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Kroatien

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Kroatien

Die geschäftige Hauptstadt Kroatiens: Zagreb; 800.000 Einwohner, mit Umgebung 1,1 Millionen. Foto: Mario Fajt.
Das Gebiet des heutigen Kroatien war jahrhundertelang Kampfzone mit wandernden Grenzen zwischen dem Osmanischen Reich und den Habsburgern; nur die dalmatinische Küste gehörte teilweise zu Venedig. Um 1700 waren die Habsburger am Ziel: Durch die Siege von Prinz Eugen über die Osmanen gingen das Binnenland und Teile der Küste an das habsburgische Österreich-Ungarn; und nach den Napoleonischen Kriegen und dem Ende der Republik Venedig folgte das restliche Küstenland. Das blieb so ein Jahrhundert lang bis 1918: Als Folge des verlorenen Ersten Weltkriegs zerfiel das Imperium der Habsburger, und Kroatien wurde ein Teil des neu entstandenen Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien). Während des Zweiten Weltkriegs wurde Jugoslawien wieder aufgelöst: Kroatien wurde ein faschistischer Vasallenstaat Hitlers (Ustascha-Regime). Vier Jahre später ‚Kommando retour’: Jugoslawien entsteht 1945 wieder, jetzt als kommunistischer Staat unter dem Führer Marschall Tito. Ab 1991 und mehreren innerjugoslawischen Kriegen zerfiel dieser Staat in seine Teile: Kroatien wurde eine selbständige Republik.
Foto: Foto: Mario Fajt , Flickr Creative Commons.
Wappen der 'Großloge von Kroatien' mit dem freimaurerisch codierten Gründungssdatum:
8. November 1997
Große Nationalloge von Kroatien; codiertes Gründungsjahr 2013.
"Res non verba" ≈ nicht reden sondern tun.
Der Freimaurer Bischof Maximilian Vrhovac
Nach Bischof Maximilian Vrhovac wurde in Zagreb der Maksimir-Park benannt (von Maksimilijan). Foto: venana, Flickr Creative Commons.

Zweimal masonische Dunkelheit

Die Geschichte der Freimaurerei in Kroatien ist so wechselvoll wie das Schicksal des Landes: ein ständiges Auf und Ab mit zwei langen Phasen der Dunkelheit. Die erste wurde 1795 von den Habsburgern verordnet; sie dauerte sieben Jahrzehnte. Das zweite Verbot erließen 1940 das faschistischen Ustascha-Regime und anschließend die Tito-Kommunisten. Dauer: fünf Jahrzehnte. Seit Anfang der 1990iger geht es langsam aufwärts. Von Rudi Rabe.

Stand 2016

Zur (regulären) ‚Großloge von Kroatien’ ('Velika Loža Starih, Slobodnih i Prihvaćenih Zidara Hrvatske') gehören 13 Logen mit 350 Mitgliedern. Logen gibt es in Zagreb, Rijeka, Varazdin und Split. Die am 8.11.1997 unter dem Schutz der ‚Großloge von Österreich’ gegründete Großloge wird von der Großloge von England (UGLE) anerkannt.

2013/14 wurde in Rijeka mit Hilfe der ‚Großloge von Italien/Umsoi’ eine zweite Großloge gegründet: die ‚Große Nationalloge von Kroatien’ (‚Velika Nacionalna Loža Hrvatske’) mit derzeit fünf gemischten Logen für Frauen und Männer.

18. Jahrhundert

Erste Logengründung 1759 im kroatischen Glina (eine Kleinstadt südlich von Zagreb) durch Offiziere, die vom Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) zurück kamen. In preußischer Gefangenschaft hatten sie die Freimaurerei kennengelernt. Name der Loge: ‚L’Amitié de Guerre’ (etwa: Soldatenfreundschaft). Dies soll die erste Loge auf dem Boden des späteren Jugoslawien gewesen sein.

Maßgeblicher Bruder und Stuhlmeister: Graf Ivan Draskovic, ein humanitär gesinnter Kroate, der schon damals gegen die Leibeigenschaft kämpfte. Draskovic kann als Gründer der Freimaurerei im slawischen Südosteuropa bezeichnet werden. Er initiiert weitere Logengründungen, vor allem die ‚Prudentia’ in Zagreb, zu der hohe Würdenträger des Landes stoßen: zum Beispiel der aufgeklärte Priester Maximilian Vrhovac, der spätere katholische Bischof von Zagreb. Nach den beiden Männern werden in der Folge auch Logen benannt.

19. Jahrhundert

Kurzes und schnelles Aufblühen der Freimaurerei in den von Napoleon für Frankreich annektierten 'Illyrischen Provinzen' (= u.a. die dalmatinische Küste; heute bei Kroatien und Slowenien); und ebenso schnelles Verblühen nach dem Ende Napoleons: Die Habsburger kommen wieder. Sie sind seit Kaiser Franz II./I. Gegner der Freimaurerei (Verbot ab Mitte der 1790iger Jahre).

Das bleibt so bis 1867. Jetzt wird die Donaumonarchie in eine österreichische und eine ungarische Reichshälfte mit jeweils eigenständigem Vereinsrecht geteilt. Das Binnenland des heutigen Kroatiens gehört zu Ungarn, dort werden Logen wieder zugelassen. In Budapest entsteht die ‚Symbolische Großloge von Ungarn’; zu ihr zählen jetzt auch die neu entstehenden kroatischen Logen. Anders im kroatischen Küstenland (= Istrien und Dalmatien): Dieses ist ein Teil der österreichischen Reichshälfte. Hier ist die Freimaurerei weiterhin nicht möglich.

Frühes 20. Jahrhundert

Nach dem Zerfall der Donaumonarchie 1918 beteiligen sich führende kroatische Freimaurer an der Gründung des neuen Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Sie installieren auch eine eigene Großloge in Zagreb. Doch 1919 entsteht in der neuen jugoslawischen Hauptstadt, im serbischen Belgrad, die Großloge ‚Jugoslavija’. Diese ist für den ganzen Staat zuständig, also auch für Kroatien. Aber manche kroatischen Brüder sind damit nicht einverstanden. Sie verlassen ihre Logen und gründen eine eigene Obödienz, erreichen jedoch keine nennenswerte internationale Anerkennung.

Die gesamtjugoslawische Freimaurerei entwickelt sich nun schnell. 1931 hält sie bei 24 Logen. Sie ist sehr sozial orientiert: Heime für Waisen, für gehörlose Kinder und Blinde; Unterstützungsfonds für Kriegsinvalide; Brotverteilung an Arbeitslose. Der Aufschwung wird allerdings von weiteren Abspaltungen begleitet.

1930 werden in Zagreb zwei gemischte Logen gegründet.

1940 bis 1990

1940 gibt es in ganz Jugoslawien 24 Logen der ‚Großloge von Jugoslawien’ mit 2.500 Mitgliedern; davon sind in Kroatien zehn Logen mit 500 Brüdern. Doch das Land wird jetzt vom Zweiten Weltkrieg erfasst und wieder geteilt. Die Freimaurerei wird überall verboten, auch in Kroatien: Das Ustascha-Regime lässt sogar 40 Freimaurer internieren; nach einem Jahr kommen sie wieder frei.

Ab 1945 setzt das kommunistische Jugoslawien das faschistische Freimaurerverbot nahtlos fort. Die Folge: zum zweiten Mal masonische Dunkelheit; diesmal ein halbes Jahrhundert.

Seit 1990

Der Kommunismus bricht zusammen. Österreichische und deutsche Freimaurer kümmern sich noch vor dem Zerfall Jugoslawiens um den masonischen Wiederaufbau. Mit einem Patent der ‚Vereinigten Großlogen von Deutschland’ wird 1990 eine neue jugoslawische Großloge gegründet, am Beginn noch mit den Kroaten und Slowenen. Durch die Auflösung Jugoslawiens ab 1991 wird das obsolet: Die Kroaten und Slowenen scheiden aus. Die Großloge in Belgrad wird außerdem bald in die politischen Wirren des Milosevic-Regimes hineingezogen. Sie verliert ihre internationale Anerkennung, und es entsteht eine neue ‘Reguläre Großloge von Jugoslawien’, die sich später in ‚Reguläre Großloge von Serbien’ umbenennen wird und nur noch für Serbien zuständig ist.

Für die Kroaten und die Slowenen gründet die ‚Großloge von Österreich’ 1992 vorerst noch in Wien die Deputationsloge ‚Illyria’. Diese arbeitet meistens in Klagenfurt und Graz, gelegentlich auch in Wien. 1993/94: Die Entwicklung ist so weit gediehen, dass sich die Slowenen und Kroaten in zwei separate Deputationslogen trennen können.

8. November 1997: Die drei kroatischen Logen ‚Graf Ivan Draskovic’, 'Hrvastka vila’ und ‚Tri svyetla’ gründen unter dem Schutz der ‚Großloge von Österreich’ die ‚Großloge von Kroatien’ ('Velike lože starih, slobodnih i prihvaćenih zidara Hrvatske' = Großloge der Alten, Freien und Angenommenen Maurer von Kroatien'). Ein völliger Neuanfang: Es gibt keine Kontinuität mit der alten Freimaurerei vor 1940. International wird diese Großloge von der "englischen Familie" der Großlogen als regulär anerkannt.

Mehr als ein Jahrzehnt später entsteht unter dem Schutz der 'Großloge von Italien/Umsoi' ein zweites System: eine Obödienz für Frauen und Männer. Diese 2013/14 gegründeten ‚Großen Nationalloge von Kroatien’ hat ihr Zentrum in der Hafenstadt Rijeka, dort arbeiten zwei ihrer sechs Logen (2017). Die Logen arbeiten nach dem Schottischen Ritus bis zum 33. Grad.

Siehe auch

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