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Droit Humain

Aus Freimaurer-Wiki

Georges Martin
Marie Deraismes
Droit Humain Grand Orator Lucien Levi 33° (1923). Präsident 1929-1934.

Inhaltsverzeichnis

Le Droit Humain

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Le Droit Humain = das Menschenrecht

Internationaler Orden (frz. Ordre maçonnique mixte international Le Droit Humain), ursprünglich französisch, dann in gegen 600 Logen in 18 Ländern verbreitete Organisation, die sich "Gemischte Freimaurerei" nennt, neben Männern auch Frauen aufnimmt, mit der regulären Freimaurerei aber in keinen Beziehungen steht. Eine Loge der 1880 von einigen aus dem Suprême Conseil de France ausgeschiedenen Bauhütten gegründeten schismatischen "Grande Loge Symbolique Ecossaise de France", die "Libres Penseurs" (siehe Link unten) in Le Pecq, erklärte mit anderen die Mitarbeit der Frauen am freimaurerischen Werk für notwendig.

Maria Deraismes

Eine Gruppe verlangte von der Großloge die Genehmigung zur Aufnahme von solchen. Trotz abschlägigen Bescheides, der in der dem traditionellen Charakter der Freimaurerei entsprechenden Verfassung der Obödienz begründet war, beharrte die Loge auf ihrem Standpunkt. Erklärte sich für unabhängig und erteilte am 4. Jänner 1882 der bekannten Feministin Maria Deraismes das Licht. Kurz darauf stellte die Loge aber ihre Arbeiten ein.

1891 teilte Senator Dr. Georges Martin der Großloge mit, die von ihm geleitete Loge "La Jérusalem Ecossaise" habe zwecks Heranziehung von Frauen die Absicht, eine gemischte Loge unter dem Namen "Droit Humain" ins Leben zu rufen: Wieder erfolgte Ablehnung. Trotzdem konstituierte sich die gemischte Loge. Am 14. März 1893 "weihte"- Maria Deraismes in Gegenwart von Dr. Martin 13 Frauen aus eigener Machtvollkommenheit zu "Freimaurerinnen", obgleich sie selbst niemals über den Lehrlingsgrad hinausgekommen war.

Aufnahmen und Erhebungen

Es folgten weitere Aufnahmen und Erhebungen, Dr. Martin ließ sich affiliieren, und am 4. April wurde mit Maria Deraismes als "Vénérable" die Loge gleich als Grande Loge Symbolique Ecossaise de France "Le Droit Bumain" eingesetzt. Im folgenden Jahr starb die bedeutende Frau; ihre Stelle nahm Marie Martin, die Gattin des Dr. Martin (irrtüml. J.C.L.B) ein. 1896 gab sich die Großloge eine Konstitution als symbolische Körperschaft, 1901 erklärte sie sich aber als "Suprême Conseil universel mixte" des Schottischen Ritus des XXXIII. Grades.

Keines der Mitglieder war jemals von einem Obersten Rat des A. u. A. Schottischen Ritus aufgenommen worden. Doktor Martin, vorher heftigster Hochgradgegner, teilte lediglich mit, ein regulärer Br. des XXXIII. Grades habe einen Angehörigen des "Rite mixte" auf die höchste Stufe erhoben, und dieser habe weitere Beförderungen vorgenommen. Eine Reihe von Austritten war die Folge.

Bis 1910 entstanden in Frankreich, die Mutterloge eingeschlossen, insgesamt sechs Logen des "Droit Humain", davon vier in der Provinz. Der Aufschwung kam vom Ausland her. Anläßlich des Pariser Theosophenkongresses zu Beginn des Jahrhunderts wurde die Führerin der Theosophen, Annie Besant, mit anderen Jüngern dieser Lehre in die "gemischte Freimaurerei" aufgenommen und nahm seither aktivsten Anteil an der Propagierung des "Droit Humain".

Universal Co-Masonry

Sie führte die "Universal Co-Masonry ( ursprünglich "Joint Masonry" genannt) in England und in Indien ein und gründete eine ganze Anzahl von Logen, als erste in London die Mutterloge "Human Duty". Auch am Zentralpunkt der theosophischen Bewegung, in Indien, entstand eine solche. Annie Besant stiftete Logen in Benares, Bombay, Adyar und Rangoon und unterließ es auch nicht, Krishnamurti dem Bunde zuzuführen.

Die Entwicklung ging nun auch in manchen nicht theosophischen Kreisen rasch vorwärts zu einer Sezession; am 15. Jänner 1914 teilte eine "Grande Loge Mixte" ihre Existenz mit; sie kehrte aber später zum S. C. zurück. Lediglich die Loge "La Sagesse Science et Vérité" blieb außerhalb. Während des Krieges starb das Ehepaar Martin; nach dem Waffenstillstand wurde Eugene Piron, 1929 Lueien Iévi Großkommandeur. Ein internationaler Kongreß, 1920, nahm eine neue internationale Konstitution an, die 1921 in Druck gelegt wurde. Dieser Verfassung zufolge zerfällt der "Rite mixte" in nationale Föderationen, die im Gebiete ihrer Jurisdiktion eine gewisse Souveränität ausuben. Jede Föderation ist im Obersten Rat vertreten. Sekretariat: 5, rue Jules-Breton, Paris

Die Beziehung zum Grand Orient de France

Das "Droit Humain" hat der internationalen Freimaurerei wiederholt Anlaß zu Erörterungen gegeben. Die Großloge von England erklärte 1929, mit keiner Obödienz in Beziehungen stehen zu können, die die "gemischte Freimaurerei" anerkennen wurde, auch die A. M. I. hat 1921 festgestellt, daß Großlogen, bezw. Großoriente, die Frauen aufnehmen, in ihren Reihen keinen Platz finden können. Lediglich der Grand Orient de France hat nach anfänglichem heftigen Widerstand gegen die Gründung des "Droit Humain" 1920 dessen männlichen Mitgliedern den Zutritt zu seinen Logen gestattet. 1930 hat er aber den diesbezüglichen Vertrag gekündigt. Auch die Grande Loge de France hat ihren Mitgliedern die Beteiligung an freimaurerischen Zusammenkünften mit dem D. H untersagt.


Das zentrale Logenhaus des ‚Droit Humain’ in Paris (Rue Jules Breton)
Aufschrift in der Mitte: „In der Menschheit hat die Frau dieselben Pflichten wie der Mann. Sie muss in der Familie und in der Gesellschaft dieselben Rechte haben.“
Das Haus wurde ab 1912 gebaut und 1916 Mitten im Ersten Weltkrieg fertiggestellt.
Foto: Wikimedia Commons (Marc Baronnet, bearbeitet von Christophe Dioux)

Chronologische Gründungsgeschichte des LE DROIT HUMAIN

Zeittafel der frühen Entwicklung, zusammengestellt von Schwester Silvia vom österreichischen Droit Humain.

Droit Humain
  • 1828: Maria Deraismes wird in Paris geboren
  • 1844: Georges Martin wird geboren
  • 1848: Revolution in Frankreich. Danach entwickelt sich eine Bewegung feministischer Gleichberechtigung.
  • 1868: Maria Deraismes hält einen Vortrag im "Le Grand Orient de France", der für großes Aufsehen sorgt und ihr weitere Anerkennung bringt.
  • 1869-1870: Maria Deraismes ist Mitgründerin einer Zeitschrift für Frauenrechte (Le Droites des Femmes) und der Gesellschaft für Frauenrechte (Assoziation pour Le Droit des Femmes).
  • 1870: Georges Martin erhält den Doktortitel der Medizin. Nach einem Studium der Wissenschaften schließt er das Medizinstudium ab.
  • 1874: Georges Martin wird zum Stadtrat des 13.Bezirks in Paris gewählt.
  • 21. März 1879: Georges Martin – Arzt und Senator in Paris, Stadtrat des Pariser Bezirkes „Le Gare“ - wird in die Loge „Union et Bienfaisance“ im Orient zu Paris aufgenommen. Die Loge unterstand dem Obersten Rat des AASR von Frankreich.
  • 1879: Georges Martin wird Mitbegründer der "La Grande Loge Symbolic Ecossaise" (einer Abspaltung von "Le Grand Orient de France"). Dort wurden Frauen zu offenen Treffen und Festen eingeladen. Georges Martin war ein großer Befürworter für Männer und Frauen in der Freimaurerei.
  • 1880: Georges Martin beendet seine Tätigkeit als Arzt. Er verschreibt sich ganz der Politik und der Entwicklung des „Le Droit Humain“.
  • 14.1.1882: Maria Deraismes wird in der Loge "Les libres Penseurs" in Pecq - mit Unterstützung von Georges Martin - aufgenommen. Diese Loge war eine Abspaltung der „La Grand Loge Symbolic Ecossaise“. In der Folge spaltete sich diese Loge und viele Brüder, so auch Georges Martin, gehen in „La Grand Loge Symbolic Ecossaise" zurück. Maria Deraismes kann nicht mehr freimaurerisch arbeiten.
  • 1893: Nach mehr als 10 Jahren vergeblichen Bemühens, eine Frau in einer Loge mitarbeiten zu lassen, beschließen Maria Deraismes und Georges Martin, in Paris die erste Loge der Welt zu gründen, in der sowohl Männer, als auch Frauen Mitglieder werden können. Sie wollen diese Loge "La Grande Loge Symbolique Ecossaise Mixte de France LE DROIT HUMAIN" („Große Symbolische Schottische Gemischte Loge von Frankreich LE DROIT HUMAIN“) nennen.
  • 14.3.1893: Maria Deraismes initiiert 16 Frauen in den 1.Grad. (Im Freimaurer-Lexikon steht Georges Martin, das scheint nicht so gewesen zu sein zu sein.)
  • 21.3.1893: Erhebung von Maria Deraismes und Affiliation von Georges Martin. Damit war die Co-Freimaurerei begründet. Die gemischte Freimaurerei für Männer und Frauen hat sich manifestiert.
  • 4.4.1893: die Gründungscharta der "La Grande Loge Symbolique Ecossaise Mixte de France LE DROIT HUMAIN" wird unterzeichnet. Der Sitz der Loge war 33, Rue Jacob, PARIS. Diese Charta wird vor dem französischen Gesetz anerkannt, eine Kopie ist noch heute im Innenministerium einzusehen. Maria Deraismes war MvST und Georges Martin war Redner.
  • 6.2.1894: Maria Deraismes stirbt und wird auf dem Friedhof in Montmartre begraben. Ihre leibliche Schwester folgt ihr als MvSt ins Amt. Danach übernimmt Schwester Marie Georges Martin bis 1911. Die Aufgabe der Organisation und Entwicklung der gemischten Loge wird Georges Martin übertragen.
  • 12.1.1895: die bestehende Deklaration der Männerrechte und Bürgerrechte von 1789 wird von der Loge auf beide Geschlechter ausgeweitet und außerhalb des Tempels getragen. Einige Punkte wurden auch in der Folge umgesetzt (z.B. das Wahlrecht für Frauen 1897 oder Frauen im Zeugenstand bei Zivilprozessen)
  • 1895: die Loge LE DROIT HUMAIN hat 50 Mitglieder. Neue Logen und Teilungen werden notwendig, da viele Männer und Frauen zu LE DROIT HUMAIN kommen. Viele Menschen werden initiiert oder affiliieren. Die Loge wird Mutterloge des Ordens der internationalen Co-Freimaurerei. Der Wunsch der Gründer wird wahr: Die Freimaurerei ist allen Menschen offen.
  • 1895: Georges Martin veröffentlicht ein Informationsblatt mit den Prinzipien und Regeln. Weitere Ausgaben folgen regelmäßig bis zum ersten Weltkrieg. (1914 während des 1.Weltkrieges werden einige Ausgaben auf Französisch in den USA aufgelegt.)
  • 1896: Georges Martin verlangt die Gründung von Logen in der gesamten Welt.
  • 16.8.1896: 13 Brüder und 3 Schwestern gründen in Zürich die erste Loge außerhalb Frankreichs.
  • 1897: Die Züricher Loge zählt 33 Mitglieder.
  • 18.11.1897: Tempelweihe des ersten von zwei Tempeln in Paris, 51, Rue Cardinal Lemoine.
  • Mit der Internationalität entschied sich Georges Martin auch das Hochgradsystem und den Obersten Rat von General-Großinspektoren des 33.Grades zu installieren. Bruder Joseph Decembre-Allonier, reguläres Mitglied des Schottischen Obersten Rates affiliiert zu „Le Droit Humain“, damit letztendlich der Oberste Rat von „Le Droit Humain“ konstituiert werden kann. Um regulierende Machtverhältnisse zu garantieren und Rivalität von Gruppierungen zu vermeiden entscheidet man, dass „Le Droit Humain“ nur einen Obersten Rat für alle Länder aller Kontinente haben soll.
  • 1899: Georges Martin bekommt im Januar den 33.Grad im "Le Grand Orient de France" verliehen (zusammen mit einigen anderen Schwestern und Brüdern des LE DROIT HUMAIN).
  • 11.5.1899: Die Konstitution wird autorisiert.
  • 12.6.1901: Es wird festgelegt, dass allein der Oberste Rat in Zukunft Gründungschartas für Logen vom 1°-33° vergeben darf. Mit diesem Datum bekamen auch alle existierenden Logen neue Patente und wurden mit neuen Nummern im goldenen Register eingetragen. Die Namensgebung liegt bei den Logen!
  • 1902: die Engländerin Annie Besant wird in Paris in die ersten drei Grade aufgenommen. Sie gründet in der Folge mehrere Logen in England und brachte LE DROIT HUMAIN bis nach Indien.
  • 1905: Stilllegung der Züricher Loge.
  • 14. und 15.9.1907: Eine Französische Obödienz wird gegründet. Aber eine nationale Organisation innerhalb einer internationalen Organisation brachte Probleme und es kam zur Abspaltung und Gründung der GRAND LOGE MIXTE DE FRANCE im September 1913.
  • Seit 1912 gibt es die internationale Konstitution.
  • 1912: Georges Martin kündet im März an einen Tempel für LE DROIT HUMAIN in der Rue Jules Breton zu bauen, ebendort das administrative Büro zu etablieren und den Sitz des Ordens dort festzulegen. (Grundstück, Baupläne waren vorhanden und die Finanzierung war mittels Einsatz seines Privatvermögens gesichert.)
  • 1912: Baubeginn. Fertigstellung war 1914 geplant, aber es war Krieg...
  • Bis 1919 entstehen sechs Logen in Frankreich
  • 1916: Weihe des Tempels im September. Zu diesem Anlass sollte - so war es geplant - der internationale Konvent zusammenkommen und die internationale Konstitution gewählt werden, aber es war Krieg.
  • 1916: Zwei Wochen nach der Tempelweihe stirbt Georges Martin.
  • 8.-15 August 1920: der 1. Internationaler Konvent kommt zusammen, die internationale Konstitution wird gewählt und somit angenommen. Dort wurden die nationalen Föderationen mit Vertretungen im Obersten Rat verfassungsgemäß verankert.

George Martins Traum wurde wahr: LE DROIT HUMAIN entwickelte sich weiter und viele neue Logen entstanden!

Logen des Droit Humain in Deutschland

Der Droit Humain in Österreich

In Österreich ist der Droit Humain verglichen mit Deutschland und der Schweiz verhältnismäßig stark vertreten, wohl auch weil es keine feminine Obödienz gibt. Und so sind trotz seiner prinzipiell gemischt-geschlechtlichen Ausrichtung an die 95 Prozent der mehr als 400 Mitglieder weiblich (2016). Damit ist der österreichische 'Droit Humain' das zweitgrößte System nach der 'Großloge von Österreich'.

Logen des Droit Humain in der Schweiz

Siehe auch

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