlin 1818:

„Er (der Hut in der Loge, F. H.) ist ein Sinnbild der Freiheit vor dem Gesetze. Und da, wo alle sich damit bedecken, ein Bild der Gleichheit … der Gesinnungen und der Handlungen."

3. „Allgemeines Handbuch der Freimaurerei."

2. völlig umgearbeitete Auflage von Lenning's. Encyklopädie der Freimaurerei. Zweiter Band. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1865:
„Auch die Israeliten erscheinen in ihren Tempeln mit bedecktem Haupte. In ähnlicher Weise bedecken sich die Freimaurer bei ihren Versammlungen mit dem Hute zum Zeichen ihrer Freiheit und brüderlichen Gleichheit. Auch die Quäker in England verbieten der Gleichheit wegen das Abnehmen des Hutes."

4. „Allgemeines Handbuch der Freimaurerei."

3. völlig umgearbeitete und mit den neuen wissenschaftlichen Forschungen in Einklang gebrachte Auflage von Lenning's Encyklopädie der Freimaurerei. Herausgegeben vom Verein deutscher Freimaurer, Erster Band. Leipzig. Max Hesse's Verlag. 1900:
„Auch die Israeliten erscheinen in ihren Tempeln mit bedecktem Haupte. Auch die Quäker in England verbieten der Gleichheit wegen das Abnehmen des Hutes. In ähnlicher Weise bedecken sich die Freimaurer bei ihren Versammlungen mit dem Hut zum Zeichen ihrer Freiheit und brüderlichen Gleichheit."

5. „Die Vernichtung der Unwahrheiten über die Freimaurerei."

Herausgegeben vom Verein deutscher Freimaurer. 3. vermehrte Auflage. Leipzig. 1928:
„Mit dem Gebrauche der Juden, in den Gotteshäusern das Haupt zu bedecken, hat dieses freimaurerische Gebrauchtum gar nichts zu tun."

6. Eugen Lennhoff und Oskar Posner: „Internationales Freimaurerlexikon."

Amalthea-Verlag. Zürich. Leipzig. Wien. 1932:
„Da sich auch die Juden bei ihrem Gottesdienste mit dem Hut bedecken, hat die beziehungsreiche Literatur der Gegner hier eine jüdische Sitte vermutet, die ihr zur Erklärung der jüdischen Abstammung der Freimaurerei gelegen kam."

Absichtlich habe ich die verschiedenen, einander mehr oder weniger stark widersprechenden Lesarten derselben Fragebeantwortung einander hier gegenübergestellt. Der Leser wird jetzt fragen: „Und was stimmt denn nun eigentlich?" Diese Frage ist sehr schnell beantwortet. Die Quellen 2-6 sind auch der nichtfreimaurerischen Öffentlichkeit zugänglich, ja, Nr. 5 ist sogar eine ausgesprochen öffentliche Abwehrschrift. Der Gloede jedoch wurde nur für den Hausgebrauch, also nur für Brr. Freimaurer, und auch hier nur für solche vom 2. Grad an aufwärts, geschrieben.
Der evtl. Einwand, Gloede allein sei nicht maßgeblich, wird durch den logenamtlichen Charakter seiner Schrift widerlegt und bricht an den Worten „mit großmeisterlicher Genehmigung" als haltlos zusammen. Gloedes Instruktionen sind offizielles Schrifttum der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, die als „nationalste" der „deutschen" Logen posierte! Daher trägt die von ihm gegebene Beantwortung der zur Debatte stehenden Hut-Frage logenverbindlichen und damit amtlichen und praktischen Charakter!

Auf der anderen Seite sehen wir bei den auch nichtfreimaurerischen Kreisen zugänglichen Schriften Nr. 2-6 ein sehr wechselndes Bild der Darstellung. Diese: ist um so zurückhaltender und ausweichender, je klarer sich außerhalb der Loge der nationale Gedanke formulierte. Was man in den kosmopolitisch-demokratischen 60er Jahren noch sagen durfte, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, „verquäkert" man 1900 sehr vorsichtig und behutsam (6), um es nach 1928 aber vollkommen zu leugnen. Nach 1928 hielt man es eben für klüger, Lehren, die in der Loge selbst offiziell zum Gegenstand von Instruktionen, also der Erziehung zum Freimaurer gemacht wurden, und die die ausdrückliche Genehmigung von Großmeistern trugen, vor der Öffentlichkeit einfach zu bestreiten und als nicht existent zu bezeichnen.

Wir haben also allein der logenamtlichen Ritualdeutung zu folgen, die anderen Erklärungen aber, soweit sie der logenamtlichen widersprechen, als Zweckäußerungen und Gelegenheitsbekundungen abzulehnen und die Schlußfolgerung zu ziehen: Wenn der Freimaurer in der Loge den Hut aufbehält, so geschieht dies, weil die jüdische Geistesrichtung des Freimaurertums, das von der Loge als vom „Tempel Salomos" spricht, im Freimaurer einen „künstlichen Juden" sieht. Künstliches Judentum aber erweist sich gerade dadurch als solches, daß es bemüht ist, Gebräuche nachzuahmen, die in der Synagoge üblich sind.

Schlagen wir nun noch einmal die betreffenden Abbildungen der Johannisfeiern auf, so verstehen wir jetzt die wahrhaft ungeheuerliche Verhöhnung des feldgrauen Soldatenkleides, die sich da unseren Augen bietet: Da sitzen sie in voller Uniform mit Logenschürzen und Logenorden behängt und tragen den Helm auf dem Kopfe wie - die Juden den Zylinder in der Synagoge!!

Das Soldatentum und seine jedem vaterländischen Menschen heiligen Werte und Symbole werden hier von „künstlichen Juden" der Etappe in übelster Weise zur Karikatur erniedrigt. Das nennen wir: Volksverrat!

Gab es dazu die Feldpost?

Im „Bayreuther Bundesblatt" Nr. 10/11, XVI. Jahrg., Bayreuth, Juli/August 1916, Seite 337, lesen wir folgende, für die ganze Feldlogenarbeit geradezu typische Mitteilung:

„- Die Feldloge „Stern von Brabant" macht darauf aufmerksam, daß ihr der Schriftwechsel von den Heimatlogen häufig frankiert zugeht. Das ist unnötig, da alle Beamten und Mitglieder der Feldloge berechtigt sind, ihre Briefe usw. unter „Feldpost" zu empfangen. Außerdem hat das Aufkleben von Briefmarken den großen Nachteil, daß die Briefe als Privatbriefe angesehen und den militärischen Überwachungsstellen zur Prüfung überwiesen werden, somit in profane Hände geraten.
Die Logen werden daher gebeten, Briefe an den Meister vom Stuhl, den Schriftführer usw. stets verschlossen als Feldpostbriefe einzusenden: bis 50 Gramm frei, 50 bis 250 Gramm 10 Pf., 250 bis 500 Gramm 20 Pf. Porto. Schurze für Beförderungen oder wertvollere Sachen werden, da Einschreibung im Feldpostverkehr nicht zulässig, zweckmäßig in Feldpost-Geldbriefen übermittelt: bis 50 Gramm und 150 Mark Wertangabe frei, 50 bis 250 Gramm 20 Pf. Porto. In der Aufschrift muß durch Angabe des Dienstgrades usw. erkenntlich gemacht werden, daß der Empfänger einer deutschen Verwaltungsbehörde oder den Besatzungstruppen angehört."

Diese etappen-brüderliche Mitteilung bedarf wohl keines Kommentars! Leute, die in militärischer Postüberwachung einen „großen Nachteil" erblickten, kennzeichnen sich damit schon von selbst. Wir werden im Verlauf dieser Untersuchung noch mehrere derartige Fälle kennenlernen und begnügen uns an dieser Stelle allein mit der Frage: Gab es dazu eine Feldpost?

...und verlösche nie!

So lebten die Brr. der Feldloge herrlich und in - Frieden. Nur der militärische Dienst störte etwas dabei, denn er war die unangenehme, aber leider unumgängliche Unterbrechung der Pflege freimaurerischer Grundgedanken, die man im Kriege weder aufzugeben noch einzuschränken gedachte. Der Tempel der Feldloge „Stern von Brabant" war prächtig aufgemacht. Unsere Bilder 45 und 46 beweisen dies klar und deutlich.

Ist es ein Wunder, daß es den Brr. schwer wurde, Brüssel zu verlassen? Ihretwegen hätte der Krieg ruhig noch ein paar Jahre dauern können, vorausgesetzt allerdings, daß die Frontsoldaten immer brav ihre Pflicht taten und dafür sorgten, daß der „Etappe Feldloge" in Brüssel unangenehme Komplikationen erspart blieben.

Einer der Brr. dieser Feldloge, der spätere Ehrenmeister der Loge „Techow zur Brudertreue" in Berlin-Steglitz, Wilhelm Appel, verfaßte die Geschichte der Feldloge „Stern von Brabant", in der er besonders betonte, sie habe viele Angriffe zu erleiden gehabt, sich aber mannhaft verteidigt.

Die letzte Feldlogensitzung fand am 16. Oktober 1918 in Brüssel statt.

Der „Stern von Brabant" erlosch damit aber noch nicht, sondern ging am 1. März 1924 als Johannisloge in Berlin wieder auf. Einige vorbereitende Aufrufe in der Freimaurerpresse trommelten alle erreichbaren Brr. wieder zusammen:

„Die Leuchte": Unabhängige kritische Monatsschrift für die deutsche Freimaurerei. 10. Jahrg., Lennep, Januar 1919, Nr. 1, Seite 11:

„Feldloge „Stern von Brabant". Die Mitglieder der ehemaligen Feldloge werden gebeten, Heimatanschrift und Nachricht über ihr Ergehen an Br. O. Beese, Telegrapheninspektor in Hamburg, Fruchtallee 1/II, zu senden."

„Die Bauhütte": Organ für die Gesamtinteressen der Freimaurerei. Nr. 30, Frankfurt a. M., den 26. Juli 1919, 62. Jahrgang, Seite 239:

„Feldloge. Die ehemaligen Mitglieder der Feldloge „Stern von Brabant" in Brüssel haben sich zur Pflege und Weiterentwicklung ihrer brüderlich-freundschaftlichen Beziehungen zu einer „Freien Vereinigung" zusammengeschlossen. Sitz der Vereinigung ist Berlin. Die Versammlungen finden am ersten Dienstag jeden Monats, 8 Uhr abends, in den Räumen der Großen Loge von Preußen, genannt „Zur Freundschaft", 'Dorotheenstraße 21, statt.
Der Vorstand setzt sich zusammen wie folgt: Ehrenvorsitzender: Br. Beese (Vize-Telegraphendirektor), Hamburg, Fruchtallee 1/II; Vorsitzender: Br. Zwanziger (Rechnungsrat), Potsdam, Neue Königstraße 6a; Schriftführer: Br. Gettkandt (Ingenieur, Geh. exped. Sekretär), Berlin-Südende, Steglitzer Straße 28; Schatzmeister: Br. Müller (Eisenbahn-Betriebsingenieur), Berlin NW, Spenerstr. 3.
Alle noch nicht der „Freien Vereinigung" angehörenden Mitglieder werden herzlichst gebeten, wegen Übersendung der Satzungen usw. baldigst ihre Anschriften dem Bruder Schriftführer mitteilen zu wollen."

Aus dieser losen Vereinigung bildete sich dann später die Johannisloge „Stern von Brabant", Berlin, die sich aber der Großen National-Mutterloge, genannt „Zu den drei Weltkugeln", anschloß.

Noch im letzten „Kalender für Freimaurer", Statistisches Jahrbuch für 1933/34 (C. van Dalen), 72. Jahrg., herausgegeben vom Verlag Bruno Zechel, Leipzig, finden wir folgende Angabe: „Stern von Brabant" (ehem. Feldl. St. v. B., Brüssel). 3 W. 8. Sept. 1923, 48 Brr. Do. Mstr.: Dr. phil. Otto Bordes, Zahnarzt, Berlin W50, Passauer Straße 12. ZugM.: Waldemar Zenke, Regierungsrat, NW40, Paulstraße 15. Verkehrsschriftf.: Hermann Müller, Landtagsarchivar, Berlin NW 40, Melanchthonstraße 3."

Diese Johannisloge führte dasselbe Abzeichen wie die Feldloge, aus der sie hervorgegangen war! Erst die Nationale Revolution beseitigte 1935 bei der Auflösung der Logen diese Schändung des Eisernen Kreuzes im Judenstern.


Anmerkungen

1) Die Entstehung dieser Verteidigungsschrift des „Vereins deutscher Freimaurer" ist recht aufschlußreich.
Als in den Jahren 1927/1929 der Kampf gegen die Freimaurerei in Deutschland immer heftiger wurde, veröffentlichten nach meinen Vorträgen die „nationalen" Logen der Vortragsorte hochtrabende „Erklärungen", in denen sie mit lauter Entrüstung alles bestritten, was von mir gegenüber der Freimaurerei geltend gemacht worden war. Dabei ereignete es sich aber wiederholt, daß. einzelne Logen sich in ihren „Erklärungen" gegenseitig Lügen straften, da man an den verschiedenen Plätzen einander widersprechende Ausreden brachte.
Diese Tatsache nutzte ich natürlich nach Kräften aus. Um diesem für die Freimaurer recht peinlichen Zustand abhelfen und die Ausreden auf eine Linie bringen zu können, erschien dann die Schrift „Die Vernichtung der Unwahrheiten über die Freimaurerei". Von da ab wurde nur noch nach einer Marschrichtung gelogen.

2) Später waren es erheblich mehr!

3) Dies geschah auch nach dem Kriege in - Berlin. Ich stelle dies hier nur fest, damit keine „Mißverständnisse" entstehen.

4) Diese „deutsch-belgischen" Brr. waren Belgier, d. h. belgische Staatsbürger mit deutschen Namen oder deutscher Abstammung, also nicht etwa deutsche Reichsangehörige.

5) Dieser Großmeister war Professor Eberlein, Berlin.

6) Ich bitte den Leser, einmal sorgfältig die Quellschriftzitate Nr. 3 und 4 miteinander vergleichen zu wollen. Beide haben scheinbar genau denselben Wortlaut, und doch haben sie infolge der ganz einfachen Manipulation des Umstellens des Quäkersatzes bei Nr. 4 einen völlig verschiedenen Sinn bekommen.
In Nr. 3 tragen die Frmr. den Hut auf dem Kopfe wie die Juden, in Nr. 4 aber wie die -- dazwischengeschalteten - Quäker!! Ein wahres Schulbeispiel frmrischer Korrekturtechnik und der Tendenzänderung im Hinblick auf die veränderte Zeitlage.


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