Stärke
Autor: Philipp Gerlach
Allegorien
Die Stärke ist eines von mehreren Idealen der Freimaurerei. In der allegorischen Sprache der Freimaurerei wird sie, neben Weisheit und Schönheit, auch als eines „der drei kleinen Lichter“ bzw. als eine der drei Säulen bezeichnet, auf denen die Loge ruht. In ihrer physikalischen Entsprechung wird die Stärke oft als Säule dorischer Ordnung repräsentiert und mit dem 1. Aufseher bzw. dem Gesellengrad assoziiert.
Mögliche Interpretation
In der Trias der "der drei kleinen Lichter" Weisheit-Stärke-Schönheit wird die Stärke meist an 2. Stelle genannt. Die Stärke steht dabei für die Ausführung des Tempelbaus. Dieser wurde bereits geplant (Weisheit), aber noch nicht vollendet (Schönheit).
Der Geselle wirkt nach außen ("Schaue um dich"). Er soll sich liebevoll gegen die Seinen, mild gegen die Nächsten, versöhnlich gegen seine Feinde und barmherzig gegen die Notleidenden zeigen. In den klassischen Idealen des Wahren (Weisheit), Schönen (Schönheit) und Guten, ließe sich die Stärke daher als das Gute bzw. als die Güte interpretieren (Güte: von 'gut', ‚Gutheit‘). Sich stets gütig zu zeigen, gar gegenüber seinen Feinden, benötigt Stärke — v.a. innere Stärke. Eine solche innere Stärke ist notwendig, um nach Außen standhaft zu sein. Si edrückt sich auch darin aus, dass der Geselle streng gegen sich selbst (also nach innen) sein und Geduld (innere Ruhe) in schweren Zeiten bewahren soll. Entsprechend wird auch Strenge oder Unnachgiebigkeit (nach Außen) als das Gegenteil von Güte angesehen. Auch Albert Schweitzer[1] stellte fest, dass in der Gütigkeit derjenige vorankomme, wer den Mut habe, sich selber zu wahrhaftig zu richten (Weisheit), um so wahrhaft friedfertig zu werden (Schönheit).
Manifestationen
Symbolische Manifestationen der Stärke sind u.a.
Ein Hammer steht in der Freimaurerei nicht für die Stärke, sondern, je nach Ausführung, für den Meister vom Stuhl (Fäustel) bzw. den Lehrlingsgrad (Spitzhammer).
Siehe auch
- Traktate
Referenzen
- ↑ Schweitzer, A (1963): Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben. Beck.
